Sterbehilfe in Deutschland. Eine juristische Betrachtung


Ausarbeitung, 2009

13 Seiten


Leseprobe

1
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
2.
Sterbebegleitung und Sterbehilfe
3.
Verfassungsrechtliche Dimension
4.
Aktuelle Entwicklungen
5.
Patientenverfügungen
6.
Zusammenfassung und Meinung
7.
Literaturverzeichnis

2
1.Einleitung
Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Aktuell entsteht hierüber so-
wohl in Deutschland auch als international eine hitzige Debatte. Begründen
kann man dies zum Einen anhand der aktuellen Medienberichte zu Vorfällen
in England und Deutschland, zum Anderen liegen vielfältige Dimensionen von
Sterbehilfe vor, die eine exakte Abgrenzung des Begriffes und der Rechtsdi-
mension erschweren.
In jüngster Zeit fand das Thema Sterbehilfe in Deutschland erneut vor allem
aufgrund der Geschehnisse um Roger Kusch, Ex-Justizsenator Hamburgs,
der einer älteren Dame Sterbehilfe leistete, indem er ihr die entsprechenden
Medikamente verabreichte, öffentliche Aufmerksamkeit.
1
Weiterhin erregte um die Weihnachtszeit der Fall Craig Ewert aus England
öffentliches Aufsehen, der seinen durch die Sterbehilfe-Organisation Dignitas
begleiteten Selbstmord öffentlich filmen liess.
2
Seit im April 2001 in Holland als der erste Staat weltweit das Töten auf Ver-
langen unter bestimmten Bedingungen nicht mehr bestraft wird, werden
auch in anderen Ländern weltweit die Diskussionen laut.
3
Grundsätzlich und von Gesetzes wegen ist die aktive Sterbehilfe zwar immer
noch strafbar, aber sie wurde durch eine Neuerung des entsprechenden
1
http://www.focus.de/panorama/welt/selbsttoetungsmaschine-kusch-leistet-sterbehilfe_aid_314625.html
, geöffnet am
17.09.08
2
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,595651,00.html
, geöffnet am 10.12.08
3 Nach Art. 293 Abs. 2 des niederländischen Strafgesetzbuches ist in bestimmten Fällen die aktive ärztliche Sterbehilfe straf-
frei. Der Arzt muss sich davon überzeugt haben, dass der Wunsch des Patienten "freiwillig und wohl überlegt" ist, und des-
sen Leid muss "aussichtslos und unerträglich" sein. Weiterhin muss der Patient über seine Situation aufgeklärt worden sein
und ein zweiter Arzt muss die Diagnose bestätigt haben.

3
Gesetzes entkriminalisiert. Gerade in Deutschland jedoch ist der Begriff Eu-
thanasie (griechisch für ,,der gute Tod") aufgrund der nationalsozialistischen
Vergangenheit sehr negativ besetzt und mit Tabus belegt. Das sensible
Thema Sterbehilfe wird kontrovers diskutiert, die einen verlangen Selbstbe-
stimmung und Leidensminderung, andere fürchten Willkür und Missbrauch.
Das Ziel eines Rechtsstaates muss sein diese gegensätzlichen Positionen zu
befrieden und dies kann aufgrund der Emotionalität nur durch eine gesetzli-
che Regelung geschehen.
Seit der Antike schwören Ärzte den hippokratischen Eid: "Ich werde niemand
ein tödliches Mittel geben, auch wenn er mich darum bittet." Muss Sterbehil-
fe in Deutschland also weiterhin gesetzlich verboten bleiben oder kann der
Gesetzgeber eine neue Lösung finden, die der Forderung vieler gerecht
wird?
Ob dies überhaupt, ähnlich dem holländischen Beispiel, möglich ist, soll am
Ende dieser Ausarbeitung beantwortet werden. Davor werde ich die ver-
schiedenen Arten der Sterbehilfe definieren, erläutern und einen kurzen ver-
fassungsrechtlichen Einblick geben.
Weiterhin soll ein kurzer Abriss über die aktuellen Entwicklungen gegeben
werden. Das Verbot der aktiven Sterbehilfe ist festgelegt im § 216 StGB. Ei-
ne Änderung dieses Paragraphen hätte Auswirkungen auf viele Bereiche der
Wissenschaft. Hierin äußert sich auch eines der Hauptprobleme, nämlich die
Vielfalt an Fachbereichen wie Theologie, Philosophie, Medizin und Ethik, di-
jeder für sich angemessen gehört und berücksichtig werden möchten, aller-

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dings in ihrer Denkweise stark divergieren.
Die moderne Medizin schafft mit ihren Geräten immer häufiger eine Situation
zwischen ,,Nicht-mehr-selbstständig-leben-können" und ,,Nicht-sterben-
können". Um diese Situation, vor der vermehrt mehr auch junge Menschen
Angst haben zu vermeiden, braucht man entsprechende Gesetze, die in be-
sonderen Härtefällen von schwerer Krankheit und Siechtum gesetzlichen
Handlungsrahmen geben. Eine objektive Diskussion hierüber zu führen, de-
ren Ergebnisse am Ende allgemeine Gültigkeit besitzen ist kaum möglich und
an dieser Stelle auch nicht gewollt.
2.Sterbebegleitung und Sterbehilfe
Im Unterschied zur Sterbehilfe ist Sterbebegleitung, häufig auch als Palliativmedizin
bzw. Hospizarbeit bezeichnet, die seelische Begleitung des Sterbenden durch
qualifizierte Fachkräfte mit Hilfe von schmerzstillenden Medikamenten, die aber keine
lebensverkürzende Wirkung haben. Die Sterbehilfe hingegen nimmt durch die Vergabe
von Medikamenten eine Verkürzung des Sterbeprozesses in Kauf bzw. intendiert
einen schnelleren Eintritt des Todes. Deshalb wird hier im Unterschied zur
Sterbebegleitung ein Straftatbestand erfüllt. Die Sterbehilfe wird nochmals in drei
Fallgruppen unterteilt.
Passive Sterbehilfe gilt als der Verzicht von lebensverlängernden Maßnahmen bei einer
tödlich verlaufenden Erkrankung oder Verletzung. Dieses bewusste Sterben, etwa
durch das Abschalten eines Beatmungsgerätes, ist und bleibt zulässig, wenn eine
entsprechende Willenserklärung des Patienten vorliegt oder von den Angehörigen
glaubhaft nachgewiesen werden kann. Folgen Ärzte diesem ausdrücklichen Willen
Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Sterbehilfe in Deutschland. Eine juristische Betrachtung
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V146658
ISBN (eBook)
9783668743700
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sterbehilfe, aktive, passive, Patientenverfügungen
Arbeit zitieren
Jenny Wunn (Autor), 2009, Sterbehilfe in Deutschland. Eine juristische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146658

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