Einleitung
Die vorliegende Arbeit soll dem Leser mittels diverser Aufgabenstellungen, auch Fallstudien genannt, einen Einblick in die komplexe Welt der Logistik ermöglichen, wobei es dem Verfasser wichtig ist, dass umfangreiche Sachverhalte möglichst einfach und verständlich dargestellt werden.
Die erste von drei Fallstudien befasst sich mit der Gründung einer neuen Produktionsstätte und der hierfür vereinfacht notwendigen Entscheidungen, die zu Beginn zu treffen sind. Die Elektronics AG, ein Unternehmen, das HiFi – Komponenten herstellt, möchte im
sächsischen Raum ein neues Werk eröffnen und steht prinzipiell erst einmal vor der Entscheidung, ob eine Komponente entweder eigengefertigt wird oder fremdbezogen wird. Um dies beurteilen zu können, ist es notwendig, anhand einer Kostenfunktion, den Bestell –
und Lagerkosten, die zur Bestimmung der optimalen Bestellmenge notwendig sind, und Deckungsbeiträgen, den optimalen Output und den hieraus resultierenden maximalen Deckungsbeitrag zu ermitteln.
Dies soll anhand einer simultanen und isolierten Planung des Produktions- und Absatzprogramms durchgeführt werden, um den einfachen und schwierigen, aber korrekten Weg aufzuzeigen.
Abschließend soll noch der optimale Standort der Produktionsstätte bestimmt werden, wobei mehrere Nachfragezentren gegeben sind, die unterschiedliche Mengen fordern. Der optimale Standort soll der transportkostenminimierende sein.
Bei dieser Fallstudie könnte die Bearbeitungszeit etwa 5 Stunden betragen. Dies ist jedoch davon abhängig, ob man einige Teilergebnisse aufgrund von routinemäßigen Rechenarbeiten vorgibt, denn in jenem Fall wird sich die Arbeitszeit erheblich verkürzen
lassen. Hierbei ist zum Beispiel an die recht umfangreiche Berechnung der Produktionsintervalle bei der Simultanplanung in Abschnitt 2.3.2.3, die mit dem Newton – Verfahren ermittelt wurden, zu denken.
Die darauffolgende Fallstudie, die der C – Watch GmbH, beschäftigt sich mit der optimalen Produktions- und Beschäftigungspolitik.
Anfangs gilt es per Prognose eine nicht bekannte Absatzmenge zu ermitteln, wobei der Prognosefehler minimiert werden soll.
Ist dies geschehen, so wird der Lösungsansatz zur Ermittlung der optimalen Produktionsund Beschäftigungspolitik, die per linearer Optimierung ermittelt wird, formuliert, jedoch sind
hierfür noch einige relevante Daten, die man für die Bestimmung der Restriktionen braucht, zu ermitteln.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fallstudie: Elektronics AG
2.1 Aufgabenstellung
2.2 Aufgaben
2.3 Lösungsvorschlag
2.3.1 Lösung zur Teilaufgabe 1 – Definition des Planungsproblems
2.3.2 Lösung zur Teilaufgabe 2 – Optimales Produktions- und Absatzprogramm
2.3.2.1 Eigenfertigung
2.3.2.2 Fremdfertigung
2.3.2.3 Simultanplanung der optimalen Alternative
2.3.3 Lösung zu Teilaufgabe 3 – Standortplanung
2.4 Fazit
3. Fallstudie: C – Watch GmbH
3.1 Aufgabenstellung
3.2 Aufgaben
3.3 Lösungsvorschlag
3.3.1 Lösung zur Teilaufgabe 1 – Absatzprognose
3.3.2 Lösung zur Teilaufgabe 2 – Optimale Produktions- und Beschäftigungspolitik
3.3.3 Lösung zur Teilaufgabe 3 – Interpretation und Ermittlung des maximalen Gewinns
3.4 Fazit
4. Fallstudie: Dresdner Automobil Werke AG
4.1 Aufgabenstellung
4.2 Aufgaben
4.3 Lösungsvorschlag
4.3.1. Lösungsvorschlag zur Teilaufgabe 1 – ABC – Analyse
4.3.2 Lösungsvorschlag zur Teilaufgabe 2 – Lagerhaltung in Supply Chains – Ermittlung der relevanten Daten
4.3.3 Lösungsvorschlag zur Teilaufgabe 3 – Lagerhaltung in Supply Chains – Ermittlung der Verbesserungspotentiale
4.4 Fazit
5. Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit vermittelt einen Einblick in die komplexe Welt der Logistik, indem sie durch verschiedene praxisnahe Fallstudien betriebswirtschaftliche Optimierungsprobleme untersucht und lösungsansätze für Produktions-, Beschaffungs- und Standortfragen aufzeigt.
- Make-or-Buy-Entscheidungen und simultane Produktionsplanung
- Methoden der Absatzprognose und Bestimmung des Prognosefehlers
- Lineare Optimierung zur Produktions- und Beschäftigungspolitik
- ABC-Analyse zur Klassifizierung von Produktionsmaterialien
- Analyse und Optimierung von Lagerhaltungssystemen in Supply Chains
Auszug aus dem Buch
2.3.2.1 Eigenfertigung
Als erstes ist die Intensität x gesucht, aus der minimale Stückkosten resultieren. Hierfür ist die Zeit – Kosten – Leistungsfunktion durch x zu dividieren, um die Stückkostenfunktion zu erhalten. Hiernach ist diese Funktion zu differenzieren.
k(x) = K(x) / x = (0,04x³ – 4x² + 200x) / x = 0,04x² – 4x + 200 ;
k´(x) = 0 ; ⇒ k´(x) = 0,08x – 4 ; xopt = 50 [Stück/ZE]
Die Stückkosten bei optimaler Intensität betragen demnach:
k(50) = 0,04 * 50² – 4 * 50 + 200 = 100 [€/Stück]
Dadurch kann die Produktionsmenge bis zur maximalen Betriebszeit bei optimaler Intensität zeitlich angepasst werden.
M = xopt * tmax = 50 * 20 = 1.000 Stück
Als Grenzkosten ergeben sich 100.- € / Stück beim Ausbringen von bis zu 1.000 Stück, die den Stückkosten bei optimaler Intensität, welche in diesem Intervall konstant sind, entsprechen.
Darüber hinaus gehende Produktionsmengen sind nur durch Erhöhung der Intensität realisierbar.
Mmax = xmax * tmax = 100 * 200 = 2.000 Stück
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit und Vorstellung der drei behandelten Fallstudien zur Logistikoptimierung.
2. Fallstudie: Elektronics AG: Untersuchung einer Make-or-Buy-Entscheidung für HiFi-Komponenten mittels simultaner Planung von Produktionsprogramm und Standortwahl.
3. Fallstudie: C – Watch GmbH: Anwendung von Absatzprognoseverfahren und linearer Optimierung zur Steuerung der Produktions- und Beschäftigungspolitik.
4. Fallstudie: Dresdner Automobil Werke AG: Einsatz der ABC-Analyse und Optimierung von Lagerhaltungsprozessen innerhalb einer komplexen Supply Chain zur Reduktion von Logistikkosten.
5. Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der erarbeiteten Lösungsansätze und Hinweis auf die Notwendigkeit weiterführender Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Logistik, Fallstudien, Produktionsplanung, Absatzprognose, Lineare Optimierung, Make-or-Buy, ABC-Analyse, Supply Chain Management, Lagerhaltung, Standortplanung, Deckungsbeitrag, Bullwhip-Effekt, Kostenoptimierung, Kapazitätsplanung, Grenzkosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt verschiedene logistische Herausforderungen in Unternehmen anhand von drei konkreten Fallstudien, um ökonomische Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Produktions- und Beschäftigungsplanung, der Standortwahl, der Materialklassifizierung und der Optimierung von Lagerbeständen in Supply Chains.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Leser in die komplexe Welt der Logistik einzuführen und zu demonstrieren, wie durch mathematische Modelle und methodische Analysen effizientere betriebswirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es kommen Verfahren wie die exponentielle Glättung zur Prognose, lineare Optimierung (Simplex-Ansatz), das Newton-Verfahren zur Nullstellenbestimmung sowie die ABC-Analyse zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden drei Fallstudien detailliert durchgearbeitet, wobei jeweils die Aufgabenstellung, ein Lösungsvorschlag inklusive Berechnungen sowie ein abschließendes Fazit dargelegt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Logistik, Supply Chain, Produktionsplanung, Lagerhaltung, Kostenoptimierung und betriebswirtschaftliche Optimierung geprägt.
Wie unterscheidet sich die Simultanplanung von einer schrittweisen Planung?
Die Simultanplanung betrachtet alle Interdependenzen der Produktions- und Beschaffungspolitik gleichzeitig, was präzisere, aber auch rechenintensivere Ergebnisse liefert als eine schrittweise Vorgehensweise.
Was besagt der in der letzten Fallstudie erwähnte „Bullwhip-Effekt“?
Der „Bullwhip-Effekt“ beschreibt das Phänomen, dass sich Bedarfsschwankungen und Lagerbestandsunsicherheiten von Stufe zu Stufe innerhalb einer Wertschöpfungskette tendenziell verstärken.
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- Steffen Nordmann (Author), 2001, Fallstudien zur Logistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1450