Diese Arbeit analysiert den Schriftspracherwerb bei arabischsprachigen Kindern im Kontext des Erlernens der deutschen Schriftsprache. Sie untersucht, wie die phonologischen und orthografischen Unterschiede zwischen Arabisch und Deutsch zu spezifischen Interferenzen im Schreibprozess führen. Im Fokus stehen die phonologischen Herausforderungen und die besonderen Schwierigkeiten, die durch die Divergenzen zwischen den beiden Schriftsystemen entstehen. Die Untersuchung zielt darauf ab, die Wechselwirkungen zwischen den beiden Sprachen zu verstehen und die Implikationen für den Schriftspracherwerb zu erörtern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
I. Theorie
2. Schriftspracherwerb
2.1 Phasen des Schriftspracherwerbs im Deutschen
2.1.1 Die präliterale - symbolische Phase
2.1.2 Die logographemische Phase
2.1.3 Die alphabetische Phase
2.1.4 Die orthographische Phase
2.2 Schriftspracherwerb in der Zweitsprache
2.3 Die Phonologische Bewusstheit
3. Laut- und Schriftkontraste Arabisch - Deutsch
3.1 Das Phoneminventar des Arabischen
3.2 Phonologische Kontraste zum Deutschen
3.2.1 Vokale
3.2.2 Konsonanten
3.2.3 Orthografie
3.3 Das arabische Schriftsystem
II. Empirischer Teil
4. Herausforderungen für arabische DaZ-Lerner im Schriftspracherwerb
4.1 Ziel der Erhebung
4.2 Methodisches Vorgehen
4.2.1 Erhebung
4.2.2 Auswertung
5. Ergebnisse
5.1 Information zum Kind
5.2 Quantitative Auswertung
5.3 Qualitative Auswertung
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen von Kindern mit Arabisch als Erstsprache beim Erwerb der deutschen Schriftsprache. Zentrales Ziel ist es, in einem sprachkontrastiven Vergleich durch die Analyse von Schreibproben zu ermitteln, in welchem Maß phonologische Unterschiede und verschiedene Schriftsysteme den Schriftspracherwerb im Deutschen beeinflussen.
- Grundlagen des Schriftspracherwerbs (Einsprachigkeit vs. Mehrsprachigkeit)
- Phonologischer Kontrastvergleich zwischen Deutsch und Arabisch
- Analyse phonemisch-graphemischer Korrespondenzen (PGK)
- Empirische Untersuchung von Schreibfehlern bei einem arabischsprachigen Kind
Auszug aus dem Buch
3.2 Phonologische Kontraste zum Deutschen
Das Phoneminventar des Deutschen umfasst insgesamt 18 Vokale, was im Vergleich zu den drei Vokalen des Arabischen erheblich umfangreicher ist. Im Deutschen gibt es für die Vokale /a/, /e/, /i/, /o/ und /u/ jeweils gespannte und nicht gespannte Varianten. Darüber hinaus enthält das Deutsche auch Diphthonge, die zusätzliche Vokalqualitäten aufweisen (Belke 2003, 121). Aufgrund der begrenzten Anzahl an Vokalphonemen im Arabischen stellt das deutsche Vokalsystem für Lerner mit Arabisch als Erstsprache eine besondere Herausforderung dar (Buschfeld & Schöneberger 2010, 66). Es fällt ihnen schwer, die im Deutschen vorkommenden Phoneme von denjenigen zu unterscheiden, die sie aus dem Arabischen kennen (ebd.). Dies resultiert häufig darin, dass die bekannten Phoneme [u:], [u] und [o] sowie [i:] [i] und [ɪ] eine artikulatorische und lautliche Nähe zu den ihnen unbekannten Phonemen [o: o] und [ɔ] beziehungsweise [e: e], [ε] und [ə] aufweisen.
Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass sie „Unterschiede zwischen deutschen Wörtern wie <setzen> und <sitzen> oder <Frost> und <Frust> in der Regel zunächst nicht deutlich wahr[nehmen]“ (Buschfeld & Schöneberger 2010, 67). Probleme treten auch bei den /ö/- und /ü/-Lauten auf, die häufig durch einen /u/-Laut ersetzt werden (El Baghdadi 2013, 4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert das Recht auf Schriftspracherwerb für alle Kinder und stellt die Relevanz der Untersuchung vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl von DaZ-Lernenden dar.
2. Schriftspracherwerb: Hier werden die theoretischen Phasen des Schriftspracherwerbs sowie Besonderheiten und kognitive Anforderungen beim Erwerb in der Zweitsprache beleuchtet.
3. Laut- und Schriftkontraste Arabisch - Deutsch: Dieses Kapitel vergleicht das Phoneminventar und die Schriftsysteme des Arabischen und Deutschen, um sprachspezifische Herausforderungen für die Zielgruppe zu identifizieren.
4. Herausforderungen für arabische DaZ-Lerner im Schriftspracherwerb: Hier wird das Ziel der empirischen Erhebung beschrieben und das methodische Vorgehen zur Analyse der Schreibproben dargelegt.
5. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten aus der Schreibprobe, differenziert in eine quantitative Auswertung der Vokalschreibungen und eine qualitative Analyse der Interferenzen.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die bestätigt, dass die Unterschiede beider Sprachen den Schriftspracherwerb beeinflussen, und unterstreicht den Bedarf an weiterer Forschung.
Schlüsselwörter
Schriftspracherwerb, DaZ, Arabisch, Deutsch, Interferenz, Phoneminventar, Schriftsystem, Schreibprobe, Phonem-Graphem-Korrespondenz, Zweitsprache, Sprachkontrastsanalyse, Vokalunterschiede, Silbenphonologie, Mehrsprachigkeit, Fehleranalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Schriftspracherwerb bei Kindern mit Arabisch als Erstsprache, die Deutsch als Zweitsprache lernen, und analysiert dabei auftretende Schwierigkeiten.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, der phonologische Kontrast zwischen Deutsch und Arabisch sowie die praktische Fehleranalyse in Schreibproben.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, durch eine Analyse von Schreibproben zu ermitteln, inwieweit sprachliche Unterschiede zwischen dem Arabischen und dem Deutschen den Erwerb der deutschen Rechtschreibung bei einem DaZ-Kind beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, die eine quantitative Analyse von Phonem-Graphem-Korrespondenzen mit einer qualitativen Analyse von Schreibfehlern kombiniert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle des Schriftspracherwerbs, vergleicht das Laut- und Schriftsystem beider Sprachen und dokumentiert die Ergebnisse der durchgeführten Erhebung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schriftspracherwerb, Interferenz, Sprachkontrast, Phonem-Graphem-Korrespondenz und DaZ charakterisiert.
Warum stellt das deutsche Vokalsystem für arabische Lerner eine besondere Herausforderung dar?
Da das Arabische über ein deutlich kleineres Vokalinventar verfügt, fällt es Lernern schwer, die feinen akustischen Unterscheidungen und die gespannten/ungespannten Varianten des Deutschen korrekt zu differenzieren.
Welche Bedeutung haben die Schreibrichtungen für die Untersuchung?
Die unterschiedlichen Schreibrichtungen (von rechts nach links beim Arabischen vs. links nach rechts beim Deutschen) werden als potenzieller Faktor für Spiegelungen oder Fehler beim Schriftspracherwerb betrachtet.
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- Sara Chaabane (Autor), 2024, Probleme beim Schriftspracherwerb von DaZ-Lernenden. Der Einfluss der Erstsprache Arabisch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502991