Die Gliederung der Arbeit umfasst zwei Hauptkapitel. Der erste Teil der Arbeit bietet eine Einführung in die Thematik der autistischen Störung und befasst sich mit der Entstehungsgeschichte, der Einordnung und Klassifizierung, sowie den Ursachen, dem Vorkommen, der Diagnose und dem Entwicklungsverlauf. Der zweite Teil der Arbeit umfasst die genaue Untersuchung geeigneter Fördermaßnahmen, die zur Behandlung von Autismus-Spektrum-Störungen entwickelt wurden. Während die Ansätze der „Applied Behavior Analysis (ABA)“ und das „Picture Exchange Communication System (PECS)“ nur oberflächlich untersucht werden, wird das Frühförderprogramm „Treatment and Education for Autistic and Communiations handicapped Children (TEACCH)“ tiefergehend untersucht. Dabei wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Förderung mithilfe des TEACCH-Ansatzes auf Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen haben kann. Kamp-Becker und Bölte schreiben in ihrem Buch „Autismus“, dass das „Ziel einer wie auch immer gearteten Intervention“ sein soll, „den Betroffenen ein so weit wie möglich eigenständiges Leben mit größtmöglicher sozialer Integration und Lebenszufriedenheit zu ermöglichen“. Die vorliegende Arbeit geht den folgenden Fragen nach: Welche Vor- und Nachteile hat der TEACCH-Ansatz bei der Behandlung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung? Und: Kann der Ansatz das Ziel einer Intervention, wie sie von Kamp-Becker und Bölte definiert wurde, wirklich erreichen? Im Zuge dieser Fragestellungen wird zu-erst auf den Begriff „TEACCH“ und die ihm zugrunde liegende ‚Philosophie‘ eingegangen. Anschließend wird das „structured teaching“ als Kern des Ansatzes betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
2.1. Der geschichtliche Hintergrund der Autismus-Spektrum-Störung
2.2. Definition Autismus-Spektrum-Störung
2.2.1. Der frühkindliche Autismus (F84.0)
2.2.2. Das „Asperger-Syndrom“ (F84.5)
2.2.3. Der atypische Autismus (F84.1)
2.3. Ursachendiskussion – Ätiologie und Störungskonzept
2.4. Prävalenz und Komorbidität
2.5. Die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störung
3. Fördermaßnahmen
3.1. Die Applied Behavior Analysis (ABA)
3.2. Das Picture Exchange Communication System (PECS)
3.3. ‚Außenseitermethoden‘ – ein Exkurs
3.4. Der TEACCH-Ansatz
3.4.1. Der TEACCH-Grundgedanke
3.4.2. Das Structured Teaching als Kern des Ansatzes
3.4.2.1. Der Raum
3.4.2.2. Die Zeit
3.4.2.3. Arbeitsorganisation bzw. Arbeitssystem
3.4.2.4. Aufgaben und Tätigkeiten
3.4.2.5. Routinen
3.4.3. Evidenz und Kritikpunkte des TEACCH-Ansatzes
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, über Autismus-Spektrum-Störungen aufzuklären und gängige Fehlannahmen zu revidieren, während sie gleichzeitig die Wirksamkeit und praktische Anwendung des TEACCH-Ansatzes (Treatment and Education for Autistic and Communications handicapped Children) als zentrales Förderprogramm untersucht.
- Theoretische Grundlagen und Klassifizierung von Autismus-Spektrum-Störungen
- Ursachenforschung (Ätiologie) und Prävalenzdaten
- Diagnostische Verfahren und Herausforderungen
- Gegenüberstellung gängiger Fördermaßnahmen (ABA, PECS, TEACCH)
- Detaillierte Analyse des TEACCH-Ansatzes und dessen Strukturierungsprinzipien
Auszug aus dem Buch
3.4. Der TEACCH-Ansatz
Der Begriff TEACCH leitet sich vom Englischen „Treatment and Education for Autistic and Communiations handicapped CHildren“ ab und bedeutet übersetzt „Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise Kommunikationsbehinderter“ (Häußler 2016: 13) bedeutet. TEACCH wurde durch Eric Schopler begründet und ist ein ganzheitlicher pädagogischer und verhaltenstherapeutischer Ansatz, der zur Förderung von Kommunikationsbeeinträchtigungen bei Menschen mit autistischer Störung eingesetzt werden kann (vgl. Paschke-Müller et al. 2017: 11). Der Name TEACCH mit der Aussprache ‚teach‘ (=englisch für „unterrichten“) wurde sehr bewusst so gewählt, denn er macht deutlich, dass der Schwerpunkt der Hilfen im pädagogischen Bereich liegt (vgl. Häußer 2016: 13).
Es versteht sich als Ansatz des strukturierten Lehrens und Lernens für Menschen mit schwerwiegenden Problemen in den Bereichen Wahrnehmung, Kommunikation und Interaktion. TEACCH ist somit keine Therapiemethode, sondern ein Rahmengerüst zur Förderung und Erziehung von autistischen Menschen (Kamp-Becker, Bölte 2014: 80).
TEACCH ist keine Therapie einzelner Symptome, sondern eine ganzheitliches pädagogisches Entwicklungskonzept (vgl. Häußer 2016: 13). Die Grundkonzeption des Ansatzes eignet sich für Menschen jeder Altersgruppe und Kompetenzstufe und kann sowohl im therapeutischen und pädagogischen Rahmen, wie Kindergarten, Schule oder Krippe, als auch im häuslichen Alltag angewandt werden. Das übergeordnete Ziel von TEACCH ist es, den Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung eine größtmögliche Selbstständigkeit und Selbstentfaltung zu ermöglichen. Um dies zu erreichen soll ein Umfeld geschaffen werden, das für die jeweiligen Bedürfnisse jedes Einzelnen ideale Voraussetzungen bietet, um strukturiert zu leben, zu lernen, zu arbeiten und sich sozial integrieren zu können (vgl. Hartmann 2018: 124f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Medienpräsenz von Autismus ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Förderansätzen, insbesondere dem TEACCH-Programm.
2. Autismus-Spektrum-Störung (ASS): Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext, die medizinische Definition sowie die Ursachen und Diagnostik der verschiedenen Subgruppen innerhalb des Autismus-Spektrums.
3. Fördermaßnahmen: Hier werden verschiedene therapeutische und pädagogische Interventionsmöglichkeiten vorgestellt, wobei ein detaillierter Schwerpunkt auf der methodischen Analyse des TEACCH-Ansatzes liegt.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die ganzheitliche Bedeutung einer individuellen Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung im gesellschaftlichen Kontext.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum-Störung, TEACCH-Ansatz, Structured Teaching, Frühförderung, Kommunikation, Sozialpädagogik, Diagnostik, Inklusion, Verhaltensauffälligkeiten, visuelle Strukturierung, Autonomie, Therapieansätze, Angewandte Verhaltensanalyse, Pädagogisches Konzept, Lebenszufriedenheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Erscheinungsbild der Autismus-Spektrum-Störung, deren theoretischen Grundlagen, Diagnostik und den verschiedenen Möglichkeiten der pädagogischen Förderung und Unterstützung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die historische Einordnung, die klinische Symptomatik und Klassifikation laut ICD-10/DSM-5 sowie eine fundierte Analyse verschiedener Interventionsmethoden bei Autismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, über Autismus aufzuklären, falsche Stereotypen abzubauen und zu untersuchen, inwieweit der TEACCH-Ansatz zur Selbstständigkeit und sozialen Integration Betroffener beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer theoretischen Schwerpunktanalyse des TEACCH-Programms sowie dessen Prinzipien der "strukturierten Förderung".
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Autismus-Spektrum und eine detaillierte Untersuchung der Behandlungsmethoden Applied Behavior Analysis (ABA), Picture Exchange Communication System (PECS) und schwerpunktmäßig des TEACCH-Ansatzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autismus-Spektrum-Störung, TEACCH, strukturierte Förderung, Selbstständigkeit, Autismus-Diagnostik und Unterstützungssystems definiert.
Was bedeutet das Prinzip des "Structured Teaching" bei TEACCH?
Es handelt sich um ein didaktisches Instrument, das durch visuelle Strukturierung und klare Organisation von Raum, Zeit und Aufgaben dem autistischen Menschen Sicherheit und Orientierung geben soll.
Warum spielt die Einbindung der Eltern eine wichtige Rolle im TEACCH-Ansatz?
Die Forschung zeigt, dass Eltern als Co-Therapeuten maßgeblich zum Therapieerfolg beitragen können und die Einbindung ihre eigene Belastung und ihr Kompetenzempfinden im Umgang mit der Störung deutlich verbessert.
- Citar trabajo
- N. Pulpanek (Autor), 2020, Theoriegrundlagen, Diagnostik und Förderung von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung mit dem TEACCH-Ansatz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1496845