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Die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Bevölkerung am Beispiel Pompejis

Titel: Die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Bevölkerung am Beispiel Pompejis

Seminararbeit , 1998 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: M.A. Martina Kleinau (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Brot und Spiele“ – Diesen Ausspruch kennt man auch heute noch und man verbindet damit, dass die Römer nichts Weiteres brauchten, als ihr tägliches Brot und die Spiele in den Arenen. Doch dieser Ausspruch stammt aus einer Satire und kann daher nicht unbedingt als Maßstab dafür herhalten, welchen Stellenwert Brot bei der Grundversorgung der römischen Bevölkerung hatte. Die vorliegende Arbeit untersucht daher die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Menschen am Beispiel Pompejis, das durch seine hervorragenden archäologischen Bedingungen ein reicher Fundus für Fragen des Alltagslebens ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung der Bäckereien für die Ernährung der Bevölkerung

2.1. Die Entwicklung der gewerblichen Bäckerei in Rom

2.2. Ausstattung und Arbeitsweise römischer Bäckereien

2.2.1. Die Ausstattung der Bäckereien von Pompeji

2.2.2. Die Arbeitsweise einer römischen Bäckerei

2.3. Wohnverhältnisse und Möglichkeiten der Selbstversorgung in den römischen Städten

2.4. Die Lage der Bäckereien im Stadtgebiet von Pompeji

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die essenzielle Rolle der gewerblichen Bäckereien bei der Versorgung der Bevölkerung im antiken Pompeji des 1. Jahrhunderts n. Chr. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der infrastrukturellen Voraussetzungen, der technischen Arbeitsweise sowie der städtischen Verteilung der Betriebe, um zu klären, wie die städtische Bevölkerung ihren Bedarf an Brot deckte.

  • Entwicklung des gewerblichen Bäckereiwesens in Rom
  • Technische Ausstattung und Produktionsprozesse in pompejanischen Bäckereien
  • Einfluss der städtischen Wohnverhältnisse auf die Selbstversorgung
  • Verteilungsanalyse und Vertriebswege im Stadtgebiet von Pompeji
  • Rolle von Brot als erschwingliches Grundnahrungsmittel

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Ausstattung der Bäckereien von Pompeji

Die Brotherstellung hat sich trotz der Industrialisierung bis in die heutige Zeit nicht grundlegend verändert. Der Hauptbestandteil des Brotes, das Getreide, muss zu Mehl gemahlen werden und dann mit verschiedenen Zutaten wie Wasser, Salz, Gewürzen und ggf. einem Triebmittel zu einem Teig verarbeitet werden, der schließlich gebacken wird. Man kann also vermuten, dass auch antike Bäckereien über Tröge zum Ansetzen des Teiges und über Backöfen verfügten, sowie über Hilfsmittel wie z.B. Brotschieber. Anders als in späteren Zeiten waren die römischen bzw. zumindest die pompejischen Bäckereien aber auch autark, was die Mehlherstellung betraf.

Von den einunddreißig von Mayeske untersuchten Bäckereien, verfügten zwanzig über Getreidemühlen und zwar immer drei oder vier Mühlen pro Bäckerei. Die Mühlsteine bestanden aus harter, poröser, grauschwarzer Lava. Der untere feststehende, glockenförmige Teil, die meta, ruhte auf einem runden, gemauerten Fundament mit einem größeren Durchmesser als dem unteren Teil der meta und einer kleinen Ummauerung bzw. einem hölzernen Überbau zum Auffangen des gemahlenen Getreides. Der bewegliche Teil, der catillus, war sanduhrförmig, der obere Teil diente gleichzeitig als Trichter zum Einfüllen des Getreides. Zur Verlängerung der Lebensdauer einer Getreidemühle konnte man den catillus umdrehen. An seiner engsten Stelle waren in eisernen Pfannen mit Hilfe von Zapfen Holzstangen befestigt, mit denen der catillus gedreht wurde. Die Mühlen wurden entweder durch Menschenkraft (mola trusatilis) oder von einem Pferd oder Esel (mola asinaria) angetrieben, wobei sich die letztere Mühlenart immer mehr durchsetzte.

Als unverzichtbarer Bestandteil gehörte zu den Bäckereien der Backofen (furnus). Die aufwendigeren Backöfen der größeren Backereien besaßen eine Feuerstelle, deren Boden aus mit Kalkmörtel verbundenen Ziegelsteinen bestand. Darunter befand sich zur Vermeidung von Hitzeverlusten eine dicke Sandschicht. Über dem Boden erhob sich ein konisches Gebäude aus Ziegelsteinstücken, das auf einem Mäuerchen ruhte. Während des Backvorganges wurde das Ofenloch mit einem eisernen Schieber verschlossen. Ein Kamin sorgte für ausreichend Zug.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, den Stellenwert von Bäckereien und Brot in der römischen Welt anhand archäologischer Funde aus Pompeji zu untersuchen.

2. Die Bedeutung der Bäckereien für die Ernährung der Bevölkerung: Das Hauptkapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Bäckereiwesens und detailliert die technische Ausstattung, den Produktionsprozess sowie die soziale Funktion von Bäckereien als Versorgungszentren.

2.1. Die Entwicklung der gewerblichen Bäckerei in Rom: Hier wird der historische Wandel vom Getreidebrei zum Brot und das Aufkommen professioneller Bäcker zwischen dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. erläutert.

2.2. Ausstattung und Arbeitsweise römischer Bäckereien: Dieses Kapitel beschreibt die technische Infrastruktur römischer Backbetriebe und die damit verbundene Arbeitsteilung.

2.2.1. Die Ausstattung der Bäckereien von Pompeji: Es werden die archäologischen Befunde zu Getreidemühlen und Backöfen sowie deren Funktionsweise detailliert dargestellt.

2.2.2. Die Arbeitsweise einer römischen Bäckerei: Die Abläufe von der Kornverarbeitung bis zum fertigen Produkt werden anhand von historischen Abbildungen, insbesondere des Grabmals des Eurysaces, analysiert.

2.3. Wohnverhältnisse und Möglichkeiten der Selbstversorgung in den römischen Städten: Es wird erörtert, wie die räumliche Enge und das Fehlen eigener Kochgelegenheiten in mehrgeschossigen Wohnbauten den Bedarf an gewerblichen Bäckereien erhöhten.

2.4. Die Lage der Bäckereien im Stadtgebiet von Pompeji: Dieses Kapitel analysiert die Verteilung der Bäckereien und deren Erreichbarkeit sowie die Vertriebsstrukturen im städtischen Raum.

3. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Bedeutung der Bäckereien für die urbane Ernährung im 1. Jahrhundert n. Chr. zusammen und verweist auf den hohen Grad an Spezialisierung und Versorgungssicherheit.

Schlüsselwörter

Pompeji, Bäckerei, römische Ernährung, Getreidemühle, Brot, Backofen, Alltagsgeschichte, Urbanisierung, Selbstversorgung, Archäologie, Eurysaces, Mehlherstellung, Sozialgeschichte, Konsum, Stadtentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die ökonomische und soziale Bedeutung von gewerblichen Bäckereien für die Ernährung der Bevölkerung im antiken Pompeji während des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Brotherstellung, die technische Ausstattung antiker Bäckereien, die städtische Wohnsituation der Bevölkerung sowie die Verteilungsstruktur der Betriebe in Pompeji.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Rolle der professionellen Bäckereien als notwendige Versorgungsinstanzen für eine Bevölkerung zu analysieren, deren Möglichkeiten zur häuslichen Selbstversorgung durch städtische Gegebenheiten zunehmend eingeschränkt waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine archäologische und historisch-analytische Methode angewandt, die archäologische Funde wie Grundrisse, Mühlsteine, Wandmalereien und epigraphische Quellen (Graffiti) aus Pompeji systematisch auswertet.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die technische Ausstattung (Mühlen, Öfen), die Arbeitsabläufe, die Auswirkungen der Wohnverhältnisse auf den Bedarf an Bäckereiwaren und die räumliche Lage der Betriebe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Pompeji, Bäckerei, römische Ernährung, Getreidemühle, Brot und Alltagsgeschichte beschreiben.

Welche Rolle spielt die technologische Ausstattung der Bäckereien?

Die technologische Ausstattung, insbesondere der Einsatz von Getreidemühlen (mola asinaria) und Knetmaschinen, ermöglichte eine rationelle Produktionssteigerung, die notwendig war, um den großen Bedarf der Stadtbevölkerung zu decken.

Wie unterschieden sich die Bäckereien in Pompeji in Bezug auf ihre Ausstattung?

Es gab spezialisierte Betriebe mit Mühlen und Verkaufsräumen sowie sogenannte „Kuchenbäckereien“, die über keine eigenen Mühlen verfügten und sich teilweise in der Nähe religiöser Kulteinrichtungen konzentrierten.

Was verraten die Wandmalereien über den Verkauf?

Sie geben Hinweise auf verschiedene Vertriebsformen, wie den stationären Ladenverkauf und den mobilen Verkauf durch fliegende Händler, wobei auch die Möglichkeit von Brotspenden (largitio) als Teil der sozialen Sicherung in Betracht gezogen wird.

Warum wurde die häusliche Selbstversorgung in römischen Städten schwieriger?

Aufgrund der zunehmenden Wohnraumknappheit und der Errichtung mehrgeschossiger Gebäude fehlten vielen Haushalten der Unterschicht eigene Kochgelegenheiten, was sie für die Grundversorgung mit Brot von professionellen Bäckereien abhängig machte.

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Details

Titel
Die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Bevölkerung am Beispiel Pompejis
Hochschule
Universität Münster
Note
1,7
Autor
M.A. Martina Kleinau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
14
Katalognummer
V150671
ISBN (eBook)
9783640618507
ISBN (Buch)
9783640618613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bäckereien Pompeji Ernährung Antike Römisches Reich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Martina Kleinau (Autor:in), 1998, Die Bedeutung der Bäckereien bei der Ernährung der Bevölkerung am Beispiel Pompejis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150671
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Leseprobe aus  14  Seiten
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