Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Magdeburger Elfenbeinplatten. Die Magdeburger Elfenbeinplatten schmückten einst ein Kirchenmöbel, welches vermutlich von Otto I. anlässlich der Erhebung Magdeburgs 967 zum Erzbistum dem Magdeburger Dom gestiftet wurde. Heute sind sie im Metropolitan Museum in New York zu finden. Besonderes Interesse kommt hier den Tafeln zu, weil sie in ihrer Form nahezu einmalig sind und das einzige Bilddenkmal für die Gründung des Magdeburger Domes durch den Kaiser darstellen. Die ursprünglich etwa 40 bis 50 Platten, von denen lediglich 16 als erhalten bekannt sind, stellen die Heilsgeschichte Jesus Christus dar. Eine solch ausführliche bildliche Umsetzung einer biblischen Geschichte ist in der christlichen Kunst aus dieser Zeit kaum zu finden, und die Tatsache, dass wertvolles und seltenes Elfenbein das Material der Platten ist, macht diese nur noch bedeutsamer. Die Platten stellen in ihrem Inhalt dar, wie im 10. Jahrhundert die Heilsgeschichte gesehen und interpretiert wurde und bilden damit zusätzlich, neben dem künstlerischen Aspekt, ein wichtiges Zeugnis ihrer Zeit.
In dieser Hausarbeit werden die Platten sowohl äußerlich, als auch inhaltlich näher beschrieben. Der historische Hintergrund wird bewusst kurz gehalten, da er sonst den Rahmen der Arbeit überschreiten würde. Schließlich soll eine Einführung zum Thema der Magdeburger Elfenbeinplatten gegeben werden.
Besonders stütze ich mich in meinen Schilderungen und Beschreibungen auf Hermann Fillitz Buch „Die Gruppe der Magdeburger Elfenbeinplatten“, da Fillitz sich intensiv mit eben diesen beschäftigt hat und für mich die Grundlage bei der Bearbeitung des Themas liefert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kaiser Otto der Große und Das Erzbistum Magdeburg
2. Verwendung und Herkunft der Magdeburger Elfenbeinplatten
2.1 Ursprünglich Verwendung der Magdeburger Elfenbeinplatten
2.1.1 Weitere Verwendung der Magdeburger Elfenbeinplatten
2.2 Lokalisierung der Magdeburger Elfenbeinplatten
3. Nähere Beschreibung der einzelnen Magdeburger Elfenbeinplatten
3.1 Äußere Beschreibung der Platten
3.2 Die einzelnen Platten
3.2.1 Maiestas Domini
3.2.2 Traditio Legis
3.2.3 Die Heimsuchung Mariä
3.2.4 Der zwölfjährige Jesus im Tempel
3.2.5 Die Heilung des Besessenen von Gerasa
3.2.6 Der wunderwirkende Jesu
3.2.8 Die zweite wunderbare Brotvermehrung
3.2.8 Petrus fängt den Fisch mit den Doppeldrachmen für die Tempelsteuer (Mt. 17, 24-27)
3.2.9 Der Rangstreit unter den Jüngern
3.2.10 Die Auferweckung des Jünglings von Naim
3.2.11 Jesus im Haus des Simon
3.2.12 Jesus und die Ehebrecherin
3.2.13 Die Auferweckung des Lazarus
3.2.14 Die Geißelung und Verurteilung Jesu
3.2.15 Christus erscheint dem ungläubigen Thomas
3.2.16 der Sendungsauftrag an die Apostel
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das theologische Bildprogramm und den historischen Kontext der Magdeburger Elfenbeinplatten, die vermutlich anlässlich der Erhebung Magdeburgs zum Erzbistum im Jahr 967 gestiftet wurden. Ziel ist es, die künstlerische und inhaltliche Bedeutung dieser nahezu einmaligen Bildzeugnisse aus dem 10. Jahrhundert zu erschließen.
- Historischer Kontext unter Kaiser Otto I.
- Provenienz und ursprüngliche Funktion der Elfenbeinplatten
- Ikonographische Analyse der Heilsgeschichte
- Stilistische Einordnung in die ottonische Kunst
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Maiestas Domini
Die Maiestas Domini bildet die zentrale Platte der Magdeburger Elfenbeinplatten. Es ist die Platte, die die Kirchenschenkung des Kaisers dokumentiert. Den Hintergrund der Platte bildet ein Schachbrettmuster und in den Ecken der Rahmenleiste befinden sich jeweils ein Bohrloch. Im Mittelpunkt der Platte steht der auf der Sphiara thronende Jesus, mit den Füßen auf einem Regenbogen. Links von ihm, als kleinste Person im Bild ist Otto I. zu erkennen. Gekennzeichnet ist er durch die Krone mit dem einfachen Hochbügel, der die Ohren bedeckenden Haube und dem Reifen. Die Krone ist der Gegenstand auf der Platte, der am detailreichsten gestaltet wurde, wohl um sicher zu stellen, dass Otto der Große sofort erkannt wird. Als Anlass für diese Schenkung ist vermutlich die Erhebung zum Erzbistum Magdeburgs 967 zu sehen. Dafür spricht auch die Person hinter Otto, die den Heiligen Mauritius darstellt, der gleichsam der Patron der Magdeburger Domkirche ist. Es sieht so aus, als wolle Mauritius den Kaiser Jesu präsentieren. Hinter ihm steht ein Engel, der als Hl. Michael zu deuten ist. Rechts von Jesus stehen drei weitere Personen. Von ihnen ist nur Petrus zu deuten, da er den Schlüssel hält.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Magdeburger Elfenbeinplatten, deren heutiger Standort und die Bedeutung als einzigartiges Bilddenkmal.
1. Kaiser Otto der Große und Das Erzbistum Magdeburg: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen der Bistumsgründung und der Rolle von Kaiser Otto I.
2. Verwendung und Herkunft der Magdeburger Elfenbeinplatten: Diskussion über die ursprüngliche Funktion der Platten, ihre Verbreitung nach der Zerstörung des Kirchenmöbels sowie die kunsthistorische Lokalisierung.
3. Nähere Beschreibung der einzelnen Magdeburger Elfenbeinplatten: Detaillierte Analyse der materiellen Beschaffenheit und ikonographische Interpretation der einzelnen Szenen des Heilszyklus.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Platten als anschauliche Vermittlung der Heilsgeschichte und deren Bedeutung für die Kirchenkunst.
Schlüsselwörter
Magdeburger Elfenbeinplatten, Otto der Große, Erzbistum Magdeburg, Heilsgeschichte, ottonische Kunst, Maiestas Domini, Ikonographie, Mittelalter, Kirchenmöbel, Elfenbeinschnitzerei, christliche Kunst, Relief, Biblische Szenen, historisches Zeugnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Magdeburger Elfenbeinplatten, eine bedeutende Gruppe mittelalterlicher Elfenbeinschnitzereien, hinsichtlich ihrer Herkunft, Funktion und inhaltlichen Bedeutung.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit spannt den Bogen vom historischen Umfeld der ottonischen Bistumsgründung in Magdeburg bis hin zur detaillierten kunsthistorischen Beschreibung und inhaltlichen Deutung der einzelnen Platten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Einführung in das theologische Bildprogramm der Platten und deren Einbettung in den historischen Kontext der Stiftung durch Otto I.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die auf Basis vorliegender Fachliteratur, insbesondere von Hermann Fillitz, die Einzelbilder ikonographisch auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung zur Provenienz und eine detaillierte, fortlaufende Beschreibung der einzelnen Platten, die Szenen aus dem Leben Jesu zeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Magdeburger Elfenbeinplatten, Kaiser Otto I., ottonische Kunst, Heilsgeschichte und Ikonographie.
Warum wird die "Maiestas Domini" als zentrale Platte bezeichnet?
Sie dokumentiert bildhaft die Kirchenschenkung durch Otto I. und dient somit als inhaltliches Fundament für die Datierung und den Anlass der gesamten Stiftung.
Welche Bedeutung haben die Bohrlöcher auf den Platten?
Die Bohrlöcher liefern wichtige Indizien für die spätere, sekundäre Verwendung der Platten als Schmuck für Buchdeckel oder Reliquienschreine, was Rückschlüsse auf ihre Geschichte erlaubt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2007, Theologisches Bildprogramm und historischer Hintergrund der Magdeburger Elfenbeinplatten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147054