Diese Hausarbeit versteht sich als Analyse des Artikels „Ein Universum vor unserer Zeit“, welcher im Nachrichtenmagazin Focus in der Ausgabe 25 dieses Jahres erschien. Grundlage der Analyse bildet das Seminar Experten-Nichtexperten-Kommunikation des Sommersemesters 2008, in dem populärwissenschaftliche Texte betrachtet wurden. Die verwendete Methodik dieser Arbeit kann als illustrierend bezeichnet werden, d.h. es wird der Versuch unternommen, diverse in der fachspezifischen Literatur behandelte und im Seminar erworbene Erkenntnisse an Beispielen darzulegen.
Aufgrund der Begrenztheit des inhaltlichen Umfangs dieser Untersuchung kann nur auf ausgewählte Aspekte eingegangen werden. Dennoch ist die Zielstellung, eine möglichst vollständige Abhandlung hinsichtlich der im Text enthaltenen linguistischen Charakteristika zu bieten, wenngleich diese auch nicht allzu tiefgründig erörtert werden können.
Bei der Bearbeitung der für diese Arbeit gestellten Aufgabe ergab sich einige Male das Problem der nicht eindeutigen Zuordnung diverser Kriterien zu bestimmten Untersuchungsgegenständen. Deswegen finden sich an gegebenen Stellen Querverweise und Brücken, um inhaltliche Dopplungen zu vermeiden.
Nach einer kurzen Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes wird auf Layout und Textgliederung des Artikels eingegangen. Es folgt eine Betrachtung der ‚äußeren Umstände’ (Kommunikationssituation) und der journalistischen Darstellungsform. Danach stehen Textthema und Themenentfaltung im Fokus. Des Weiteren werden in den nächsten Kapiteln Erklärungstechniken, Textverständlichkeit und sprachliche Besonderheiten betrachtet. Abschließend geht es um grafische Elemente.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Layout und Textgliederung
2.2 Kommunikationssituation
2.3 Journalistische Darstellungsform
2.4 Textthema und Themenentfaltung
2.5 Erklärungstechniken
2.6 Textverständlichkeit
2.7 Sprachliche Besonderheiten
2.8 Grafische Elemente
3. Zusammenfassung
4. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den populärwissenschaftlichen Artikel „Ein Universum vor unserer Zeit“ aus dem Magazin Focus. Ziel ist es, linguistische Charakteristika sowie die Gestaltung des Textes im Kontext der Experten-Nichtexperten-Kommunikation methodisch zu untersuchen und an Beispielen zu erläutern.
- Strukturelle Analyse von Layout und Textgliederung
- Einordnung in die Kommunikationssituation der Massenmedien
- Untersuchung journalistischer Darstellungsformen und Themenentfaltung
- Evaluation von Erklärungstechniken und Textverständlichkeit
- Analyse der Interaktion von Bild- und Sprachelementen
Auszug aus dem Buch
2.5 Erklärungstechniken
„Die in den Texten der fachinternen Wissenschaftskommunikation verankerten Darstellungsformen und -mittel müssen mittels Vermittlungsverfahren in allgemein zugängliche populärwissenschaftliche Texte überführt werden.“ (Niederhauser 1997, S. 111). Niederhauser umreißt hier die Schwierigkeit des Transfers wissenschaftlicher Texte. Seine Notwendigkeit ist allgemein unumstritten. So formuliert exemplarisch ein Redakteur der Schweizer Tageszeitung Blick eindringlich: „Schliesslich [sic] wäre es ja von ihnen zuviel verlangt, das wissenschaftliche Kauderwelsch selber zu enträtseln.“ (Science Journalism Webseite: Boulevard beginnt beim Detail – und hört dort auf: 2009, online). In populärwissenschaftlichen Texten wird genau dies versucht, indem der jeweilige Verfasser die wissenschaftlichen Inhalte in alltäglichere Bedeutungskorrelationen bringt, um sie an die Vorstellungswelt des Rezipienten zu adaptieren.
Dazu gibt es zahlreiche Optionen von denen im Folgenden einige kurz angerissen werden. Zunächst soll es um das probate Mittel der Metapher gehen. Sprachwissenschaftler Dr. Michael Klemm von der Universität Koblenz formuliert diesbezüglich: „Metaphern besitzen (...) eine wichtige Brückenfunktion, indem durch sie ein unbekannter Wissensbereich über die Analogie mit eigenem Erfahrungswissen erschlossen wird.“ (Scienzz Webseite, Wie tief ist das Ozonloch: 2006, online). Beispielhaft wäre hier das gegen Ende des Artikels bemühte Bild einer Art natürlichen Entstehung des Weltalls: „die wahre Geburtsgeschichte unseres Universums (…).“ (Focus 25/2009, S. 55).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Analyseobjekts und der methodischen Herangehensweise im Rahmen des Seminars Experten-Nichtexperten-Kommunikation.
2.1 Layout und Textgliederung: Beschreibung der visuellen Gestaltung, des Umfangs und der typografischen Besonderheiten des Artikels.
2.2 Kommunikationssituation: Verortung des Artikels im Bereich der öffentlichen Massenkommunikation unter Berücksichtigung von Reichweitenanalysen.
2.3 Journalistische Darstellungsform: Klassifizierung des Textes als populärwissenschaftlicher Bericht unter Anwendung handlungstheoretischer Kriterien.
2.4 Textthema und Themenentfaltung: Analyse des Kerninhalts und der methodischen Entfaltungstypen, insbesondere der deskriptiven und explikativen Formen.
2.5 Erklärungstechniken: Untersuchung der eingesetzten rhetorischen Mittel wie Metaphern und Analogien zur didaktischen Reduktion komplexer wissenschaftlicher Inhalte.
2.6 Textverständlichkeit: Theoretische Herleitung und Anwendung von Dimensionen der Textverständlichkeit auf den vorliegenden Artikel.
2.7 Sprachliche Besonderheiten: Kurze Analyse lexikalischer Mittel, insbesondere der Substitution durch Begriffsketten.
2.8 Grafische Elemente: Untersuchung der Rolle von Bildern und deren Verknüpfung mit dem Text zur Elaboration der wissenschaftlichen Themen.
3. Zusammenfassung: Synthese der Analyseergebnisse und Bestätigung der hohen Verständlichkeit des gewählten Artikels.
4. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Populärwissenschaft, Experten-Nichtexperten-Kommunikation, Textanalyse, Wissenschaftsjournalismus, Erklärungstechniken, Metapher, Analogie, Textverständlichkeit, Schleifen-Quantengravitation, Kosmologie, Medienanalyse, Themenentfaltung, Realbild, Intertextualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den populärwissenschaftlichen Artikel „Ein Universum vor unserer Zeit“ aus dem Focus, um zu untersuchen, wie komplexe wissenschaftliche Themen für ein Laienpublikum aufbereitet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die journalistische Gestaltung, die sprachliche Verständlichkeit, den Einsatz von Erklärungstechniken wie Metaphern und die Integration grafischer Elemente.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die linguistische Analyse des Artikels, um zu illustrieren, wie die fachspezifische Experten-Wissenschaft in die Sprache des journalistischen Massenmarktes übersetzt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine illustrierende Methodik angewendet, die auf den Inhalten des Seminars „Experten-Nichtexperten-Kommunikation“ basiert und linguistische Theorien auf den Zeitungsartikel anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Layout, Kommunikationssituation, Darstellungsform, Themenentfaltung, Erklärungstechniken, Sprachmerkmalen und der Funktion der grafischen Elemente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Populärwissenschaft, Experten-Nichtexperten-Kommunikation, Metapher, Analogie und Textverständlichkeit charakterisiert.
Wie trägt die „Personalisierung“ zur Verständlichkeit bei?
Durch die Schilderung menschlicher Erlebnisse hinter der Forschung wird das Thema emotionalisiert und für den Leser greifbarer und weniger abstrakt.
Welche Rolle spielen „kataphorische Erklärungen“ im analysierten Text?
Diese dienen dazu, erst den Sachverhalt zu beschreiben, bevor der komplexe Fachbegriff genannt wird, was dem fachfremden Leser den Zugang zu schwierigen physikalischen Konzepten erleichtert.
Wie werden Bild und Text in diesem Artikel verknüpft?
Das Zusammenspiel erfolgt meist informationsbezogen, wobei die Illustrationen die abstrakten Beschreibungen elaborieren und ergänzen, um Bedeutung zu konstituieren.
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- Matthias Weber (Author), 2009, „Ein Universum vor unserer Zeit“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145480