Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Lettres - Généralités

Die Erotisierung der Vampirfigur zum Vamp und ihre mediale Präsenz um 1900

Titre: Die Erotisierung der Vampirfigur zum Vamp und ihre mediale Präsenz um 1900

Dossier / Travail , 2007 , 18 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Susanne von Pappritz (Auteur)

Lettres - Généralités
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Fragen nach der Realität von blutsaugenden Vampiren, die des Nachts auf Beutefang gehen, gehören seit jeher zu vielen Kulturen menschlichen Seins. Sei es der griechische „borborlakos“, indische „baital“, russische „upiry“, chinesische „giang shi“ oder der deutsche „Blutsauger“ – die Faszination um dunkle Geschöpfe der Nacht reißt nicht ab und führte zur Implementierung der Vampirfigur in immer mehr mediale Darstellungsformen und Darstellungsvarianten. Dabei lässt sich eine zunehmende Verflechtung von Fiktion und vermeintlicher Realität, d. h. dem historischen Kern des Mythos, feststellen bis hin zur absoluten Neugeburt des Vampirs als künstliches Kultobjekt, das nur noch wenig mit den Legenden von blutsaugenden Untoten zu tun hat. Damit verbunden ist nicht nur eine Verlagerung von der Darstellung der Vampirfigur als schreck- und angsteinflößendes Ungetüm zum medialen komplexen Kulturträger, sondern auch zum männermordenden Vamp.

Dieser Erotisierungsprozess der Vampirfigur zum Vamp, der sich ungefähr um die Wende zum 20. Jahrhundert medial besonders stark ausprägte, soll Thema dieser Arbeit sein und somit den Schwerpunkt der nachfolgenden Ausführungen bilden. Dabei wird untersucht werden, wie sich der Begriff Vamp gegenüber dem regulären Vampirbegriff etabliert hat und welche Rolle dabei die Erotisierung der ursprünglichen Vampirgestalt spielt. Das Heranziehen dreier medialer Formate soll dabei eine möglichst komplexe Beleuchtung dieses Phänomens gewährleisten, so dass die Wahl auf drei verschiedene um 1900 entstandene Stoffe aus Bildender Kunst, Literatur und Film fiel, um die vorangehende Darstellung der Begriffsbedeutung und Genese des Vamps beispielhaft zu belegen. Ziel soll es sein, die Rollenfunktion des Vamps offenzulegen, Parallelen, aber vor allem auch Unterschiede zu älteren Vampirauffassungen ausfindig zu machen, um prototypische Wesensmerkmale der Vampgestalt herauszustellen.

In ihrem Facettenreichtum mit dem Schwerpunkt auf der erotischen Komponente soll so die feminine Vampirfigur betrachtet werden, um die Verlagerung hin zum Weiblichen verständlicher werden zu lassen; gerade dort, wo tradierte Vampirauffassungen vom blutsaugenden Wiedergänger zu Gunsten eines neuen Vampirverständnisses verlassen werden und man als Zuschauer, Leser oder Betrachter fremdes Terrain betritt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Thematik

2. Vampire und Vamps – Begrifflichkeit und Genese

3. Vamps in den Medien Literatur, Film und Bildender Kunst

3.1 Die medial-übergreifende Aufnahme des Vamps

3.1.1 Zu Bram Stokers „Dracula“ (1897)

3.1.2 Zu Frank Powells „A Fool There Was“ (1915)

3.1.3 Zu Edvard Munchs „Vampir“ (1893)

3.2 Rückschlüsse auf die Beschaffenheit eines prototypischen Vamps

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Erotisierungsprozess der Vampirfigur zum Vamp um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und analysiert, wie diese mediale Transformation sowohl die Wahrnehmung von Weiblichkeit beeinflusste als auch als Ausdruck männlicher Verlustängste diente.

  • Historische Herleitung und Genese der Vampir- und Vamp-Begrifflichkeit
  • Mediale Ausprägungen des Vamps in Literatur, Film und Bildender Kunst
  • Fallbeispiele: Bram Stokers „Dracula“, Frank Powells „A Fool There Was“ und Edvard Munchs „Vampir“
  • Soziokulturelle Einordnung des Vamps als polarisiertes Frauenbild

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Zu Bram Stokers „Dracula“ (1897)

Stokers schaurig-düsterer Roman „Dracula“ ist prototypisch für die starke erotische Aufladung des weiblichen Vampirmotivs in der Literatur des 19. Jahrhunderts. So versäumte Stoker es nicht neben der Titelfigur Dracula auch den Bereich weiblichen Vampirseins literarisch detailliert auszugestalten. Um Dracula schließt sich der lüsterne Harem dreier Vampirinnen, die noch nicht exakt mit der Kurzform Vamp betitelt werden, aber das Wesen dessen vollends erfüllen, nicht nur als Vorläufer des späteren Begriffsverständnisses fungieren.

Mag Dracula sich selbst für seine ihm gleichgemachte weibliche Gefolgschaft nicht sonderlich interessieren, so zeigt sich der bereits verlobte Jonathan Harker besonders empfänglich für ihre sinnliche Anziehungskraft. So schildert Harker sogar noch im Prozess des Erinnerns mit Angst und Leidenschaft zugleich sein intensives Aufeinandertreffen mit den drei Vampirbräuten. „I suppose I must have fallen asleep. I hope so, but I fear, for all that followed was startlingly real“8. Halb träumend und halb wachend gibt er sich ohne Widerstand leisten zu können den unwiderstehlichen Frauen hin, denn der betörende Anblick jener hypererotischen Gestalten mit weißen scharfen Zähnen umrandet von den stets von Stoker betonten roten Lippen, lässt den sonst so bodenständigen Harker zum Opfer seiner Gelüste werden. Hilflos sieht er sich dem Sirenenruf „like the intolerable, tingling sweetness of water-glasses“9 ausgeliefert. Später stellt er im retrospektiven Schreibprozess fest: „There was something about them that made me uneasy, some longing and at the same time some deadly fear.“10

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begründung der Thematik: Einführung in die historische Entwicklung der Vampirfigur und Darstellung der Zielsetzung, den Erotisierungsprozess zum Vamp um 1900 zu untersuchen.

2. Vampire und Vamps – Begrifflichkeit und Genese: Untersuchung der sprachlichen und etymologischen Herkunft der Begriffe „Vampir“ und „Vamp“ sowie deren soziokulturelle Unterschiede.

3. Vamps in den Medien Literatur, Film und Bildender Kunst: Analyse der medialen Darstellung des Vamps anhand ausgewählter Werke und deren prototypische Rollenfunktion.

3.1 Die medial-übergreifende Aufnahme des Vamps: Überleitung zur konkreten Untersuchung der Rezeption des Vamps in drei unterschiedlichen Medien.

3.1.1 Zu Bram Stokers „Dracula“ (1897): Analyse der Vampirinnen bei Stoker als erotisch aufgeladene Vorläuferfiguren des späteren Vamps.

3.1.2 Zu Frank Powells „A Fool There Was“ (1915): Betrachtung der Etablierung des Vamp-Begriffs durch den Erfolg des Stummfilms und die Verkörperung durch Theda Bara.

3.1.3 Zu Edvard Munchs „Vampir“ (1893): Interpretation der bildnerischen Umsetzung von Machtverhältnissen und Ambivalenz in Munchs Werk.

3.2 Rückschlüsse auf die Beschaffenheit eines prototypischen Vamps: Synthese der Ergebnisse zur Definition eines prototypischen Vamps als Außenseiterfigur mit manipulativen Kräften.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Einordnung des Vamps als männlich konstruiertes Negativbild der Frau, das im Kontext gesellschaftlicher Emanzipationsprozesse steht.

Schlüsselwörter

Vamp, Vampir, Erotisierung, Jahrhundertwende, Literatur, Film, Bildende Kunst, Bram Stoker, Theda Bara, Edvard Munch, Geschlechterrollen, Sexualität, Weiblichkeit, Emanzipation, Machtverhältnisse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Transformation der klassischen Vampirfigur zum „Vamp“ am Anfang des 20. Jahrhunderts und beleuchtet die damit verbundene Erotisierung und geschlechtsspezifische Konstruktion.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Medialität des Vamp-Motivs, die Konstruktion von Weiblichkeit, das Spannungsfeld zwischen Erotik und Zerstörung sowie die zeitgenössischen männlichen Ängste vor emanzipatorischen Tendenzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rollenfunktion des Vamps offenzulegen, Parallelen und Unterschiede zur traditionellen Vampirfigur aufzuzeigen und die prototypischen Merkmale der Vamp-Gestalt anhand medialer Formate zu definieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine medienwissenschaftlich-kulturhistorische Analyse dreier repräsentativer Stoffe aus Literatur (Dracula), Film (A Fool There Was) und Malerei (Munchs Vampir), um den Wandel des Motivs beispielhaft zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die detaillierte Analyse der drei ausgewählten medialen Fallbeispiele sowie die Ableitung einer prototypischen Definition des Vamps.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Vamp“, „Erotisierung“, „Geschlechterrollen“, „Medialität“ und „männliche Verlustängste“ charakterisiert.

Warum fungiert der Vamp aus Sicht des Autors als „Negativbild“ der Frau?

Der Autor argumentiert, dass der Vamp ein von Männern geschaffenes Konstrukt ist, welches die erotische Emanzipation der Frau als zerstörerisch und dämonisch darstellt, um sie zu diskreditieren und zu kontrollieren.

Welchen Einfluss hatte der Film „A Fool There Was“ auf den Vamp-Begriff?

Durch den großen cineastischen Erfolg des Films und das Spiel von Theda Bara etablierte sich der Begriff „Vamp“ als populäre Bezeichnung für Frauen, die Männer durch ihre Sexualität manipulieren und in den Ruin treiben.

Fin de l'extrait de 18 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Erotisierung der Vampirfigur zum Vamp und ihre mediale Präsenz um 1900
Université
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Cours
Medien der Vampire – Vampire der Medien
Note
1,3
Auteur
Susanne von Pappritz (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
18
N° de catalogue
V1453580
ISBN (PDF)
9783963565465
ISBN (Livre)
9783963565472
Langue
allemand
mots-clé
Vamp Vampir Vampirfigur Femme Fatale Erotik Erotisierung Untot Blutsauger Textanalyse Medienanalyse Film Vampirfilm Dracula A Fool There Was Munch Edvard Munch Bram Stoker Vampirismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne von Pappritz (Auteur), 2007, Die Erotisierung der Vampirfigur zum Vamp und ihre mediale Präsenz um 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1453580
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint