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Überlebensfähigkeit von Innungen und Keishandwerkerschaften?

Title: Überlebensfähigkeit von Innungen und Keishandwerkerschaften?

Scientific Essay , 2010 , 29 Pages

Autor:in: Wolfram Dürr (Author)

Law - Miscellaneous
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Der sinkende Organisationsgrad von Handwerksinnungen und Kreishandwerkerschaften und die Auflösung von Innungen und Kreishandwerkerschaften erwecken den Eindruck, dass sich diese von der Handwerksordnung vorgesehenen Organisationsformen überlebt haben könnten. Ihr Aufgabenkatalog und ihre Einsatzmöglichkeiten sind aber unverändert aktuell, wenn sie gelebt werden. Diese Möglichkeiten und deren Voraussetzungen werden hier dargestellt. Der Text ist als Ergänzung von Veröffentlichungen des Autors im Gewerbearchiv 2009 und 2010 anzusehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Aufgaben der Gliederungen der Handwerksorganisation

1.1 Interessenwahrnehmung und öffentliche Aufgaben

1.2 Freiwillige und Pflichtmitgliedschaft

1.3 Grundsatz der Leistungsfähigkeit, § 52 Abs. 2 HwO

2 Aktueller Zustand – Leistungsstärken und Leistungsschwächen

2.1 Personell

2.2 Organisatorisch

2.2.1 Betriebsunterstützende Leistungen, z.B. durch Serviceeinrichtungen, Sammelverträge

2.2.2 Keine Vermittlung oder organisatorische Unterstützung von Netzwerken

2.2.3 Keine Organisation von Kooperationen oder Bietergemeinschaften

2.2.4 Keine politische Interessenvertretung

2.2.5 Keine handwerksübergreifenden Innungen (§ 52 Abs. 1)

2.3 Finanziell

2.3.1 Wirtschaftliche Leistungsunfähigkeit

2.3.2 Überleben am Tropf der Kammern

2.3.3 Frage der Insolvenzfähigkeit

2.4 Ursachen

2.4.1 Verkennung der Chancen und Möglichkeiten eines progressiven Managements, Verwaltung statt Corporate Branding und professionellen Managements

2.4.2 Mentale Schwächen der Mitgliedsbetriebe, Verkennung der gemeinsamen Chancen

2.4.3 Finanzielle Schwäche der Betriebe

3 Revitalisierungsmechanismen

3.1 Rückbesinnung auf Kernaufgaben, Bereitschaft zu grundlegenden Reformen

3.2 Recruiting

3.2.1 Zunfttraditionen und Organisationsbewusstsein der Schornsteinfeger

3.2.2 Verkennung der Bedeutung bei Organisationsreform des ZdH

3.2.3 Befristete Beitragsfreiheit

3.2.4 Einbeziehung von zulassungsfreien Gewerken und der handwerksähnlichen Betriebe

3.2.5 Diskussion über Bonus bei Handwerkskammerbeitrag statt Leistungssteigerung

3.2.6 Eigene Wahrnehmung der Geschäftsführung durch die Innungen

3.2.7 Überregionales Denken

3.2.8 Gemeinsames Marketing

3.3 Verjüngung der Gremien, Jungmeisterbeiräte, Senioren in aufgabenfreie Ehrenfunktionen

3.4 Verkleinerung der Gremien, Straffung der Entscheidungsstrukturen

3.4.1 Schulung der Ehrenamtsträger

3.5 Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit, Outsourcing und Professionalisierung der Geschäftsführung

3.6 Fusion und Zwangsfusionen über Ultimaten

3.7 Änderung der Rechtsstruktur

3.7.1 Zweifel an der verfassungsrechtlichen Zulässigkeit der Rechtsform einer Körperschaft für eine Vereinigung von Innungen, die auf freiwilliger Mitgliedschaft beruhen.

3.7.2 Verein statt Körperschaft öffentlichen Rechts (§ 89 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 53 HwO)

3.8 Arbeitsteilige Kooperation – Modell Handwerkskammer Leipzig

4 Auflösung als ultima ratio nach § 76 bzw. § 89 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 76 HwO

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Leistungsfähigkeit und den Zustand von Innungen und Kreishandwerkerschaften im deutschen Handwerk. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese traditionellen Strukturen durch Reformen, professionelles Management und eine Rückbesinnung auf ihre Kernaufgaben revitalisiert werden können, um den Herausforderungen einer sich wandelnden Wirtschaft zu begegnen.

  • Analyse der Ursachen für Mitgliederschwund und sinkende Organisationsgrade.
  • Untersuchung der wirtschaftlichen und organisatorischen Schwächen in den Gliederungen.
  • Erörterung von Revitalisierungsmechanismen wie Kooperationen und Strukturreformen.
  • Diskussion über die rechtlichen Rahmenbedingungen und mögliche Anpassungen der Rechtsstruktur.
  • Evaluation von Best-Practice-Modellen, wie der arbeitsteiligen Kooperation (Modell Leipzig).

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Verkennung der Chancen und Möglichkeiten eines progressiven Managements, Verwaltung statt Corporate Branding und professionellen Managements

Die Aussage, dass man gemeinsam stark sei, ist nicht sonderlich neu. Dass diese Aussage auch im Handwerk und seiner Organisation gilt, zeigen die positiven Beispiele immer wieder deutlich. So konnte das nahezu optimal organisierte Schornsteinfegerhandwerk in die Diskussion um die grundlegende Novellierung des Schornsteinfegergesetzes von vornherein auf allen Ebenen eingebunden werden und erwies sich als aktiver und konstruktiver Partner. Vergleicht man diese Situation mit der Diskussion um die Meisterpflicht vieler Gewerke im Jahre 2003, bei der sich zahlreiche Gewerke als nicht gesprächsfähig erwiesen, so muss man feststellen, dass im Handwerk die Chancen gemeinsamen Handelns standhaft ignoriert werden. Innungen und Kreishandwerkerschaften sind aufgrund ihres Aufgabenzuschnitts grundsätzliche ideale Organisationsformen, Konkurrenz im Gewerk regional und überregional konstruktiv zu kultivieren und bei Bewahrung aller Eigenständigkeit der einzelnen Betriebe, gemeinsam die Fähigkeit zur Abwicklung von Großaufträgen zu entwickeln. Gleiches gilt für eine gemeinsame Materialbeschaffung, Werbung und Akquisition, die sowohl im kartellfreien als auch im kartellrechtlichen Bereich möglich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Aufgaben der Gliederungen der Handwerksorganisation: Dieses Kapitel erläutert die Strukturen der Handwerksorganisation und diskutiert den Status der Interessenvertretung im Spannungsfeld zwischen Freiwilligkeit und Pflichtmitgliedschaft.

2 Aktueller Zustand – Leistungsstärken und Leistungsschwächen: Hier werden die Defizite beleuchtet, die zu einem Mitgliederschwund und organisatorischer Ineffizienz führen, insbesondere im Hinblick auf Personalführung, Finanzen und das Ausbleiben moderner Managementansätze.

3 Revitalisierungsmechanismen: Dieser zentrale Teil stellt Strategien zur Erneuerung vor, darunter eine Rückbesinnung auf Kernaufgaben, professionelles Recruiting, notwendige Strukturreformen und innovative Kooperationsmodelle wie das „Modell Leipzig“.

4 Auflösung als ultima ratio nach § 76 bzw. § 89 Abs. 1 Nr. 5 i.V.m. § 76 HwO: Das Kapitel behandelt die Auflösung als notwendiges, aber letztes Mittel bei dauerhafter Leistungsunfähigkeit von Organisationseinheiten, wobei die Auswirkungen auf das Gesamtsystem Handwerk kritisch hinterfragt werden.

5 Resümee: Das Resümee fasst die Notwendigkeit zusammen, leistungsunfähige Strukturen zugunsten einer zukunftsfähigen Selbstverwaltung durch Fusionen oder Auflösungen zu bereinigen.

Schlüsselwörter

Handwerk, Innung, Kreishandwerkerschaft, Selbstverwaltung, Organisationsgrad, Mitgliederschwund, Leistungsfähigkeit, Handwerksordnung, Interessenvertretung, Management, Kooperation, Strukturreform, Rechtsstruktur, Corporate Branding, Pflichtmitgliedschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch den Zustand und die Zukunftschancen von Innungen und Kreishandwerkerschaften als traditionelle Organisationsebenen innerhalb der deutschen Handwerksorganisation.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Themen Leistungsfähigkeit, Mitgliederschwund, Organisationsstruktur, die Bedeutung von Interessenvertretung sowie die Herausforderungen durch moderne Managementanforderungen und Marktentwicklungen.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Der Autor zielt darauf ab, Wege aufzuzeigen, wie durch Reformen, professionelle Geschäftsführung und neue Kooperationsformen die Vitalität der Handwerksorganisation gestärkt und ihre Daseinsberechtigung gesichert werden kann.

Welche wissenschaftliche Perspektive oder Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rechtlichen und organisatorischen Analyse unter Einbeziehung der Handwerksordnung (HwO), einschlägiger Rechtsprechung sowie einer Bewertung aktueller organisatorischer Praxisbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Ursachen für die aktuelle Krise vieler Innungen, untersucht personelle, finanzielle und organisatorische Defizite und leitet daraus konkrete Konzepte zur Revitalisierung ab.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Selbstverwaltung, Leistungsfähigkeit, Organisationsgrad, Strukturwandel und Kooperation.

Warum ist das "Modell Leipzig" für die Untersuchung relevant?

Das Modell Leipzig dient als konkretes Beispiel für eine erfolgreiche, arbeitsteilige Kooperation zwischen einer Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaften, die Kosteneffizienz und Stärkung der Interessenvertretung verbindet.

Welche Rolle spielt die Pflichtmitgliedschaft in der Argumentation?

Die Pflichtmitgliedschaft wird im Kontext der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Frage diskutiert, ob sie ein probates Mittel zur Stärkung der Interessenvertretung und der Organisationseinheiten darstellt oder ob sie zu einem Mitgliederschwund bei gleichzeitigem Leistungsdruck führt.

Wie bewertet der Autor die Zukunft der kleinteiligen Innungsstrukturen?

Der Autor sieht eine Zukunft für kleinteilige Strukturen nur, wenn diese sich modernisieren, öffnen oder durch Fusionen in größere, leistungsfähige Einheiten überführt werden, um ihre Relevanz in einer vernetzten Wirtschaft nicht zu verlieren.

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Details

Title
Überlebensfähigkeit von Innungen und Keishandwerkerschaften?
Author
Wolfram Dürr (Author)
Publication Year
2010
Pages
29
Catalog Number
V148350
ISBN (eBook)
9783640584369
ISBN (Book)
9783640584376
Language
German
Tags
Handwerksordnung Grundsatz der Leistungsfähigkeit Landesinnungsverbände Handwerkskammern Betriebsunterstützende Leistungen Serviceeinrichtungen Interessenvertretung Insolvenzfähigkeit Corporate Branding Revitalisierung Rückbesinnung auf Kernaufgaben Zentralverband des deutschen Handwerks Jungmeisteraktivierung Zulassungsfreies Handwerk handwerksähnliche Betriebe Beitragsbonus Verkleinerung der Gremien Straffung der Entscheidungsstrukturen Auflösung von Amts wegen Leipziger Modell
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Wolfram Dürr (Author), 2010, Überlebensfähigkeit von Innungen und Keishandwerkerschaften?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148350
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