Deutsche Siedlungspolitik im Osten - Die verschiedenen Varianten des Generalplan Ost der SS


Hausarbeit (Hauptseminar), 2001
29 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Begründung deutscher Ostpläne
2.1. Geschichtliche Vorläufer des Generalplanes Ost
2.2 „Lebensraum“ in der NS-Ideologie

3. Ziele um Umsetzung der Generalplanung
3.1 Vom Polenfeldzug zum Generalplan Ost
3.2 Die Ziele des RSHA- GPO und der dritten Variante des RKF-GPO
3.3. Der GPO und die „Endlösung der Judenfrage“
3.4. Umsetzung des Programms anhand von Versuchsiedlungen

4. Der GPO im NS-System. Kontroversen.
4.1. Kompetenzverteilung und Ämterkonkurrenz
4.2. Die pragmatische Komponente des GPO: Doch nicht reine Ideologie?

5. Schlußbetrachtung

6. Abkürzungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis:
7.1. Quellen
7.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Die nationalsozialistischen Pläne für die Germanisierung Ostmittel- und Osteuropas sahen eine Bevölkerungspolitik von bisher unbekannten Ausmaßen vor. Für die annektierten Gebiete im Westen Polens sowie mit Beginn des Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion auch für weite Teile Rußlands war die Ausrottung bzw. Umsiedlung eines Großteiles der ansässigen Bevölkerung vorgesehen, um diese Gebiete langfristig für das Deutsche Reich zu sichern und die prognostizierte „Raumnot“ zu beheben. Die zügige Eroberung der Ukraine, Weißrußlands und des Baltikums „stellte den Landesplanern, Städtebauern, Bevölkerungsökonomen und Agrarwissenschaftlern endlich ein Terrain zur Verfügung, wo sie ohne Rücksicht auf Menschen und gewachsene Strukturen jene „Neuordnung“ realisieren konnten, die sie in den letzten Vorkriegsjahren [...] entworfen hatten.“[1]

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Planungen in den zwei Hauptämtern der SS, welche sich im Kompetenzwirrwarr der neu zu verteilenden Aufgabenbereiche erfolgreich durchsetzten. Im Mittelpunkt soll die Analyse der jeweiligen Generalpläne Ost von Reichssicherheitshauptamt (Im Folgenden: RSHA) und vom Stabshauptamt des Reichskommissars für die Festigung deutschen Volkstums (Im Folgenden: RKF) stehen, wobei hier besonders die jeweils weiteste Planungsstufe besonders berücksichtigt werden soll, d.h. im Falle der RSHA der Generalplan Ost (Im Folgenden: GPO) von Anfang 1942 und dessen Überarbeitung zum Gesamtplan Ost und im Falle des RKF die dritte Variante des GPO vom 28.5.1942.

Vorerst gilt es jedoch herauszuarbeiten, in welcher Art und Weise die Generalplanung geschichtlich einmalig ist oder welche Planungen aus der Vorgeschichte des Dritten Reiches bereits ähnliche Züge aufwiesen, sowie in welcher Weise der Lebensraum-Gedanke in der NS-Ideologie verwurzelt war. Der folgenden Beschreibung der einzelnen Ziele der GPO soll die Frage des Zusammenhangs zwischen Germanisierungszielen und der Endlösung der Judenfrage herausgearbeitet werden, bevor anhand einiger Testsiedlungen analysiert wird, in welcher Art die insgesamt nicht über die Planungsarbeit hinausgehende Völkerverschiebung bei einem eventuellen erfolgreichen Kriegsabschluß ausgesehen hätte.

Schließlich versucht diese Arbeit den derzeitigen Forschungsstand zweier Kernfragen der Beschäftigung mit dem Generalplan wiederzugeben, indem sie auf die Frage nach der etwaigen Radikalisierung der einzelnen Pläne durch Ämterkonkurrenz und dem Widerspruch zwischen Ideologie und pragmatischen Sachzwängen eine Antwort sucht.

Mittlerweile gibt es einige umfangreiche Arbeiten über das behandelte Thema, jedoch gibt es aufgrund seiner Komplexität und einiger verschollener Dokumente[2] noch erhebliche Forschungslücken.[3] Die angesprochenen Arbeiten sind größtenteils neueren Datums, da die intensive Beschäftigung mit der deutschen Ostplanung erst in den 1980’er Jahren eingesetzt hat. Bei einer richtungsweisenden Arbeit von Dietrich Eichholtz[4] von 1982 gilt es jedoch zu beachten, daß diese im Kontext der marxistischen DDR-Geschichtswissenschaft gesehen werden muß, welche vielfach ideologisch vorbelastet war und besonders den Urheber deutscher Expansionspläne einzig in der deutschen Kapitalschicht sehen wollte.

Trotz der großen Fortschritte in der Erforschung scheint die Erstellung eines angemessenen Gesamtbildes über die Totalität der SS-Oststrategien jedoch erst nach Auswertung der bisher unzugänglichen Quellen und nach Auffinden bzw. vollständiger Rekonstruktion der verschollenen Dokumente möglich zu sein.[5]

2. Geschichte und Begründung deutscher Ostpläne

2.1. Geschichtliche Vorläufer des Generalplanes Ost

Eine der ersten Fragen, die sich bei der Beschäftigung mit dem GPO stellt, ist die Frage seiner geschichtlichen Einbettung. Forderungen nach Landerwerb östlich des Reichsgebietes und dessen Besiedlung durch eine deutsche Bauernschaft finden sich bereits am Ende des 19. Jahrhunderts im nationalen politischen Lager des Kaiserreichs[6]. Von einer breiten Öffentlichkeit getragene massive Forderungen traten während der Kriegszieldebatte des ersten Weltkrieges zu Tage. So forderte der Alldeutsche Verband in seiner Denkschrift von September 1914 die umfangreiche Schwächung des russischen Feindes; dies sollte durch eine Vertreibung der Bevölkerung aus den zu annektierenden Gebieten im Osten und deren Besiedlung durch deutsche Bauern geschehen.[7] In die gleiche Richtung wiesen weitere Denkschriften im Jahre 1915.[8] Schließlich forderte auch die sogenannte Professoreneingabe vom 8.7.1915 „[...] Land, das Rußland uns abtreten muß.“[9] Dieses Land sollte „[...] Siedelungsland sein. Land, das uns gesunde Bauern, diesen Jungbrunnen aller Volks- und Staatskraft, bringt“.[10] Der Zusammenbruch Rußlands 1917 schien die Träume deutscher Ostpolitiker wahr werden zu lassen. In den folgenden Monaten zwischen dem Frieden von Brest-Litowsk und der Niederlage im Westen besetzten deutsche Truppen ein riesiges Gebiet im Westen Rußlands. Ludendorffs Ziel vom „Land Ober-Ost“ war in greifbare Nähe gerückt.

Inwieweit ist nun diese Situation, die von vielen geforderte Abtrennung der westlichen Gebiete Rußlands und deren Einbeziehung in die deutsche Machtsphäre vergleichbar mit der Situation während des zweiten Weltkrieges und den Zielen des GPO?

Der Hauptunterschied beider Zeitabschnitte liegt sicherlich in den rassischen Beweggründen und in der Maßlosigkeit der NS-Forderungen.[11] Die Ziele des 1. Weltkrieges wurden zwar wieder aufgenommen, aber „entsprechend dem ideologischen Anspruch der NSDAP aktualisiert“.[12] Diese Aktualisierung änderte das Ziel: die „totale Unterwerfung und dauernde Beherrschung des Ostraumes“[13] zur „biologischen Expansion des deutschen Volkes“[14] ersetzte das Ansinnen der Industrie nach neuen Absatzmärkten. In diesem Punkt unterscheidet sich der Expansionsdrang des Dritten Reiches grundlegend vom Imperialismus des 19. Jahrhunderts, als dessen Ausläufer die Forderungen im ersten Weltkrieg angesehen werden müssen. Ebenso deutlich unterscheidet sich die Behandlung der ansässigen Bevölkerung. Der Alldeutsche Verband forderte zwar in o.g. Denkschrift ebenfalls die Vertreibung der russischen Bevölkerung aus den zu annektierenden Gebieten, aber hier muß berücksichtigt werden, daß dies Forderungen aus einem theoretischen Papier sind, die aufgestellt wurden, bevor das angesprochene Gebiet überhaupt erobert worden war. Der Generalplan Ost hingegen beinhaltete hauptsächlich bereits erobertes Gebiet.[15] Auch ist die Schärfe des GPO aufgrund der sozialdarwinistisch-rassistischen Komponente in keiner Weise mit den früheren Planungen vergleichbar. Ein Völkermord mit der einkalkulierten Opferzahl von mehreren Zehnmillionen Menschen war während des Ersten Weltkrieges unvorstellbar.

Insgesamt gesehen enthielten die Ziele und Planungen der Kaiserreichszeit „manches mit den späteren nationalsozialistischen Zielen Vergleichbare[s]“,[16] und beeinflußten die späteren Entscheidungsträger, insbesondere Hitler wesentlich[17]. Jedoch transformierte die NS-Bewegung diese Eroberungspläne zu einer „extrem faschistischen Genozidvariante“,[18] gerade in diesem Punkt, eben „daß das NS-Regime ganzen Völkern das Lebensrecht absprach“[19], liegt die historische Einzigartigkeit der Planungen. Die Entstehung jener sozialdarwinistisch begründeten Ausrottungspolitik gilt es näher zu betrachten.

2.2 „Lebensraum“ in der NS-Ideologie

Die Entwicklung des Kernes der außenpolitischen Zielvorstellungen Adolf Hitlers, und damit auch indirekt der NSDAP[20], waren spätestens mit der Fertigstellung von Hitlers „Zweites Buch“ abgeschlossen.[21] Ziel jeglicher Außenpolitik sollte demnach die „Wiederherstellung eines gesunden, nationalen und schlagkräftigen deutschen Volkskörpers sein“.[22] Erreicht werden konnte diese Prämisse laut Hitler nur durch die Eroberung eines auf die Bevölkerungszahl angepaßten Lebensraumes. Dieser war in der Weite des russischen Raumes zu suchen.[23] Indes gingen die schriftlich fixierten Aussagen nicht über diese Leitlinien hinaus, und auch in öffentlichen Bekundungen Hitlers im Laufe der 30er Jahre gibt es kaum weitere Ausführungen zum geplanten Vorgehen gegen Rußland. Erst mit Eröffnung des „Barbarossa-Feldzuges“ gibt es ausreichend Nachweise über Hitlers Ziele.[24]

Während das Parteiprogramm der NSDAP von 1920 nur „Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses“[25] fordert, taucht im zweiten Band von „Mein Kampf“ erstmals Lebensraum im Osten als anzustrebendes Ziel auf: „Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken.“[26] Die Konzentration auf Rußland ergab sich aus mehreren Gründen. Neben den wirtschaftlichen Ausbeutungsplänen des Ressourcenreichtums und der damit verbundenen Schaffung eines autarken Großraumes war der Osten „das eigentliche Betätigungs- und Bewährungsfeld der Rassenidee“[27]. Der Sieg der „germanisch-arischen Welt“ über die jüdischen und slawischen „Untermenschen“ würde ein Germanisches Großreich schaffen, welches in der Lage wäre, den Kampf um die Weltherrschaft gegen die anglo-amerikanischen Großmächte blockaderesistent zu führen. Diese rassische Komponente verbot jedoch jegliche Verbindung mit der unterworfenen Bevölkerung: „Die im Kampf unterlegenen „minderwertigen“ Rassen sollten weder bekehrt noch erzogen, sondern schlichtweg unterworfen, versklavt und schließlich vernichtet werden.“[28]

3. Ziele um Umsetzung der Generalplanung

3.1 Vom Polenfeldzug zum Generalplan Ost

Nach dem Einmarsch in Polen im September 1939 wurde umgehend offenbar, daß die Zerschlagung der Versailler Grenzen und die Wiedereingliederung der 1919 verlorenen Gebiete zwar seit jeher ausgesprochenes Ziel Hitlerscher Außenpolitik waren, eine konkrete Bevölkerungsplanung lag jedoch nicht vor.[29] Die unmittelbar der Wehrmacht folgenden Einsatztruppen veranstalteten Massaker, Massenhinrichtungen und Pogrome.

Ab Ende September begannen die systematischen Planungen für ein langfristiges Germanisierungsprogramm.[30] Die Vertreibungen der polnischen und jüdischen Bevölkerung aus den „eingegliederten Ostgebieten“ in das Generalgouvernement gingen fort. Derweil erreichten die ersten Volksdeutschen aus Osteuropa die neuen Reichsgaue.[31] Im Kompetenzgerangel der einzelnen mit dem Bevölkerungstransfer beschäftigen SS-Hauptämter setzte sich das RSHA durch.[32] Dennoch liefen Ende 1939 noch nicht alle Hauptstränge der Germanisierung - die Deportation bzw. Vernichtung der jüdischen und polnischen Bevölkerung, die „Rückdeutschung verlorenen Volkstums“ und die „Umsiedlung der rückgeführten Volksdeutschen“ – im RSHA zusammen. Die Planung war überwiegend dezentral. Das änderte sich mit der Abfassung eines aus Nah- und Fernplan bestehenden Räumungsplanes durch das RSHA im November 1939.[33] In der Folgezeit wurden diese Pläne wiederholt korrigiert und erweitert, so daß Roth auf die Existenz von vier Nahplänen, einem Zwischenplan und einem erweiterten dritten Nahplan hinweist.[34]

Ziel der Pläne war es, sowohl die durch polnisches Gebiet erweiterten als auch die neugeschaffenen Reichsgaue vollständig zu germanisieren, und zwar durch die Aussiedlung der volksfremden Bevölkerung in das Generalgouvernement und die Ansiedlung reichs- oder volksdeutscher Siedler. Die Dimensionen waren gewaltig. So wurde die Zahl der umgehend auszusiedelnden Juden mit 600.000 und die schrittweise zu entfernenden Polen auf 3,4 Millionen beziffert. Die Zahl der anzusiedelnden Reichs- oder Volksdeutschen sollte in etwa 1,8 Millionen betragen.[35] Des weiteren sahen die Planungen die Schaffung eines Ostwalls vor.[36]

[...]


[1] Siehe S.59 in Roth, Karl-Heinz: : „Generalplan Ost“ – „Gesamtplan Ost“. Forschungsstand, Quellenprobleme, neue Ergebnisse. In: Rössler, Mechthild und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): Der „Generalplan Ost“. Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik. Hamburg 1993. S.25-95. [Künftig zitiert als Roth, Karl-Heinz]

[2] Karl Heinz Roth beschäftigt sich in seinem Artikel ausführlich mit der derzeitigen Quellenlage. So sind von den vier verschiedenen Varianten des Generalplanes Ost nur die Urfassung vom Januar 1940 und die dritte RKF-Variante vom Sommer 1942 erhalten (S.25), der Inhalt der anderen beiden läßt sich aber aufgrund anderer Dokumente (Stellungsnahmen, Zusammenfassungen, Überarbeitungen, etc.) rekonstruieren (S.30).

[3] siehe hierzu die Ausführungen in: Eichholtz, Dietrich: Der Generalplan und seine Opfer. In: Röhr, Werner (Hrsg.): Faschismus und Rassismus. Kontroversen um Ideologie und Opfer. Berlin 1992. S.291-299. wie auch in Roth , Karl-Heinz. S.29-32.

[4] Siehe Eichholtz, Dietrich : Der „Generalplan Ost“. Über eine Ausgeburt imperialistischer Denkart und Politik. In: Jahrbuch für Geschichte. Ausgabe 26. Berlin 1982. S.231. [Künftig zit. als: Eichholtz, Dietrich: Der Generalplan Ost].

[5] Siehe Roth, Karl-Heinz. S.32.

[6] Siehe Wasser, Bruno: Himmlers Raumplanung im Osten: der Generalplan Ost in Polen 1940-1944. Basel (u.a.) 1993. S.12f. [Künftig zit. als: Wasser, Bruno]

[7] Siehe Eichholtz, Dietrich : Der Generalplan Ost. Die Denkschrift des Alldeutschen Verbandes ist dort auf S.254 auszugsweise abgedruckt.

[8] ebd. S.231. Eichholtz nennt hier die Denkschriften der Unternehmerverbände von Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand vom 10.3. und 20.5.1915. Abgedruckt sind diese u.a. in: Deutschland im ersten Weltkrieg. Berlin 1969. Bd.3, S.104.

[9] Aus der Kriegszieldenkschrift von 1347 Intellektuellen an den Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg vom 8. Juli 1915. Auszugsweise abgedruckt im Dokumentenanhang in: Eichholtz, Dietrich: Der Generalplan Ost. S.254f.

[10] ebd. S.254f.

[11] Siehe: Eichholtz, Dietrich: Der Generalplan Ost. Eichholtz, dessen Ziel es ja gerade ist, die „Ostpolitik des deutschen Imperialismus“ (S.230) als unmittelbaren Vorläufer des GPO darzustellen, nennt als „qualitativ neues Element“ des GPO den „Umfang, die Größe und Schwere dieser Verbrechen, sowohl was ihre geographische Ausdehnung als was die Zahl der betroffenen Menschen [...] angeht“ (S.232). Siehe auch: Giordano, Ralph: Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte. Die Pläne der Nazis nach dem Endsieg. Hamburg 1989. S.22. [Künftig zit. als: Giordano, Ralph]

[12] Wasser, Bruno: S.16.

[13] ebd.: S.17.

[14] Siehe S.444 in: Grahml, Hermann: Rassismus und Lebensraum. Völkermord im Zweiten Weltkrieg. In: Bracher, Karl Dietrich, Manfred Funke (u.a.) (Hrsg.): Deutschland 1933-1945. [Künftig zit. als: Grahml, Hermann]

[15] Auch hier gingen die (langfristigen) Pläne über das seinerzeit von der Wehrmacht besetzte Gebiete hinaus, die Situation war trotzdem nicht mit der des Ersten Weltkrieges vergleichbar, da nicht nur die deutsche Führungselite, sondern auch das beobachtende Ausland von einem schnellen Sieg der deutschen Truppen über Sowjetrußland ausgingen.

[16] Siehe S.254 in Hillgruber, Andreas: Die „Endlösung“ und das deutsche Ostimperium als Kernstück des rassenideologischem Programms des Nationalsozialismus. In: Hillgruber, Andreas: Deutsche Großmacht- und Weltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert. Düsseldorf 19792. S.252-275.

[17] Eichholtz, Dietrich: Der Generalplan Ost. S.233 .

[18] Siehe S.123 in Eichholtz, Dietrich: Der „Generalplan Ost“ als genozidale Variante der imperialistischen Ostexpansion. In: Rössler, Mechthild und Sabine Schleiermacher (Hrsg.): Der „Generalplan Ost“. Hauptlinien der nationalsozialistischen Planungs- und Vernichtungspolitik. Hamburg 1993. S.119-124. [Künftig zitiert als: Eichholtz, Dietrich: Genozidale Variante]

[19] Eichholtz, Dietrich: Genozidiale Variante S.122

[20] Zipfel beschreibt auf S.155 das Vorgehen der Führungsschicht, deren Ziel es sein mußte durch Umsetzung des „Führerwillens“ ihren Einflußbereich zu vergrößern. Wichtige Quelle „für diese Leute war „Mein Kampf“ (S.155). In: Zipfel, Friedrich: Hitlers Konzept einer „Neuordnung“ Europas. In: Kurze, Dietrich (Hrsg.): Aus Theorie und Praxis der Geschichtswissenschaft. Festschrift für Hans Herzfeld zum 80. Geburtstag. Berlin (u.a.) 1972. S. 154-174. [Künftig zit. als Zipfel, Friedrich}

[21] Siehe S.917 in: Dickmann, Fritz : Machtwille und Ideologie in Hitlers außenpolitischen Zielsetzungen vor 1933. In: Repgen, Konrad und Stephan Skalweit (Hrsg.): Spiegel der Geschichte. Festgabe für Max Braubach zum 10.April 1964. Münster 1964. S.915-941 [Künftig zit. Dickmann, Fritz]

[22] Zitat aus Hitlers „Zweites Buch“, übernommen von S.47 Dickmann, Fritz

[23] Zipfel, Friedrich S.162 f.

[24] Vgl. S.93 in: Kroll, Frank-Lothar: Utopie als Ideologie: Geschichtsdenken und politisches Handeln im Dritten Reich: Hitler – Rosenberg – Darré – Himmler – Goebbels. Paderborn (u.a.) 1998. [Künftig zitiert als: Kroll, Frank-Lothar]. Besondere Bedeutung hat hier die Offenheit Hitlers in den protokollierten „Tischgesprächen“, derartige Quellen fehlen für die 30er Jahre.

[25] Punkt 3 des Parteiprogramms. Abgedruckt auf S.24 in: Hofer, Walter: Der Nationalsozialismus. Dokumente 1933-945. Frankfurt am Main 1982. Derartige Kolonialpolitik lehnt Hitler spätestens in „Mein Kampf“ ausdrücklich ab: „Wir schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft.“ Siehe: S.742 in Hitler, Adolf: Mein Kampf. Zweibändige Volksausgabe. München 1933. [Künftig zit. als: Mein Kampf]

[26] S.742 in Mein Kampf

[27] Siehe S.94 in: Kroll, Frank-Lothar.

[28] Kroll, Frank-Lothar S.97

[29] Siehe S.72 in: Benz, Wolfgang: Der Generalplan Ost. Germanisierungspolitik in den besetzten Ostgebieten. In: Benz, Wolfgang (Hrsg.): Herrschaft und Gesellschaft im nationalsozialistischen Staat. Studien zur Struktur- und Mentalitätsgeschichte. Frankfurt a.M. 1990. S.72-82. [Künftig zitiert als: Benz, Wolfgang]

[30] Die Darstellung des Weges zum Generalsiedlungsplan bezieht sich überwiegend aus dem Beitrag von Roth, Karl-Heinz.

[31] Die Umsiedlung v.a. der Baltendeutschen in das Reichsgebiet war eines der Ergebnisse des Hitler-Stalin Paktes und der damit verbunden Festlegung einer Demarkationslinie durch Ostmittel- bzw. Südosteuropa. Das Baltikum fiel danach in die sowjetische Interessensphäre.

[32] Das formelle Planungs- und Handlungsmonopol erhielt das RSHA am 28.11.1939 von Himmler, welcher seit seiner Ernennung zum „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums“ (im Folgenden: RKF) am 7.10. dazu ermächtigt war.

[33] Der erst vor kurzem aufgefundene Fernplan ist in Roth, Karl-Heinz: Der Generalplan Ost und die Mord an den Juden. Der Fernplan der Umsiedlung in den Ostprovinzen aus dem Reichssicherheitshauptamt vom November 1939. In Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts. 2.Band 1997. abgedruckt und dürfte laut Roth Heydrich spätestens am 28.11. vorgelegen haben. [Künftig zit. als: Fernplan RSHA]

[34] Roth, Karl-Heinz: S.35

[35] Wasser, Bruno: S.49

[36] Der auf Befehl von Hitler am 22.10.1939 zu errichtende Ostwall sollte keine echte Verteidigungslinie sein, d.h. nicht ständig befestigt sein. Aufgrund der in Hitlers Ideologie fest verankerten Überzeugung, daß der Krieg gegen Rußland zu führen sei, sollte er vielmehr die Möglichkeit geben, im Spannungsfall größere Verbände sammeln zu können. Siehe: Müller, Rolf-Dieter: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik. Frankfurt am Main 1991. S.14. [Demnächst zit. als: Müller, Rolf-Dieter]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Deutsche Siedlungspolitik im Osten - Die verschiedenen Varianten des Generalplan Ost der SS
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Historisches Seminar, Neuere und neuste Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar Nationalsozialistische Vernichtungspolitik
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
29
Katalognummer
V1467
ISBN (eBook)
9783638109079
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deutsche, Siedlungspolitik, Osten, Varianten, Generalplan, Hauptseminar, Nationalsozialistische, Vernichtungspolitik
Arbeit zitieren
Thomas Podranski (Autor), 2001, Deutsche Siedlungspolitik im Osten - Die verschiedenen Varianten des Generalplan Ost der SS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1467

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