In der digitalisierten Welt, die von der allgegenwärtigen Nutzung sozialer Medien geprägt ist, haben Influencer:innen die Möglichkeit, das umweltfreundliche Verhalten ihrer Follower:innen durch persönliche Empfehlungen zu beeinflussen. Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss von Social-Media-Influencer:innen auf das Konsumverhalten, insbesondere im Kontext der Nachhaltigkeit. Dabei stehen die Babyboomer-Generation und die Generation Z im Fokus. Als Grundlage für die Analyse dienen die Erkenntnisse der Medienwirkungsforschung unter Berücksichtigung von Konzepten wie der Meinungsführerschaft und dem Multi-Step-Flow-Modell. Hierzu wird folgende Forschungsfrage gestellt: "Inwiefern beeinflussen Influencer:innen im Themenfeld Nachhaltigkeit das Konsumverhalten von Generation Z und Babyboomern?".
Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine quantitative Studie mit einer Stichprobe von 297 Teilnehmer:innen durchgeführt. Es wurde untersucht, inwieweit die Anregungen der Content Creator:innen das Konsumhandeln der untersuchten Generationen beeinflussen. Das Ziel bestand darin, ein umfassendes Verständnis für die Rolle von Social-Media-Influencer:innen im ökologischen Bereich zu entwickeln und potenzielle Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen den Altersgruppen zu identifizieren.
Die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zeigen auf, dass Content Creator:innen einen stärkeren Einfluss auf das Konsumverhalten der Generation Z im Bereich der Nachhaltigkeit ausüben als auf das der Boomer-Generation. Die Auswertung des Onlinefragebogens verdeutlicht, dass die jüngere Zielgruppe im Vergleich zu den Babyboomern empfänglicher für die Wirkung von Influencer:innen ist und eher dazu neigt, die empfohlenen klimafreundlichen Praktiken anzuwenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Vorstellung der Thematik
1.2. Relevanz und Forschungslücken
1.3. Zielsetzungen und Forschungsfrage
1.4. Aufbau
2. Definitionen
2.1. Definition Babyboomer
2.2. Definition Generation Z
2.3. Definition Konsumverhalten
3. Theoretischer Rahmen
3.1. S-O-R-Modell
3.2. Two-Step-Flow-Modell
3.2.1. Grundlage (The People’s Choice)
3.2.2. Zweistufiger Kommunikationsfluss
3.2.3. Definition Meinungsführer
3.2.4. Bedeutung des Two-Step-Flow-Modells und der Meinungsführerschaft im Forschungskontext
3.2.5. Kritik
3.3. Multi-Step-Flow-Modell
3.3.1. Mehrstufiger Kommunikationsfluss
3.3.2. Bedeutung des Multi-Step-Flow-Modells im Forschungskontext
3.4. Integration der theoretischen Grundlage zur Glaubwürdigkeit
3.4.1. Definition Glaubwürdigkeit
3.4.2. Grundlegende Konzepte zur Glaubwürdigkeit
3.4.3. Überprüfungspraxis der Glaubwürdigkeit
3.5. Vertrauen als soziales Konstrukt
3.5.1. Definition Vertrauen
3.5.2. Luhmanns Konzept von Vertrauen
3.5.3. Einflussfaktoren auf die Vertrauensbildung
3.6. Megatrends
3.7. Medien und ihr Einfluss auf die Meinungsbildung
4. Aktueller Forschungsstand
5. Hypothesen und Forschungsfragen
6. Methodik
6.1. Methodenwahl
6.2. Umfrage
6.3. Stichprobe
6.4. Ablauf der Datenerhebung
7. Umfrageergebnisse
8. Integration der Ergebnisse zur Glaubwürdigkeit
9. Diskussion
9.1. Hypothesenprüfung und Beantwortung der Forschungsfrage
9.2. Limitationen
9.3. Empfehlungen für zukünftige Forschung
9.4. Gütekriterien
10. Fazit
10.1. Zielsetzungen und Forschungsfrage
10.2. Einordnung in den Forschungsstand
10.3. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss von Social Media-Influencern auf das umweltbewusste Konsumverhalten im Vergleich zwischen der Generation Z und der Babyboomer-Generation. Sie analysiert, ob und inwieweit digitale Content Creator als Meinungsführer fungieren, wie ihre Glaubwürdigkeit wahrgenommen wird und ob sie tatsächlich Verhaltensänderungen bei den beiden Altersgruppen bewirken können.
- Wirkung von Social Media-Influencern auf ökologisches Konsumverhalten
- Vergleichende Analyse der Generation Z und der Babyboomer
- Rolle von Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei online vermittelten Empfehlungen
- Integration medienpsychologischer Theorien (S-O-R, Two-Step-Flow, Multi-Step-Flow)
- Empirische Untersuchung mittels quantitativer Online-Befragung
Auszug aus dem Buch
3.1. S-O-R-Modell
Diese Annahme erwies sich jedoch als nicht haltbar (ebd.; Tennert, 2016, S.20). Forscher stellten diesbezüglich fest, dass Personen, die dem gleichen Reiz ausgesetzt waren, unterschiedliche Verhaltensweisen zeigten (Musiol & Kühling, 2009, S.31). Aus diesem Grund wurde in den späten 1950er Jahren der Behaviorismus durch den Kognitivismus abgelöst (ebd.). Der Kognitivismus postuliert, dass gedankliche Prozesse unabhängig von einem Reiz stattfinden und eigenständig verlaufen (ebd.). Daher wurde das klassische S-R-Modell durch das Stimulus-Organismus-Response-Modell (S-O-R-Modell) erweitert, welches die vermittelten und eingreifenden Instanzen des Rezipienten berücksichtigt (Tennert, 2016, S.21).
Das S-O-R-Modell ermöglicht einen Einblick in die Black Box des Individuums, indem es sich explizit mit den internen Prozessen im Organismus auseinandersetzt (Schwarz & Hutter, 2012, S.49). Es beschreibt somit die Beziehung zwischen externen Stimuli, der internen Verarbeitung durch den Organismus und der darauffolgenden Reaktion. Die interne Verarbeitung umfasst dabei aktivierende Prozesse wie Emotionen, Motivation und Einstellungen sowie kognitive Prozesse wie Lernprozesse, Informationssuche und -verarbeitung (ebd., S.50). Ein Stimulus, beispielsweise ein Produkt oder ein Präventionsappel, wird also von dem Nutzer wahrgenommen, verarbeitet und interpretiert (ebd.). Dies löst die beschriebenen Prozesse im Organismus aus, die wiederum zu einer Reaktion führen, zum Beispiel in Form eines Kaufs, einer Verhaltensänderung oder Verhaltensaktivierung (ebd.).
Das Modell betont, dass die Wirkung von Medien nicht ausschließlich von den Stimuli selbst abhängt, sondern auch von der Verarbeitung und Interpretation durch den Organismus beeinflusst wird. Deshalb ist es möglich, dass Nutzer dieselben Medieninhalte unterschiedlich wahrnehmen und verschieden darauf reagieren. Allerdings sollte erwähnt werden, dass im S-O-R-Modell die „Wechselwirkung zwischen Umwelt und Person unberücksichtigt bleib[t]“ (Musiol & Kühling, 2009, S.32). Dies bedeutet, dass eine Person als ein passiver Empfänger von Reizen betrachtet wird und ihr Verhalten lediglich als eine Reaktion auf vorgegebene Stimuli angesehen wird (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der medienvermittelten Beeinflussung des umweltbewussten Konsumverhaltens bei verschiedenen Generationen.
2. Definitionen: Abgrenzung und Definition der Zielgruppen Generation Z und Babyboomer sowie des Begriffs Konsumverhalten.
3. Theoretischer Rahmen: Darstellung der medienpsychologischen Fundamente wie S-O-R-Modell, Two-Step-Flow-Modell und Multi-Step-Flow-Modell.
4. Aktueller Forschungsstand: Überblick über bisherige Studien zum Einfluss von Online-Medien und Influencern auf nachhaltiges Verhalten.
5. Hypothesen und Forschungsfragen: Formulierung der wissenschaftlichen Hypothesen und Leitfragen der Arbeit.
6. Methodik: Beschreibung des quantitativen Forschungsansatzes mittels Online-Fragebogen.
7. Umfrageergebnisse: Präsentation und Analyse der empirischen Daten.
8. Integration der Ergebnisse zur Glaubwürdigkeit: Verknüpfung der Primärdaten mit den Erkenntnissen zur Glaubwürdigkeitsforschung.
9. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse und Abgleich mit der bestehenden Literatur.
10. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Konsumverhalten, Nachhaltigkeit, Social Media-Influencer, Generation Z, Babyboomer, Medienwirkung, Glaubwürdigkeit, Vertrauen, digitale Meinungsführer, Klimaschutz, S-O-R-Modell, Kaufentscheidung, Online-Umfrage, parasoziale Beziehungen, Umweltbewusstsein.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Diese Masterarbeit analysiert den Einfluss von Social Media-Influencern auf das umweltbewusste Konsumverhalten der Generation Z und der Babyboomer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit verknüpft Medienwirkungsforschung, Nachhaltigkeitskommunikation und Konsumentenpsychologie, mit einem Fokus auf die Rolle digitaler Meinungsführer.
Welches primäre Forschungsziel verfolgt die Thesis?
Das Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Nachhaltigkeitsverhalten beider Generationen zu identifizieren und zu untersuchen, ob Influencer als wirksame Multiplikatoren für ökologische Konsummuster dienen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wurde eine quantitative empirische Studie in Form einer standardisierten Online-Befragung mit 297 Teilnehmern durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu Kommunikationsmodellen und Glaubwürdigkeit sowie einen empirischen Teil, in dem die Umfrageergebnisse ausgewertet und diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind neben den Zielgruppen auch Begriffe wie "digitale Meinungsführer", "nachhaltiges Konsumverhalten" und "mediale Glaubwürdigkeit".
Warum wird zwischen Generation Z und Babyboomern unterschieden?
Die Zielgruppen unterscheiden sich historisch, sozial und technisch – die Generation Z als "Digital Natives" weist eine andere Medienaffinität auf als die Babyboomer, was die Untersuchung auf unterschiedliche Beeinflussungsmuster prüft.
Wie bewerten die Generationen die Glaubwürdigkeit von Influencern?
Beide Generationen messen der Glaubwürdigkeit hohe Bedeutung bei, wobei die Babyboomer der digitalen Kommunikation gegenüber deutlich skeptischer eingestellt sind als die Generation Z.
Können Content Creator tatsächlich das Verhalten ändern?
Die Studie belegt eine stärkere Verhaltensbeeinflussung bei der jüngeren Generation Z durch Influencer-Inhalte, während die Beeinflussung bei den Babyboomern signifikant geringer ausfällt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2024, Der Einfluss von Influencern im Bereich Nachhaltigkeit auf das Konsumverhalten der Generation Z und der Babyboomer. Eine vergleichende Studie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1471616