Zielsetzung und Gang der Arbeit
Die Grundidee meines Konzeptes beinhaltet die Schaffung eines zusätzlichen virtuellen Lernraums über die internetbasierte Lern- und Kommunikationsplattform Moodle, um den selbstgesteuerten Lernprozess der Schüler im Rechnungswesen durch Bereitstellung von speziell entwickelten Übungsmaterialien zu fördern.
Nachdem in den einführenden Kapiteln die Problemstellung, Zielsetzung und Legitimation meines Konzeptes, sowie die Funktion der Lehrkraft und die theoretischen Grundlagen des selbstgesteuerten Lernprozesses in der Übungsphase erörtert wurden, soll die Lernplattform Moodle mit seinen wesentlichen Funktionen vorgestellt werden. Daran anschließend wird untersucht, inwieweit der Einsatz dieses Mediums für das Lernen der Schüler zweckdienlich ist und für die geschilderte Ausgangsproblematik ein adäquates Lösungsmittel darstellt. Ich verstehe die internetbasierte Lernplattform Moodle als ein „Vehicle“, also ein Mittel zum Zweck, mit dessen Hilfe die Schüler weitgehend selbstgesteuert bekannte Unterrichtsinhalte wiederholen und somit festigen können. In diesem Sinne wird ein ergänzendes Angebot zur Vor- und Nachbereitung der Schüler zu meinem Unterricht ermöglicht.
„Computergestützte Unterrichtsmaterialien“ sollten weder einen spezifischen Lösungsweg noch eine bestimmte Antwort auf eine Aufgabenstellung favorisieren, sondern den Schülern stets die Möglichkeit der eigenen, kreativen und konstruktiven Gestaltung ihres Lösungsansatzes ermöglichen, ohne dabei den eigentlichen Lernprozess allzu sehr zu beeinflussen, oder gar gänzlich zu verfremden“.
Dies ist sicherlich eine ernst zunehmende Forderung, wobei diese für das Fach BWR nicht immer einzuhalten ist, denn schematische Darstellungen (siehe Anhang) dienen auch als Hilfestellung und Orientierung der Schüler.
Anregungen zur Erstellung von geeigneten Übungsmaterialien werden beschrieben und exemplarisch im Anhang veranschaulicht.
Die Arbeit endet mit einem Ausblick, in dem ich eine zusammenfassende Einschätzung zur Umsetzung des Konzeptes und Lösung der geschilderten Problemstellung liefere.
Mein Konzept soll zur Erprobung eines Moodlekurses zur Unterstützung des Selbstlernprozesses der Schüler anregen. Es richtet sich auf den Teilbereich des Rechnungswesens in der Unterstufe.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit
1.3 Legitimation
1.4. Lehrerfunktionen
2. Selbstgesteuertes Lernen in Übungsphasen
2.1 Begriff und Anforderungen (Prinzipien)
2.2 Die Bedeutung des Übens im Lernprozess
2.3 Lernwirksames Üben im Rechnungswesen
3. Unterstützung des selbstgesteuerten Lernprozesses mit Moodle
3.1 Wissenswertes über Moodle und seine Funktionsweise
4. Das Konzept
4.1 Vorbereitungen
4.2 Planung
4.2.1 Überlegungen zur Zielgruppe
4.2.2 Verlaufsplanung
4.2.3 Rolle des Lehrers
4.2.4 Erstellung von Übungsmaterialien
4.3 Hinweise zur Durchführung
4.4 Hinweise zur Evaluation
5. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Konzepts zur Förderung des selbstgesteuerten Lernens im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen (BWR) an der Höheren Handelsschule durch den Einsatz der Lernplattform Moodle. Es soll untersucht werden, wie durch ein ergänzendes virtuelles Lernangebot bestehende Lernschwierigkeiten binnendifferenziert angegangen und die Übungsphasen intensiviert werden können.
- Unterstützung selbstgesteuerter Lernprozesse durch digitale Lernplattformen.
- Einsatz von Moodle als virtuelles Klassenzimmer für das Fach BWR.
- Optimierung von Übungsphasen zur Festigung komplexer Buchungsinhalte.
- Methoden der Binnendifferenzierung und Individualisierung im Unterricht.
- Rolle des Lehrers als Lernbegleiter und Moderator in digitalen Lernumgebungen.
Auszug aus dem Buch
2.3 Lernwirksames Üben im Rechnungswesen
„Das Rechnungswesen ist die Abbildung eines Betriebes durch Wörter, Zahlen und Symbole.“ Es kann als „geschlossenes Netzwerk mit kausalen Zusammenhängen und Regelkreisen“ beschrieben werden.
„Um Inhalte zu festigen, muss eine sinnvolle Beziehung zwischen der Stoffstruktur des Rechnungswesens und dem Aufbau des menschlichen Gedächtnisses hergestellt werden.“ Das Gedankengebäude des Rechnungswesens hat einen hohen Reproduktionsanteil mit vielen Fachbegriffen, die in einem inneren logischen Zusammenhang stehen. „Buchführung verlangt Zahlen und schematische Darstellungen in einer ordentlichen Form zu präsentieren.“
Die Schüler müssen Handlungsabläufe wie Buchungstechnik, Kontenführung, Saldentechnik etc. verinnerlichen, um sie anwenden zu können. Über die Beherrschung der Grundfertigkeiten hinaus ist allerdings auch ein umfassendes Verständnis des in sich logischen Systems der Buchhaltung notwendig. Weil unterschiedliche Wissensbestände nicht unverbunden bleiben ist es entscheidend, die Informationen in ihren Zusammenhängen und Strukturen zu verstehen und sich ein Überblickswissen über den gesamten Bereich des Rechnungswesens anzueignen. Aufeinander aufbauende Wissensbestände können so sinnhaft miteinander verknüpft und in ein breites Verständnis des Faches eingeordnet werden. Da die einzelnen Inhalte i. d. R. miteinander verwoben sind und in Beziehung stehen, ist ein kontinuierlicher Lern- und Verstehensprozess notwendig.
Wie in der Problemstellung angesprochen wurde, führen Wissenslücken und Verständnisprobleme in grundlegenden Teilbereichen des Rechnungswesens zu Verständnisproblemen der Schüler in weiterführenden Themen. Für den Unterricht im Rechnungswesen sind somit intensive Übungsphasen von hoher Bedeutung, um einen langfristigen Lernerfolg zu sichern. Dies kann in der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts erfolgen.
Um zu einer vertiefenden Verarbeitung des Gelernten (der Informationen) zu erlangen, ist der Prozess des Elaborierens notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit: Einführung in die Herausforderungen des Fachs BWR und Begründung für den Einsatz von Moodle als Ergänzung zum Präsenzunterricht.
2. Selbstgesteuertes Lernen in Übungsphasen: Theoretische Auseinandersetzung mit den Prinzipien selbstgesteuerten Lernens und der Relevanz von Übungsprozessen im Fach Rechnungswesen.
3. Unterstützung des selbstgesteuerten Lernprozesses mit Moodle: Vorstellung der technischen Lernplattform Moodle und ihrer Funktionen zur Unterstützung von individuellen Lernprozessen.
4. Das Konzept: Konkrete Planung, Vorbereitung und Umsetzung des Moodlekurses inklusive didaktischer Hinweise und Evaluationsvorschläge.
5. Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung des Mehrwerts von digitalen Lernumgebungen für Schüler und Lehrkräfte sowie Einschätzung der Zukunftsfähigkeit des Konzepts.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Rechnungswesen, Moodle, Betriebswirtschaftslehre, Binnendifferenzierung, Übungsphasen, Lernplattform, Medienkompetenz, kognitive Lernstrategien, E-Learning, Blended Learning, Lehrerfunktionen, Fachhochschulreife, Unterrichtsqualität, digitale Lernumgebung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept, um Schüler der Höheren Handelsschule im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen durch den Einsatz der Plattform Moodle beim selbstgesteuerten Lernen und Üben zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Förderung selbstgesteuerter Lernprozesse, der methodische Einsatz der Lernplattform Moodle sowie die didaktische Gestaltung von Übungsmaterialien zur Festigung betriebswirtschaftlicher Grundkenntnisse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, durch die Schaffung eines zusätzlichen virtuellen Lernraums den Lernprozess der Schüler zu individualisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, Wissenslücken außerhalb des Unterrichts gezielt zu schließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer Rahmen für selbstgesteuertes Lernen erarbeitet, der auf kognitionstheoretischen Ansätzen basiert und auf die spezifischen Anforderungen des Rechnungswesenunterrichts angewendet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des selbstgesteuerten Lernens, die technische Einführung der Lernplattform Moodle und die praktische Konzeption des Kursangebots, inklusive Planung, Durchführungshinweisen und Evaluation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Charakteristische Begriffe sind Selbstgesteuertes Lernen, Rechnungswesen, Moodle, Binnendifferenzierung, Übungsphasen und Medienkompetenz.
Welche Rolle spielt die Lernplattform Moodle in diesem Konzept?
Moodle dient als „Vehicle“, also als Werkzeug, das den Schülern zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf speziell entwickelte Übungsmaterialien ermöglicht und ihnen hilft, ihr eigenes Lerntempo besser zu kontrollieren.
Wie geht die Arbeit mit leistungsschwächeren Schülern um?
Das Konzept zielt besonders auf schwächere Schüler ab, indem durch binnendifferenzierte Angebote und automatisierte Rückmeldungen (z. B. durch Lückentexte oder Tests) zusätzliche Lernanreize und Erfolgserlebnisse geschaffen werden.
Was empfiehlt der Autor für die Umsetzung durch Lehrkräfte?
Der Autor empfiehlt einen behutsamen Start mit einfachen Foren oder Aufgaben, eine gute inhaltliche Planung sowie den Austausch mit Kollegen, um den zeitlichen Mehraufwand der Einarbeitung effizient zu bewältigen.
- Quote paper
- Stefan Boockmann (Author), 2010, Konzept zum selbstgesteuerten Lernen im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen im Bildungsgang Höhere Handelsschule mithilfe von „Moodle“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149889