Ziel dieser Arbeit ist es, die bilanzielle Behandlung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nach der Bilanzrechtsmodernisierung und nach den Regelungen der IFRS vergleichend darzustellen. Es wird Bezug auf die neu geregelten Aktivierungs- und Bewertungsregelungen genommen. Festgestellt werden soll, inwieweit die Annährung des nationalen Bilanzrechts in Richtung der IFRS gelungen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Vorwort
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Bilanzrechtsmodernisierung (BilMoG)
2.1. Zielsetzung des BilMoG
2.1.1. Vorbemerkung
2.1.2. Allgemeine und konkrete Zielsetzung des BilMoG
2.1.3. Inkrafttreten
2.2. Neuregelungen des BilMoG im Überblick
2.2.1. Wesentliche Neuerungen des BilMoG
2.2.2. Neuerungen im immateriellen Vermögen
3. Grundlagen
3.1. Begriff des immateriellen Gutes
3.2. Abgrenzung materielle und immaterielle Güter
3.3. Kategorisierung immaterieller Güter I
3.4. Kategorisierung immaterieller Güter II
4. Bilanzierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen
4.1. Bilanzierung nach HGB n. F.
4.1.1. Bilanzierung dem Grunde nach
4.1.1.1. Vermögensgegenstand
4.1.1.2. Abstrakte und konkrete Aktivierungsfähigkeit
4.1.1.3. Begriff und Abgrenzung von Forschung und Entwicklung
4.1.1.4. Aktivierungszeitpunkt
4.1.2. Bilanzierung der Höhe nach
4.1.2.1. Zugangsbewertung
4.1.2.1.1. Umfang der zu aktivierenden Entwicklungskosten
4.1.2.1.2. Herstellungskosten
4.1.2.1.3. Nachträgliche Herstellungskosten
4.1.2.2. Folgebewertung
4.1.2.2.1. Planmäßige Abschreibungen
4.1.2.2.2. Außerplanmäßige Abschreibungen
4.1.3. Ausschüttungssperre
4.2. Bilanzierung nach IFRS
4.2.1. Bilanzansatz
4.2.1.1. Grundlegende Ansatzkriterien
4.2.1.2. Begriff und Abgrenzung von Forschung und Entwicklung
4.2.1.3. Weiterführende Ansatzkriterien für Entwicklungskosten
4.2.1.4. Ansatzverbote für bestimmte selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte
4.2.2. Bewertung
4.2.2.1. Zugangsbewertung
4.2.2.1.1. Herstellungskosten
4.2.2.1.2. Nachträgliche Ausgaben
4.2.2.2. Folgebewertung
4.2.2.2.1. Zulässige Methoden
4.2.2.2.2. Begrenzte und unbestimmte Nutzungsdauer
4.2.2.2.3. Planmäßige Abschreibungen
4.2.2.2.4. Wertminderung und Wertaufholung
5. Vergleich der Vorschriften
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände nach der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) im Vergleich zu den internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS 38). Das Ziel besteht darin, festzustellen, inwieweit das deutsche Bilanzrecht durch die Neuregelungen eine Annäherung an das IFRS-Regelwerk vollzogen hat.
- Analyse der Aktivierungskriterien für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände.
- Untersuchung der Bilanzierung nach HGB n. F. im Vergleich zu IFRS.
- Bewertung der Forschungs- und Entwicklungsphasen und deren Abgrenzung.
- Betrachtung von Bewertungs- und Folgebewertungsvorschriften.
- Kritische Würdigung der Ausschüttungssperren und Objektivierungsanforderungen.
Auszug aus dem Buch
1.1. Vorwort
Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG) ist am 29. Mai 2009 die umfassendste HGB-Reform seit zwanzig Jahren in Kraft getreten. Mit dieser soll den Unternehmen in Deutschland eine moderne Bilanzierungsgrundlage zur Verfügung gestellt werden, die im Verhältnis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards vollwertig, aber kostengünstig und einfach in der Handhabung ist. Ein Kernstück des BilMoG betrifft die Neufassung einer der ältesten deutschen Bilanzierungsregelungen, nämlich das Bilanzierungsverbot des § 248 Abs. 2 HGB a. F. für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, der die bislang das Handelsgesetz prägende Vorsichts- und Objektivierungsfunktion zum Ausdruck brachte und mit der Abschaffung eine Anhebung des Informationsniveaus vorsieht.
Immaterielle Vermögensgegenstände wurden bereits in den 1970er Jahren durch Moxter als die „Sorgenkinder des Bilanzrechts“ bezeichnet. Die Kritik riss bis heute nicht ab, denn oft ist es ja das immaterielle und nicht das materielle Vermögen, das den Unternehmenswert maßgeblich beeinflusst. Dies erklärt sich mit dem in Deutschland voranschreitenden Wandel von einer produktions- zu einer wissensbasierten Gesellschaft. Grundstücke, Gebäude, Produktionsanlagen oder Vorräte sind bei vielen Unternehmen und Branchen nicht mehr die entscheidenden Werttreiber. Dieser Wandel will das deutsche Bilanzrecht mit der Einführung des Aktivierungswahlrechts für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB n. F. jetzt nachvollziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Reform des Bilanzrechts durch das BilMoG ein und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Bilanzrechtsmodernisierung (BilMoG): Es werden die Ziele der Modernisierung, der Paradigmenwechsel in der Rechnungslegung und die wesentlichen Neuerungen für Unternehmen im Überblick dargestellt.
3. Grundlagen: Die Begriffsbestimmung von immateriellen Gütern und deren Kategorisierung sowie die Abgrenzung zu materiellen Gütern bilden das theoretische Fundament.
4. Bilanzierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen: Dieses Hauptkapitel erläutert detailliert die Bilanzierung nach HGB n. F. und nach IFRS, insbesondere hinsichtlich Ansatz, Bewertung und Abschreibung.
5. Vergleich der Vorschriften: Hier werden die HGB- und IFRS-Regelungen gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bilanziellen Praxis aufzuzeigen.
6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel bietet eine kritische Würdigung der Neuerungen und der erreichten Annäherung an internationale Standards.
Schlüsselwörter
BilMoG, HGB, IFRS, immaterielle Vermögensgegenstände, Aktivierungswahlrecht, Forschung und Entwicklung, Herstellungskosten, Bilanzierung, Anlagevermögen, IAS 38, Bewertung, Abschreibung, Wertminderung, Gläubigerschutz, Informationsgehalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nach der Reform durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz im Vergleich zu den internationalen IFRS-Standards.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Aktivierungsvoraussetzungen, die Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungsphasen, die Ermittlung von Herstellungskosten und die Folgebewertung immaterieller Werte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Grad der Annäherung des neuen deutschen Bilanzrechts an die IFRS-Vorschriften (speziell IAS 38) im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände zu prüfen und zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine vergleichende Literaturanalyse, um die handelsrechtlichen Normen und die internationalen Standards gegenüberzustellen und kritisch zu würdigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Bilanzierung dem Grunde und der Höhe nach, sowohl nach den neuen HGB-Vorschriften als auch nach den IFRS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind BilMoG, immaterielle Vermögensgegenstände, Aktivierungswahlrecht, Forschung, Entwicklung, Herstellungskosten und IFRS.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung der Entwicklungskosten zwischen HGB und IFRS?
Während das HGB n. F. für selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte ein Aktivierungswahlrecht einräumt, fordern die IFRS bei Erfüllung der Kriterien eine Aktivierungspflicht.
Warum gibt es eine Ausschüttungssperre nach § 268 Abs. 8 HGB?
Sie dient dem Gläubigerschutz, da die Bewertung selbst geschaffener immaterieller Vermögenswerte oft mit erheblichen Ermessensspielräumen verbunden ist und keine Ausschüttung auf Basis von fiktiven Gewinnen erfolgen soll.
Was bedeutet die "bilanzielle Greifbarkeit" als Kriterium?
Sie stellt sicher, dass ein Gut im Rahmen einer Unternehmensveräußerung als eigenständige Einheit bewertet werden kann und sich nicht in allgemeinen Firmenwerten verliert.
- Quote paper
- Lukas Schymura (Author), 2009, Bilanzierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen nach der Bilanzrechtsmodernisierung BilMoG und IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148068