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Erinnerungsort Karl-Marx-Allee

Titre: Erinnerungsort Karl-Marx-Allee

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 23 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Julia Wolke (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Après-guerre, La Guerre froide
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Ansatz dieser Arbeit basiert auf dem Konzept der lieux de mémoire von Pierre Nora. In Deutschland wurden hieraus von Etienne Francois und Hagen Schulze die "Erinnerungsorte" entwickelt. Es soll darum gehen, die Berliner Karl-Marx-Allee als ein Bauensemble mit einem Überschuß an symbolischer Bedeutung und als Kristallisationskern des kollektiven Gedächtnisses zu beschreiben, eben als Erinnerungsort. Die Arbeit ist chronologisch aufgebaut. Der Schwerpunkt liegt auf den 1950er Jahren, in denen der Nimbus und Symbolgehalt der Allee als Wahrzeichen für den sozialistischen Anspruch der DDR entsteht. Im folgenden Kapitel wird ein kurzer Blick auf die neue Allee geworfen, den zweiten Bauabschnitt, der in den 1960er Jahren entsteht. Es soll untersucht werden, welche symbolische Aufladung dieser Teil erfährt, inwiefern er im kollektiven Gedächtnis verankert ist und ob er überhaupt zum Erinnerungsort Karl-Marx-Allee dazugehört. Abschließend geht es um die Wahrnehmungsverschiebungen in der Nachwendezeit. Vorangestellt werden einige Überlegungen dazu, wie sich das Ende der DDR auf Identität und Erinnerung ihrer Bewohner auswirkte. Mit der Konzentration auf eine ostdeutsche Perspektive wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die Allee im kollektiven Gedächtnis der verschiedenen Generationen hat und welchen Beitrag sie zur Identitätsstiftung leisten kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Stalinallee der 1950er Jahre

2.1 Das Selbstverständnis der jungen DDR im Spiegel der Architektur

2.2 Symbol für den „Aufbau des Sozialismus“

2.3 Nutzung der Allee in der Propaganda

2.4 Reaktionen auf die Allee im Westen

2.5 Die Ereignisse um den 17. Juni 1953

3. Die Karl-Marx-Allee der 1960er Jahre

3.1 Der neue Teil löst die alte Allee ab

3.2 Neue Allee – neue Zeit?

3.3 Warum die neue Allee nicht im kollektiven Gedächtnis verankert ist

4. Die Karl-Marx-Allee in der Nachwendezeit

4.1 Keine gemeinsame Erinnerung

4.2 Erinnerungen dreier Generationen

4.3 Sanierung der Allee – Erhalt des Erinnerungsortes

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Karl-Marx-Allee (ehemals Stalinallee) als „Erinnerungsort“ unter Anwendung des Konzepts der lieux de mémoire von Pierre Nora. Ziel ist es, die symbolische Bedeutung des Bauensembles sowie dessen Rolle als Kristallisationspunkt im kollektiven Gedächtnis der DDR und über deren Ende hinaus zu analysieren.

  • Architektur als Ausdruck des sozialistischen Selbstverständnisses
  • Die Stalinallee als Propagandainstrument und Identitätssymbol
  • Wahrnehmungsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland
  • Die Verknüpfung (bzw. Nicht-Verknüpfung) mit dem 17. Juni 1953
  • Generationenspezifische Erinnerungen und Identitätsstiftung

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Selbstverständnis der jungen DDR im Spiegel der Architektur

Bei einer ersten Annäherung an die Allee über ihr äußeres Erscheinungsbild, über ihre Architektur soll es nicht darum gehen, kunsthistorische oder städteplanerische Debatten zu rekonstruieren. Vielmehr stellt sich die Frage, welche Symbolik bereits in der Architektur angelegt ist. Was wollten die Auftraggeber und Architekten mit dieser Formensprache zum Ausdruck bringen? Dass sie ganz bewußt ein Bauwerk mit großer Ausstrahlung schaffen wollten, ein Monument, das provoziert und polarisiert, steht außer Frage. Die verschiedenartigen Bewertungen und Interpretationen zeigen, dass ihnen dies durchaus gelungen ist.

Die markante Architektur der Allee, bezeichnet als sozialistischer Realismus, Stalinstil oder Zuckerbäckerstil, sticht nicht nur sofort ins Auge, sie hat sich eingebrannt ins visuelle Gedächtnis. Sie gibt Antworten auf die Frage nach der Identität des jungen Staates DDR. Identität bezieht sich immer auf die Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Man könnte gleichsam die Fragen stellen: woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir? Welches Selbstbild konstruieren die Machthaber also mit dieser Straße?

Die Stalinallee ist zunächst ein politisches Bekenntnis zur Sowjetunion. Sie folgt in ihrem Baustil dem sozialistischen Realismus oder Klassizismus, der ab den 1930er Jahren in der Sowjetunion verwirklicht wurde. Die Ähnlichkeit mit der Moskauer Lomonossow-Universität beispielsweise ist verblüffend. Diese Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr, zur Vorbereitung des Wiederaufbaus nach dem Krieg unternahm eine Regierungsdelegation der DDR 1950 eine Studienreise in die Sowjetunion. Nun wurde ihr dort sicherlich nicht schlichtes Kopieren nahe gelegt, dennoch scheint die vorgefundene Architektur starken Einfluß auf spätere Planungsentscheidungen gehabt zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der theoretischen Herangehensweise und der Zielsetzung der Arbeit, die Allee als Erinnerungsort und identitätsstiftendes Bauensemble zu untersuchen.

2. Die Stalinallee der 1950er Jahre: Analyse des architektonischen Symbolgehalts, der propagandistischen Nutzung und der Identitätsstiftung durch das als "sozialistisch" definierte Bauvorhaben.

3. Die Karl-Marx-Allee der 1960er Jahre: Untersuchung des zweiten Bauabschnitts, der architektonisch und städtebaulich mit dem ersten bricht und warum dieser im kollektiven Gedächtnis kaum verankert ist.

4. Die Karl-Marx-Allee in der Nachwendezeit: Betrachtung der Erinnerungskultur nach dem Ende der DDR, aufgefächert nach Generationen sowie der Sanierung und Erhaltung der Allee.

5. Ausblick: Reflexion über die zukünftige Entwicklung der Erinnerung an die Allee im Kontext der deutschen Geschichte und die mögliche Wandlung kollektiver Gedächtnisprozesse.

Schlüsselwörter

Karl-Marx-Allee, Stalinallee, DDR, Erinnerungsort, Architektur, sozialistischer Realismus, kollektives Gedächtnis, Ostalgie, 17. Juni 1953, Identität, Städtebau, Propaganda, Nachwendezeit, Bauensemble, Aufbaugesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Karl-Marx-Allee als "Erinnerungsort" und untersucht, welche symbolischen Bedeutungen mit ihr verknüpft sind und wie sich diese in verschiedenen historischen Phasen sowie bei unterschiedlichen Generationen im kollektiven Gedächtnis niedergeschlagen haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die architektonische Symbolik des sozialistischen Aufbaus, die politische Vereinnahmung der Straße in der Propaganda, die Differenzen in der ost- und westdeutschen Wahrnehmung sowie der Umgang mit dem Bauensemble nach 1990.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Status der Allee als Ort der Identitätsstiftung für die DDR-Bürger zu beschreiben und zu hinterfragen, inwiefern sie diese Rolle über den Systemumbruch hinaus beibehalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf das kulturwissenschaftliche Konzept der "lieux de mémoire" (Erinnerungsorte) nach Pierre Nora, um die symbolische Aufladung und die Veränderungsprozesse im Gedächtnis diskursiv zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Ära des Stalinstils der 1950er Jahre, die Wende zum Plattenbau in den 1960er Jahren und die Reflexion über die Bedeutung der Allee in der Zeit nach der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Karl-Marx-Allee, Erinnerungsort, DDR, sozialistischer Realismus, kollektives Gedächtnis und Ostalgie beschreiben.

Warum wird der 17. Juni 1953 im Kontext der Allee thematisiert?

Die Arbeit untersucht, warum die Stalinallee im westdeutschen Gedächtnis eng mit dem Arbeiteraufstand verknüpft wurde, obwohl diese Verknüpfung in der ostdeutschen Wahrnehmung und den historischen Fakten vor Ort kaum eine Rolle spielte.

Gibt es einen Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Bauabschnitt?

Ja, laut Autorin gibt es einen markanten Bruch. Während der erste Teil (1950er) stark symbolisch und identitätsstiftend aufgeladen war, folgte der zweite Teil (1960er) einem ökonomischen Zweckkalkül und entwickelte keinen vergleichbaren Symbolwert.

Wie bewertet die Arbeit die Sanierung der Allee nach der Wende?

Die Sanierung wird als behutsam gewürdigt, da man auf eine "Korrektur" der DDR-Geschichte durch bauliche Veränderungen verzichtete und die Allee als Teil des baulichen Erbes respektierte.

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Résumé des informations

Titre
Erinnerungsort Karl-Marx-Allee
Université
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Cours
HS Deutsche Erinnerungsorte im Stadtbild Berlins
Note
1,0
Auteur
Julia Wolke (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
23
N° de catalogue
V147382
ISBN (ebook)
9783640581283
ISBN (Livre)
9783640581795
Langue
allemand
mots-clé
Kollektives Gedächtnis Erinnerungsort lieux de mémoire Berlin DDR
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julia Wolke (Auteur), 2007, Erinnerungsort Karl-Marx-Allee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147382
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Extrait de  23  pages
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