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Wie wird im vorliegenden Fall kulturelle Fremdheit durch die Lehrerin konstruiert?

Fallrekonstruktion einer Ramadan-bedingten Ablehnung im naturwissenschaftlichen Unterricht

Título: Wie wird im vorliegenden Fall kulturelle Fremdheit durch die Lehrerin konstruiert?

Trabajo Escrito , 2014 , 15 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - Pedagogía intercultural
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Die Sequenzanalyse dieser Hausarbeit beruht auf einem Unterrichtstranskript, das nachträglich und in gekürzter Form im Sommersemester 2011 niedergeschrieben wurde. Die transkribierte Unterrichtssequenz, welche von einem Praktikanten beobachtet wurde, findet im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts in einer 5. Klasse an einer Realschule plus zum Thema „Geschmackssinn“ statt. Die SchülerInnen sollen Wattestäbchen in verschiedene Lösungen tränken. Anschließend sollen sich die SchülerInnen gegenseitig die Wattestäbchen auf vorgegebene Zungenzonen tupfen und die jeweiligen Geschmacksrichtungen (süß, sauer usw.) bestimmen. Eine Schülerin lehnt dies ab, da sie gerade wegen Ramadan fastet.

Am Beispiel dieser Transkription werde ich mich mit der Fragestellung auseinandersetzen, wie durch die Lehrerin kulturelle Fremdheit konstruiert wird. Bevor ich eine Sequenzanalyse verbunden mit ersten strukturhypothetischen Annahmen zu dem von mir gewählten Transkript erstelle, werde ich in einem theoretischen Teil verschiedene Deutungsmuster von (kultureller) Fremdheit darstellen. Diese Theorie werde ich nach der Sequenzanalyse auf den Fall und meine Fragestellung rückbeziehen und anschließend eine Strukturhypothese auf Grundlage der Theorie entwerfen. Zuletzt werde ich in einem Fazit die Haupterkenntnisse meiner Arbeit zusammenfassen und daraus folgende Konsequenzen für das professionelle Lehrerhandeln in der Schule diskutieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil: Kulturelle Fremdheit

3. Sequenzanalyse zum Fall „Ramadan“ verbunden mit ersten Strukturhypothesen

4. Theorienzusammenfassung mit Blick auf den Fall und die Fragestellung

5. Verbindung zwischen Strukturhypothese und Theorie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert anhand einer transkribierten Unterrichtssequenz, wie eine Lehrkraft im schulischen Kontext kulturelle Fremdheit gegenüber einer muslimischen Schülerin konstruiert, die aufgrund des Ramadans an einem naturwissenschaftlichen Versuch nicht teilnehmen möchte.

  • Konstruktion von Fremdheit durch Lehrkräfte im Unterrichtsalltag
  • Methodische Anwendung der Sequenzanalyse auf Unterrichtstranskripte
  • Spannungsfeld zwischen religiösen Traditionen und schulischen Leistungsanforderungen
  • Exklusionsmechanismen und Bildung von „Wir-Gruppen“
  • Bedeutung interkultureller Kompetenz für pädagogisches Handeln

Auszug aus dem Buch

3. Sequenzanalyse zum Fall „Ramadan“ verbunden mit ersten Strukturhypothesen

Die Interaktion wird eingeleitet durch den Satz: „Ich darf das nicht machen, weil wir Ramadan haben“. Schauen wir uns zuerst den ersten Satzteil an: „Ich darf das nicht machen“: Die Sprecherin, Schülerin 1 (S1), die durch die Verwendung des Wortes „Ich“ auf sich selbst referiert und sich somit von den anderen Anwesenden abgrenzt, behauptet, dass sie „das“ nicht machen darf. Mit dem Demonstrativpronomen „das“ wird auf eine Handlung oder Aufgabe Bezug genommen, die dem Interaktionspartner und –partnern bekannt ist. Das „Nicht-machen-dürfen“ impliziert eine Verweigerung oder die Zurückweisung einer Bitte, die mit „das“ bezeichnete Aufgabe oder Handlung auszuführen.

S1 äußert keine explizite und direkte Verweigerung im Sinne „Nein, ich mache das nicht“, woraus sich schließen lässt, dass sie nicht dauerhaft eine Verweigerungshaltung gegenüber „das“ einnimmt, sondern diese nur temporär ist. Wird der zweite Satzteil hinzugezogen, so wird deutlich, dass die Verweigerung im Rahmen des zeitlichen Kontextes des Ramadans steht, wodurch sich die Annahme bestätigt, dass es sich bei der Aussage von S1 um keine dauerhafte Ablehnung der Bitte, „das“ auszuführen, bzw. keine dauerhafte Verweigerungshaltung handelt.

Des Weiteren wechselt S1 vom ersten auf den zweiten Satzteil vom Personalpronomen „ich“ auf „wir“. Hiermit findet eine Selbstplatzierung des Ichs als Bestandteil einer kollektiven Gruppe, dem „wir“ statt, wodurch das Ich nicht mehr alleine steht, sondern die Autorität der Gruppe, zu der es gehört, hinter sich hat. Der zweite Satzteil als Kausalsatz liefert somit eine Begründung für den Sprechakt der Verweigerung bzw. Zurückweisung der Bitte, der im ersten Teilsatz ausgeführt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung spezifiziert den transkribierten Unterrichtsausschnitt aus einer 5. Klasse und skizziert das methodische Vorgehen zur Untersuchung der Konstruktion kultureller Fremdheit.

2. Theoretischer Teil: Kulturelle Fremdheit: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Kultur und Fremdheit und differenziert Fremdheitsgrade nach Waldenfels sowie soziale und kulturelle Konstruktionen nach Stenger.

3. Sequenzanalyse zum Fall „Ramadan“ verbunden mit ersten Strukturhypothesen: Hier findet die detaillierte Analyse der Unterrichtssequenz statt, wobei die sprachlichen Interaktionen zwischen Schülerin und Lehrerin in Bezug auf Exklusion und Fremdheitszuschreibung untersucht werden.

4. Theorienzusammenfassung mit Blick auf den Fall und die Fragestellung: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Überlegungen mit den Ergebnissen der Analyse und arbeitet das Dilemma zwischen religiöser Praxis und institutionellen Anforderungen heraus.

5. Verbindung zwischen Strukturhypothese und Theorie: Diese Sektion fasst zusammen, wie das Machtgefälle im Unterrichtsgespräch zur Ausgrenzung der Schülerin führt und welche Konsequenzen dies für die Identitätssuche hat.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und leitet daraus notwendige Konsequenzen für ein professionelles, interkulturell sensibles Lehrerhandeln in der Schule ab.

Schlüsselwörter

Kulturelle Fremdheit, Unterrichtssequenz, Sequenzanalyse, Lehrerhandeln, Ramadan, Interkulturelle Pädagogik, Exklusion, Identitätsbildung, Schule, Bildungsauftrag, Konstruktivismus, Kultur, Kommunikation, Integration, Fallrekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie eine Lehrkraft in einem Biologieunterricht kulturelle Fremdheit gegenüber einer muslimischen Schülerin konstruiert, die ihre Teilnahme an einer praktischen Übung aufgrund des Fastenmonats Ramadan verweigert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Fremdheitskonstruktionen im Bildungsraum, das Spannungsfeld zwischen religiösen Werten und Schulalltag sowie das Verhalten von Lehrkräften in heterogenen Lerngruppen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: „Wie wird im vorliegenden Fall kulturelle Fremdheit durch die Lehrerin konstruiert?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Methode der Sequenzanalyse, um die Interaktionsstruktur zwischen den Akteuren im Unterrichtsgespräch detailliert offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Fremdheitsbegriffe) dargelegt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Unterrichtstranskripts und einer abschließenden Synthese von Theorie und Fallbeispiel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Termini sind Kulturelle Fremdheit, Exklusion, Lehrerhandeln, Identitätsbildung, Interkulturelle Pädagogik und Fallrekonstruktion.

Warum wird die Schülerin in der Analyse als „ausgeschlossen“ betrachtet?

Die Analyse zeigt, dass die Lehrerin durch das Setzen der Schülerin in eine Außenseiterrolle und das „Wir“-Gefühl der restlichen Klasse die Schülerin explizit aus dem sozialen Gruppengefüge der Klasse isoliert.

Welche Rolle spielt die „Wir-Gruppe“ für die Analyse?

Die „Wir-Gruppe“ dient der Lehrerin dazu, eine vermeintliche Homogenität der Klasse zu erzeugen und die Schülerin, die den Ramadan praktiziert, als davon abweichend und „fremd“ zu markieren.

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Detalles

Título
Wie wird im vorliegenden Fall kulturelle Fremdheit durch die Lehrerin konstruiert?
Subtítulo
Fallrekonstruktion einer Ramadan-bedingten Ablehnung im naturwissenschaftlichen Unterricht
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Curso
Unterricht Beobachten Rekonstruieren und Analysieren (UBRI)
Calificación
1,3
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
15
No. de catálogo
V1504950
ISBN (PDF)
9783389068670
ISBN (Libro)
9783389068687
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fallrekonstruktion UBRI kulturelle Fremdheit Sequenzanalyse Unterricht Schule
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2014, Wie wird im vorliegenden Fall kulturelle Fremdheit durch die Lehrerin konstruiert?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1504950
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