Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, inwieweit CSR innerhalb der professionellen Sportvereine in Deutschland angekommen ist. Durch einen Onlinefragebogen soll der Status quo der Umsetzung von CSR erhoben und in ein theoretisches CSR-Modell eingeordnet werden. Dies soll dazu dienen, das Ausmaß der CSR-Aktivitäten zu kategorisieren und visualisieren. Durch das Modell können klare Abgrenzungen vorgenommen werden, ob im Bereich CSR gleichsam nur 'das Nötigste' getan wird oder ob ein Verein mit seinem Engagement über gesetzliche Bestimmungen hinausgeht.
Das für die Arbeit herangezogene Modell wird im theoretischen Teil vorgestellt. Grundlage für die Einordnung bilden die ebenfalls im theoretischen Teil beschriebenen Handlungsfelder von CSR. Die Einordnung basiert auf den Antworten der Zielgruppen, die mit dem Onlinefragebogen angesprochen wurden. Anhand eines eigens entwickelten Bewertungs- und Punktesystems für die jeweiligen Antwortmöglichkeiten und nach entsprechender Berechnung der Punkte werden die Vereine in das zuvor genannte Modell eingeordnet. Mittels der Einordnung soll weiterhin interpretiert werden, inwiefern sich CSR als Managementansatz in den Vereinen durchgesetzt hat. Dabei wird hauptsächlich untersucht, ob CSR von der Vereinsführung mitgetragen wird und ob das CSR-Engagement strategisch und ganzheitlich umgesetzt wird. Auch hier wird ein Bezug zum theoretischen Teil die Basis der Auswertung bilden, die Antworten der Vereine aus dem Online-Fragebogen werden dement-sprechend ausgewertet. Außerdem soll die Arbeit Antworten liefern zu Gründen für CSR und zu Hemmnissen in der Umsetzung von CSR innerhalb der Vereine. Zusätzlich werden die wichtigsten Stakeholder eines Vereins herausgearbeitet. Abschließend wird ein Ausblick in die Zukunft in Bezug auf CSR gegeben, der anhand von Einschätzungen der Vereine ermittelt wird. Am Ende der Arbeit soll ein klares Verständnis vermittelt werden, ob Profisportvereine in Deutschland CSR so umsetzen, wie es Experten, Wissenschaft und Literatur empfiehlt oder ob es Handlungsbedarf gibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Relevanz des Themas
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1 Entstehung und Entwicklung von CSR
2.2 Definition von CSR
2.2.1 Corporate Social Responsibility
2.2.2 Corporate Citizenship
2.2.3 Corporate Governance
2.2.4 Nachhaltigkeit
2.2.5 Corporate Sustainability
2.2.6 Philanthropie
2.2.7 Shared Value (Porter)
2.2.8 Abgrenzung der Begriffe zueinander
2.3 CSR-Theorien und -Modelle
2.3.1 CSR-Pyramide nach Carroll
2.3.2 Three Domain Approach nach Schwartz und Carroll
2.3.3 Stakeholderansatz nach Freeman
2.3.4 Triple Bottom Line
2.3.5 CSR-Reifegradmodell nach Schneider/Schmidpeter
2.3.6 Abgrenzung der Theorien zueinander
2.4 CSR als Managementansatz
2.4.1 Managementsysteme
2.4.2 CSR als integrativer Bestandteil eines Managementsystems
2.4.3 CSR als strategischer Managementansatz
2.5 Handlungsfelder von CSR
2.6 CSR Problematiken
3. CSR im Kontext professioneller Fußballsport
3.1 Entwicklung von CSR im Sport
3.2 Handlungsfelder von CSR im Kontext Fußballsport
3.3 Maßnahmen innerhalb der Handlungsfelder
3.3.1 Vereinsführung/Vereinswerte
3.3.2 Mitarbeiter/Arbeitsplatzgestaltung
3.3.3 Umwelt/Naturschutz
3.3.4 Markt/Fans
3.3.5 Gemeinwesen/Soziales
3.3.6 Zertifizierungen/Kodexe
3.3.7 Zusammenfassung Maßnahmen
3.4 Anspruchsgruppen (Stakeholder) im professionellen Fußballsport
4. Forschungsstand von CSR im professionellen Fußballsport
5. Methodik der empirischen Untersuchung
5.1 Beschreibung der Grundgesamtheit
5.2 Untersuchungsdesign
5.3 Untersuchungsablauf
5.4 Rücklauf
6. Forschungsfragen
7. Empirische Untersuchungsergebnisse
7.1 Abbildung des Status quo
7.2 Einordnung der Empirie in das CSR-Reifegradmodell
7.3 Stakeholder-Gewichtung
7.4 Beurteilung Gründe und Hemmnisse bei CSR
7.5 Analytische Statistik und Korrelationen
7.6 Einstellung zu CSR
8. Interpretation und Diskussion der Untersuchungsergebnisse
9. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den aktuellen Status quo der Corporate Social Responsibility (CSR) bei professionellen Fußballvereinen in Deutschland zu erheben und durch ein systematisches Bewertungsmodell zu analysieren. Dabei soll untersucht werden, ob CSR bereits als ganzheitlicher Managementansatz in den Vereinen strategisch verankert ist oder lediglich sporadische, aktionistische Maßnahmen darstellt.
- Theoretische Grundlagen von CSR-Theorien und -Modellen (u.a. Carroll-Pyramide, CSR-Reifegradmodell nach Schneider/Schmidpeter)
- Übertragung von Management-Methoden auf den professionellen Fußballsport
- Empirische Analyse mittels Online-Befragung bei Bundesliga-Vereinen
- Untersuchung von Erfolgsfaktoren, Hemmnissen und Stakeholder-Gewichtung im Sportkontext
- Zukunftsfähigkeit und Innovationspotenzial von CSR in Sportorganisationen
Auszug aus dem Buch
2.4.3 CSR als strategischer Managementansatz
Aufbauend auf die Ausführungen am Schluss des vorangegangenen Kapitels wird im Folgenden erläutert, wie CSR idealerweise strategisch und ganzheitlich umgesetzt wird, um dem Postulat, als Managementansatz zu dienen, gerecht zu werden.
Ein fundamentales Kriterium, das im Zusammenhang mit strategischem CSR immer wieder genannt wird, ist der Bezug zum Kerngeschäft. Damit soll ausgedrückt werden, dass CSR nicht als separates Tool zu eigentlichen Unternehmenszielen angesehen werden darf, sondern direkt in den Kern integriert werden sollte, so wie es auch in Abbildung 9 vorgestellt wurde. Nur so kann gewährleistet werden, dass CSR langfristig ausgerichtet ist und das volle Potenzial von CSR ausgeschöpft wird. Rübsaamen und Wechsler sehen strategisches CSR darin, die Fähigkeiten von Unternehmen so zu nutzen, dass sie sowohl eine soziale Wirkung haben als auch dem Unternehmen für die Zukunft Vorteile bieten. CSR wird bewusst ins Kerngeschäft eingebaut, um daraus Innovation und letztlich Wettbewerbsvorteile zu schöpfen. Die soziale Wirkung reicht weit über die Wertschöpfungskette hinaus in die Gesellschaft im Umfeld des Unternehmens.
Hier wird auch wieder deutlich, dass CSR als Managementansatz einen Wettbewerbsvorteil bringt und dass sich dadurch CSR und ökonomische Ziele nicht im Wege stehen. Neben dem Bezug zum Kerngeschäft kommt es bei strategischem CSR auch auf einen ganzheitlichen und langfristigen Ansatz an. Der Bezug zum Kerngeschäft bildet somit die Basis, wenn diese Anbindung nicht vorhanden ist, liegt auch kein ganzheitlicher Ansatz vor. Ist die Basis geschaffen, gilt es, eine Strategie zu entwickeln, die alle weiteren Aspekte der Unternehmensziele beinhaltet und diese langfristig ausrichtet. Poensgen ergänzt dazu: Corporate Social Responsibility darf dann kein Parallelprozess auf oberster Ebene bleiben, bei dem einzelne Maßnahmen und Projekte im Vordergrund stehen. Auch er plädiert für die langfristige Ausrichtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Relevanz des Themas: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung von CSR für Unternehmen und Sportorganisationen ein und definiert die Zielsetzung der Masterthesis.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert grundlegende CSR-Theorien, Managementsysteme und das für die Analyse entscheidende CSR-Reifegradmodell.
3. CSR im Kontext professioneller Fußballsport: Hier wird der theoretische Rahmen auf die spezifischen Besonderheiten, Handlungsfelder und Stakeholder im professionellen Fußballsport übertragen.
4. Forschungsstand von CSR im professionellen Fußballsport: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über existierende Studien und zeigt die Forschungslücke auf, die diese Arbeit schließen möchte.
5. Methodik der empirischen Untersuchung: Hier wird das explorative Forschungsdesign, die Datenerhebung durch den Online-Fragebogen sowie der Untersuchungsablauf detailliert beschrieben.
6. Forschungsfragen: In diesem Kapitel werden die zentralen Forschungsfragen und Unterfragen formuliert, die das empirische Vorgehen leiten.
7. Empirische Untersuchungsergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die erhobenen Daten, die deskriptive Statistik sowie die Einordnung der Vereine in das CSR-Reifegradmodell.
8. Interpretation und Diskussion der Untersuchungsergebnisse: Hier werden die Resultate kritisch reflektiert, mit der theoretischen Basis verglichen und auf die Forschungsfragen hin diskutiert.
9. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Haupterkenntnisse zusammen und gibt Empfehlungen für eine zukünftige, ganzheitliche CSR-Strategie im Fußball.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Profifußball, Managementansatz, Stakeholder, Nachhaltigkeit, CSR-Reifegradmodell, Sportmanagement, Organisationsentwicklung, Unternehmensführung, Empirische Studie, Verein, Strategie, CSR-Kommunikation, Erfolgskontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Masterthesis befasst sich mit dem Managementkonzept Corporate Social Responsibility (CSR) und untersucht dessen Anwendung und Reifegrad im professionellen Fußball in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte gesellschaftlicher Verantwortung mit der spezifischen Branchenlogik des Profifußballs, wobei die Handlungsfelder Vereinsführung, Mitarbeiter, Umwelt, Markt/Fans und Gemeinwesen im Fokus stehen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die empirische Bestandsaufnahme (Status quo), wie weit CSR als strategischer Managementansatz in den 36 Vereinen der ersten und zweiten Bundesliga etabliert ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Querschnittsuntersuchung mittels eines standardisierten Online-Fragebogens durchgeführt, um die CSR-Aktivitäten zu erfassen und in ein Reifegradmodell einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu CSR-Modellen, einen Transfer in den Sportkontext, eine Aufarbeitung des bisherigen Forschungsstandes sowie eine methodische Beschreibung der eigenen empirischen Untersuchung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind CSR, professioneller Fußballsport, Stakeholder, CSR-Reifegradmodell, Managementansatz und strategische Vereinsführung.
Welche Rolle spielt die Größe der Stadt für das CSR-Engagement?
Die empirische Analyse zeigt eine signifikante Korrelation zwischen der Einwohneranzahl der Stadt und der Qualität der CSR-Umsetzung, was auf bessere institutionelle Möglichkeiten in größeren Städten hindeutet.
Welche Rolle spielen die Fans im Vergleich zu klassischen Kunden?
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Fans aufgrund der deutlich höheren emotionalen Bindung an ihren Verein eine zentrale Stakeholder-Gruppe darstellen, was eine Abgrenzung zu klassischen Endkunden in der Wirtschaft erfordert.
- Citar trabajo
- Christian Kochs (Autor), 2017, CSR als innovativer Managementansatz. Eine explorative Studie im professionellen Fußballsport in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1458221