„Seit 2002 sinkt erstmals die Kohlenstoffintensität der Weltwirtschaft nicht mehr, sondern sie steigt“, sagte Edenhofer.1 “Das ist angesichts der notwendigen Reduktionen der Emissionen besorgniserregend und setzt die Energiepolitik unter gewaltigen Zeitdruck." [FTD 2008a]
Wie dieser Artikel der Financial Times Deutschland aus dem Juli 2008 beweist, hat die Klimapolitik zwar an Bedeutung gewonnen, sie bedarf jedoch einer weiteren Modifikation. Nun stellt sich die Frage was Umweltpolitik und Ökonomie gemein haben. Dazu sei an dieser Stelle auf die Konzeption der externen Effekte verwiesen. Danach kann Umweltverschmutzung einen negativen externen Effekt darstellen. Die Konzeption der externen Effekte und die Konzeption ihrer Internalisierung erleben nach einem längeren Schattendasein eine neue Renaissance [Vgl. Gawel 1996; S.195]
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Motivation
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Globaler Klimawandel
2.1 Ursachen des Klimawandels
2.2 Ökonomische Folgen des Klimawandels
2.3 Internationale Klimaabkommen
2.3.1 Internationale Klimaabkommen im Überblick
2.3.1.1 Klimakonferenz von Toronto
2.3.1.2 Klimaschutzkonferenz von Genf
2.3.1.3 Klimaschutzkonferenz von Kioto
2.3.1.4 Klimaschutzkonferenz von Posen
2.3.2 Kioto-Protokoll
2.4 Möglichkeiten zur Lösung des Klimaproblems
2.4.1 Umweltverschmutzung - ein externer Effekt
2.4.2 Internalisierung externer Effekte
3. Preis- vs. Mengenregulierung
3.1 Pigou-Steuer zur Bewältigung des Klimaproblems
3.1.1 Funktionsweise
3.1.2 Vorteile der Pigou-Steuer
3.1.3 Nachteile der Pigou-Steuer
3.2 Emissionszertifikate zur Bewältigung des Klimaproblems
3.2.1 Funktionsweise
3.2.1.1 Vergabe von Zertifikaten
3.2.1.2 Preisbildung auf dem Zertifikatenmarkt
3.2.2 Vorteile des Emissionshandels
3.2.3 Nachteile des Emissionshandels
3.3 Effizienz unter Unsicherheit
3.3.1 Effizienz in der kurzen Frist
3.3.2 Effizienz in der langen Frist
3.3.3 Ergebnisse
3.3.4 Kritik
3.4 Das vergessene Angebot
4. Nationale Klimaschutzstrategien – Beispiel des EU-Emissionshandels
4.1 Einführung in den EU-Emissionshandel
4.2 Entwicklungen des Emissionshandels
4.2.1 Erste Phase des Emissionshandels
4.2.2 Zweite Phase des Emissionshandels
4.2.3 Dritte Phase des Emissionshandels
4.2.4 Trends
4.3 Bewertung des EU-Emissionshandels
4.3.1 Effizienz
4.3.2 Anreizwirkung
4.3.3 Zielkonflikte
4.4 Zusammenfassung
5. Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht ökonomische Instrumente zur Internalisierung negativer externer Effekte, die durch den Klimawandel entstehen, mit einem besonderen Fokus auf die Wirksamkeit und Effizienz des EU-Emissionshandels im Vergleich zur Pigou-Steuer.
- Grundlagen der ökonomischen Theorie externer Effekte
- Preis- vs. Mengenregulierungsinstrumente im Klimaschutz
- Analyse der Effizienz unter Unsicherheit und Zeithorizonten
- Praktische Umsetzung und Entwicklung des EU-Emissionshandels
- Bewertung von Zielkonflikten und Anreizwirkungen nationaler Klimaschutzstrategien
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Umweltverschmutzung - ein externer Effekt
Um die Motive der Umweltverschmutzung aufzuspüren, geht die Wirtschaftstheorie von Externalitäten aus. [Vgl. Frey 1992, S.43] Zunächst soll erläutert werden, was unter Externalitäten bzw. einem externen Effekt verstanden werden kann: „Ein externer Effekt ist eine ökonomische Aktivität, die sich außerhalb marktvermittelter Interdependenzbeziehungen entfaltet. Ein externer Effekt hat keinen Preis.“ [Wigger 2006, S.58] Die Ausprägungen dieser Effekte können sowohl negativ als auch positiv sein. Die Theorie der externen Effekte findet vor allem im Bereich der Umweltökonomik Anwendung. Dieses Konzept soll im weiteren Verlauf anhand eines umweltökonomischen Problems erläutert werden. Dazu betrachten wir ein Modell mit folgender Terminologie: Es existiert ein repräsentativer Produzent, der pharmazeutische Güter produziert sowie ein repräsentativer Haushalt, der diese Güter konsumiert.
Die Grenzkosten (GK) des Produzenten und die marginale Zahlungsbereitschaft (MZ) des Konsumenten werden in Abbildung 2 veranschaulicht. [Vgl. Wigger 2006, S.59ff.] Die Abszisse misst darin die Ausbringungsmenge x des pharmazeutischen Gutes und die Ordinate die marginale Zahlungsbereitschaft in €/x. Bietet der Pharmaproduzent seine Produkte zum Grenzkostenpreis an, so wird der Haushalt die Menge xp nachfragen. Die grüne Fläche zwischen GK-Kurve und MZ-Kurve beschreibt die Konsumentenrente, die ein Konsument realisiert, wenn er die Menge xp nachfragt. Die Konsumentenrente misst dabei den gesamten Geldwertvorteil, den ein Haushalt durch den Konsum von xp realisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Klimawandels und die Notwendigkeit ökonomischer Klimaschutzinstrumente.
2. Globaler Klimawandel: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen, Folgen sowie die internationale politische Einbindung des Klimaproblems und definiert die ökonomische Basis für externe Effekte.
3. Preis- vs. Mengenregulierung: Hier werden theoretische Instrumente der Preis- (Pigou-Steuer) und Mengensteuerung (Emissionszertifikate) sowie deren Effizienz unter Unsicherheit und im Zeitverlauf gegenübergestellt.
4. Nationale Klimaschutzstrategien – Beispiel des EU-Emissionshandels: Eine detaillierte Untersuchung der praktischen Umsetzung, Phasen und Zielkonflikte des EU-Emissionshandels.
5. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Potenziale für die Weiterentwicklung zu einem globalen Emissionsmarkt.
Schlüsselwörter
Klimawandel, externe Effekte, Internalisierung, Pigou-Steuer, Emissionszertifikate, EU-Emissionshandel, Preismechanismus, Mengenregulierung, Grenzvermeidungskosten, Klimapolitik, Zertifikatenmarkt, Nachhaltigkeit, CO2-Ausstoß, Umweltökonomik, Wohlfahrtstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit analysiert ökonomische Ansätze zur Bewältigung des globalen Klimaproblems, insbesondere durch die Internalisierung externer Effekte im Rahmen der Umweltökonomie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Theorie der externen Effekte, den Vergleich zwischen Preis- und Mengenregulierungen (Steuern vs. Zertifikate) sowie die praktische Ausgestaltung des EU-Emissionshandels.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Untersuchung und Bewertung der Effizienz von marktgestützten Klimaschutzinstrumenten, um eine kosteneffiziente Emissionsreduzierung zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf ökonomischen Modellen zur Wohlfahrtsökonomik (z.B. Weitzman-Analyse) und einer kritischen Bewertung aktueller umweltpolitischer Umsetzungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Instrumente (Preis vs. Menge), die Analyse unter Unsicherheit und die spezifische Evaluation der verschiedenen Phasen des EU-Emissionshandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Klimawandel, Pigou-Steuer, Emissionszertifikate, EU-Emissionshandel, externe Effekte und Grenzvermeidungskosten.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen kurzer und langer Frist für die Effizienz der Instrumente entscheidend?
Die Arbeit zeigt, dass sich die relative Effizienz von Steuern gegenüber Zertifikaten ändert, da sich Grenzkosten und Grenznutzen über den Zeitverlauf unterschiedlich entwickeln (flachere vs. steilere Kurvenverläufe).
Was ist das „grüne Paradoxon“ und wie spielt es in die Arbeit hinein?
Das Konzept (nach Hans-Werner Sinn) deutet darauf hin, dass Klimaschutzmaßnahmen, die nur die Nachfrage regulieren, bei preisunelastischem Angebot der Rohstoffvorkommen wirkungslos sein könnten, was eine zusätzliche Betrachtung der Angebotsseite erfordert.
- Citation du texte
- Dipl. Vw. Anja Zarse (Auteur), 2009, Ökonomische Ansätze zur Bewältigung des Klimaproblems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149557