Diese Arbeit soll die Grundlagen des Multiprojektmanagements aufzeigen. Zunächst werden wichtige Grundbegriffe erläutert und es wird auf die Entstehung des Multiprojektmanagements eingegangen. In diesem Zusammenhang werden die Herausforderung des Multiprojektmanagements erläutert und die Phasen der Projektpriorisierung vorgestellt. Im dritten Abschnitt werden zwei Fallbeispiele aus der Praxis vorgestellt wie Unternehmen Multiprojektmanagement umgesetzt haben. Anschließend werden Vorschläge für die Firmengruppe IST zur Umsetzung des Multiprojektmanagements vorgestellt. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Fazit ab.
Projekte spielen eine immer bedeutender werdende Rolle. Dies trifft nicht nur auf Unternehmen zu, sondern auch auf die gesamte Gesellschaft. Laut einer Studie der GPM beträgt der Anteil der Projektarbeit gemessen an der Gesamtarbeitszeit bereits mehr als ein Drittel. Die Studie belegt den ansteigenden Trend der Bedeutung von Projektarbeit. Dies führt zu einer Entwicklung in welche Unternehmen nicht nur einzelne Projekte sukzessive durchführen können, sondern zeigt die Notwendigkeit mehrere Projekte parallel durchführen zu können. Projektmanagement ist aber kein Phänomen des 20. Jahrhunderts, bereits von Römern und Griechen wurde Projektmanagement bei der Errichtung von Straßen und Wasserversorgungen eingesetzt. Zum Ende der 1990er Jahre wurde aufgrund der steigenden Zahl parallel laufender Projekte ein Konzept zur Steuerung von Multiprojektsituationen entwickelt und eingeführt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Theoretische Grundlagen
- 2.1 Allgemeine Definitionen
- 2.1.1 Projekt
- 2.1.2 Projektportfolio
- 2.1.3 Stakeholder
- 2.1.4 Projektmanagement
- 2.1.5 Multiprojektmanagement
- 2.2 Entstehung des Multiprojektmanagements
- 2.3 Herausforderungen
- 2.4 Phasen der Projektpriorisierung
- 2.1 Allgemeine Definitionen
- 3 Fallbeispiele
- 3.1 Arithnea GmbH
- 3.2 Brita GmbH
- 4 Vorschläge für die Firmengruppe IST
- 5 Zusammenfassung und Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Multiprojektmanagements und erarbeitet ein Konzept für dessen Einführung am Beispiel der Firmengruppe IST. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Multiprojektmanagement effektiv in einem Unternehmensumfeld implementiert werden kann, um eine Vielzahl parallel laufender Projekte effizient zu steuern und bestehende Herausforderungen zu meistern.
- Erklärung grundlegender Begriffe und Konzepte des Multiprojektmanagements.
- Analyse der Entstehung und der spezifischen Herausforderungen im Multiprojektmanagement.
- Darstellung von Phasen und Methoden zur Priorisierung von Projekten innerhalb eines Portfolios.
- Präsentation von Fallbeispielen erfolgreicher Multiprojektmanagement-Implementierungen in Unternehmen.
- Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen für die Firmengruppe IST zur Einführung eines Multiprojektmanagements.
Auszug aus dem Buch
2.3 Herausforderungen
Die Priorisierung einzelner Projekte im Rahmen des Multiprojektmanagements erlaubt eine bessere Steuerung und Kontrolle des gesamten Projektportfolios. Um diese Priorisierung erfolgreich durchführen zu können sind allerdings zuerst einige Herausforderungen zu meistern welche im Folgenden vorgestellt werden.
Die erste Herausforderung ist die fehlende Transparenz über die gesamte Projektlandschaft. Informationen und Daten müssen für alle Projekte vorhanden sein. Das Fehlen dieser Daten kann sonst zu Fehlentscheidungen führen. Um die einzelnen Projekte effizient zu organisieren ist zudem eine Vordefinition dieser vorzunehmen. Ein weiteres Problem kann hier durch eine unzureichende Unterstützung durch informationstechnische Lösungen sein. Dies kann zu fehlender Transparenz und neuen Problemen führen. Als zweite Herausforderung soll das Ressourcenmanagement genannt werden. Die Ressourcen eines Unternehmens sind beschränkt. Dies bedeutet, dass bei falscher Planung dieser zeitlichen Verzögerungen entstehen können. Fehlende Transparenz führt dazu, dass Ressourcen falsch verteilt werden und dadurch Verzögerungen entstehen. Erfolgreiches Multiprojektmanagement macht sich Synergieeffekte zu Nutze. Werden diese Synergien nicht erkannt führt dies zu einer ineffizienten Nutzung von Personal und Ressourcen. Eine weitere Herausforderung ist das Vorhandensein von eindeutigen Informationen über die Unternehmensstrategie. Die Unternehmensstrategie bildet die Grundlage für die Bewertungskriterien der Einzelprojekte und damit auch dem gesamten Projektportfolio.10
Eine weitere Herausforderung ist die Prozessintegration der einzelnen Multiprojektmanagementprozesse in die Ablauforganisation des Unternehmens. Einerseits müssen die für die Multiprojektsteuerung notwendigen Prozesse mit den übergeordneten Prozessen der strategischen Planung verknüpft werden. Der zweite Punkt ist die Integration in die operativen Projektmanagementprozesse auf der Ebene der einzelnen Projekte.11
Weitere Probleme die im Rahmen des Multiprojektmanagements auftreten können sind unter anderem das Abteilungsdenken, welches dazu führt, dass einzelne Abteilungen nur die eigenen Ziele im Blick haben, aber nicht das Gesamtprojekt. Des Weiteren können Abhängigkeiten der Projekte untereinander das Multiprojektmanagement verkomplizieren. Überschreitet die Anzahl der Projekte eine kritische Zahl erhöht dies die Fehleranfälligkeit. Daher muss vor Aufnahme neuer Projekte zum Projektportfolio die Abhängigkeit der Projekte untereinander geprüft werden. Fehlen die notwendigen Tools und Werkzeuge zur Projektplanung und Projektmanagement führt dies zu einer mangelhaften Kontrolle über das Projektportfolio. Als letztes Problem soll hierbei die Kompetenz der Projektleitung angeführt werden. Projektleiter müssen eine Vielzahl an Projekten leiten. Sind diese nicht ausreichend hierfür geschult werden die Projekte nicht richtig gesteuert und es kann zu Ressourcenproblemen oder ausbleibenden Synergieeffekten kommen.12
Die wohl größte Herausforderung ist aber die Priorisierung der einzelnen Projekte selbst. Um Projekte zu priorisieren müssen diese bewertet werden. Dies ist aufgrund der beschränkten Ressourcen notwendig. Kann nicht sichergestellt werden, dass für alle Einzelprojekte gleichzeitig alle notwendigen Ressourcen vorhanden sind, muss bestimmt werden welches der Einzelprojekte vorrangig die vorhandenen Ressourcen erhält. Erfolgt keine Priorisierung der Einzelprojekte ist bei Auftreten einer Ressourcenknappheit erst zeitaufwendig zu entscheiden welches der Projekte vorrangig bedient werden soll. Dies kann zu weiteren zeitlichen Verzögerungen führen welche sich auf das gesamte Multiprojekt auswirken können.13
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Projektarbeit, skizziert die Entwicklung des Projektmanagements hin zum Multiprojektmanagement und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Kernbegriffe des Projekt- und Multiprojektmanagements, erläutert dessen Entstehung, benennt die größten Herausforderungen und stellt die Schritte der Projektpriorisierung dar.
3 Fallbeispiele: Es werden die Implementierungen des Multiprojektmanagements bei der Arithnea GmbH und der Brita GmbH vorgestellt, um praktische Herangehensweisen und Erfolgsfaktoren aufzuzeigen.
4 Vorschläge für die Firmengruppe IST: Aufbauend auf den theoretischen Erkenntnissen und den praktischen Beispielen werden spezifische Handlungsempfehlungen für die Einführung eines effektiven Multiprojektmanagements bei der Firmengruppe IST dargelegt.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Abschlusskapitel resümiert die wesentlichen Punkte der Arbeit zur Notwendigkeit und den Vorteilen des Multiprojektmanagements sowie den dabei zu berücksichtigenden Aspekten für eine erfolgreiche Implementierung.
Schlüsselwörter
Multiprojektmanagement, Projektmanagement, Projektportfolio, Stakeholder, Projektpriorisierung, Herausforderungen, Ressourcenmanagement, Unternehmensstrategie, Fallbeispiele, Arithnea GmbH, Brita GmbH, Firmengruppe IST, Prozesse, Steuerung, Komplexität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit dem Multiprojektmanagement, seiner theoretischen Fundierung, den damit verbundenen Herausforderungen und praktischen Umsetzungsbeispielen, um daraus ein spezifisches Konzept für die Firmengruppe IST abzuleiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition grundlegender Projektmanagement-Begriffe, die Entstehung und Herausforderungen des Multiprojektmanagements, Methoden der Projektpriorisierung sowie konkrete Fallstudien und Handlungsempfehlungen für ein Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Grundlagen des Multiprojektmanagements aufzuzeigen und ein Konzept für dessen Einführung und erfolgreiche Anwendung am Beispiel der Firmengruppe IST zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse relevanter Literatur zur Erarbeitung theoretischer Konzepte und Definitionen, ergänzt durch die Untersuchung von Fallbeispielen zur Ableitung praktischer Anwendungsempfehlungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die theoretischen Grundlagen des Multiprojektmanagements, seine Entstehungsgeschichte, die vielfältigen Herausforderungen bei seiner Anwendung, die Phasen der Projektpriorisierung sowie zwei detaillierte Praxisbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Multiprojektmanagement, Projektmanagement, Projektportfolio, Projektpriorisierung, Herausforderungen, Ressourcenmanagement und Firmengruppe IST charakterisiert.
Welche Erkenntnisse lieferten die Fallbeispiele der Arithnea GmbH und Brita GmbH?
Die Fallbeispiele zeigten, wie Unternehmen durch die Einführung von Projektportfolio-Boards, standardisierten Fragenkatalogen zur Projektbewertung und zentralen Reporting-Tools erfolgreich ein Multiprojektmanagement implementierten und dadurch Transparenz und Effizienz steigerten.
Warum ist die Integration von Prozessen eine zentrale Herausforderung im Multiprojektmanagement?
Die Prozessintegration ist entscheidend, da sie die Verknüpfung der Multiprojektsteuerung mit der strategischen Planung des Unternehmens und den operativen Projektmanagementprozessen auf Einzelprojektebene sicherstellt, um Synergien zu nutzen und Fehler zu vermeiden.
Welche Rolle spielen Softwaretools bei den Vorschlägen für die Firmengruppe IST?
Softwaretools werden als wichtiges Hilfsmittel vorgeschlagen, um Transparenz über den aktuellen Stand und den Zeitplan der Projekte zu schaffen, die Ressourcennutzung zu optimieren und eine bessere Steuerung des gesamten Projektportfolios zu ermöglichen.
- Citation du texte
- Sven Schindler (Auteur), 2022, Konzept für ein Multiprojektmanagement am Beispiel der Firmengruppe IST, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478407