Die Projektarbeit: Gesunde Einsatzkräfte im RettungsDienst - GERD - Projekt mit Zukunft ist eine umfassende Analyse zur gesundheitspolitischen Notwendigkeit der Gesundheitsförderung im Setting Rettungsdienst und deren aktuellen Stellenwert in Deutschland. Die gewählte Themenstellung ist auf Grund der Tatsache, dass bisher Gesundheitsförderung in der Berufsausbildung zum staatlich anerkannten Rettungsassistenten keine Rolle spielt, von besonderer wissenschaftlicher und gesundheitspolitischer Bedeutung. Täglich hohe Anforderungen, belastende Arbeitsbedingungen, Zeit- bzw. Leistungsdruck, Erleben von schwerwiegenden oder tödlichen Verletzungen und Erkrankungen, Misserfolg und fehlendem Feedback kennzeichnen die Arbeit des Rettungsfachpersonals und nehmen Einfluss auf die Gesundheit, die psychische Stabilität sowie die Arbeitszufriedenheit. Gesunde Einsatzkräfte im Rettungsdienst stellen eine beachtliche ökonomische Ressource dar. In den Focus der Fachöffentlichkeit rücken die Forschungsgebiete von Organisationsentwicklung und Organisationsklimaforschung.
Als Untersuchungsmethode wurde eine Literatur- und Dokumentenrecherche eingesetzt. Auf dieser Grundlage werden im Rahmen der Projektarbeit entsprechende Erklärungs- und Lösungsansätze abgeleitet. Exemplarisch an einem Themenbeispiel erfolgen die Entwicklung einer Unterrichtskonzeption und die Anleitung der Lehrenden.
Inhaltsverzeichnis
1. Problembetrachtung
1.1 Handlungsbedarf im Rettungsdienst
1.2 Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben im Rettungsdienst
1.3 Rettungsassistentengesetz
1.4 Rettungsassistent als Beruf
1.5 Rettungsassistent in der Ausbildung
2. Handlungsbedarf für Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention in der Ausbildung der Rettungsassistenten - Fragestellung zum Projekt
3. Thema und Zielsetzung des Projektes
4. Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes
4.1 Demographischer Wandel und Gesundheitspolitik in Deutschland
4.2 Gesundheitsziele: eine Relevanzprüfung für das Projekt „GERD“
4.3 Rettungsassistenz im 21. Jahrhundert
5. Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis
5.1 Stand der Forschung in der theoretischen Ausbildung der Rettungsassistenten
5.2 Stand der Forschung und Entwicklung im Rettungswesen
6. Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanzsicherung
7. Durchführung
7.1 Phase 1: Vorbereitung
7.2 Phase 2: Erstellung des Unterrichtskonzeptes
7.3 Phase 3: Vorstellung des Unterrichtskonzeptes
7.4 Phase 4: Evaluation
8. Zeitplanung
9. Finanzplanung
10. Erwartbare Ergebnisse
11. Übertragbarkeit
12. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und beispielhafte Implementierung einer Unterrichtskonzeption zur Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention für Rettungsassistenten in der Regelausbildung, um die physische und psychische Belastbarkeit der Einsatzkräfte langfristig zu erhalten.
- Analyse des Handlungsbedarfs für Präventionsmaßnahmen im Rettungsdienst
- Konzeptionelle Verankerung von Gesundheitsförderung im Ausbildungscurriculum
- Methodische Gestaltung von Unterrichtseinheiten basierend auf der Salutogenese
- Evaluation der Akzeptanz und Umsetzbarkeit des Modellunterrichts "GERD"
Auszug aus dem Buch
1.1 Handlungsbedarf im Rettungsdienst
Der Rettungsdienst in der Bundesrepublik Deutschland ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung und gehört damit zu den öffentlichen Gütern. „Der Arbeitsalltag in der Notfallrettung ist geprägt durch die Einwirkung physischer Belastungen, wie sie in dieser Intensität in anderen Berufen kaum vorkommt“ (Mühlen, Hesse & Haupt 2005, S.176).
Stadler (2000) berichtet über die Folgen von Belastungen, die sowohl eine geringere Qualität der Arbeit, der Leistungsfähigkeit, des Wohlbefinden, gesundheitlichen Beeinträchtigung und auch des Burnout aufzeigen. Erste Ansätze der Veränderung in der Betrachtung rettungsdienstlicher Arbeit traten mit dem Zugunglück von Eschede 1999 ein. Die Forschungsgebiete von Organisationsentwicklung und Organisationsklimaforschung rückten in den Focus der Fachöffentlichkeit. „In Gruppen mit einer günstigeren Ressourcenausstattung sind gesündere Einsatzkräfte mit höheren Verbundenheiten anzutreffen“ (Hering 2009, S. XIII). Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Bundesministerium des Inneren (BMI) beauftragten die Magdeburger Forschungsgruppe um Frau Professor Beerlage und Herrn T. Hering im Zeitraum 2006 bis 2009 mit dem Projekt zu „Organisationsprofile, Gesundheit und Engagement im Einsatzwesen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problembetrachtung: Dieses Kapitel erläutert die hohen psychischen und physischen Belastungsfaktoren im Rettungsdienst und zeigt auf, dass das derzeitige Ausbildungssystem keine ausreichende Gesundheitsprävention vorsieht.
2. Handlungsbedarf für Gesundheitsförderung und Gesundheitsprävention in der Ausbildung der Rettungsassistenten - Fragestellung zum Projekt: Hier wird der Bedarf begründet, Gesundheitsförderung als verbindliches Lernfeld zu etablieren und die Forschungsfrage zur inhaltlichen Eignung solcher Maßnahmen gestellt.
3. Thema und Zielsetzung des Projektes: Das Kapitel definiert das Ziel, exemplarisch Unterrichtseinheiten zur Gesundheitsförderung für die Rettungsassistentenausbildung zu entwickeln und bereitzustellen.
4. Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes: Es wird die Verbindung zwischen dem demographischen Wandel, den WHO-Gesundheitszielen und der Notwendigkeit einer Professionalisierung der Rettungsdienstausbildung hergestellt.
5. Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über empirische Studien zu Belastungsfaktoren im Rettungsdienst und zeigt den Forschungsstand zur Organisationskultur und Gesundheit.
6. Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanzsicherung: Hier werden Wege aufgezeigt, wie durch Öffentlichkeitsarbeit und Einbindung von Fachverbänden eine breite Akzeptanz für das Projekt GERD gesichert werden kann.
7. Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt den strukturierten Prozess von der Literaturrecherche über die inhaltliche Konzeption und den Modellunterricht bis hin zur Evaluation.
8. Zeitplanung: Die zeitliche Strukturierung des Projektes von Mai 2009 bis Januar 2010 wird hier detailliert tabellarisch dargestellt.
9. Finanzplanung: Eine Aufschlüsselung der Personal- und Materialkosten für das Projekt wird in diesem Abschnitt vorgenommen.
10. Erwartbare Ergebnisse: Hier wird prognostiziert, dass durch das Projekt eine Sensibilisierung für gesundes Arbeiten erfolgt und wertvolle Lehrmaterialien zur Verfügung stehen.
11. Übertragbarkeit: Es wird dargelegt, warum das entwickelte Konzept GERD auch auf andere Gesundheitsberufe und soziale Institutionen angewendet werden kann.
12. Ausblick: Der abschließende Teil beschreibt die Strategien zur weiteren Verbreitung des Konzepts und fordert eine politische Novellierung des Rettungsassistentengesetzes.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Gesundheitsprävention, Rettungsassistent, Ausbildung, Rettungsdienst, GERD, Salutogenese, Arbeitsbelastung, Burnout, Organisationsklima, Unterrichtskonzeption, Stressprävention, demographischer Wandel, Gesundheitspolitik, Kompetenzerweiterung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Unterrichtskonzeptes zur Gesundheitsförderung und -prävention, um Rettungsassistenten in ihrer Ausbildung für gesundheitsförderliches Verhalten zu sensibilisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die gesundheitliche Belastung im Rettungsdienst, die Salutogenese, moderne Didaktik in der Ausbildung sowie die organisationale Gesundheitsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, exemplarisch Unterrichtsmaterialien und eine Konzeption zu erstellen, die Rettungsassistenten befähigen, eigene Stressoren zu analysieren und ihre physische und psychische Gesundheit aktiv zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, einer Ist-Analyse des aktuellen Ausbildungssystems sowie der Entwicklung eines Modellunterrichts, der durch Fragebögen evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Problemanalyse, die gesundheitspolitische Relevanz, den Stand der Forschung, die Durchführung der Projektphasen sowie die Planung der Finanzierung und Akzeptanzsicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Gesundheitsförderung, Rettungsdienst, Salutogenese, Ausbildung, Belastungsfaktoren und Unterrichtskonzeption charakterisiert.
Was bedeutet das Akronym GERD in diesem Kontext?
GERD steht für „Gesunde Einsatzkräfte im RettungsDienst – Projekt mit Zukunft“ und bildet den Titel und Kern der entwickelten Unterrichtskonzeption.
Warum ist eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes für das Projekt wichtig?
Eine Novellierung ermöglicht die Integration eines eigenen Lernfeldes für Gesundheitsförderung in ein bundeseinheitliches Curriculum, was die Nachhaltigkeit des Projekts sicherstellt.
Welche Rolle spielt die Salutogenese im Modellunterricht?
Die Salutogenese nach Aaron Antonovsky dient als theoretisches Modell, um den Auszubildenden die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit unter Stressbedingungen begreiflich zu machen.
- Citar trabajo
- Heiko Schumann (Autor), 2010, Gesunde Einsatzkräfte im Rettungsdienst - GERD© - Projekt mit Zukunft, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148416