...Die vorliegende Arbeit soll den Gedanken unterstreichen, dass eine betriebliche Altersversorgung zwar kein Muss, aber ein großes Plus ist. Es gilt Informationsdefizite aufzudecken und diese zu beseitigen sowie eine beiderseitig stärkere Interessenbe-reitschaft hervorzurufen, sodass die zu erwartende Rentenlücke der heutigen Erwerbstätigen durch die mittlere Säule der Alterssicherungsstruktur in Deutschland weitgehend geschlossen werden kann.
Um die Komplexität des Konzepts der bAV veranschaulich darzustellen wird zunächst ein theoretischer Überblick gegeben, der die aktuellen Entwicklungen der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen Durchführungswege beinhaltet. Hinsich-tlich der Gestaltungsansätze soll besonders auf die arbeits-, steuer- sowie sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen seitens des Arbeitgebers sowie Arbeitnehmers eingegangen werden. Des Weiteren werden die Auswirkungen auf den Konzern- und Jahresabschluss, die verschiedenen Finanzierungsformen sowie die Insolvenzsicherung im theoretischen Teil erläutert, welcher mit der Darstellung der Flexibilität sowie Anpassung der bAV zum Abschluss findet.
Eine empirische Analyse zur bAV in großen norddeutschen Unternehmen folgt im dritten Abschnitt. Nach eingehender Vorstellung der Zielsetzung, Vorbereitung und Durchführung der Studie folgt eine Auswertung und Interpretation der Befragungs-ergebnisse. Der Teilnehmerkreis der befragten Unternehmen beinhalten neben den sog. Anwenderunternehmen auch die sog. Produktanbieter- sowie Beratungsunternehmen. Hierdurch lässt sich ein Gesamtüberblick über die Marktteilnehmer erstellen, der zum einen die Verbreitung, Bedeutung und Bedürfnisse der Anwenderunternehmen wiederspiegelt und zum anderen die Produkt- und Dienstleistungsentwicklung, den Einfluss der aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie die beiderseitigen Erwartungen hinsichtlich der bedeutungsvollen Teilnahme an Informationsveranstaltungen beschreibt. Gesondert ausgewiesen nach den Kriterien Unternehmensgröße sowie regionaler Abgrenzung werden bei der Auswertung festgestellte Besonderheiten seitens der Anwenderunternehmen erörtert.
In einem abschließenden Fazit erfolgt eine problemorientierte Zusammenfassung der empirischen Analyse sowie ein Ausblick über die mögliche Zukunftsentwicklung der bAV.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretischer Teil zur betrieblicher Altersversorgung
2.1 Aktuelle Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingung
2.1.1 Einfluss des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz auf die betriebliche Altersversorgung
2.1.2 Auswirkung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes auf die betriebliche Altersversorgung
2.2 Die verschiedenen Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung
2.2.1 Direktzusage
2.2.1.1 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitgebers
2.2.1.2 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitnehmers
2.2.1.3 Sonderzusagen an GmbH-Geschäftsführer
2.2.2 Direktversicherung
2.2.2.1 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitgebers
2.2.2.2 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitnehmers
2.2.3 Pensionsfonds
2.2.3.1 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitgebers
2.2.3.2 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitnehmers
2.2.4 Pensionskasse
2.2.4.1 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitgebers
2.2.4.2 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitnehmers
2.2.5 Unterstützungskasse
2.2.5.1 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitgebers
2.2.5.2 Arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen seitens des Arbeitnehmers
2.3 Auswirkungen der betrieblichen Altersversorgung auf den Konzern- und Jahresabschluss
2.3.1 Ansatz und Bewertung von Pensionsrückstellungen
2.3.2 Liquiditätsplanung und Bilanzmanagement
2.4 Finanzierung und Insolvenzsicherung
2.4.1 Finanzierungsformen
2.4.2 Insolvenzsicherung
2.5 Flexibilität und Anpassung der betrieblichen Altersversorgung
2.5.1 Unverfallbarkeit
2.5.2 Arbeitgeberwechsel und vorzeitige Altersleistung
2.5.3 Anpassung der laufenden Leistungen
3 Empirische Analyse zur betrieblichen Altersversorgung
3.1 Zielsetzung sowie Vorbereitung der Empirie
3.1.1 Zielgruppendefinition
3.1.1.1 Merkmalskriterien der befragten Unternehmen
3.1.1.2 Regionale Abgrenzung des Einzugsgebietes
3.1.2 Studienfragebogen
3.1.3 Durchführung der Studie
3.1.4 Teilnehmerquote
3.2 Analyseergebnisse der Anwenderunternehmen
3.2.1 Ergebnisanalyse aller teilnehmenden Anwenderunternehmen
3.2.2 Ergebnisanalyse nach Größenklassen
3.2.3 Ergebnisanalyse nach regionaler Abgrenzung
3.2.4 Zusammenfassung
3.3 Analyseergebnisse der Produktanbieterunternehmen
3.3.1 Ergebnisanalyse aller teilnehmenden Produktanbieterunternehmen
3.3.2 Zusammenfassung
3.4 Analyseergebnisse der Beratungsunternehmen
3.4.1 Ergebnisanalyse aller teilnehmenden Beratungsunternehmen
3.4.2 Zusammenfassung
4 Fazit
4.1 Zusammenfassung empirische Analyse
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Verbreitung und Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in großen norddeutschen Unternehmen, analysiert die Informationsbedürfnisse der Praxis und identifiziert Optimierungspotenziale bei Informationsveranstaltungen sowie die Auswirkung rechtlicher Rahmenbedingungen.
- Struktur und rechtliche Rahmenbedingungen der bAV (Direktzusage, Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse, Unterstützungskasse)
- Bilanzielle Auswirkungen der bAV, insbesondere unter Berücksichtigung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG)
- Empirische Analyse des Nutzungsverhaltens und der Informationsbedürfnisse von Anwender-, Produktanbieter- und Beratungsunternehmen
- Untersuchung der Zahlungsbereitschaft und Präferenzen bei der Teilnahme an Informationsveranstaltungen
- Evaluation von Hemmnissen und Entwicklungsmöglichkeiten zur Förderung der bAV-Inanspruchnahme
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Unter Beachtung des demographischen Wandels sowie der aktuellen Situation des deutschen Alterssicherungssystems wird die betriebliche Altersversorgung (bAV) eine wesentliche Rolle bei der Ergänzung der Leistungsversorgungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) spielen und somit zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards im Alter einen erheblichen Beitrag leisten können. Die Gewährleistung der langfristigen Finanzierung der sozialstaatlichen Sicherungssysteme als Zielsetzung der Bundesregierung erfordert eine höhere Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge. Das Grundproblem, dass die Beiträge der heutigen Beitragszahler die Renten der jetzigen, nicht der zukünftigen Rentenbezieher finanzieren, ist dem Gesetzgeber bekannt und mit neuen Rechten und Förderungsmaßnahmen, basierend auf den letzten Rentenreformen, wurde diesbezüglich eine Neuausrichtung eingeleitet.
Die hieraus resultierenden Chancen und Stärken, Besonderheiten sowie individuellen Förderungen sind oftmals auf Grund der hohen Komplexität für Arbeitgeber sowie für Arbeitnehmer schwer zugänglich und gelangen daher nur langsam in das Bewusstsein und Interesse der Öffentlichkeit. Die erforderliche individuelle Ausgestaltung und Beratung hinsichtlich der vielfältigen Gestaltungsansätze ist von enormer Bedeutung. Oftmals existieren in der Praxis keine unternehmenseigenen Beratungszentren und –fachkräfte, sodass die erforderlichen Informationen im Rahmen von Teilnahmen an Kongressen, Fachtagungen und Informations- sowie Beratungsveranstaltungen den Unternehmen übermittelt werden.
Damit jedes Unternehmen auf eine optimale, auf die speziellen Bedürfnisse ausgerichtete, Informationsbasis zurückgreifen kann und die Teilnahme an einer Informationsrunde den gewünschten Erfolg bewirkt, ist es erforderlich die Informationsbedürfnisse der Praxis zu kennen, die Notwendigkeit dieser Vorsorgemöglichkeit zu verdeutlichen, die Vor- aber auch Nachteile sowie die steuer-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen und Anforderungen zu konkretisieren. Nur so lässt es sich ermöglichen das seit Ende 2001 stetige Wachstum des Erwerbs von Anwartschaften zu erhalten bzw. weiter auszubauen.
Die vorliegende Arbeit soll den Gedanken unterstreichen, dass eine betriebliche Altersversorgung zwar kein Muss, aber ein großes Plus ist. Es gilt Informationsdefizite aufzudecken und diese zu beseitigen sowie eine beiderseitig stärkere Interessenbereitschaft hervorzurufen, sodass die zu erwartende Rentenlücke der heutigen Erwerbstätigen durch die mittlere Säule der Alterssicherungsstruktur in Deutschland weitgehend geschlossen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage der bAV vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und definiert das Ziel der Arbeit, Informationsdefizite in der Unternehmenspraxis zu identifizieren.
2 Theoretischer Teil zur betrieblicher Altersversorgung: Erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, verschiedene Durchführungswege der bAV sowie deren bilanzielle und finanzielle Auswirkungen auf Unternehmen.
3 Empirische Analyse zur betrieblichen Altersversorgung: Detaillierte Auswertung der erhobenen Daten von Anwender-, Produktanbieter- und Beratungsunternehmen bezüglich ihrer bAV-Nutzung und Informationsbedürfnisse.
4 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Studie problemorientiert zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der bAV.
Schlüsselwörter
betriebliche Altersversorgung, bAV, Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG, Direktzusage, Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse, Unterstützungskasse, Insolvenzsicherung, Entgeltumwandlung, Informationsveranstaltungen, Anwenderunternehmen, empirische Analyse, Rentenlücke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit analysiert die betriebliche Altersversorgung (bAV) in großen norddeutschen Unternehmen, wobei der Fokus sowohl auf der theoretischen Darstellung der verschiedenen Durchführungswege als auch auf einer empirischen Untersuchung zum Informations- und Beratungsbedarf der Unternehmen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die arbeits-, steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Aspekte der fünf Durchführungswege der bAV, deren bilanzielle Auswirkungen sowie das Entscheidungsverhalten von Unternehmen bei der Wahl und Teilnahme an Informationsveranstaltungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Informationsdefizite in der Unternehmenspraxis aufzudecken und ein besseres Verständnis für die Notwendigkeit sowie die Vor- und Nachteile der bAV-Gestaltung zu schaffen, um so das Wachstum bei der betrieblichen Altersvorsorge zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine empirische Analyse mittels quantitativer Befragungen durch, an denen Anwenderunternehmen sowie Produktanbieter- und Beratungsunternehmen teilgenommen haben.
Was wird im theoretischen Hauptteil behandelt?
Der theoretische Teil erläutert die rechtlichen Grundlagen (u.a. BilMoG, AGG), die Funktionsweise der Durchführungswege (Direktzusage, Direktversicherung, Pensionskasse, Unterstützungskasse, Pensionsfonds) sowie deren Auswirkungen auf den Jahresabschluss und die Insolvenzsicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören betriebliche Altersversorgung (bAV), Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), Durchführungswege der bAV, Entgeltumwandlung sowie die empirische Analyse von Informationsbedürfnissen in Unternehmen.
Welchen Einfluss hat das BilMoG auf die bAV?
Das BilMoG führt zu einer realistischeren, aber auch aufwendigeren Bewertung von Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz durch die Anwendung marktbezogener Abzinsungssätze, was die bilanzielle Belastung für Unternehmen erhöhen kann.
Wie unterscheidet sich die Zahlungsbereitschaft der verschiedenen Zielgruppen?
Die Analyse zeigt, dass Beratungsunternehmen eine deutlich höhere Zahlungsbereitschaft für professionelle Informationsveranstaltungen aufweisen als Anwenderunternehmen, was durch deren wirtschaftliches Interesse an der Kundenakquise begründet ist.
Welche Rolle spielt die regionale Abgrenzung in der Studie?
Die Studie konzentriert sich primär auf norddeutsche Großunternehmen und vergleicht verschiedene Postleitzahlregionen, um regionale Unterschiede in der Inanspruchnahme der bAV und der Informationsbereitschaft der Unternehmen aufzuzeigen.
Warum ist die Präsenz auf Informationsveranstaltungen für die Anbieter wichtig?
Für Produktanbieter und Berater dienen diese Veranstaltungen als essenzielle Plattform für das Networking, die Präsentation ihrer Dienstleistungen und die direkte Kontaktpflege zu potenziellen Anwenderunternehmen zur Förderung von Neuvertragsabschlüssen.
- Citation du texte
- Dipl.-Kfm. Dennis Ellies (Auteur), 2010, Betriebliche Altersversorgung in großen norddeutschen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149454