Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Sociology

Sollten Eltern Gewalt-Spiele am Computer verbieten?

Eine bildungswissenschaftliche Diskurs-Analyse

Title: Sollten Eltern Gewalt-Spiele am Computer verbieten?

Term Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Annika Schenck-Mwandaro (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details


Am unteren Rand des Bildschirms ragt der Lauf eines Maschinengewehres, mit hektischen Bewegungen wird die unheimliche und düstere Umgebung abgesucht. Plötzlich springt aus der Ecke ein grässliches Monster, welches sich sofort durch drei gezielte Schüsse in eine blutig spritzende Masse verwandelt.
Solche und ähnliche Szenen aus den sogenannten „Killerspielen“ lösen bei vielen Eltern und Erziehern Besorgnisse aus. Besonders nach den tragischen Amokläufen und der vermeintlichen Zunahme von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen stellen sich viele Eltern die Frage, inwieweit die Beschäftigung mit solchen Spielen schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Kinder haben könnte und sind unsicher, ob sie ihren Kindern solche Spiele generell untersagen sollten. Die unterschiedlichen Ratgeber vertreten ihre jeweilige Meinung noch vehementer als jeder Politiker und stiften eher Verwirrung als dass sie eine wertvolle Hilfestellung geben.
Und so saß auch ich neben meinem sechsjährigen Nintendo-Wii-spielendem Sohn und fragte mich, ob es für seine Entwicklung schädlich sei, wenn er zunächst nur lustig irgendwelche Luftballons und Dosen abballerte, um dann später auch auf Aliens loszugehen? Als besorgte Mutter stellt sich dann die Frage, ob man selber ein wenig übertrieben ängstlich reagiert oder ob an den Befürchtungen etwas dran sein könnte. Vor allem wenn man selber der Generation angehört, denen immer eingetrichtert worden ist, dass jegliche Ausübung von Gewalt ein Tabu sei. Und auch ich gehörte bisher zu denen, die mit einem mulmigen Gefühl zusah, wenn ihre Kinder im Spaß mit Pistolen um sich schießen. Auch weigerte ich mich bisher strikt, irgendwelche waffenähnlichen Spielzeuge zu kaufen.
Um diesem Problem also auf den Grund zu gehen, beschloss ich, mich im Rahmen dieser Hausarbeit damit eingehend zu beschäftigen. Eventuell werde ich oder auch der Leser dieser Hausarbeit eines besseren belehrt oder auch in den Befürchtungen bestätigt.
In der vorliegenden Hausarbeit wird zunächst auf die Unsicherheit der Eltern eingegangen bezüglich ihres Verhaltens im Umgang mit gewalthaltigen Computerspielen. Im darauffolgenden Kapitel wird die Argumentation der Spiele-Befürworter vorgestellt, wobei zunächst auf deren Kernaussagen eingegangen wird. Zur Vertiefung werden die zugrundeliegenden Theorien erörtert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Umgang mit „Killerspielen“ – Eine schwierige Erziehungsaufgabe

3 Pro-Argumentation: „Kinder müssen Aggressionen spielerisch ausüben.“

3.1 Kernaussagen

3.2 Theorien

4 Contra-Argumentation: „Gewaltspiele erhöhen die Gewaltbereitschaft.“

4.1 Kernaussagen

4.2 Theorien

5 Computerspiele als Sündenbock gesellschaftlicher und struktureller Probleme

6 Lösungsansätze

6.1 Können Verbote eine Lösung sein?

6.2 Medienkompetenz als Arbeitsfeld der Medienpädagogik

6.3 Medienkompetenz als Bildungs- und Erziehungsaufgabe

6.4 Medienkompetenz als gesellschaftliche Aufgabe

7 Zusammenfassung

8 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Debatte um gewalthaltige Computerspiele ("Killerspiele") und hinterfragt, ob pauschale Verbote eine geeignete Erziehungsmaßnahme darstellen oder ob sie die tieferliegenden Ursachen für Gewalt und soziale Probleme verschleiern.

  • Die Unsicherheit von Eltern und Erziehern im Umgang mit Medien
  • Gegenüberstellung der Argumente von Befürwortern und Kritikern
  • Die psychologische und pädagogische Einordnung der Wirkungsweisen
  • Die Rolle der Medienkompetenz als notwendiger Lösungsansatz
  • Gesellschaftliche Verantwortung im Vergleich zu einseitigen Schuldzuweisungen

Auszug aus dem Buch

3.1 Kernaussagen

Die Verfechter dieser Argumentation vertreten die Ansicht, dass jegliche Formen von Gewalt von der Gesellschaft mit Tabus belegt sind. Als Ursache für diese Tabuisierung wird in erster Linie die Friedensbewegung der siebziger- und achtziger Jahre angeführt. Diese hat dazu beigetragen, dass in den meisten Teilen der Gesellschaft Gewalt verachtet wird und auch alle spielerischen Äußerungen von Gewalt bei Kindern unterbunden werden. So war früher eine Schulhofrangelei eben keine große Sache, heute wird sie als Gewaltvorfall gesehen und die „Täter“ stehen mit einem Bein in der Erziehungsberatungsstelle und werden zum Anti-Gewalttraining geschickt. In vielen Kindergärten ist das Mitbringen von Spielzeugwaffen verboten und auch viele Eltern beobachten mit Unbehagen, wenn ihre Kinder sich mit Spielzeugpistolen im Spaß erschießen. (vgl. Hartmann, 2007, S. 17ff.)

Gewalt und Aggressionen gehören zum menschlichen Leben dazu. Auf der einen Seite fürchten sich Menschen vor Aggressionen und dem Tod, auf der anderen Seite übt Mord, Krieg und Gewalt eine gewisse Faszination aus. Dies spiegelt sich nicht nur im Theater und in Dramen von Shakespeare wieder, sondern auch die aktuellen Bestsellerlisten quellen über von Gewalt, Gemetzel und Mord und in den Märchen kommen schon die ganz Kleinen mit Gewalt in Berührung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die elterliche Unsicherheit gegenüber gewalthaltigen Computerspielen und skizziert die methodische Auseinandersetzung mit Befürwortern und Kritikern sowie das Ziel, alternative Lösungswege zu beleuchten.

2 Der Umgang mit „Killerspielen“ – Eine schwierige Erziehungsaufgabe: Das Kapitel beschreibt die ambivalente Situation von Eltern, die durch populistische Berichterstattung verunsichert sind und zwischen totaler Ablehnung und einem toleranteren Ansatz schwanken.

3 Pro-Argumentation: „Kinder müssen Aggressionen spielerisch ausüben.“: Hier werden die Kernthesen der Befürworter dargelegt, die Gewalt als natürlichen menschlichen Anteil betrachten und Computerspiele als Möglichkeit zur Verarbeitung sowie zum Kompetenzerwerb sehen.

4 Contra-Argumentation: „Gewaltspiele erhöhen die Gewaltbereitschaft.“: Dieses Kapitel erläutert die Positionen der Kritiker, welche befürchten, dass aktives Training von Gewalt am Bildschirm zu Abstumpfung, Verrohung und sinkender Empathiefähigkeit führt.

5 Computerspiele als Sündenbock gesellschaftlicher und struktureller Probleme: Es wird diskutiert, warum Computerspiele oft als einfache Erklärung für komplexe Amokläufe herhalten müssen, obwohl gesellschaftliche Faktoren eine bedeutendere Rolle spielen.

6 Lösungsansätze: Verschiedene Ansätze wie Verbote werden kritisch betrachtet, während die Förderung von Medienkompetenz auf pädagogischer und gesellschaftlicher Ebene als nachhaltige Strategie hervorgehoben wird.

7 Zusammenfassung: Das Kapitel fasst die wesentlichen Argumentationslinien der gesamten Arbeit, von den Pro- und Contra-Debatten bis hin zur Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Medienbildung, zusammen.

8 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Computerspiele nicht die alleinige Ursache für Gewalt sind und eine zielführende Erziehung statt auf Verbote auf Vertrauen, Kommunikation und Medienkompetenz setzen sollte.

Schlüsselwörter

Medienkompetenz, Computerspiele, Killerspiele, Medienerziehung, Gewaltprävention, Medienpädagogik, Aggressionsabbau, Habitualisierungsthese, Erziehungsverantwortung, Jugendschutz, Medienkritik, Sozialisation, Computerspieldebatte, mediale Gewalt, elterliche Vorbildfunktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen und pädagogischen Debatte um "Killerspiele" und der Frage, ob Eltern den Konsum solcher Medien für ihre Kinder strikt verbieten sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die elterliche Erziehungsverantwortung, die Argumente der Befürworter und Gegner von gewalthaltigen Spielen sowie die Bedeutung von Medienkompetenz in der modernen Gesellschaft.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die Verunsicherung bei Eltern abzubauen und aufzuzeigen, dass Verbote meist eine Symptombehandlung darstellen, während eine Förderung der Medienkompetenz einen konstruktiveren Weg darstellt.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine bildungswissenschaftliche Diskurs-Analyse, bei der aktuelle Ratgeberliteratur, Forschungsergebnisse und verschiedene psychologische Theorien gegenübergestellt und kritisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Argumente beider Lager (Pro- und Contra) detailliert mit den dazugehörigen Theorien erörtert, gefolgt von einer Analyse der Rolle von Computerspielen als Sündenbock für strukturelle gesellschaftliche Probleme.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit gekennzeichnet?

Die Arbeit ist insbesondere geprägt durch Begriffe wie Medienkompetenz, Habitualisierung, Dopamin-Duschen, elterliche Vorbildfunktion und die Notwendigkeit von Medienbildung.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Eltern in der Medienerziehung?

Die Autorin sieht die Eltern in der Verantwortung, aktiv das Gespräch zu suchen und Medienkompetenz vorzuleben, anstatt sich hinter Verboten zu verstecken, die den tatsächlichen Herausforderungen nicht gerecht werden.

Welche psychologischen Theorien werden zur Untermauerung der Kontra-Position genannt?

Unter anderem werden die Habitualisierungsthese, die Stimulationstheorie, die Suggestionstheorie sowie das Lernen am Modell angeführt, um die potenziell negativen Auswirkungen virtueller Gewalt zu erklären.

Warum reicht ein bloßes Verbot laut Arbeit nicht aus?

Ein Verbot ist als Symptombehandlung wirkungslos, da Kinder heute durch das Internet ohnehin Zugang zu solchen Inhalten finden und die tiefer liegenden sozialen Ursachen für aggressives Verhalten nicht adressiert werden.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Sollten Eltern Gewalt-Spiele am Computer verbieten?
Subtitle
Eine bildungswissenschaftliche Diskurs-Analyse
College
University of Hagen
Grade
2,0
Author
Annika Schenck-Mwandaro (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V150416
ISBN (eBook)
9783640614820
ISBN (Book)
9783640615322
Language
German
Tags
Computer Computerspiele Gewalt Gewaltspiele Killerspiele Killergames Gewaltverherrlichung Jungen Gewalt-Spiele PC-Spiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Schenck-Mwandaro (Author), 2010, Sollten Eltern Gewalt-Spiele am Computer verbieten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150416
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint