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Fälschlicherweise wahr oder wahrhaft falsch - Paradoxien im Alltag unseres Denkens

Title: Fälschlicherweise wahr  oder  wahrhaft falsch - Paradoxien im Alltag unseres Denkens

Seminar Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michel Beger (Author)

Pedagogy - General
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Die Suche nach einem passenden Beispiel um in diese Arbeit einzuleiten, stellte sich ausgesprochen schwierig dar. Obwohl genügend davon in der praktischen Erfahrung und dem Alltag vorliegen, genügte keines den Anforderungen, die darauf ausgelegt waren, den „Appetit anzuregen, aber den Braten noch in der Röhre zu lassen“. Schlussendlich entschied ich mich dann doch für die Variante, die durch jene Beispiele charakterisiert ist, die ohnehin solche Arbeiten schon viel zu oft einleiteten.
Wenn ein Goethe-Denkmal durch die Bäume schillert; wenn ein Arzt kalte Umschläge wärmstens empfiehlt; wenn eine Mutter ihr Kind unverwandt anstarrt; wenn ein Lokführer keinen Zug verträgt; genau dann handelt es sich um jenen Begriff der „Paradoxie“, der doch schon so vielen Leuten Kopfzerbrechen bereitet hat.
In dieser Arbeit soll der Begriff der „Paradoxie“ ausgeleuchtet und gegen den sehr ähnlichen der „Antinomie“ abgegrenzt werden. Weiterhin wird anhand von drei sehr bekannten Paradoxien – Zenons Paradoxie von Achilles und der Schildkröte, dem Haufenparadox und dem Gefangenendilemma – die Vielfältigkeit derer dargestellt werden um letztlich solche paradoxen Formen auch im Hinblick auf das Denken und Sein des Menschen zu erläutern.
Mit dem Titel „Fälschlicherweise wahr oder wahrhaft falsch: Paradoxien im Alltag unseres Denkens“ sind dabei bereits zwei wichtige Felder eröffnet. Zum einen stellt sich die Frage, was Paradoxien sind. Sind sie wahr? Sind sie falsch? Oder sind sie vielleicht beides? Zum anderen soll dargestellt werden, inwiefern Paradoxien in unserem alltäglichen Leben bestehen und welche Bewandtnis diese haben? Im Besonderen werden die Haufenparadoxie, die Bewegungsparadoxie (Achilles und die Schildkröte) und das Gefangenendilemma behandelt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Entgegen der Erwartung“: Was sind Paradoxien?

3. Paradoxe Formen des Denkens: Beispiele für logische Widersprüche

3.1. Die Bewegung

3.2. Der Haufen

3.3. Die Gefangenen

4. Paradoxien anthropologischen Denkens

5. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Paradoxie, grenzt ihn von der Antinomie ab und analysiert anhand ausgewählter klassischer Paradoxien deren logische Struktur sowie deren Bedeutung für das menschliche Denken und Sein. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, was Paradoxien definitorisch auszeichnet, ob sie wahr oder falsch sind und welche Rolle sie im alltäglichen Leben sowie im anthropologischen Verständnis des Menschen spielen.

  • Etymologische und philosophische Herleitung des Paradoxie-Begriffs
  • Logische Analyse bekannter Paradoxien (Bewegung, Haufen, Gefangenendilemma)
  • Unterscheidung zwischen Paradoxie und Antinomie
  • Verbindung von Paradoxie, Anthropologie und Selbstreflexion
  • Funktion von Paradoxien als Impulsgeber für die Neuordnung von Denkmustern

Auszug aus dem Buch

Die Gefangenen

Man stelle sich zwei Komplizen vor, die beim Versuch eine Bank auszurauben erwischt und in getrennt voneinander gelegenen Einzelzellen des Gefängnisses gesperrt werden. Die Komplizen hegen keine besonderen Gefühle füreinander und waren nur aufgrund der Fähigkeiten des jeweils anderen bei dem Verbrechen beteiligt. Aufgrund von Beweisschlampereien der Polizei kann diese die Beiden nur noch durch Geständnisse bzw. gegenseitige Anschuldigungen überführen und bietet ihnen den gleichen Deal an, bei dem natürlich von den Ermittlungspannen keine Rede ist: Wenn Beide ihr Unschuld beteuern, werden sie überführt und bekommen jeweils zwei Jahre Haft. Wenn nun aber einer der Beiden der Polizei behilflich ist und den Anderen ans Messer liefert, so soll er frei gelassen werden. Sollten sich Beide jedoch schuldig bekennen, dann warten auf sie jeweils vier Jahre hinter Gittern. (vgl. Hofstadter 1988, S.782)

Dies ist das sogenannte Gefangenendilemma, entdeckt von Melvin Dresher und Merrill Flood im Jahre 1950. (vgl. ebd. S.781) Doch was ist nun daran eigentlich das Dilemma. Gehen wir vorerst auf Komplizen A ein, im Folgenden nur noch A genannt. Zunächst muss klar sein, dass das Ziel, welches A erreichen will, natürlich jenes ist, welches das geringmögliche Übel darstellt, d.h. keine Strafe zu bekommen. Dafür muss A nur seinen Komplizen B, im Folgenden nur noch B genannt, der Polizei ans Messer liefern. Auf gar keinen Fall will A dagegen die Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnis bekommen. Dafür müsste er seine Unschuld beteuern und damit rechnen, dass B ihn verrät. Die Interessenlage von A ist somit geklärt. Was aber, wenn, wie anzunehmen ist, B die gleichen Interessen hat, d.h. wenn beide ihre Unschuld beteuern? Dann gehen nämlich beide für zwei Jahr ins Gefängnis. Da haben wir das Dilemma. (vgl. ebd. S.782; Sainsbury 1993, S.93 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Paradoxien ein, erläutert die Motivation für die Themenwahl und umreißt die zu behandelnden Beispiele sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. „Entgegen der Erwartung“: Was sind Paradoxien?: Dieses Kapitel beleuchtet den etymologischen Ursprung sowie verschiedene philosophische Definitionen von Paradoxien und grenzt diese vom Begriff der Antinomie ab.

3. Paradoxe Formen des Denkens: Beispiele für logische Widersprüche: Anhand dreier prominenter Beispiele – Zenons Bewegungsparadoxie, das Haufenparadoxon und das Gefangenendilemma – werden logische Widersprüche und deren Auflösungsmöglichkeiten detailliert analysiert.

3.1. Die Bewegung: Dieses Unterkapitel analysiert Zenons Paradoxien über die Unmöglichkeit der Bewegung und die damit verbundene mathematisch-logische Problematik.

3.2. Der Haufen: Hier wird das Haufenparadoxon untersucht, welches die „Vagheit“ von Begriffen und die Schwierigkeit der eindeutigen Zuordnung von Objekten in logischen Systemen thematisiert.

3.3. Die Gefangenen: Dieses Kapitel erläutert das Gefangenendilemma als ein Beispiel für das Versagen vernünftigen Handelns bei Unwissenheit über das Verhalten des Gegenübers.

4. Paradoxien anthropologischen Denkens: Das Kapitel überträgt die Logik der Paradoxien auf das anthropologische Denken und zeigt auf, wie der Mensch als Subjekt und Objekt seines eigenen Erkenntnisprozesses in Widersprüche gerät.

5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse zu Paradoxien, deren Rolle in der Anthropologie und betont die Bedeutung der Selbstreflexion für das menschliche Denken.

Schlüsselwörter

Paradoxie, Antinomie, Logik, Selbstreflexion, Anthropologie, Gefangenendilemma, Haufenparadoxon, Bewegungsparadoxie, Vernunft, Vagheit, Schein, Widerspruch, Erkenntnis, Identität, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, Struktur und Bedeutung von Paradoxien im Alltag und im wissenschaftlichen Denken, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen logischen Widersprüchen und menschlicher Erkenntnis liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die philosophische Abgrenzung von Paradoxien, die Analyse klassischer Paradoxien (wie Achilles und die Schildkröte oder das Gefangenendilemma) sowie die Anwendung paradoxer Strukturen auf anthropologische Fragen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Begriff der Paradoxie zu klären, ihre Funktionsweise anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen und zu erläutern, wie paradoxe Formen das Selbstverständnis und das Denken des Menschen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-logische Analyse bestehender Fachliteratur und theoretischer Konzepte, um den Begriff der Paradoxie sowie deren Anwendung in verschiedenen Disziplinen zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit logischen Paradoxien (Bewegung, Haufen, Gefangenendilemma) und eine Untersuchung anthropologischer Paradoxien, wie etwa das differentielle und soziologische Paradox.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Paradoxie, Antinomie, Selbstreflexion, Anthropologie, logische Widersprüche, Vagheit und vernünftiges Handeln.

Was unterscheidet eine Paradoxie von einer Antinomie?

Während eine Paradoxie meist eine Erwartung enttäuscht und scheinbar widersprüchlich ist, stellt die Antinomie einen echten, unauflösbaren Widerspruch dar, bei dem sowohl die These als auch die Antithese logisch gleichwertig begründet werden können.

Welche Rolle spielt die Selbstreflexion bei Paradoxien?

Die Selbstreflexion fungiert als verbindendes Element zwischen Paradoxie und Anthropologie: Der Mensch macht sich selbst zum Objekt seines eigenen Denkens, was ihn in eine Situation versetzt, in der er sich als erkennendes Subjekt gleichzeitig als Erkenntnisobjekt hinterfragen muss.

Warum gilt das Gefangenendilemma als eine Paradoxie der Vernunft?

Es gilt als Paradoxie, da das individuell „vernünftige“ Handeln beider Akteure in diesem Szenario zwangsläufig zu einem schlechteren kollektiven Ergebnis führt, als wenn sie unvernünftig gehandelt hätten, was das Konzept des rein vernünftigen Entscheidens unter Unsicherheit infrage stellt.

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Details

Title
Fälschlicherweise wahr oder wahrhaft falsch - Paradoxien im Alltag unseres Denkens
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für Allgemeine Pädagogik unter Berücksichtigung ihrer systematischen und philosophischen Grundlagen)
Course
Logisches Argumentieren für Pädagogen
Grade
1,0
Author
Michel Beger (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V146110
ISBN (eBook)
9783640549849
ISBN (Book)
9783640550548
Language
German
Tags
Paradoxie Paradoxon Haufenparadoxie Bewegungsparadoxie Gefangenendilemma Logik paradox
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michel Beger (Author), 2009, Fälschlicherweise wahr oder wahrhaft falsch - Paradoxien im Alltag unseres Denkens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146110
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