Der Begriff der Elektronischen Verwaltung oder auch des Electronic Government (kurz: E-Government) „bezeichnet den Einsatz von Internet-Technologie durch staatliche Institutionen. Dies ermöglicht es der Verwaltung, mit anderen Verwaltungsorganisationen, privatwirtschaftlichen Unternehmen oder den Bürgern zu kommunizieren und Dienstleistungen abzuwickeln.“ So lautet eine von vielen Definitionsmöglichkeiten von E-Government, da sich bis heute weder in der Praxis noch in der Forschung auf eine einheitliche Definition geeinigt werden konnte.
Im Allgemeinen wird unter E-Government die Durchführung und Vereinfachung von Prozessen (Dienstleistungen) innerhalb der Verwaltung durch den Einsatz neuer Kommunikations- und Informationstechniken verstanden. Diese Prozesse basieren auf elektronischen Abläufen zwischen Verwaltung und Anwender, welche man als Transaktionen bezeichnet. Je nachdem, um welche Art Anwender es sich dabei konkret handelt, gibt es verschiedene Formen von E-Government. Diese werden in Kapitel 2.1 näher beschrieben.
Bei der Entwicklung des E-Government, die Mitte der Neunziger Jahre begann, ist die Transaktionsphase allerdings schon der dritte Schritt. Sie stellt aber die eigentliche Hürde dar, die es bei der Einführung von E-Government zu bewältigen gilt. Voraus gehen ihr die Informations- und die Kommunikationsphase. Diese beiden Phasen unterscheiden sich dahingehend von der Transaktionsphase, dass es keine interaktive Beziehung zwischen Anwender und Verwaltung gibt. Es werden lediglich statische Informationen über das Internet geliefert (Informationsphase) bzw. Dokumente zum Download angeboten (Kommunikationsphase).
In der Bundesrepublik Deutschland haben die Vorreiterprojekte, mit denen sich Kapitel 3 näher beschäftigt, teilweise die Transaktionsphase erreicht.
Doch die Entwicklung von E-Government soll keineswegs mit der Transaktionsphase abgeschlossen sein. Vielmehr soll ein völlig neues Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung entstehen, welches unter den Begriff E-Partizipation fällt.3 Darin nehmen die Bürger aktiv am politischen Entscheidungsprozess teil. Ein Beispiel hierfür wäre die öffentliche Diskussion über ein geplantes Gesetz auf der Internetseite einer Behörde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen der elektronischen Verwaltung
2.1 Formen von E-Government
2.1.1 G2C (Government-to-Citizen)
2.1.2 G2B (Government-to-Business)
2.1.3 G2G (Government-to-Government)
2.2 Dienstleistungen im E-Government
2.2.1 Überblick
2.2.2 Dienstleistungstypen
2.2.3 Klassifizierungsmodell
2.2.3.1 Dimensionen
2.2.3.2 Erläuterung mittels Beispiel
2.3 Nutzen von E-Government
2.4 Hindernisse und auftauchende Probleme
3. E-Government in Deutschland
3.1 Initiativen zum Forcieren von E-Government
3.1.1 BundOnline 2005
3.1.2 Deutschland-Online
3.2 Weitere Entwicklung
3.2.1 Aktuelle Situation
3.2.2 Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff und die Grundlagen der elektronischen Verwaltung (E-Government) sowie deren aktuellen Umsetzungsstand in Deutschland, wobei die Wirksamkeit staatlicher Initiativen und bestehende strukturelle Herausforderungen kritisch beleuchtet werden.
- Grundlegende Begriffsdefinitionen und Formen von E-Government (G2C, G2B, G2G)
- Klassifizierung und Wertschöpfung von E-Government-Dienstleistungen
- Analyse der nationalen Initiativen BundOnline 2005 und Deutschland-Online
- Diskussion von Hindernissen wie der föderalen Struktur Deutschlands und der digitalen Kluft
- Evaluation des Entwicklungsstands im europäischen Vergleich
Auszug aus dem Buch
2.4 Hindernisse und auftauchende Probleme
Der erfolgreichen Einführung von E-Government stehen einige Barrieren im Weg, die es zu bewältigen gilt. Die wichtigsten sollen nun erläutert werden.
Die föderale Struktur Deutschlands stellt sofern ein Hindernis dar, dass es verschiedene Ebenen innerhalb der Verwaltung gibt, die untereinander kommunizieren müssen. Zudem führt die kommunale Selbstverwaltung auch zu vielen verschiedenen Ansätzen und Lösungen, d.h. in Kommune A gibt es fast zwangsläufig eine andere Lösung für ein bestimmtes Problem als in Kommune B. Beide Lösungen mögen zwar gut sein, jedoch sind sie nicht vorrangig dafür ausgelegt miteinander zu kommunizieren. Es gibt also zahlreiche so genannte Insellösungen, da es an einer Standardisierung mangelt. Um dieses Problem zu beseitigen, hat der Bund 2003 erstmals das SAGA (Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen) Dokument veröffentlicht. Darin finden sich Hinweise und Hilfen sowohl für die Entwicklung als auch für die Anwendung von E-Government-Lösungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema E-Government ein, definiert den Begriff als Einsatz von Internet-Technologie zur Abwicklung staatlicher Dienstleistungen und skizziert die Phasen der elektronischen Transformation.
2. Grundlagen der elektronischen Verwaltung: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Kommunikationsbeziehungen, kategorisiert Dienstleistungen anhand von Informations- und Transaktionsstufen und stellt Modelle zur IT-gestützten Effizienzsteigerung vor.
3. E-Government in Deutschland: Dieser Hauptteil analysiert die konkreten nationalen Umsetzungsstrategien wie BundOnline 2005 und Deutschland-Online, bewertet den aktuellen Stand im europäischen Vergleich und identifiziert föderale Hürden.
Schlüsselwörter
E-Government, elektronische Verwaltung, G2C, G2B, G2G, BundOnline 2005, Deutschland-Online, SAGA, digitale Kluft, IT-Unterstützung, Verwaltungsmodernisierung, föderale Struktur, E-Partizipation, Transaktionsphase, Online-Dienste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Konzepte, Nutzenpotenziale und den Status quo der elektronischen Verwaltung (E-Government) in der Bundesrepublik Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen des E-Government, Klassifizierungsmodellen für Dienstleistungen sowie der Analyse staatlicher Modernisierungsinitiativen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Fortschritt der E-Government-Umsetzung in Deutschland kritisch zu hinterfragen und die Barrieren für eine erfolgreiche elektronische Transformation der öffentlichen Verwaltung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Es handelt sich um eine auf Literatur- und Sekundäranalysen basierende Arbeit, die aktuelle Studien, Regierungsdokumente und Handbücher zur Bewertung des Umsetzungsstandes heranzieht.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des E-Government und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der spezifischen Situation in Deutschland sowie den Initiativen zur Vereinheitlichung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Begriffe wie E-Government, digitale Kluft, föderale Struktur, BundOnline 2005 und SAGA fassen den Kerngehalt präzise zusammen.
Warum spielt die föderale Struktur Deutschlands eine so große Rolle für E-Government?
Aufgrund der kommunalen Selbstverwaltung entstehen oft Insellösungen, die eine bundesweite Standardisierung und systemübergreifende Kommunikation erschweren.
Was besagt das Konzept der digitalen Kluft in diesem Kontext?
Das Konzept beschreibt die Sorge, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgrund mangelnder technischer Ausstattung oder fehlender Kompetenzen vom technologischen Fortschritt der Verwaltung ausgeschlossen werden könnten.
Warum wird E-Government laut Experten in Deutschland oft kritisch bewertet?
Trotz der Modernisierungsinitiativen belegt Deutschland im europäischen Vergleich nur Plätze im hinteren Mittelfeld, da E-Government oft eher als Kosten- statt als Wirtschaftsfaktor gesehen wird.
Welche Rolle spielt SAGA bei der Umsetzung?
SAGA (Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen) dient als zentrales Dokument, um durch Standardisierung die Interoperabilität zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Matthias Prause (Autor:in), 2006, Elektronische Verwaltung und ihr Umsetzungsstand in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149216