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Die Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit in Hesiods "Werke und Tage". Didaktisierung mit problemorientiertem Fokus auf den quelleninternen Korruptionsdiskurs

Título: Die Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit in Hesiods "Werke und Tage". Didaktisierung mit problemorientiertem Fokus auf den quelleninternen Korruptionsdiskurs

Trabajo de Seminario , 2024 , 47 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Jonas Martin Barczik (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Fokus der vorliegenden Arbeit soll sein, das erwähnte Forschungsdefizit (Gefahren des moralischen Verfalls) zu beheben und zu beantworten, wie Hesiod im Lehrgedicht „Werke und Tage“ die Erbstreitthematik und das empfundene Unrecht nutzt, um diese als Indikatoren eines dysfunktionalen Gesellschaftssystems zu betrachten. Weiterhin muss diskutiert werden, inwieweit er neben seiner Sozialkritik einen pragmatischen und ethisch-religiös begründeten Gegenentwurf zum Leben in einer (dörflichen) Gemeinschaft anbietet. Dafür gilt es die bäuerliche Welt des Dichters und das Leben auf dem oikos, also dem Bauernhof und zentralen Lebensmittelpunkt der griechisch-archaischen Welt, zu betrachten. Im Zuge dessen werden neben dem Bauernalltag insbesondere grundlegende gesellschaftliche Hierarchien herausgearbeitet sowie Hesiods konkrete Stellung erörtert. Daraufhin muss zunächst die Quelle selbst aufgearbeitet werden, die als antike Quelle einige forschungs-technische Herausforderungen mit sich bringt. Im zweiten Teil soll erwiesen werden, ob die Erbstreitthematik als bewusst eingesetztes Mittel fungiert, das die Probleme der zeitgenössischen Gesellschaft ansprechen soll. Hier müssen vor allem der Rechtsstreit, die mythisch-religiös aufgeladene Motivik und die dargestellten gesamtgesellschaftlichen Konsequenzen eines rechtswidrigen Verhaltens diskutiert werden, damit die Perspektive des Autors gedeutet werden kann. Unter Berücksichtigung der bis dahin gewonnenen Erkenntnisse soll im Schlussteil die Fragestellung beantwortet und die intendierte, gesellschaftskritische Wirkungsabsicht herausgearbeitet werden.

Im Anschluss an den umfassenden wissenschaftlichen Teil (16 Seiten) findet sich eine vollständig ausgearbeitete Didaktisierung des Themas (12 Seiten), das Hesiods Erga für eine Unterrichtsreihe der Sek. I im Gymnasium problemorientiert aufarbeitet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitungen

1.1 A) Fachwissenschaftliche Einleitung

1.2 B) Fachdidaktische Einleitung

2. A) Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit sowie die Sozialkritik in Hesiods „Werke und Tage“

2.1 Soziale Ordnung und zentrale Motive in Hesiods „Werke und Tage“

2.1.1 Leben auf dem oikos – die bäuerliche Welt des Dichters

2.1.2 Herausforderungen artifizieller Poetik – die Érga kaí hmérai als historische Quelle

2.2 Die Verhandlung von Gerechtigkeit im Lehrgedicht

2.2.1 Erbstreitthematik als bewusst platzierter Indikator eines dysfunktionalen Gemeinschaftswesens

2.2.2 Konstruktive Sozialkritik der Tugendlehre

3. Fachwissenschaftliches Fazit

4. B) Didaktisierung von Hesiods Érga kaí hmérai

4.1 Problemorientierter Geschichtsunterricht (POGU) auf Basis vordemokratischer Schriftquellen

4.2 Orientierung am Kernlehrplan für das Gymnasium Sekundarstufe I in NRW – eine Herausforderung?

4.3 Voraussetzung des Lernstandes der SuS

4.4 Konzipierung von Lernaufgaben und Begründung für deren Auswahl zur angestrebten Kompetenzzielförderung

5. Fachdidaktisches Fazit

6. A) Quellen- und Literaturverzeichnis

6.1 Quellenverzeichnis

6.2 Literaturverzeichnis

7. B) Quellen- und Literaturverzeichnis

7.1 Quellenverzeichnis

7.2 Literaturverzeichnis

7.3 Materialanhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwiefern Hesiod in seinem Lehrgedicht „Werke und Tage“ den privaten Erbstreit mit seinem Bruder als Ausgangspunkt für eine umfassende, konstruktive Sozialkritik nutzt, um Missstände in der archaischen Gesellschaft zu adressieren und einen ethisch-religiös begründeten Gegenentwurf anzubieten.

  • Analyse der sozialen Ordnung und des bäuerlichen Lebens im archaischen Griechenland
  • Untersuchung des Erbstreits als Indikator für ein dysfunktionales Gesellschaftssystem
  • Beurteilung von Hesiod als gesellschaftskritischem Akteur
  • Didaktische Aufarbeitung der "Erga" für einen problemorientierten Geschichtsunterricht
  • Reflexion über die Relevanz antiker Gerechtigkeitsdebatten für das heutige Demokratieverständnis

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Leben auf dem oikos – die bäuerliche Welt des Dichters

Um Hesiods Mahnrede als konstruktive Gesellschaftskritik ansehen zu können, müssen zunächst die sozialen Gegebenheiten geklärt werden, die als Auslöser für dessen literarische Tätigkeit gedient haben. Außerdem gilt es die konkrete Position des Bauerndichters auszumachen, damit sein persönlicher Standpunkt innerhalb des Systems nachvollzogen werden kann. Da ein chronologisches Analysevorgehen am Werk der Argumentation nicht dienlich ist, wird im Folgenden die Werkchronologie teilweise durchbrochen.

Arbeite, Perses, gottvoller Kerl, auf daß der Hunger dich hasse, Demeter aber liebe, die schönbekränzte, hehre, und deine Scheuer mit Nahrung fülle. Hunger ist ja dem Faulen durchaus ein treuer Gefährte. Dem aber zürnen Götter und Menschen, der faul dahinlebt[. …] Arbeit bringt keine Schande, Nichtstun aber ist Schande. Regst du dich nämlich, beneidet dich bald der Faule, weil du reich wirst. (Hes. erg., 298-311)

Der Autor verknüpft seine Lehre unmittelbar mit den agrarischen Aspekten des Bauernlebens – durch Demeter, der (Erd-)Göttin der Bauern und des Ackerbaus wird unmissverständlich der Lebensmittelpunkt der Brüder ausgedrückt. Während das bäuerliche Wirtschaftssystem lange Zeit als reine Subsistenzwirtschaft angesehen wurde, primär Oliven, Hülsenfrüchte, Gerste und Wein ließen sich ertragreich kultivieren, betrachtet es die neuere Forschung aufgrund seiner Diversität an regionalen Spezialisierungen sowie individuellen oikoi-Bedingungen nur teilweise als Subsistenzökonomie. D. h. während z. B. ein kleines Stück Land kaum zum Überleben eines oikos hätte genügen können, so wäre ein massiver Produktionsüberschuss eines größeren Hofes nicht unwahrscheinlich und ein Garant für Wohlstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitungen: Einführung in das Thema, die Relevanz der Quelle Hesiod, die Forschungsfrage der Arbeit sowie die fachdidaktischen Überlegungen für den schulischen Kontext.

2. A) Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit sowie die Sozialkritik in Hesiods „Werke und Tage“: Analyse der Lebenswelt des Dichters, der Bedeutung des oikos sowie der Nutzung des Erbstreits zur Kritik an gesellschaftlichen Missständen und der Korruption.

3. Fachwissenschaftliches Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Rolle Hesiods als Sozialkritiker und der Funktion des Lehrgedichts als moralisches Instrument.

4. B) Didaktisierung von Hesiods Érga kaí hmérai: Entwurf eines Konzepts für einen problemorientierten Geschichtsunterricht, der die Quelle für Schülerinnen und Schüler aufbereitet und ihre Urteilskompetenz stärkt.

5. Fachdidaktisches Fazit: Reflexion über den Erfolg des methodischen Zugangs und die allgemeine Nutzbarkeit antiker Texte für die Förderung kritischen Denkens in der Gegenwart.

Schlüsselwörter

Hesiod, Werke und Tage, Erga, archaisches Griechenland, soziale Ordnung, Gerechtigkeit, Sozialkritik, oikos, Korruption, basileis, Geschichtsdidaktik, problemorientierter Geschichtsunterricht, Urteilskompetenz, antike Lebenswelt, bäuerlicher Arbeitsethos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Hesiods Lehrgedicht „Werke und Tage“ als literarisches Zeugnis, das über den konkreten Anlass eines familiären Erbstreits hinausgeht und soziale Missstände in der archaischen griechischen Gesellschaft kritisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind soziale Ordnung, die Rolle des oikos als wirtschaftliche Einheit, die Gerechtigkeitsdebatte des Dichters sowie der Umgang mit Korruption.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuklären, ob Hesiod lediglich als ohnmächtiger Sozialkritiker oder als angepasster Pragmatiker zu betrachten ist, der konstruktive Wege aus der gesellschaftlichen Krise aufzeigen will.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine wissenschaftliche Analyse der Quelle in ihrem historischen Kontext sowie eine fachdidaktische Reflexion, um das Thema für einen problemorientierten Geschichtsunterricht aufzubereiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die bäuerliche Lebenswelt, die Bedeutung der Gerechtigkeit im Lehrgedicht, die elitäre Korruptionskritik und die didaktische Einordnung in den Kernlehrplan analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hesiod, oikos, archaische Gesellschaft, Korruption, Soziale Ordnung, Urteilskompetenz und Problemorientierung.

Wie bewertet der Autor Hesiods Engagement?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Hesiod kein passiver Beobachter ist, sondern im Rahmen seiner Möglichkeiten eine konstruktive, auf Ethik und Arbeit basierende Gesellschaftskritik übt.

Welche Bedeutung hat das "Nachtigall-Gleichnis" in der Arbeit?

Das Gleichnis fungiert als zentrales allegorisches Mittel, mit dem Hesiod die bestehenden Herrschaftsstrukturen und das "Recht des Stärkeren" kritisiert und eine göttlich legitimierte Gegenordnung fordert.

Final del extracto de 47 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit in Hesiods "Werke und Tage". Didaktisierung mit problemorientiertem Fokus auf den quelleninternen Korruptionsdiskurs
Universidad
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Curso
Hauptseminar: Das Archaische Griechenland
Calificación
1,0
Autor
Jonas Martin Barczik (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
47
No. de catálogo
V1484895
ISBN (PDF)
9783389037942
ISBN (Libro)
9783389037959
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sozialkritik Erbstreit Perses Soziale Ordnung und Gerechtigkeit Erga Korruption Motive oikos Die bäuerliche Welt des Hesiod Mahnrede Bauernkalender Religion Göttliche Entstehungsgeschichte Weltalter der Antike Reziprozität Ökonomie Geschlechterperspektiven Sklaverei? basileis Doppelte Eris bäuerliche Ehre Homer Griechische Mythologie Moral Forschungsstand 2024 Quellenanalyse Polis Bürgerliche Verantwortung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jonas Martin Barczik (Autor), 2024, Die Darstellung von sozialer Ordnung und Gerechtigkeit in Hesiods "Werke und Tage". Didaktisierung mit problemorientiertem Fokus auf den quelleninternen Korruptionsdiskurs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1484895
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Extracto de  47  Páginas
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