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Die belles infidèles - Funktion, Form und Entwicklung dieser Übersetzungsmethode

Title: Die belles infidèles - Funktion, Form und Entwicklung dieser Übersetzungsmethode

Seminar Paper , 2005 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag.phil. Anna Jell (Author)

Interpreting / Translating
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Les "belles infidèles" sont des traductions attrayantes de faςon idiomatique, qui ne rendent pas le sens du text original. Cette méthode de traduction, qui jouissait d‘une grande popularité dans la France du seizième au dix-neuvième siècle, a été justifié par l'argument qu‘il faudrait adapter les texts de langue étrangère aux standards et aux convenances de la culture et de la littérature franςaise. La fidélité a été declarée un critère secondaire, la priorité a été mis sur les prétentions et les attentes du public, composé de nobles franςais. Le développement des "belles infidèles" en France est considèré comme un symbol de l‘assurance et de la conscience de la langue des Franςais. Aujourd‚hui, les "belles infidèles" sont souvent perςues comme un signe d‘une incompétence du traducteur par de nombreux d‘experts et il y règne, en général, une attitude bien négative envers cette méthode de traduction. Pourtant, le phénomène des "belles infidèles" est toujours appliqué, surtout dans la traduction littéraire.

In dieser Proseminar-Arbeit habe ich mich großteils mit der Funktion, der Form und der Entwicklung dieser Übersetzungsmethode beschäftigt, aber auch mit dem gesellschaftlichen Aspekt der “belles infidèles“, ihrer Symbolwirkung für die Entwicklungen innerhalb der französischen Gesellschaft.
Gleich zu Anfang ist es wohl sinnvoll, den Begriff der “belles infidèles“ näher zu definieren: Was sind also “belles infidèles“ ? Die “belles infidèles“ sind im Allgemeinen idiomatisch schöne Übersetzungen, die nicht die Aussage des Originaltextes wiedergeben. Diese Form der Übersetzung, die sich vom sechzehnten bis ins neunzehnte Jahrhundert in Frankreich größter Beliebtheit erfreute, wirkt also wie ein zielsprachliches Original, das aber nur mehr wenig mit dem Originaltext gemein hat. Zur Zeit der “belles infidèles“ wurde dieser besondere Form der Übersetzung mit dem Argument gerechtfertigt, dass fremdsprachige Texte an die Sitten und Konventionen der jeweiligen Zielkultur, in den meisten Fällen also der französischen Kultur, angepasst werden müssten. Auf den Originaltext wurde im Zuge dieser Entwicklung kaum Rücksicht genommen, die Texttreue wurde zu einem nebensächlichen Kriterium erklärt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort:

Die “Belles infidèles“

1) Die “belles infidèles“ – Definition und Begriffsklärung

2) Die Entstehung der “belles infidèles“

2.1 Der Einfluß der Gesellschaft auf die Entstehung der “belles infidèles“

2.2 Die Entstehung der “belles infidèles“ in Frankreich

3) Die geschichtliche Entwicklung der “belles infidèles“

3.1 Beispiele für die formale Entwicklung der “belles infidèles“

3.2 Die “belles infidèles“ am Beispiel von Shakespeare-

Übersetzungen im Laufe der Zeit

4) Der Niedergang der “belles infidèles“

5) Die “belles infidèles“ heute

5.1 Die “belles infidèles“ der Gegenwart am Beispiel Harry Potter

5.2 Verschiedene Aspekte der Anpassung von Literatur in der

Übersetzung

6) Unterschiedliche Blickpunkte zur Diskussion um Texttreue und Freiheit

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des historischen Phänomens der „belles infidèles“ hinsichtlich ihrer Entstehung, Funktion und Entwicklung innerhalb der französischen Übersetzungskultur. Dabei wird analysiert, inwiefern gesellschaftliche Normen und das französische Sprachverständnis dazu führten, dass Texttreue zugunsten von ästhetischer Eleganz und gesellschaftlicher Anpassung vernachlässigt wurde.

  • Historische Definition und Etymologie des Begriffs „belles infidèles“.
  • Einfluss der absolutistischen Hofgesellschaft auf die Übersetzungspraxis.
  • Die Rolle von Shakespeare-Übersetzungen als Indikator für den Wandel im Übersetzungswesen.
  • Vergleich moderner Anpassungsmethoden (Beispiel Harry Potter) mit historischen Ansätzen.
  • Diskussion des theoretischen Spannungsfeldes zwischen Texttreue und translatorischer Freiheit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Beispiele für die formale Entwicklung der “belles infidèles“

Die “belles infidèles“ behielten ihre Vormachtstellung in Frankreich ausgesprochen lange, nämlich zwei Jahrhunderte lang, vom sechzehnten bis ins achtzehnte Jahrhundert. Es stellt sich also die Frage: Wie haben sich die “belles infidèles“ im Laufe der Zeit entwickelt ?

Ist es möglich, dass sie zweihundert Jahre lang dieselbe Form bewahrt haben ? Und gesetzt den Fall, dass die Form gleich geblieben wäre, hätten sie auch zweihundert Jahre lang dieselbe Funktion erfüllt ? Mit dieser und ähnlichen Fragen beschäftigt sich auch der Göttinger Romanistik-Professor Jürgen von Stackelberg in seinem Werk “Blüte und Niedergang der Belles infidèles“ eingehender:

“Kann wirklich angenommen werden, daß in einem Lande, das sich immer gern Moden angeschlossen hat, vom späten sechzehnten bis zum späten achtzehnten Jahrhundert ein und dieselbe Übersetzung im Schwange war ? Daß runde zweihundert Jahre lang dieselben “Schönen“ dieselbe Art von “Untreue“ aufzuweisen gehabt haben ? (....) Und wenn dem so war: können diese “Schönen Ungetreuen“ oder “Ungetreuen Schönen“ allemal dieselbe Funktion zu erfüllen gehabt haben ?“

Bereits von Stackelbergs kritische Fragestellung gibt einen Hinweis darauf, dass das eher unwahrscheinlich ist. Tatsächlich ist naturgemäß kaum anzunehmen, dass das Erscheinungsbild und die Funktion der “belles infidèles“ über einen so langen Zeitraum unverändert geblieben ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Die “belles infidèles“ – Definition und Begriffsklärung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff als Bezeichnung für idiomatisch schöne, aber inhaltlich freie Übersetzungen, die in Frankreich vom 16. bis 19. Jahrhundert populär waren.

2) Die Entstehung der “belles infidèles“: Hier wird der historische Ursprung der Methode analysiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss der französischen Hofgesellschaft und der Suche nach Eleganz liegt.

3) Die geschichtliche Entwicklung der “belles infidèles“: Das Kapitel beleuchtet den zeitlichen Verlauf der Methode, unter anderem anhand der Übersetzung von Werken William Shakespeares.

4) Der Niedergang der “belles infidèles“: Der Autor beschreibt, wie neue Ideale der Romantik und ein gesteigertes Interesse am Original die Vorherrschaft dieser Übersetzungspraxis beendeten.

5) Die “belles infidèles“ heute: Dieses Kapitel untersucht, ob Elemente der freien Übersetzung noch heute existieren, illustriert durch Beispiele aus den Harry-Potter-Übersetzungen.

6) Unterschiedliche Blickpunkte zur Diskussion um Texttreue und Freiheit: Abschließend werden theoretische Konzepte zur Texttreue und die grundsätzliche Debatte über das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Genauigkeit im Übersetzungsprozess diskutiert.

Schlüsselwörter

belles infidèles, Übersetzungskultur, Frankreich, Texttreue, Sprachnormierung, Shakespeare, Adaption, literarische Übersetzung, Sprachbewusstsein, Übersetzer, literarischer Geschmack, Geschichte der Übersetzung, Skopostheorie, Klassik, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Proseminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der französischen Übersetzungsmethode der „belles infidèles“, die fremdsprachige Werke stark an die französischen Normen und ästhetischen Vorstellungen anpasste.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entstehung der Methode im Kontext des französischen Adels, ihre historische Entwicklung, die Kritik an dieser Praxis sowie deren Relevanz in der modernen Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum sich diese Methode so lange halten konnte und wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte in Funktion und Form verändert hat.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich von Primärbeispielen (z.B. Shakespeare-Übersetzungen und Harry Potter), gestützt durch fachwissenschaftliche Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Blütezeit, den Einfluss der absolutistischen Gesellschaft, den Vergleich mit späteren Übersetzungsansätzen und die theoretische Debatte zwischen Texttreue und Freiheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „belles infidèles“, „Übersetzungskultur“, „Adaption“, „Texttreue“ und „Sprachbewusstsein“ maßgeblich bestimmt.

Warum wurden die „belles infidèles“ im 17. Jahrhundert so häufig angewandt?

Die Methode diente dazu, fremdsprachige Texte an den hohen ästhetischen und sprachlichen Standard der französischen Hofgesellschaft anzupassen, um dem Leser eine „schöne“ Lektüre zu bieten.

Wie unterscheiden sich historische und moderne „belles infidèles“?

Während sie früher als anerkannte Methode der Veredelung galten, werden sie heute meist als Zeichen mangelnder translatorischer Kompetenz betrachtet, finden aber in Form von inhaltlicher Anpassung vereinzelt immer noch Anwendung.

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Details

Title
Die belles infidèles - Funktion, Form und Entwicklung dieser Übersetzungsmethode
College
University of Innsbruck  (Institut für Translationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Mag.phil. Anna Jell (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V150393
ISBN (eBook)
9783640618972
ISBN (Book)
9783640618774
Language
German
Tags
Funktion Form Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag.phil. Anna Jell (Author), 2005, Die belles infidèles - Funktion, Form und Entwicklung dieser Übersetzungsmethode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150393
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