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Schulbegleitung als Teil der inklusiven Schule. Implementationsstrategien und Kooperation im multiprofessionellen Team

Titel: Schulbegleitung als Teil der inklusiven Schule. Implementationsstrategien und Kooperation im multiprofessionellen Team

Masterarbeit , 2020 , 94 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Hauschild (Autor:in)

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Inklusion in das Bildungssystem ist ein zentrales Anliegen vieler moderner Gesellschaften, die darauf abzielt, allen Schülerinnen und Schülern gleiche Chancen auf Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang gewinnt die Maßnahme der Schulbegleitung zunehmend an Bedeutung, da sie dazu beiträgt, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in inklusiven Bildungsumgebungen zu unterstützen. Diese Arbeit widmet sich der Untersuchung und Analyse der Schulbegleitung im Kontext eines Implementationsprozesses sowie deren Verknüpfung mit Schulentwicklungsmaßnahmen und kooperativen Ansätzen im multiprofessionellen Team.

Die Einführung beginnt mit einem Überblick über die aktuelle Situation und die Herausforderungen der Schulbegleitung. Dabei werden kontroverse Diskussionen und unterschiedliche Ansätze in verschiedenen deutschen Bundesländern beleuchtet. Die Diskrepanz zwischen rechtlichen Vorgaben und praktischer Umsetzung sowie die Vielfalt der Konzepte werden herausgearbeitet.

Im nächsten Schritt wird die Rolle der Schulbegleitung im Kontext der Schulentwicklung betrachtet. Dabei wird untersucht, wie Schulen auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren und welche Bedeutung Kooperation im multiprofessionellen Team für die Umsetzung inklusiver Bildung hat. Es wird aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Sonderpädagoginnen und -pädagogen, sowie Schulbegleitungen gestaltet werden kann, um die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Ein zentraler Aspekt dieser Arbeit ist die Analyse von drei hypothetischen Modellen zur zukünftigen Ausgestaltung von Schulbegleitung. Diese Modelle werden anhand von Praxisbeispielen erläutert und ihre potenziellen Auswirkungen auf die Kooperation im multiprofessionellen Team diskutiert. Dabei wird auch auf die Herausforderungen und Chancen eingegangen, die sich aus den unterschiedlichen Ansätzen ergeben.

Die Forschungsfrage, ob Schulbegleitung und schulische Lehrkräfte so miteinander verknüpft und kooperative Konzepte entwickelt werden können, dass die Teilhabe an inklusiver Bildung ermöglicht wird, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Durch eine umfassende Analyse und Diskussion der verschiedenen Aspekte soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Schulbegleitung geleistet werden. Schließlich werden auch mögliche Zukunftsaussichten für die Maßnahme im Allgemeinen betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Implementationsmodell als Ordnungsvorschlag

3. Implementation von Schulbegleitung

3.1. Problemdefinition/ Problemformierung : Voraussetzungen inklusiver Bildung

3.2. Programmentwicklung: Rechtliche und strukturelle Rahmenbedingungen

3.2.1. Umsetzung in Hamburg

3.2.2. Umsetzung in Nordrhein-Westfalen

3.2.3. Umsetzung in Schleswig-Holstein

3.3. Programmumsetzung: Tätigkeitsbereich

3.4. Output: Forschungsstand zur Zusammenarbeit mit den Lehrkräften

3.5. Impact: Professionalisierungsdebatte

3.6. Fazit

4. Spannungsfelder zwischen den Akteur*innen

4.1. Schulbegleitung im „Akteursdickicht“

4.2. Schulbegleitung im schulischen Team

4.3. Arbeitsort vs. Arbeitgeber

4.4. Schulbegleitung in der Klasse

4.5. Beziehung zwischen Schulbegleitung und begleitetem Kind

4.6. Abhängigkeit vs. Selbstständigkeit des begleiteten Kindes

4.7. Schlussfolgerungen

5. Schule im Kontext von Organisationsentwicklung

5.1. Schulentwicklung

5.2. Schule als lernende Organisation

5.2.1. Kritik

5.3. Kooperation im System Schule

5.4. Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe

5.5. Forschungsstand der Kooperation im multiprofessionellen Team

5.6. Professionelle Kooperation

5.6.1. Voraussetzungen für Kooperation im multiprofessionellen Team

5.7. Zusammenfassung

6. Analyse ausgewählter Konzepte zur Implementation von Schulbegleitung in der Praxis

6.1. Modell I: Professionalisierung des schulischen Teams

6.1.1. Das BMBF-Verbundprojekt „ProFiS“

6.1.2. Die Erich-Kästner-Schule in Hamburg

6.2. Modell II: Das Pool-Modell als Perspektive für Schulbegleitung

6.2.1. Rechtliche Neuerungen im Rahmen des BTHG

6.2.2. Das IBiS Modell

6.3. Modell III: Systemverschränkung von Schule, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe

6.3.1. Organisation im Sozialraum

6.3.2. Systemische Poollösung: Schulbegleitung in Nordfriesland

6.4. Konklusionen für die Umsetzung von Kooperation

7. Ergebnisdarstellung

7.1. Literaturrecherche

7.2. Analyse der Konzepte

8. Diskussion und Ausblick

8.1. Reflexion

8.2. Perspektiven für die Maßnahme Schulbegleitung und die weitere Praxis in der Schule

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Implementation der Schulbegleitung im deutschen Schulsystem. Ziel ist es, die Rolle der Schulbegleitung im Kontext der Schulentwicklung und notwendiger multiprofessioneller Kooperationsprozesse zu charakterisieren und dabei bestehende Diskrepanzen zwischen rechtlichen Vorgaben und der praktischen Anwendung aufzudecken, um abschließend Lösungsmodelle für eine zukünftige Ausgestaltung zu diskutieren.

  • Implementation von Schulbegleitung als soziales Programm.
  • Spannungsfelder zwischen Lehrkräften, Schulbegleitung und Jugendhilfe.
  • Bedeutung der Schulentwicklung und multiprofessioneller Kooperation.
  • Herausforderungen der Professionalisierung von Schulbegleitung.
  • Analyse praxisnaher Konzepte zur Bündelung von Hilfen (Pool-Modelle).

Auszug aus dem Buch

3.1. Problemdefinition/ Problemformierung : Voraussetzungen inklusiver Bildung

Die Maßnahme der Schulbegleitung fokussiert das Ziel, die Teilhabe an Bildung für alle Schüler*innen zu ermöglichen. Die dabei zugrunde liegenden Definitionen und Ziele inklusiver Bildung müssen daher auf rechtlicher sowie struktureller Ebene näher betrachtet werden, da durch sie im weiteren Prozess die Ausgestaltungsmöglichkeiten der Maßnahme definiert werden.

Ein erster Auslöser für die gesamte Inklusionsdebatte ist die UN Behindertenrechtskonvention (UN BRK) von 2009, über die mittlerweile eine große Vielfalt an Auseinandersetzungen und Bezugnahmen besteht, da sie die Ziele der Inklusion gesellschaftlich benachteiligter Menschen auf zum Zeitpunkt ihres Erscheinens äußerst präzise Weise benannte. In Zusammenhang mit inklusiver Bildung steht der Artikel 24, mit welchem die Vertragsstaaten sich dazu verpflichten, das Recht von Menschen mit Behinderung auf Bildung anzuerkennen und ein dementsprechendes, inklusives Bildungssystem herzustellen. Dieses soll Chancengleichheit garantieren, sodass Menschen mit Behinderung ihre Persönlichkeit frei entfalten und entwickeln können. Ferner soll die Teilhabe an der Gesellschaft möglich werden. Dies beinhaltet insbesondere, dass die Betroffenen uneingeschränkten „Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben“ (UN BRK, Art. 24, Abs. 2b; ausführlicher UN BRK Art. 24, Abs. 1/2) und Vorkehrungen innerhalb des Systems so getroffen werden, dass die Bedürfnisse jedes*r Einzelnen berücksichtigt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse Debatte um die Schulbegleitung in Hamburg und Deutschland und verdeutlicht die Notwendigkeit, diese Maßnahme in den Kontext von Inklusion und Schulentwicklung zu stellen.

2. Das Implementationsmodell als Ordnungsvorschlag: Dieses Kapitel führt das theoretische Implementationsmodell nach Beck sowie Flynn und Nitsch ein, um die komplexe und oft widersprüchliche Umsetzung von Schulbegleitung strukturiert analysieren zu können.

3. Implementation von Schulbegleitung: Hier wird der Status quo der Schulbegleitung behandelt, wobei rechtliche Rahmenbedingungen und der Mangel an einheitlichen Konzepten beleuchtet werden.

4. Spannungsfelder zwischen den Akteur*innen: Das Kapitel identifiziert spezifische Konfliktpotenziale, die entstehen, wenn verschiedene Akteure wie Schulen und Jugendhilfeträger in einem gemeinsamen, aber oft unklaren professionellen Kontext agieren.

5. Schule im Kontext von Organisationsentwicklung: Analysiert werden hier die transformationellen Aspekte von Schule und die grundlegende Bedeutung der multiprofessionellen Kooperation für den Erfolg inklusiver Beschulung.

6. Analyse ausgewählter Konzepte zur Implementation von Schulbegleitung in der Praxis: Anhand dreier Modelle (Professionalisierung, Pool-Modell, Systemverschränkung) werden konkrete Ansätze zur verbesserten Organisationsstruktur der Schulbegleitung untersucht.

7. Ergebnisdarstellung: Zusammenführung der Erkenntnisse aus der Literaturrecherche und der Analyse, um die Kausalzusammenhänge zwischen Stufen des Implementationsmodells und der Praxis darzustellen.

8. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Forschungsergebnisse und Aufzeigen offener Fragen zur Professionalisierung der Schulbegleitung sowie zum weiteren wissenschaftlichen Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Schulbegleitung, Inklusion, Schulentwicklung, Multiprofessionelle Kooperation, Implementationsmodell, Schulsystem, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Professionalisierung, Pool-Modell, Bildungsauftrag, UN-BRK, Zusammenarbeitskonzepte, Rollenklärung, Organisationales Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Maßnahme Schulbegleitung im deutschen Schulsystem. Dabei wird untersucht, wie die oft fragmentierte und wenig abgestimmte Umsetzung rechtlicher Vorgaben zu Spannungsfeldern führt und welche Lösungsansätze existieren, um Teilhabe an Bildung im inklusiven Kontext besser zu gewährleisten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Eingliederungshilfe, das Konzept der Schulentwicklung auf Basis der Organisationsentwicklung, die Bedeutung multiprofessioneller Kooperation und die Herausforderungen der Rollenfindung und Professionalisierung von Schulbegleitungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Komplexität der Implementation von Schulbegleitung zu charakterisieren, den aktuellen Forschungsstand systematisch darzustellen und anhand von Praxisbeispielen (Modellanalysen) aufzuzeigen, wie künftig ein strukturierter und kooperativer Umgang mit dieser Maßnahme aussehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse unter Heranziehung eines theoretischen Implementationsmodells (nach Beck) als Betrachtungsrahmen. Zudem werden ausgewählte Praxisbeispiele als Fallstudien herangezogen, um verschiedene Konzepte zur Implementation und Kooperation zu vergleichen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit besonders im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch das Implementationsmodell, eine detaillierte Analyse der bestehenden Konflikte zwischen den beteiligten Akteuren sowie eine vergleichende Darstellung dreier Implementationsmodelle aus dem Bereich der Schulpraxis.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Schulbegleitung, Inklusion, multiprofessionelle Kooperation, Organisationsentwicklung, Rollentrennung, Pool-Lösungen und das Spannungsfeld zwischen Einzelfallhilfe und Systemverantwortung der Schule.

Welche spezifische Rolle spielt der Gesetzgeber bei der Umsetzung der Schulbegleitung?

Der Gesetzgeber schafft durch Bundesgesetze wie das BTHG zwar den Rahmen für die Teilhabe, überlässt die konkrete finanzielle und praktische Ausgestaltung jedoch weitgehend den Kommunen und Ländern, was die Vielfalt an Modellen und die auftretenden Diskrepanzen in der Praxis erklärt.

Wie unterscheidet sich die Situation in Hamburg konkret von anderen Bundesländern?

Hamburg zeichnet sich dadurch aus, dass die Schulen – und nicht die Eltern – die Unterstützung beantragen, und es auf das Konzept des Ressourcenvorbehalts verzichtet, was die schulinternen Verantwortungsstrukturen von der Elterninitiative unabhängiger macht.

Was ist das sogenannte "Mündigkeitsparadoxon"?

Das Mündigkeitsparadoxon beschreibt den Widerspruch, dass Schulbegleitung zwar helfen soll, die Schülerin oder den Schüler zur Selbstständigkeit zu befähigen (das Ziel der Pädagogik), die dafür notwendige Fachlichkeit jedoch oft nicht gegeben ist und das System tendenziell die Abhängigkeit von der Hilfe verstetigt, anstatt den Lernenden überflüssig zu machen.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schulbegleitung als Teil der inklusiven Schule. Implementationsstrategien und Kooperation im multiprofessionellen Team
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Erziehungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Lena Hauschild (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
94
Katalognummer
V1457969
ISBN (PDF)
9783389001523
ISBN (Buch)
9783389001530
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulbegleitung Inklusion multiprofessionelles Team Gesetz Lehrkräfte Sozialpädagogen Kooperation Bildung Behindertenrechtskonvention Professionalisierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Hauschild (Autor:in), 2020, Schulbegleitung als Teil der inklusiven Schule. Implementationsstrategien und Kooperation im multiprofessionellen Team, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1457969
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Leseprobe aus  94  Seiten
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