Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen die beiden wichtigsten und verbreitetsten psychogenen Eßstörungen: die Anorexie und die Bulimie. Ausgehend von statistischen Daten des Auftretens wird der Krankheitsverlauf anhand der wichtigsten Symptome und anhand von Fallbeispielen dokumentiert. Auf differentialdiagnostische Besonderheiten, pathophysiologische Folgeerscheinungen und den engen Zusammenhang zwischen den beiden Eßstörungen wird ebenfalls hingewiesen.
Schlagworte: Anorexia nervosa - Bulimarexie - Dysorexie-Dysponderosis-Kontinuum - Simmonds' Kachexie - Bulimia nervosa.
Inhaltsverzeichnis
ZUSAMMENFASSUNG
1. ANOREXIA NERVOSA
1.1. Kriterien
1.2. Symptomatik
1.3. Bulimarexie
1.4. Simmonds' Kachexie
1.5. Prognose und Epidemiologie
2. Bulimia nervosa
2.1. Kriterien/Auftreten
2.2. Symptomatik
2.3. Verlauf
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet einen wissenschaftlichen Überblick über die beiden verbreitetsten psychogenen Eßstörungen, Anorexia nervosa und Bulimia nervosa, und untersucht deren Symptomatik sowie den typischen Krankheitsverlauf anhand von Fallbeispielen.
- Klinische Kriterien und Symptomatik der Anorexia nervosa
- Die Pathologie der Bulimia nervosa
- Differentialdiagnostische Abgrenzung (z.B. zu Simmonds' Kachexie)
- Physiologische Folgeerscheinungen und Komplikationen
- Der Zusammenhang im Dysorexie-Dysponderosis-Kontinuum
Auszug aus dem Buch
1.2. Symptomatik
Die Bezeichnung Anorexie (d.i. Appetitlosigkeit) ist eigentlich irreführend, denn die Symptomatik der Anorexia nervosa ist gekennzeichnet durch die massive Weigerung der Patienten, zu essen. "Hungern war etwas, das mir alleine gehörte" (Luczak, 1990), berichtet eine ehemalige Patientin. Es ist also nicht Appetitlosigkeit im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr ein Akt des Willens, die Nahrung zu verweigern. Eine zentrale Stellung nimmt die große Angst vor Gewichtszunahme ein; Magersüchtige sind daher in Gedanken fast immer mit dem Essen beschäftigt. Dies kann auf verschiedenste Weise geschehen: Die Betroffenen bekochen die Familie, sammeln Rezepte oder laufen stundenlang an Auslagen von Konditoreien vorbei, ohne in all diesen Fällen selbst jemals wirklich zu essen.
Andere gehen noch einen Schritt weiter: Sie kaufen Süßigkeiten ein und horten sie zuhause wie einen heimlichen Schatz, den sie ab und zu anschauen, manchmal sogar berühren, beriechen, niemals aber essen. Eine Patientin, die sogar in andere Städte fuhr, um sich mit Süßwaren aller Art einzudecken, berichtet:
"Ich legte mir ein riesiges Süßwarenlager an und hatte den Traum, eines Tages all diese Sachen, nach denen ich mich so sehr sehnte, essen zu können; dann, wenn ich noch weiter an Gewicht abgenommen hatte" (Gerlinghoff, 1993).
Zusammenfassung der Kapitel
ZUSAMMENFASSUNG: Ein kurzer Überblick über die Relevanz der untersuchten Eßstörungen und der Hinweis auf die behandelten Schwerpunkte wie Symptomatik, Fallbeispiele und Pathophysiologie.
1. ANOREXIA NERVOSA: Dieses Kapitel beschreibt die historischen Hintergründe, die diagnostischen Kriterien sowie das komplexe psychologische und körperliche Symptombild der Magersucht.
1.1. Kriterien: Fokus auf die betroffenen Altersgruppen, die statistische Häufigkeit in der Bevölkerung und die Mortalitätsrate.
1.2. Symptomatik: Detaillierte Darstellung des gestörten Essverhaltens, der Angst vor Gewichtszunahme und der psychischen Disposition der Patienten.
1.3. Bulimarexie: Erläuterung der fließenden Übergänge zwischen Anorexie und bulimischen Verhaltensweisen sowie der Bedeutung des Medikamentenmissbrauchs.
1.4. Simmonds' Kachexie: Abgrenzung der Anorexia nervosa von dieser organisch bedingten Hypophyseninsuffizienz.
1.5. Prognose und Epidemiologie: Betrachtung der Heilungschancen sowie der geographischen und kulturellen Verbreitung der Krankheit.
2. Bulimia nervosa: Einführung in das Krankheitsbild der Bulimie, ihre Definition und ihre Einordnung in psychiatrische Klassifikationssysteme.
2.1. Kriterien/Auftreten: Untersuchung der Begriffsherkunft, der diagnostischen Definitionen und der Schwierigkeit, die tatsächliche Häufigkeit zu bestimmen.
2.2. Symptomatik: Beschreibung des Teufelskreises aus Essanfällen und Entleerung sowie der gravierenden körperlichen Folgeschäden.
2.3. Verlauf: Dokumentation des typischen Ablaufs eines Essanfalls, der Rolle der Schuldgefühle und des psychischen Drucks auf die Betroffenen.
Schlüsselwörter
Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Eßstörung, Symptomatik, Krankheitsverlauf, Dysorexie, Dysponderosis, Magersucht, Bulimarexie, Simmonds' Kachexie, Essanfall, Erbrechen, Laxantienabusus, Psychogenese, Körperbildstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die beiden psychogenen Eßstörungen Anorexia nervosa und Bulimia nervosa unter besonderer Berücksichtigung ihrer Symptomatik und ihres Krankheitsverlaufs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den klinischen Kriterien, den körperlichen und psychischen Symptomen, der differentialdiagnostischen Abgrenzung sowie den langfristigen Prognosen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Verhalten von Betroffenen zu schaffen und die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede der beiden Störungsbilder aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse klinischer Standards und verbindet diese mit Fallbeispielen, um die theoretischen Aspekte zu illustrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte klinische Betrachtung der Anorexia nervosa und der Bulimia nervosa, inklusive ihrer jeweiligen Symptomzyklen und Komplikationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, Dysorexie-Dysponderosis-Kontinuum, Essanfälle, körperliche Folgeerscheinungen und Magersucht.
Was unterscheidet die Anorexia nervosa von der Simmonds' Kachexie?
Während die Anorexia nervosa primär psychogen bedingt ist und oft mit Hyperaktivität einhergeht, hat die Simmonds' Kachexie organische Ursachen (Hypophyseninsuffizienz) und zeigt sich eher durch Adynamie.
Wie lässt sich das Dysorexie-Dysponderosis-Kontinuum verstehen?
Es handelt sich um ein Modell, das verschiedene Formen von Essstörungen (vom Fasten bis zur extremen Adipositas) auf einer Skala des Körpergewichts und des Verhaltens zueinander in Beziehung setzt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Anorexie und Bulimie manchmal schwierig?
Da 60% der Anorektiker im Verlauf ihrer Krankheit bulimische Züge entwickeln, gibt es fließende Übergänge (Bulimarexie), was eine klare Trennung im Einzelfall erschwert.
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- Mag. Arno Krause (Author), 2000, Die beiden Eßstörungen Anorexie und Bulimie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147794