Diese Projektarbeit befasst sich mit der adäquaten Unternehmensbewertung, einem zentralen Thema der Finanz- und Investitionswelt, das seit den 1950er Jahren zahlreiche Methoden und Modelle hervorgebracht hat. Die Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Zunächst gibt sie einen Überblick über die Bedeutung und historische Entwicklung der Unternehmensbewertung. Es folgen Darstellungen klassischer Bewertungsverfahren wie der Ertragswert- und DCF-Methode, die an Fallbeispielen verdeutlicht werden. Die Verfahren der New Economy, insbesondere das Vergleichswertverfahren, werden ebenfalls anhand von Beispielen erläutert. Ein Kapitel widmet sich den Bewertungsverfahren für KMUs, mit Fokus auf die Ertragswertmethode nach IDW S1. Abschließend werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Bewertungsverfahren zusammengefasst. Zudem wird die Frage aufgeworfen, ob es einen eindeutigen Unternehmenswert geben kann, und wie makroökonomische Ereignisse wie die Niedrigzinspolitik und die Coronapandemie die Unternehmensbewertung beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Bedeutung der Unternehmensbewertung
1.2 Zeitliche Entwicklung
1.3 Vorgehensweise
2 Klassische Unternehmensbewertungsverfahren
2.1 Ertragswertmethode nach IDW S1
2.1.1 Theoretischer Ansatz
2.1.2 Anwendung am Beispiel
2.2 Discounted Cashflow Methode (DCF)
2.2.1 Die DCF-Methode und ihr Weg ins Bewusstsein deutscher Unternehmensbewertungen
2.2.2 Die DCF-Methode und Ihre Bedeutung für die Unternehmensbewertung
3 Unternehmensbewertungsverfahren der „New Economy“
3.1 Recent Aquisition Method
3.2 Initial Public Offering
3.3 Similar Public Company Approach
3.4 Anwendung am Beispiel
4 Unternehmensbewertung bei KMU
4.1 Besonderheiten von KMU
4.2 Multiplikatormethode
4.3 Praktikermethode „Daumenregel“
4.4 Modifizierte Ertragswertmethode
4.4.1 Der theoretische Ansatz
4.4.2 Anwendung am Beispiel
5 Einzelne Bewertungsverfahren im Vergleich
5.1 Vor- und Nachteile der Bewertungsverfahren der „Old Economy“
5.1.1 Ertragswertmethode nach IDW S1
5.1.2 DCF-Methode
5.2 Vor- und Nachteile der Bewertungsverfahren der „New Economy“
5.2.1 Recent Aquistion Method
5.2.2 Initial Public Offering
5.2.3 Similar Public Company Approach
5.3 Vor- und Nachteile der Bewertungsverfahren bei KMU
5.3.1 Multiplikatormethode
5.3.2 Praktikermethode
5.3.3 Modifizierte Ertragswertmethode
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Projektarbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über gängige Unternehmensbewertungsverfahren zu geben und diese kritisch gegenüberzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf der Anwendbarkeit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie dem aktuellen Marktumfeld unter Berücksichtigung von Krisen wie der Coronapandemie liegt.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Unternehmensbewertung
- Klassische Methoden (Ertragswertverfahren und Discounted Cashflow)
- Spezielle Bewertungsansätze der „New Economy“
- Besonderheiten und modifizierte Verfahren für KMU
- Praktische Fallstudien zur Vertiefung der theoretischen Modelle
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Theoretischer Ansatz
Ein Grundproblem der Unternehmensbewertung stellt jedoch die hohe Unsicherheit der Prognose dar. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Prognose auf unsicheren Variablen beruht und damit sehr risikoreich ist, wie in jüngster Zeit die Folgen der aktuellen Coronakrise zeigen. Unternehmen, Investoren und Privatanleger durchlaufen gegenwärtig große Schwierigkeiten, da Unternehmen, anders als erwartet, sehr wenig Umsatz generieren und die Aktienkurse deshalb auf einem sehr niedrigen Niveau stagnieren.
Die Richtigkeit der erstellten Prognosen ist in der Unternehmensbewertung nicht der entscheidende Faktor, sondern die Plausibilisierung und Wahrscheinlichkeit des Eintritts der prognostizierten Zahlenreihen. Darunter wird verstanden, dass realistische Annahmen frei von Widersprüchen und auf den konkreten Anlass bezogen getroffen werden. Konzentriert werden sollte sich dabei auf die einzunehmende Sicht während der Prognose. Lässt der Käufer seine persönlichen Vorstellungen in die Bewertung miteinfließen, wird von einem subjektiven Wert gesprochen. Wird das Unternehmen jedoch nach objektiven Kriterien bewertet, kann bei dem Ergebnis vom bereits erwähnten objektivierten Unternehmenswert ausgegangen werden.
Dabei werden die geplanten Aufwands- und Ertragsrechnungen auf Basis von Unternehmens-, Umwelt- und Branchenanalysen prognostiziert. Auch Trends, die möglicherweise Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung einer Branche haben, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Eine gründliche Analyse des Finanzbedarfs, der geplanten Absatzentwicklung sowie des Umsatz- und Investitionsvolumens, stellt außerdem eine solide Grundlage für verlässliche Prognosen dar. Wichtig zu erwähnen ist, dass kein Bewertungsansatz der Unternehmensbewertung, die Ertragswertmethode eingeschlossen, das Prognoseproblem zu lösen vermag. Vielmehr ist die belastbare Datenbasis der Analyse ausschlaggebend für eine möglichst hohe Risikofreiheit der Prognose.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Themenfeld der Unternehmensbewertung ein, beleuchtet deren Bedeutung und historische Entwicklung und skizziert das methodische Vorgehen der Projektarbeit.
2 Klassische Unternehmensbewertungsverfahren: Hier werden die Ertragswertmethode nach IDW S1 und die Discounted Cashflow Methode (DCF) detailliert vorgestellt, inklusive theoretischer Grundlagen und rechnerischer Anwendungsbeispiele.
3 Unternehmensbewertungsverfahren der „New Economy“: Das Kapitel behandelt markt- und vergleichsorientierte Bewertungsmethoden wie die Recent Aquisition Method, das Initial Public Offering und den Similar Public Company Approach.
4 Unternehmensbewertung bei KMU: Es werden die spezifischen Merkmale kleiner und mittlerer Unternehmen analysiert und spezielle Bewertungsverfahren, insbesondere die modifizierte Ertragswertmethode, für diesen Unternehmenssektor vorgestellt.
5 Einzelne Bewertungsverfahren im Vergleich: In diesem Kapitel werden die behandelten Bewertungsverfahren hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile systematisch gegenübergestellt, um Entscheidungshilfen für die Praxis zu bieten.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und wagt einen Ausblick auf die künftigen Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich der Unternehmensbewertung.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Ertragswertmethode, Discounted Cashflow, DCF-Methode, KMU, Multiplikatormethode, Praktikermethode, Börsengang, IPO, Unternehmensrisiko, Finanzanalyse, Kapitalisierungszinssatz, Substanzwertverfahren, Unternehmensnachfolge, Marktbewertung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Projektarbeit untersucht verschiedene Methoden der Unternehmensbewertung – von klassischen Ansätzen wie der Ertragswertmethode bis hin zu spezifischen Verfahren für KMU und die „New Economy“ – und stellt diese praxisorientiert dar.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Zentral sind die Untersuchung der klassischen Verfahren, die Darstellung von Vergleichswertverfahren, die Berücksichtigung von KMU-spezifischen Besonderheiten sowie die Auswirkung makroökonomischer Ereignisse wie der Coronapandemie auf die Wertermittlung.
Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis für die Bewertung von Unternehmen zu schaffen und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Methoden in der betriebswirtschaftlichen Realität zur Findung eines intersubjektiven Unternehmenswerts eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt neben einer fundierten Literaturrecherche vor allem konkrete, selbst entwickelte Fallbeispiele, um die mathematische Anwendung der komplexen Bewertungsformeln für den Leser nachvollziehbar zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer Bewertungsmethoden, die Analyse der Methoden der „New Economy“, die Erläuterung der Besonderheiten bei KMU inklusive modifizierter Verfahren sowie einen abschließenden direkten Vergleich aller besprochenen Ansätze.
Wodurch lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit zeichnet sich durch ihre Kombination aus theoretischer Fundierung nach IDW-Standards und starkem Praxisbezug durch fiktive, aber realistische Unternehmensszenarien aus.
Wie wirkt sich die Coronapandemie auf die Unternehmensbewertung laut Autor aus?
Der Autor stellt fest, dass die Pandemie die Suche nach objektiven Unternehmenswerten erschwert, da bisherige Planungsgrundlagen und Annahmen über unendliche Lebensdauern aufgrund der hohen Volatilität und wirtschaftlichen Unplanbarkeit kritisch zu überdenken sind.
Warum ist die modifizierte Ertragswertmethode für KMU wichtig?
Sie ist notwendig, da sie die starke Personenabhängigkeit des Inhabers sowie das spezifische Risiko kleiner Unternehmen, die oft nicht über die Ressourcen großer Konzerne verfügen, explizit in die Bewertungslogik integriert.
Welche Rolle spielt der Betafaktor im Rahmen der Bewertung?
Der Betafaktor wird zur risikoadäquaten Berechnung der Eigenkapitalkosten im Capital Asset Pricing Model (CAPM) genutzt, wobei der Autor kritisch hinterfragt, inwieweit diese börsenorientierte Kennzahl für nicht börsennotierte KMU sinnvoll adaptierbar ist.
- Arbeit zitieren
- Florian Pfänder (Autor:in), 2020, Methoden der Unternehmensbewertung. Klassische Ansätze, New Economy Verfahren und KMU-Spezifika im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495501