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Die Interessenvermittlung französischer Bauern in der V. Republik im Rahmen der Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen

Titre: Die Interessenvermittlung französischer Bauern in der V. Republik im Rahmen der Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 33 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Thomas Kresin (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die immer wieder aufflammende Diskussion um EU-Agrarsubventionen, von denen aus
historischen Gründen heute besonders Frankreich profitiert, und die von Zeit zu Zeit
auftretenden spektakulären bis gewalttätigen Proteste französischer Bauern haben den
französischen Agrarsektor vor allem in der Vergangenheit ins Licht der Öffentlichkeit
gerückt. Erstaunlich scheint, dass diese oft illegale und wohl gerade deshalb medienwirksame
Art, ein landwirtschaftlich motiviertes Anliegen vorzubringen, in Frankreich
mitunter von Erfolg gekrönt ist und meist von staatlicher Seite toleriert wird.
In der vorliegenden Arbeit soll also geklärt werden, ob es tatsächlich zutrifft, dass der
französische Agrarsektor in der V. Republik, wie in Clive S. Thomas Typologie zum
Verhältnis zwischen Parteien und Interessengruppen in liberalen Demokratien
beschrieben, eher zum Kooperationsmodel im Verhältnis von Parteien und Interessengruppen
tendiert, denn:
"In fact, by deduction from existing studies, the vast number of interest groups in any
society likely have no or very little contact with political parties and seek political
influence through other channels."
Literatur zum politischen System der V. Republik, zu einzelnen Parteien und zur
Landschaft der Interessengruppen im Allgemeinen – lediglich im Sinne einer
Beschreibung ihrer Ziele und Ideologien – ist reichlich vorhanden, landwirtschaftliche
Interessengruppen dagegen werden meist undifferenziert als eine agrarische Bewegung
entweder im europäischen Kontext dargestellt oder im nationalen Vergleich mit anderen
Interessengruppen behandelt. Zudem werden die Beziehungen der Gruppen zum Staat
bei ihrer Beschreibung meist vernachlässigt, von Parteien ganz zu schweigen. Die
aktuellste empirische Studie hierzu – wieder auf das gesamte Spektrum der Interessengruppen
bezogen – liefert Wilson, allerdings liegt auch sein Interesse auf der Interaktion
zwischen Gruppen und Staat, während einzelne Parteien kaum erwähnt werden. Somit
mussten die hier angeführten Daten aus verschiedenen Quellen zusammengefügt
werden, die landwirtschaftliche Gruppen immer nur als Teil einer Gesamtdarstellung
des Themenbereichs Interessenverbände abhandeln und Parteien wenig Aufmerksamkeit
schenken.
Die Untersuchung der Agrarverbände beschränkt sich aus praktischen Gesichtspunkten
auf die größten und einflussreichsten...

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen in liberalen Demokratien

2.1. Die "Big Players"

2.2. Determinanten für die Beziehungen zwischen Parteien und Interessengruppen

2.3. Die sieben Formen der Beziehungen zwischen Parteien und Interessengruppen

3. Landwirtschaftliche Interessengruppen in Frankreich

3.1. Vorstellung der wichtigsten landwirtschaftlichen Verbände

3.2. Determinanten für die Beziehungen zwischen Parteien und Interessengruppen im Fall französischer Agrarbewegungen

3.2.1. Politische Kultur und politische Ideologie

3.2.2. Gegenwärtiger Stand der sozioökonomischen Entwicklung

3.2.3. Gegenwärtiger Stand der politischen Entwicklung

3.2.4. Zentralisierung bzw. Dezentralisierung staatlicher Politikgestaltung

3.2.5. Die regierende Partei oder Koalition

3.2.6. Art des Wahlsystems

3.3. Zusammenfassung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht, ob das Verhältnis zwischen französischen Agrarverbänden und Parteien in der V. Republik dem von Clive S. Thomas beschriebenen Kooperationsmodell entspricht. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die tatsächliche politische Einflussnahme dieser Interessengruppen unter Berücksichtigung systemischer Determinanten.

  • Analyse der Theorie von Clive S. Thomas zu Interessenvermittlung und Parteibeziehungen
  • Darstellung der wichtigsten landwirtschaftlichen Verbände in Frankreich (u.a. FNSEA, CNJA)
  • Untersuchung systemischer Determinanten wie politischer Kultur, Wahlsystem und Dezentralisierung
  • Evaluation des Einflusses der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf die Verbandsstrategien
  • Überprüfung der Relevanz des Kooperationsmodells für den französischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Politische Kultur und politische Ideologie

Historisch gesehen hat der volonte´ générale Rousseaus dazu beigetragen, dass sich in Frankreich kein organisiertes, schlagkräftiges Verbandswesen entwickeln konnte und so ist ein Erbe der Französischen Revolution und des darauf folgenden über hundertjährigen Organisationsverbots der heutige Organisationspluralismus und der innerorganisatorische Dezentralismus. "Der Pluralismus erweist sich heute bei allen Bestrebungen, einfach strukturierte Kooperationsbeziehungen zwischen Staat und Verbänden herzustellen, als Hindernis." So verhindert beispielsweise ein ideologischer Pluralismus im Bereich der Agrarverbände die Formulierung eines einheitlichen Standpunkts aller französischen Landwirte und schmälert dadurch ihren Einfluss.

Hierbei haben linke Gruppierungen kaum Hemmungen, ihre Sympathie für ideologisch gleichgesinnte Parteien offen zur Schau zu stellen (z.B. MODEF und Kommunisten), wohingegen die konservativen Organisationen, vor allem FNSEA und CNJA, offiziell einen apolitischen Standpunkt vertreten, was in Frankreich gemeinhin als "versteckte" konservative Haltung erachtet wird. Die mit dieser ideologischen Zersplitterung einhergehende Unfähigkeit vor allem der kleineren Gruppen, Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, kommt in Frankreich mitunter auf spezielle Weise zum Ausdruck, wenn landwirtschaftliche Interessengruppen ihren Forderungen Nachdruck verleihen wollen.

"Sie wissen, dass Gewalt sich auszahlt und es wirkungsvoller ist, Schaufenster einzuschlagen, als an einem Prüfungsverfahren über die Gemeinnützigkeit eines Vorhabens teilzunehmen."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, warum französische Agrarverbände trotz theoretischer Annahmen häufig zu Protest und nicht zu direkter Kooperation mit Parteien neigen.

2. Die Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen in liberalen Demokratien: Dieses Kapitel erläutert die Typologie von Clive S. Thomas, einschließlich der Definition von "Big Players" und den sieben Beziehungsmodellen zwischen Parteien und Verbänden.

3. Landwirtschaftliche Interessengruppen in Frankreich: Dieses zentrale Kapitel analysiert die wichtigsten französischen Agrarverbände und wendet die systemischen Determinanten (wie politische Kultur, Sozioökonomie und Wahlsystem) auf ihre Interaktionen an.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der französische Agrarsektor nicht dem Kooperationsmodell von Thomas folgt, da die Verbände eher die direkte Interaktion mit Ministerien und Bürokratie suchen als eine parteipolitische Anbindung.

Schlüsselwörter

Interessenvermittlung, Agrarverbände, Frankreich, V. Republik, Parteien, Clive S. Thomas, Kooperationsmodell, politische Kultur, Landwirtschaft, Lobbying, Interessengruppen, politisches System, Agrarpolitik, Wahlsystem, Bürokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Beziehungsgeflecht zwischen französischen landwirtschaftlichen Interessengruppen und politischen Parteien innerhalb des Systems der V. Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Theorie der Interessenvermittlung von Clive S. Thomas, die Charakteristika französischer Agrarverbände und die systemischen Bedingungen, die politische Einflussnahme prägen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es zu klären, ob der französische Agrarsektor der Typologie des Kooperationsmodells entspricht oder ob andere Formen der Interessenvertretung dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch geleitete Analyse durchgeführt, bei der spezifische systembezogene Determinanten (14 Faktoren nach Thomas) auf den französischen Agrarsektor angewandt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die wichtigsten Agrarverbände, deren Organisation und die Auswirkungen politischer Faktoren wie das Wahlsystem, die Dezentralisierung und die Regierungsstruktur auf deren Handlungsspielraum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Interessenvermittlung, Agrarverbände, V. Republik, politisches System, Kooperationsmodell und die spezifische Rolle der Ministerialbürokratie.

Warum spielt die Bürokratie eine so wichtige Rolle für die Verbände?

Da Frankreich ein zentralistisches System mit "Präsidialdominanz" aufweist, verliert der formale parlamentarische Weg für Interessengruppen an Bedeutung, weshalb der direkte Zugang zum Ministerium zur wichtigsten Einflussquelle wird.

Welchen Einfluss hat das französische Wahlsystem auf Agrarverbände?

Das Mehrheitswahlsystem verhindert die Entstehung einer spezifischen "Agrarpartei" und zwingt die Verbände dazu, sich pragmatisch mit den bestehenden politischen Machtblöcken zu arrangieren oder diese zu umgehen.

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Résumé des informations

Titre
Die Interessenvermittlung französischer Bauern in der V. Republik im Rahmen der Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen
Université
University of Passau  (Philosophische Fakultät)
Cours
Parteien und Interessengruppen in Europa - Feinde oder Verbündete?
Note
1,0
Auteur
Thomas Kresin (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
33
N° de catalogue
V147234
ISBN (ebook)
9783640571567
ISBN (Livre)
9783640571710
Langue
allemand
mots-clé
Interessenvermittlung Bauern Republik Rahmen Theorie Clive Thomas Verhältnis Parteien Interessengruppen
Sécurité des produits
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Citation du texte
Thomas Kresin (Auteur), 2008, Die Interessenvermittlung französischer Bauern in der V. Republik im Rahmen der Theorie von Clive S. Thomas zum Verhältnis von Parteien und Interessengruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147234
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Extrait de  33  pages
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