Theodor Geigers These - "Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel"

Was spricht für und was gegen eine solche These?


Essay, 2008

6 Seiten


Leseprobe

Thema: Theodor Geiger stellte 1949 seine Zeitdiagnose unter die These „Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel“. Erörtern Sie, was für und was gegen eine solche These sprach.

Mit der Ansicht „Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel“ stellte Theodor Geiger 1949 eine durchaus provokante These auf. Dergestalt kritisierte er eindeutig die bis dato gültige Marx’sche Gesellschaftstheorie und löste in den folgenden Jahrzehnten eine Welle von Diskussionen und Neuformulierungsversuchen einer gültigen Gesellschaftstheorie aus. Um nun das Für und Wider dieser These ausführlich zu erörtern, bedarf es zunächst der Definition des Begriffs „Klasse“ und der Marx’schen Gesellschaftstheorie:

Die allgemeine Begriffsbestimmung von „Klasse“ erfolg über die Stellung des Menschen im Produktions- und Distributionsprozess. Der Ausgangspunkt ist also die Wirtschaftsstruktur. Eine „Klasse“ bezeichnet demnach eine Gruppierung von Menschen, deren Angehörige bestimmte ökonomische Merkmale gemeinsam haben. Des Weiteren ist zu beachten, dass der Begriff analytisch und das Konzept relational ist: Die Bestimmung einer Klasse resultiert aus der Abgrenzung zu anderen Klassen.

Dagegen erweiterte Marx diese allgemeine Klassendefinition mit dem Kriterium der Struktur der Eigentumsordnung an den Produktionsmitteln. Eine Klasse ist im Sinne von Marx eine Gruppierung von Menschen mit der gleichen Stellung zu den Produktionsmitteln und im Produktionsprozess. Sein Klassenmodell ist analytisch und dichotomisch: Die Gesellschaft besteht aus Besitzenden (Kapitalisten) und Besitzlosen (Arbeiter). Dadurch, dass sich die Besitzenden immer weiter an den Besitzlosen bereichern, entsteht ein asymmetrisches Arbeitsverhältnis. Genauer gesagt, taucht eine starke Ungleichheit auf, die über den Mechanismus der Ausbeutung von statten geht. Einerseits erhalten die Arbeiter nur das, was ihre Arbeitskraft wert ist und andererseits müssen die Kapitalisten die Arbeiter ausnehmen, um mehr Profit zu machen. Nach Marx gilt dieser Mechanismus für alle damaligen Gesellschaftsformen, außer dem Kommunismus, da dort keine Markt-, sondern eine Planwirtschaft vorherrschte, die die Ausbeutung von Arbeiter unnötig machte. Die Klassenlage in allen nicht-kommunistischen Gesellschaften war also eine strukturell definierte, objektiv gleiche ökonomische Lage mit jeweils gleichem Klassen- (Profitmaximierung vs. Befreiung aus Ausbeutungsverhältnissen) und Machtinteresse (Wem gehört der Staat? Vs. Wer dient dem Staat?)

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Theodor Geigers These - "Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel"
Untertitel
Was spricht für und was gegen eine solche These?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Sozilogie)
Veranstaltung
Proseminar: „Arbeit, Wissen, Gesellschaft – Soziologische Perspektiven im Wandel“
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V150917
ISBN (eBook)
9783640632183
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theodor, Geigers, These, Klassengesellschaft, Schmelztiegel
Arbeit zitieren
Julia Krüger (Autor), 2008, Theodor Geigers These - "Die Klassengesellschaft im Schmelztiegel", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150917

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