Analyse der Akte II und III aus „La Celestina“ von Fernando de Rojas


Referat (Ausarbeitung), 2007

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Akt II

3) Akt III

4) Resümee

Literaturverzeichnis

1) Einleitung

Das Werk „La Celestina“ von Fernando de Rojas in seiner Gesamtheit mit 21 Akten lässt sich in drei Teile gliedern. Als erster Teil ist der Auto I anzusehen, also das Manuskript, das für Rojas die Basis der Comedia bildet. Diese Comedia ist das Werk in 16 Akten, wie es in den Ausgaben von Burgos (1499?), Toledo (1500) und Sevilla (1501) vorliegt. Als Tragicomedia wird das betrachtet, was den Ausgaben von 1500 und 1501 hinzugefügt wurde. Der eben erwähnte Auto I wird mit einer solchen Kontinuität und einer derartigen Aufmerksamkeit auf Details weitergeführt, dass es dem Leser kaum möglich erscheint, dass das Werk von mehr als einem Autor stammt. Grund hierfür ist die Übernahme zahlreicher Elemente aus dem ersten Akt in die Comedia. Jener bietet zunächst eine dramatis personae. Sieben Personen werden vorgestellt oder nehmen an der Handlung teil: Calisto, Melibea, Sempronio, Pármeno, Celestina, Elicia und Crito. Mit Ausnahme von Crito werden bei allen die Funktion im Werk, der soziale Status sowie einige Persönlichkeitsmerkmale deutlich gemacht. Darüber hinaus finden drei weitere Charaktere Erwähnung, nämlich die Eltern Pármenos, Alfredo und Claudina, und Areúsa, die Cousine Elicias.

Auch die grundlegende Situation und die Beziehung zwischen den Personen, wie etwa die Liebe Calistos, die von Melibea abgelehnt wird, die Rolle der Diener und das Geschäft mit Celestina werden dargelegt.

Diese Gegebenheiten werden von Rojas übernommen und weiter ausgeführt. Ebenso führt er den dialogischen Aufbau, der weder von Randbemerkungen noch von Bühnenanweisungen unterbrochen wird, fort.

Die Hauptorte, an denen sich alles abspielt, also die Häuser Calistos und Celestinas sowie die Straße zwischen ihnen, finden sich auch in Rojas' Teil wieder, werden jedoch später um drei weitere ergänzt.

Im Folgenden soll eine Analyse des zweiten und des dritten Aktes zeigen, welche Einzelheiten Fernando de Rojas übernimmt und welche Neuerungen eventuell stattfinden. Es soll also untersucht werden, wie Rojas, vom Auto I ausgehend, seine Comedia beginnt.

2) Akt II

Die Handlung des ersten Akts wird ohne Unterbrechung fortgeführt. Der zweite Akt lässt sich inhaltlich in zwei Szenen unterteilen, und zwar in die Gespräche Calistos mit je einem Diener.

Zunächst unterhält er sich mit Sempronio. Calisto, der Verzögerungen in der Angelegenheit um Melibea fürchtet, möchte, dass sein Diener Celestina folgt und mit ihr redet, damit ihr Handeln in Gang gesetzt wird. Sempronio jedoch zieht es vor, bei seinem Herrn zu bleiben. Er möchte ihn ablenken und beschäftigen, Einsamkeit schüre nur Liebeskummer. Calisto besteht allerdings darauf, dass Sempronio Celestina folgt und fordert ihn auf Pármeno herbeizurufen.

Calisto beginnt in diesem Akt mit „Meine Brüder“ (Rojas, S. 72). Auffällig ist jedoch, dass nur Sempronio darauf antwortet und in den Dialog einsteigt. Er lobt die Freigiebigkeit seines Herrn:

„Die Anwendung der Reichtümer ist zweifellos wichtiger und schöner als deren Besitz. Oh, wie glorreich ist das Geben! Oh, wie erbärmlich ist das Nehmen! Die Tat zählt mehr als die Habe, und demgemäß gilt der Spender mehr als der Empfänger.“ (Rojas, S. 72)

Er beendet seine Rede schließlich damit, dass er sagt, er wolle mit Calisto noch eingehender über die Geschichte reden. Er hat gemerkt, dass sein Herr noch nicht ganz von dem Handel mit Celestina überzeugt ist und will allein noch einmal auf ihn einreden. So will er ihn dem Einfluss Pármenos entziehen. Auf die erneute Aufforderung Calistos, mit Celestina zu reden, reagiert Sempronio mit Worten, die an eine eine seiner Aussagen im ersten Akt erinnern:

„Deine Angst scheucht mich weg, deine Einsamkeit hält mich zurück.“ (Rojas, S. 72)

Ähnliches sagt er, als Calisto vom ersten Zusammentreffen mit Melibea nach Hause kommt.

In beiden Situationen besteht Calisto auf der Notwendigkeit seines Leidens. Im ersten Akt fragt Sempronio:

„Na wie? Hattest du etwa vor, den Rest Deines Lebens weinend zu verbringen?“ (Rojas, S. 33)

Calisto bejaht diese Frage zunächst einfach, doch scheint sie im zweiten Akt weiter auszuführen:

„Weißt du nicht, dass die Pein gelindert wird, wenn man beweint, was einen quält?“ (Rojas, S. 74)

Dieser Satz erscheint wie ein Echo auf seine einfache Antwort im ersten Akt.

Sempronio tritt auch hier wieder, wie bereits im ersten Akt als Ratgeber auf und will Calistos Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dies gelingt ihm allerdings nicht und er sieht sich gezwungen, Celestina zu folgen.

Calisto fordert ihn auf Pármeno zu rufen, obwohl dieser bereits anwesend zu sein scheint, da Calisto zu Beginn „meine Brüder“ sagte, also nicht nur Sempronio ansprach. Dass er seinen zweiten Diener in diesem Moment nicht bemerkt, könnte ein Zeichen seiner emotionalen Aufgewühltheit sein. Pármeno zeigt seine Präsenz indem er sagt: „Zur Stelle, Herr.“ (Rojas, S. 75) Hier beginnt der Dialog zwischen Calisto und Pármeno und somit die zweite Szene des zweiten Akts.

Calisto rechtfertigt seine Situation vor dem Diener und bittet ihn um seine Meinung. Vorher wird zunächst wieder eine Verbindung zum ersten Akt hergestellt, indem Calisto auf die Ausführungen Pármenos über Celestina Bezug nimmt. Er bringt dabei seine Überzeugung von den Fähigkeiten der Kupplerin zum Ausdruck.

Pármeno ist der Ansicht, anstatt Celestina Geld zu geben, sollte Calisto lieber Melibea beschenken. Rojas beginnt hier einen Umstand zu erklären, der dem damaligen Leser oder vielleicht sogar ihm selbst unwahrscheinlich vorkommt. Dieser Umstand, dass eine Kupplerin eingeschaltet wird, wie dies der erste Autor getan hat, muss legitimiert werden, da dies in Gesellschaftsschichten wie der Calisto nicht üblich war. Für diese Legitimation zieht Calisto die Standesunterschiede zwischen sich und Melibea heran:

„Doch solltest Du nicht übersehen: wenn ein ungeheurer Abstand zwischen dem Flehenden und dem Angeflehten ist, aus Gründen der Gehorsamspflicht, des Standesunterschieds [...] bedarf es eines Fürsprechers oder Vermittlers [...].“ (Rojas, S. 76)

Pármeno fährt daraufhin fort: „Herr, als sich Dein Beizfalke neulich verflog [...]“ (Rojas, S. 77)

An der Stelle des Wortes neulich lautet es im spanischen Original el otro día.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Analyse der Akte II und III aus „La Celestina“ von Fernando de Rojas
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V146593
ISBN (eBook)
9783640581139
ISBN (Buch)
9783640582167
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanisch, Romanistik Literaturwissenschaft, Tragikkomödie
Arbeit zitieren
Jana Crämer (Autor), 2007, Analyse der Akte II und III aus „La Celestina“ von Fernando de Rojas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146593

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