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Schöne neue Fernsehwelt: Phoenix das neue Programm auf dem deutschen Fernsehmarkt

Title: Schöne neue Fernsehwelt: Phoenix das neue Programm auf dem deutschen Fernsehmarkt

Research Paper (postgraduate) , 2000 , 46 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Helmut Schäfer (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Summary Excerpt Details

[...] Auch unsere Medienwelt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant verändert. Der hier zu untersuchende Bereich des Fernsehens in Deutschland unterzog sich mit der Einführung des dualen Systems Mitte der achtziger Jahre einem deutlichen Wandel: Während man bis zur Einführung des kommerziellen Rundfunks in der Regel nicht mehr als drei (Teilzeit-) Programme empfangen konnte, verfügen heute die meisten Haushalte via Satellit oder Kabel über weit mehr als 30 Kanäle, die rund um die Uhr senden. 1990 besaßen nur 3% der westdeutschen Bevölkerung und nur 1% aller Ostdeutschen kein Fernsehgerät. [...]

1.2. Aufbau der Arbeit

Zunächst wird allgemein die Rolle des Massenmediums Fernsehen im politischen Kommunikationsprozeß untersucht (2.1.). Es geht darum aufzuzeigen, daß für den Bürger politische Erfahrung eine zumeist medial vermittelte Erfahrung darstellt. Hierbei soll auch nach unterschiedlichen Modellen zum Realitätsbegriff gefragt und die Logik des Mediums Fernsehen beleuchtet werden. Im folgenden Abschnitt des zweiten Kapitels (2.2.) wird die Wirkung unterschiedlicher Medienformate im Mittelpunkt stehen. Es geht also beispielsweise darum aufzuzeigen, welches Fernseh-Konsumverhalten zu einer Politisierung des Rezipienten führt. Gleichzeitig sollen der seit Einführung des dualen Systems zunehmende Trend zur Vermeidbarkeit politischer Inhalte und die daraus resultierenden Konsequenzen erläutert werden. Außerdem werden allgemeine Entwicklungen der Programmgestaltung im deutschen Fernsehen herausgearbeitet und der 1997 von ARD und ZDF gegründete Sender „Phoenix“ dazu in Beziehung gesetzt. Es gilt also zu fragen, inwieweit „Phoenix“ sich einem zu erwartenden Trend in der Programmentwicklung anschließt oder sich diesem eher entzieht.

Dazu werden im dritten Kapitel die Organisation des Senders, seine Rolle innerhalb der öffentlich-rechtlichen Anstalten, der Programmauftrag sowie die Struktur des Programms vorgestellt.
Im vierten Kapitel schließt sich eine Datenanalyse zur Rezeption des Programms von Phoenix und zum allgemeinen Konsum von Nachrichten- und Informationsprogrammen an. Ausgehend von den Hypothesen des zweiten Kapitels soll also ein Rückschluß auf die Wirkung beim Rezipienten und die Rolle des Senders innerhalb der bundesdeutschen Fernsehlandschaft gezogen werden können.
Eine Zusammenfassung und eine abschließende Stellungnahme zu den erzielten Ergebnissen werden am Ende dieser Arbeit stehen.

Excerpt


Inhaltsübersicht

1 Einleitende Vorbemerkung

1.1 Themenfindung

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Probleme, Vorgehen und Rechercheabläufe

2 Theoretischer Bezugsrahmen

2.1 Die Rolle des Massenmediums Fernsehen im politischen Kommunikationsprozeß

2.1.1 Entwicklungstendenzen politischer Kommunikation

2.1.2 Politische Erfahrung als vermittelte Erfahrung

2.1.3 Zur Vermittelbarkeit des Politischen: Realitätsbegriff und Medienlogik des Fernsehens

2.1.4 Funktionen der Medienrealität

2.2 Politisierung oder Entpolitisierung in unterschiedlichen Medienformaten

2.2.1 Die Modifizierung der Videomalaise-Hypothese

2.2.2 Verändertes Nachrichten- und Informationsangebot seit Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland

2.2.3 Die Vermeidbarkeit des Politischen als Trend

2.2.4 Kurzer Exkurs zur Konvergenzhypothese

2.2.5 Phoenix - ein Sender gegen den Trend?

3 Phoenix – institutioneller Aspekt

3.1 Phoenix als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF

3.2 Organisation des Senders

3.3 Programmauftrag und Programmstruktur

4 Phoenix – Datenanalyse zur Rezeption

4.1 Darstellung und Interpretation der GfK-Zahlen zum Phoenix-Programm seit Erhebung

4.1.1 Zielgruppen, und besonders frequentierte Sendezeiten

4.1.2 Empfangbarkeit von Phoenix und die Entwicklung der Marktanteile

4.1.3 Entwicklung der Sendung „Phoenix/Schwerpunkt mit call-in“

4.2 Darstellung und Interpretation der GfK-Zahlen zum Konsum von Nachrichten und politischen Informationsprogrammen seit 1992

4.2.1 Einschaltquoten und Marktanteile der Nachrichten und Sendungen mit politischen Themen bei den fünf führenden Fernsehanstalten

4.2.2 Seh- und Sendedauer der Nachrichten und Sendungen mit politischen Themen bei den fünf führenden Fernsehanstalten

5 Zusammenfassung

6 Schlußbemerkung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Fernsehsender "Phoenix" und seine Rolle im politischen Kommunikationsprozess vor dem Hintergrund einer veränderten Medienlandschaft in Deutschland. Ziel ist es, zu analysieren, ob der Sender dem Trend zur Marginalisierung politischer Inhalte entgegenwirkt und welche empirischen Erkenntnisse sich über dessen Rezeption gewinnen lassen.

  • Rolle des Fernsehens im politischen Kommunikationsprozess
  • Politisierung vs. Entpolitisierung durch verschiedene Medienformate
  • Institutionelle Struktur und Programmauftrag von Phoenix
  • Datenanalyse zur Rezeption von Nachrichten und politischen Informationen
  • Wirkung des dualen Rundfunksystems auf das Informationsangebot

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Entwicklungstendenzen politischer Kommunikation

Zum einen rückt in der Berichterstattung durch die Massenmedien –gerade im Fernsehen- die symbolische Politik immer mehr in den Vordergrund. Das heißt, die Darstellungspolitik, getragen zumeist von medienwirksamen Repräsentanten, drängt die Entscheidungspolitik immer weiter zurück. Politik wird heute zunehmend intensiver und perfekter symbolisch, öffentlich zelebriert. Komplexe Sachverhalte werden in sendefähigen 30-Sekunden-Statements für die Hauptnachrichtensendungen kompensiert, große Parteitage von Parteien werden mediengerecht inszeniert. Eine sich rasant entwickelnde Medienlandschaft führt in den Institutionen des politischen Tagesgeschäfts zum Ausbau der Öffentlichkeits- und PR-Apparate. Außerdem treten der Entscheidungs- und Darstellungszusammenhang immer weiter auseinander: Auf der Vorderbühne findet –bildlich formuliert- das politische Schauspiel als inszenierte Darstellung statt. Auf den Hinterbühnen werden die wirklichen Entscheidungsprozesse abgewickelt. Was den Journalisten noch durch ihre Beziehungen zu den Politikern als Gesamteindruck des Theaters offenbar bleibt, ist dem breiten Publikum bei weitem schon nicht mehr zugänglich. Drittens wird für den Rezipienten politischer Kommunikation, um im Bild zu bleiben, auf der Vorderbühne eine Distanz zwischen Berichterstattern und Politikern postuliert, die faktisch hinter der Bühne teilweise geradezu symbiotische Züge bekommen kann. Dem möglichst exklusiven Informationsinteresse der Journalisten steht das Publizitätsinteresse des Politikers gegenüber. Somit entsteht zwischen den beiden Akteuren eine Beziehung mit dem jeweiligen Ziel, das Verhältnis möglichst im eigenen Sinne zu instrumentalisieren. Für einseitig ausgerichtete, ressourcenschwache Medienrezipienten kann dies eine zunehmende Kluft zwischen politischem Wissen und Bewußtsein bedeuten. Auf diesen Umstand wird in Kapitel 2.2. weiter eingegangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitende Vorbemerkung: Einführung in die Themenfindung, den Aufbau der Arbeit sowie die methodischen Herausforderungen bei der Recherche.

2 Theoretischer Bezugsrahmen: Untersuchung der Rolle des Fernsehens in der politischen Kommunikation sowie der Debatte um Politisierung versus Entpolitisierung durch verschiedene Formate.

3 Phoenix – institutioneller Aspekt: Vorstellung von Phoenix als Gemeinschaftseinrichtung von ARD und ZDF sowie deren strukturelle Organisation und Programmauftrag.

4 Phoenix – Datenanalyse zur Rezeption: Empirische Analyse der Zuschauerzahlen, Marktanteile und des Konsumverhaltens in Bezug auf Phoenix und andere Nachrichtenformate.

5 Zusammenfassung: Synthese der theoretischen Ergebnisse und der empirischen Daten hinsichtlich der Entwicklung der Politikberichterstattung.

6 Schlußbemerkung und Ausblick: Kritische Reflexion der Arbeit und Identifikation von Ansatzpunkten für weiterführende Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Phoenix, Politikberichterstattung, Fernsehen, politischer Kommunikationsprozess, duales Rundfunksystem, Einschaltquoten, Marktanteile, Medienrealität, Videomalaise, Politische Beteiligung, Informationsgesellschaft, Dokumentationskanal, Programmstruktur, Medienwirkung, Politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Ereignis- und Dokumentationskanals "Phoenix" im deutschen Mediensystem und setzt diese in Bezug zu wissenschaftlichen Theorien über politische Kommunikation.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen der Einfluss des dualen Rundfunksystems auf die Politikberichterstattung, die Frage der Politisierung durch Medien und die spezifische Programmgestaltung von Phoenix.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll untersucht werden, ob der Sender Phoenix der Tendenz einer zunehmenden Marginalisierung politischer Inhalte in der Fernsehlandschaft entgegenwirkt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert einen theoretischen Bezugsrahmen, der auf kommunikationswissenschaftlicher Literatur basiert, mit einer empirischen Auswertung von GfK-Zahlen zur Programmnutzung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen politischer Kommunikation, die institutionellen Aspekte von Phoenix sowie eine umfassende Datenanalyse zur Rezeption politischer Informationsprogramme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie "Politisierung", "Medienrealität", "Videomalaise-Hypothese", "Programmkonvergenz" und "politische Informationssendungen".

Welche Funktion hat Phoenix laut der Untersuchung im deutschen Fernsehen?

Phoenix nimmt als Spartenkanal eine Sonderrolle ein und wird als "Kultsender der Info-Elite" wahrgenommen, der Ereignisse in Echtzeit und ungefiltert zur Verfügung stellt.

Wie verändert die Berichterstattung von Phoenix die politische Praxis?

Die Untersuchung deutet an, dass die direkte 1:1-Berichterstattung zu einer Beschleunigung politischer Entscheidungsprozesse führen kann, was nicht zwingend vorteilhaft ist.

Was sagen die Daten über das Zuschauerverhalten bei Phoenix aus?

Die Einschaltquoten sind insgesamt niedrig, zeigen aber Spitzen bei bedeutenden politischen Ereignissen, was auf eine spezifische, politisch interessierte Zielgruppe schließen lässt.

Ist die "Konvergenzhypothese" durch die Daten bestätigt worden?

Nein, die empirische Überprüfung konnte keine generelle Programmkonvergenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Hinblick auf politische Inhalte bestätigen.

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Details

Title
Schöne neue Fernsehwelt: Phoenix das neue Programm auf dem deutschen Fernsehmarkt
College
Free University of Berlin  (Politik- und Sozialwissenschaft am Otto-Suhr-Institut)
Course
Politik und Medien
Grade
2,0
Author
Helmut Schäfer (Author)
Publication Year
2000
Pages
46
Catalog Number
V149823
ISBN (eBook)
9783640606870
ISBN (Book)
9783640606856
Language
German
Tags
Politik und Medien Kommunikation und Publizistik Fernserhen und Politik Akteure politischer Kommunikation Politisches System der Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Schäfer (Author), 2000, Schöne neue Fernsehwelt: Phoenix das neue Programm auf dem deutschen Fernsehmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149823
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