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Die Alamannische „Höhensiedlung“ (4./5. Jahrhundert)

Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Funktionen

Title: Die Alamannische „Höhensiedlung“ (4./5. Jahrhundert)

Term Paper , 2009 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Patrick Ewald (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Bei den Alamannischen Höhenstationen handelt es sich um eine Sonderform der germanischen Besiedlung. Es ist insbesondere deswegen eine Sonderform, weil sich, abgesehen von der exponierten Lage, die Funde deutlich zu jenen unterscheiden, die für ländliche Siedlungen gemacht wurden. Es handelt sich meist um Funde von Edelmetallen, Waffen und von römischen Gebrauchsgegenständen. Diese sind für ländliche Siedlungen bisher so nicht fassbar. Man kann also nicht nur eine außergewöhnliche Art der Besiedlung auf den Bergen annehmen, sondern auch eine bestimmte Gesellschaftsform und -klasse.
Vorbilder könnten Römische Fluchtburgen, reguläre Siedlungen auf Anhöhen oder Militärstationen gewesen sein. Sie entstanden seit der Mitte des dritten Jahrhunderts bis ins vierte Jahrhundert. Das geschah ohne Anknüpfung an vorher bestehende Siedlungen, was nicht heißen soll, dass diese Orte noch nie zuvor besiedelt waren.
Lediglich auf archäologische Funde angewiesen, durchlief die Deutung der Funktion dieser Stationen einen großen Wandel, der sich am deutlichsten im Wechsel der Bezeichnungen für diese Plätze deutlich macht. So ist Werner aufgrund der entdeckten Funde auf dem Runden Berg bei Urach (1965) noch davon ausgegangen, dass es sich hierbei um eine „Alamannische Gauburg“ handele. Diese Darstellung und die dürftigen weiteren Funde prägten das Bild dieser Orte. So schlugen spätere Autoren die Begriffe „Höhenburg“ oder „Höhensiedlung“ für alle weiteren entdeckten Höhensationen vor. Stets ist man davon ausgegangen, dass es sich um Aufenthaltsorte von Königen oder zumindest einer arrivierten Gesellschaft handele.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die Alamannischen Höhenstationen

2.1 Allgemeine Betrachtung

2.2 Lage und Beziehungen zum Imperium Romanum

2.3 Exemplarische Betrachtungen

2.3.1 Der Runde Berg bei Urach

2.3.2 Zähringer Burgberg

2.3.3 Der Geißkopf

3 Schlusswort und Zusammenfassung

4 Informationsgrundlagen

4.1 Literaturverzeichnis

4.1.1 Verwendete Literatur

4.1.2 Weitere Literatur

4.2 Internetquellen

5 Erklärung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die alamannischen „Höhensiedlungen“ des 4. und 5. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf deren Funktionen sowie der Art der Beziehungen zwischen den dort ansässigen Alamannen und dem Römischen Reich liegt. Ausgehend von archäologischen Funden soll geklärt werden, ob es sich um Herrschaftszentren, Militärposten oder Fluchtburgen handelte und welche Rolle der Austausch mit dem Imperium spielte.

  • Charakterisierung alamannischer Höhensiedlungen als Sonderform der germanischen Besiedlung
  • Analyse der militärischen und zivilen Interaktion zwischen Alamannen und Römern
  • Detaillierte Untersuchung exemplarischer Fundplätze (Runder Berg, Zähringer Burgberg, Geißkopf)
  • Erforschung sozialer Strukturen und spezialisierter handwerklicher Produktion
  • Diskussion über das Ende der Höhensiedlungen im Zusammenhang mit dem Abzug der römischen Militärpräsenz

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Der Runde Berg bei Urach

Diese Höhenstation, eine plateauartige Bergkuppe, befindet sich am Nordrand der Schwäbischen Alb. Hier fanden in den Jahren 1967 bis 1984 die umfangreichsten Ausgrabungen statt. Wie bereits oben erwähnt prägten die Funde auf dem Runden Berg das Bild später gefundener Höhenstationen nachhaltig, so dass man diesen stets die gleichen Funktionen zuordneten. Unlängst konnte dieses Bild deutlich differenziert werden.

Das Bergplateau umfasst eine 120 Meter lange und 40 Meter breite Fläche – das ist die kleinste besiedelte Fläche aller bisher gefundener Höhenstationen. Bereits seit der Frühbronzezeit besiedelt, beginnt die frühmittelalterliche Besiedlung im Laufe des vierten Jahrhunderts und dauerte bis zum Beginn des sechsten Jahrhunderts an. Brandschutt, zahlreiche Versteckfunde und zerbrochene Waffen – darunter Schwerter und Schwertscheidenbeschläge - können zu der Annahme führen, dass die Besiedlung gewaltsam ein Ende fand. Allerdings beschränken sich die Brandspuren nur auf einen kleinen Bereich, der nicht die gesamte Siedlung vernichtet hat. Das Gelände wurde jedoch nach dem Brand planiert und eine neue Siedlung gebaut.

Zur baulichen Struktur auf dem Runden Berg lässt sich wenig sagen, da sich zum einen die Datierung der Befunde als kompliziert erweist und somit kein klares Bild von der Besiedlung der für die Untersuchung interessanten Zeitphase des vierten und fünften Jahrhunderts ergibt, und zum anderen hauptsächlich Holz als Baumaterial verwendet wurde, welches im Laufe der Jahrhunderte längst verrottet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung umreißt die zeitliche und räumliche Eingrenzung der untersuchten Höhenstationen und erläutert die methodische Basis, die sich ausschließlich auf nichtliterarische, primär archäologische Quellen stützt.

2 Die Alamannischen Höhenstationen: Dieses Hauptkapitel definiert Höhenstationen als germanische Sonderform, untersucht deren Lage im Verhältnis zum römischen Grenzverlauf und analysiert drei konkrete Fundorte hinsichtlich ihrer sozialen und militärischen Bedeutung.

3 Schlusswort und Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel synthetisiert die gewonnenen Erkenntnisse, betont die Heterogenität der untersuchten Orte und regt weiterführende Forschungen zur Vernetzung zwischen ländlichem Raum und Höhenstationen an.

4 Informationsgrundlagen: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur, wissenschaftliche Aufsätze und Internetquellen auf, die für die Analyse der alamannischen Höhensiedlungen herangezogen wurden.

5 Erklärung: Eine formale Eidesstattliche Erklärung zur eigenständigen Anfertigung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Alamannen, Höhensiedlung, Höhenstation, 4. Jahrhundert, Archäologie, Runder Berg, Zähringer Burgberg, Geißkopf, Imperium Romanum, Germanische Besiedlung, Sachkultur, Handwerk, Militärgürtel, Provingialrömisch, Siedlungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den sogenannten alamannischen Höhensiedlungen des 4. und 5. Jahrhunderts und deren Rolle im Spannungsfeld zwischen germanischer Landnahme und römischem Einfluss.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die soziale Schichtung, die militärische Nutzung von Anhöhen, handwerkliche Spezialisierungen sowie der kulturelle und wirtschaftliche Austausch mit der römischen Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Höhenstationen herauszuarbeiten, um deren spezifische Funktionen – etwa als Herrschaftssitz oder Militärposten – besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer archäologischen Auswertung vorhandener Befunde, wie Fundmaterial (Keramik, Waffen, Schmuck), Phosphatanalysen und der Auswertung relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Definition der Höhenstationen, eine Analyse ihrer geographischen Lage zu römischen Kastellen und eine detaillierte Fallstudie zu den drei bedeutendsten Fundplätzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben den Alamannen und den Höhensiedlungen die Begriffe Römische Grenze, Sachkultur, Handwerk, soziale Differenzierung und archäologische Funde.

Wie deutet der Autor die Funde auf dem Runden Berg bei Urach?

Der Runde Berg wird als Ort mit repräsentativem Wohnsitz eines Anführers interpretiert, an dem hochqualifiziertes Handwerk stattfand und eine germanische Kriegerfamilie samt Gefolge lebte.

Warum wird der Geißkopf anders bewertet als der Runde Berg?

Der Geißkopf wird aufgrund des Fehlens frauenspezifischer Gegenstände und des kürzeren zeitlichen Besiedlungshorizonts eher als kurzfristig genutztes Militärlager interpretiert.

Welche Bedeutung kommt der römisch-germanischen Kooperation zu?

Es wird die These vertreten, dass viele Ausbauten an den Stationen unter römischer Anleitung oder durch Subsidienzahlungen erfolgten, was auf eine friedliche Koexistenz oder diplomatische Verbindungen hindeutet.

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Details

Title
Die Alamannische „Höhensiedlung“ (4./5. Jahrhundert)
Subtitle
Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Funktionen
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Rom und die Alamannen
Grade
1,7
Author
Patrick Ewald (Author)
Publication Year
2009
Pages
18
Catalog Number
V150400
ISBN (eBook)
9783640619016
ISBN (Book)
9783668206069
Language
German
Tags
Antike Geschichte Alamannen Höhensiedlung Höhenstation Germanen Archäologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Ewald (Author), 2009, Die Alamannische „Höhensiedlung“ (4./5. Jahrhundert), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150400
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