Multi-Channel-Retailing-Systeme haben in den letzten Jahren im Handel enorm an Bedeutung gewonnen. Durch Einsatz von mehreren Absatzkanälen in Multi-Channel-Systemen wird Interaktivität erzeugt, die wiederum die Integration und somit das Einkaufserlebnis der Kunden steigert. Gerade multimediale Informations- und Kommunikationstechnologien bieten auf diesem Gebiet ein enormes Potential für Warenpräsentation, Beratung und Service. Ein besonderer Vorteil der Multimediakommunikation liegt darin, dass oft eine Unterhaltungskomponente in den Vordergrund gestellt wird, die einer emotionalen Kundenbindung dienen soll.
Vor diesem Hintergrund wird dem Medium Fernsehen eine große Bedeutung beigemessen. Nach öffentlich-rechtlichem und privat-werbefinanziertem TV kommt nun das Transaktionsfernsehen, auch T-Commerce genannt – das Fernsehen der dritten Generation zur Geltung. Laut aktueller Untersuchungen stellt Fernsehen das meist benutzte Medium dar. Trotz steigender Konkurrenz durch das Internet hat die Fernsehnutzung in den vergangenen zehn Jahren um mehr als ein Viertel zugenommen. Durch die verbreitete Nutzung und Vertrautheit mit diesem Medium entstand eine Möglichkeit, wirtschaftliche Transaktionen über ein Fernsehgerät abwickeln zu lassen und auf diese Art und Weise Umsätze zu generieren. Mittlerweile wurde allein der Bereich der Teleshoppingdienste zum größten Umsatzmotor des transaktionsbasierten Fernsehens.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitorische Grundlagen der Analyse
2.1. Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
2.2. Nutzung und Akzeptanz
3. Nutzung und Akzeptanz von TV-Shopping im internationalen Vergleich
3.1. TV-Shopping-Markt in Deutschland – Stand und Entwicklungspotenziale
3.2. TV-Shopping-Markt in den USA – Stand und Entwicklungspotenziale
3.3. TV-Shopping-Markt in Großbritannien – Stand und Entwicklungspotenziale
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht den Status quo und die Entwicklungsperspektiven des T-Commerce mit einem besonderen Fokus auf die TV-Shopping-Branche im internationalen Vergleich zwischen Deutschland, den USA und Großbritannien. Ziel ist es, die Marktstrukturen, Zielgruppen und Erfolgsfaktoren zu identifizieren, um das Potenzial dieses Vertriebsweges angesichts zunehmender Konkurrenz durch das Internet zu bewerten.
- Grundlagen und begriffliche Abgrenzung des T-Commerce und TV-Shopping
- Analyse der Marktsituation führender TV-Shopping-Sender in drei Ländern
- Untersuchung von Kaufmotiven und Zielgruppenstrukturen
- Bewertung des Digitalisierungseinflusses auf die Wettbewerbsfähigkeit
- Prognose der künftigen Entwicklung und Akzeptanz von Teleshopping
Auszug aus dem Buch
3.1. TV-Shopping-Markt in Deutschland – Stand und Entwicklungspotenziale
Die Anfänge der TV-Shopping-Branche in Deutschland gehen zurück auf das Jahr 1995, in dem der erste TV-Shopping-Sender H.O.T, heute HSE24 gegründet wurde. Es folgten 1996 QVC, 2001 RTL Shop (seit 2006 Channel21) und 2004 1-2-3.tv (Auktionsfernsehsender). Die vier Sender zählen heutzutage zu den größten TV Shopping-Anbieter in Deutschland. Anhand der Abbildung 2 lässt sich erkennen, dass QVC mit Abstand der Marktführer ist. Das klassische Verkaufsfernsehen in Deutschland, repräsentiert von QVC, HSE24 und Channel21, erwirtschaftete im Jahr 2008 einen Nettoumsatz von über 1 Mrd. €.
In Deutschland sind 52 Mio. (63%) Bürger regelmäßige Versandhandelskunden. Mindestens einmal im Monat wird von 18% der Menschen per Katalog, Internet oder Fernsehen eingekauft. Ein Drittel der Kunden tun dies sogar einmal im Quartal. Nach Angaben der von Goldmedia im Mai 2005 durchgeführten Studie „Teleshopping in Deutschland“ haben ein Drittel der deutschen TV-Nutzer Teleshopping-Sender aktiv geschaut. Ein Viertel derjenigen, die zumindest einmal per Teleshopping gekauft haben, taten dies weiterhin gelegentlich oder sogar regelmäßig. Ein weiteres Drittel bestellte Produkte über das Fernsehen immerhin selten. Somit belief sich der Anteil der aktiven Teleshopping-Kunden auf insgesamt 60%.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Multi-Channel-Retailing ein und stellt das Medium Fernsehen als Transaktionsplattform sowie den Aufstieg von Teleshopping als Umsatzmotor dar.
2. Definitorische Grundlagen der Analyse: In diesem Kapitel werden T-Commerce und TV-Shopping begrifflich voneinander abgegrenzt sowie die theoretischen Konstrukte von Nutzung und Akzeptanz für die weitere Analyse definiert.
3. Nutzung und Akzeptanz von TV-Shopping im internationalen Vergleich: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Marktsituation, Zielgruppen und Entwicklungspotenziale von TV-Shopping in Deutschland, den USA und Großbritannien unter Berücksichtigung technologischer Treiber.
4. Fazit: Das Kapitel fasst die weltweite Expansion und die länderspezifischen Unterschiede in der Marktreife und Zielgruppenansprache zusammen und betont die Notwendigkeit technischer Anpassungen durch die Digitalisierung.
Schlüsselwörter
T-Commerce, TV-Shopping, Teleshopping, Homeshopping, Marktanalyse, Konsumentenverhalten, Digitalisierung, Distributionskanal, Multichannel-Retailing, Versandhandel, Zielgruppen, Umsatzpotenzial, Internationaler Vergleich, Akzeptanzmodell, Interaktives Fernsehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der aktuellen Marktsituation und den Zukunftsperspektiven des TV-Shopping als zentralem Bestandteil des T-Commerce.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Definition des Untersuchungsgegenstandes, eine Analyse der Marktteilnehmer, die Untersuchung von Konsumentenprofilen und die Rolle der Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein internationaler Vergleich der TV-Shopping-Märkte in Deutschland, den USA und Großbritannien, um die jeweiligen Marktentwicklungen und Erfolgsfaktoren darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Sekundäranalyse basierend auf Branchenstudien, Jahresberichten von Shopping-Sendern und wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die TV-Shopping-Märkte der drei gewählten Länder detailliert beleuchtet, wobei jeweils Umsatzdaten, Marktanteile, Zielgruppen und spezifische Kaufmotive betrachtet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie T-Commerce, TV-Shopping, Digitalisierung, Konsumentenakzeptanz und Multichannel-Retailing geprägt.
Warum wird Großbritannien als Vergleichsland herangezogen?
Großbritannien wird aufgrund der hohen Anzahl an TV-Shopping-Sendern und des weit fortgeschrittenen Digitalisierungsprozesses des Fernsehens als Fallbeispiel ausgewählt.
Welche Rolle spielt die Altersstruktur bei der Zielgruppenanalyse?
Die Analyse zeigt, dass die Zielgruppen je nach Markt stark variieren: Während in Deutschland eher ältere Frauen der Mittelschicht dominieren, sind die US-Zielgruppen tendenziell jünger und wohlhabender.
Welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf die Branche?
Die Digitalisierung ermöglicht eine größere Sendervielfalt und neue Interaktionsformen, was für die Sender essenziell ist, um in direkter Konkurrenz zum Internet bestehen zu können.
- Citation du texte
- Dipl.-Kffr. Miroslawa Mazur (Auteur), 2009, Akzeptanz und Nutzung des T-Commerce im internationalen Vergleich - Stand und Entwicklungsperspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146006