Access & Benefit Sharing. Zentraler Konflikt der Convention on Biological Diversity (CBD)


Referat (Ausarbeitung), 2008

9 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

1. Wie hängt der gerechte Vorteilsausgleich mit der Erhaltung der Biodiversität zusammen?

Die Konvention über biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity - CBD) nennt als ihr grundlegendes Ziel

the conservation of biological diversity, the sustainable use of its components and the fair and equitable sharing of the benefits arising out of the utilization of genetic resources, including by appropriate access to genetic resources and by appropriate transfer of relevant technologies, taking into account all rights over those resources and to technologies, and by appropriate funding[1].

Hierbei ist bereits in Ansätzen beschrieben, wie Zugang und gerechter Vorteilsausgleich mit der Erhaltung der biologischen Vielfalt zusammenhängen:

- Die Vorteile, die sich aus der Nutzung der Biodiversität ergeben, sollen gerecht und gleich aufgeteilt werden, ein gerechter Vorteilsausgleich (Benefit Sharing) wird also verlangt.
- Dieser soll erreicht werden, indem die biodiversitätsreichen Länder (sog. Geberländer), den biodiversitätsarmen Ländern (sog. Nehmerländer) den Zugang (Access) zu genetischen Ressourcen erleichtern und
- als Entschädigung ihre Technologien weitergeben und den Geberländern finanzielle Unterstützung als Ausgleich für die Nutzung ihrer Biodiversität zukommen lassen, was wiederum einen (gerechten) Vorteilsausgleich bedeutet.

Kurz: Access and benefit sharing (ABS) wird als eines der drei Hauptziele der CBD[2] genannt.

2. Was sind die wichtigsten Positionen zum Thema ABS?

Weil die biodiversitätsarmen Länder vor allem Planungs- und Rechtssicherheit wegen hoher Kosten bei der Entwicklung von Technologien erwarten, sind sie für eine Stärkung des Übereinkommens über handelsbezogene Aspekte der Rechte am geistigen Eigentum (Agreement on Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights - TRIPS) und gegen eine Überregulierung auf Seiten der Geberländer beim Zugang zu den genetischen Ressourcen.

Die Geberländer hingegen erhoffen sich eine Stärkung der CBD gegenüber des TRIPS.

Die indigene Bevölkerung dieser Länder fordert mehr Selbstbestimmung und die internationale Anerkennung ihrer Rechte. Sie werfen der CBD vor, dass sie ohne ihr Mitwirken entwickelt worden sei, obwohl es doch „ihre“ genetischen Ressourcen seien, welche die Nehmerländer haben wollen und mit denen gehandelt wird. Aus diesem Grund haben sie in der letzten Zeit Netzwerke entwickelt, um ihre Interessen besser vertraten zu können. Die CBD bezieht sich auf die indigene Bevölkerung in ihrem Artikel 8j.

Zwei weitere Akteure sind die Biotech-Firmen der Nehmerländer, welche vor allem an der Wahrung ihrer geistigen Eigentumsrechte und guten Handelsbedingungen interessiert sind, und die Nicht-Regierungs-Organisationen (Non-Governmental Organizations - NGOs), die als Wissensgemeinschaften zur Klärung schwieriger Sachverhalte beitragen und Informationen bereit stellen. Sie stehen dem TRIPS eher skeptisch gegenüber und setzen sich für die indigene Bevölkerung in den südlichen Ländern ein.

3. Welche zentralen Probleme ergeben sich beim ABS?

a) Problem 1: Der Zugang zu den genetischen Ressourcen - Access

Durch die Kritik der biodiversitätsreichen Länder des Südens, dass sich die biodiversitätsarmen Ländern des Nordens die genetischen Ressourcen ohne eine entsprechende Gegenleistung aneigneten („Biopiraterie“), wurde es nötig, den Zugang zu genetischem Material zu regeln. Dabei garantiert die CBD den Mitgliedstaaten nationale Souveränität über ihre Ressourcen, was nicht bedeutet, dass diese den einzelnen Staaten gehören, aber sehr wohl, dass sie Staaten das Recht dazu haben, Regeln im Umgang mit „ihren“ genetischen Ressourcen national festzulegen.

[...]


[1] http://www.cbd.int/convention/articles.shtml?a=cbd-01

[2] neben der allgemeinen Erhaltung der biologischen Vielfalt und ihrer nachhaltigen Nutzung

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Access & Benefit Sharing. Zentraler Konflikt der Convention on Biological Diversity (CBD)
Hochschule
Universität Kassel  (FB5)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
9
Katalognummer
V146856
ISBN (eBook)
9783640562237
ISBN (Buch)
9783656446941
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ABS, Access and Benefit Sharing, CBD, Probleme der CBD
Arbeit zitieren
Anika Weller (Autor), 2008, Access & Benefit Sharing. Zentraler Konflikt der Convention on Biological Diversity (CBD), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146856

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