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Das abstrakte, pädagogisierte Kind in der Literatur der Aufklärung

Thesenpapier zum Begriff „Kind“ unter Berücksichtigung der Fabel „Das Kind mit der Schere“ (1748) von Christian Fürchtegott Gellert

Title: Das abstrakte, pädagogisierte Kind in der Literatur der Aufklärung

Elaboration , 2008 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Udo Lihs (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Die Geschichte des Begriffs "Kind" führt regelmäßig zu vielfältigen kritischen Diskursen in der Kultur- und Literaturgeschichte. Das Kind ist bis heute ein Mythos, ein Symbol oder eine Metapher.

Dieses Thesenpapier wird sich auf die Symbolkraft des Kindes aus der Perspektive der Epoche der Aufklärung konzentrieren und der These nachgehen, dass das Kind in der Zeit der Aufklärung „pädagogisiert“ wurde. Diese These wird an der Fabel "Das Kind mit der Schere" von Christian Fürchtegott Gellert belegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. „Das Kind“ als Abstraktion, als Symbol – Eine Einleitung

2. Das Kind als Symbol in der Bibel: Kinderopfer, Kinderkult und Kinderschutz

3. Das pädagogisierte Kind in der Zeit der Aufklärung

4. Das Kind in der Fabel „Die Schere und das Kind“

Zielsetzung & Themen

Das vorliegende Thesenpapier analysiert die Symbolkraft des Kindes in der Epoche der Aufklärung und untersucht die These, dass Kinder in dieser Zeit zunehmend „pädagogisiert“ und damit als reale, individuelle Individuen abstrahiert wurden.

  • Historische Konstruktion des Kindheitsbegriffs
  • Die christliche Symbolik des Kindes (Opfer, Kult, Schutz)
  • Das Ideal der Erziehung und Bildung zur Vernunft
  • Die pädagogische Objektivierung des Kindes in der Literatur
  • Analyse der Fabel „Die Schere und das Kind“ von Christian Fürchtegott Gellert

Auszug aus dem Buch

Das pädagogisierte Kind in der Zeit der Aufklärung

In der Zeit der Aufklärung, auf die sich dieses Thesenpapier konzentriert, verliert das Kind seine religiöse kultische Symbolkraft. Das Kind gewinnt im Zuge der Aufklärung eine zentrale Rolle in der aufblühenden Pädagogik. Das Kind steht in der Epoche der Aufklärung v.a. im Rahmen von Erziehung und Bildung im Sinne von „Menschwerdung“. Immanuel Kant verdeutlicht: „Der Mensch kann nur Mensch werden durch Erziehung. Er ist nichts, als was die Erziehung aus ihm macht.“ Kant veranschaulicht weiterhin: „Kinder sollen nicht dem gegenwärtigen, sondern dem zukünftig möglich besseren Zustand des menschlichen Geschlechts, das ist: der Idee der Menschheit, und deren ganzer Bestimmung angemessen, erzogen werden.“

Das Ziel der Erziehung der Kinder ist in der Epoche der Aufklärung das „erwachsen sein“, eine zukunftsorientierte „Vernünftigkeit“. Das Kind soll zukünftig ein autonomes, frei denkendes Wesen werden. Diese Hilflosigkeit soll mit der Hilfe der Eltern überwunden werden. Meike Sophie Baader schreibt: „In den theoretischen Entwürfen des 18. Jahrhunderts, des Zeitalters der Aufklärung, setzte sich eine veränderte Vorstellung vom Individuum durch. Es wurde als autonomes, selbstverantwortliches und vernunftgeleitetes Wesen konzipiert. (...) Um jene veränderten Vorstellungen vom Individuum durchzusetzen und dieses zur Autonomie zu befähigen, das heißt, es in den Stand zu versetzen, sich des ‚Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen‘ bedurfte es der Erziehung.“

Zusammenfassung der Kapitel

„Das Kind“ als Abstraktion, als Symbol – Eine Einleitung: Das Kapitel führt in die Begriffsverwirrung um das Kind ein und erläutert, wie verschiedene Wissenschaften das Kind als Symbol oder Metapher deuten.

Das Kind als Symbol in der Bibel: Kinderopfer, Kinderkult und Kinderschutz: Hier wird die biblische Tradition des Kindes als Opferfigur oder als heiliges, unschuldiges Symbol analysiert, die spätere Aufklärer beeinflusste.

Das pädagogisierte Kind in der Zeit der Aufklärung: Das Kapitel beschreibt den Wandel zur Pädagogisierung, bei dem Kinder als Objekte der Belehrung für ein zukünftiges Vernunftideal betrachtet wurden.

Das Kind in der Fabel „Die Schere und das Kind“: Die Analyse der Fabel zeigt auf, wie das Kind in Gellerts Werk als abstrakter Zögling zwischen Triebhaftigkeit und elterlichem Erziehungszwang dargestellt wird.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Kindheit, Pädagogisierung, Erziehung, Vernunft, Kindheitsbilder, Christian Fürchtegott Gellert, Die Schere und das Kind, Fabel, Individuum, Symbolik, Autonomie, Gehorsam, Moral, Kinderschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Konstruktion des Kindheitsbegriffs im 18. Jahrhundert und zeigt auf, wie das Kind in der Aufklärung als pädagogisches Objekt abstrahiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die christliche Tradition der Kind-Symbolik, die pädagogischen Diskurse der Aufklärung und deren Anwendung auf die literarische Darstellung in Fabeln.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie und warum das Kind in der Aufklärung pädagogisiert wurde und welche Rolle diese Konstruktion für das Ziel der „Menschwerdung“ spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und ideengeschichtliche Analyse, die primär Quellen der Literatur- und Kulturgeschichte heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der biblischen Symbolik über die pädagogischen Konzepte von Kant und anderen Aufklärern bis hin zur detaillierten Interpretation der Gellert-Fabel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aufklärung, Pädagogisierung, Autonomie, Vernunftideal und die spezifische Symbolik in der Fabeldichtung.

Welche Rolle spielt die Mutter in der Fabel „Die Schere und das Kind“?

Die Mutter wird als Instanz der Verantwortung und Pflicht dargestellt, die das Kind nicht durch Regeln, sondern durch aktive Fernhaltung von Gefahren vor Schaden bewahren möchte.

Was bedeutet das „abstrakte Kind“ bei Gellert?

Es bedeutet, dass in der Fabel kein konkretes, individuelles Kind gezeichnet wird, sondern eine generische Figur, die das allgemeine „Zögling“-Sein und die Triebhaftigkeit des Menschen repräsentiert.

Inwiefern korrespondiert die Fabel mit dem aufklärerischen Erziehungsideal?

Die Fabel lehrt, dass sich der Mensch – verkörpert durch das Kind – der Vernunft beugen muss, was sich in der Fabel als Gehorsam gegenüber den Eltern manifestiert.

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Details

Title
Das abstrakte, pädagogisierte Kind in der Literatur der Aufklärung
Subtitle
Thesenpapier zum Begriff „Kind“ unter Berücksichtigung der Fabel „Das Kind mit der Schere“ (1748) von Christian Fürchtegott Gellert
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Die Fabel in der Aufklärung
Grade
1,0
Author
Udo Lihs (Author)
Publication Year
2008
Pages
9
Catalog Number
V146383
ISBN (eBook)
9783640550180
ISBN (Book)
9783640552313
Language
German
Tags
Aufklärung Fabel Kind Symbol
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Udo Lihs (Author), 2008, Das abstrakte, pädagogisierte Kind in der Literatur der Aufklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146383
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