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Die Übernahme von Geschlechterstereotypen durch Medieneinflüsse

Wie wird der Mensch durch die Konstruktion von Geschlechterstereotypen in den Medien sozialisiert?

Titel: Die Übernahme von Geschlechterstereotypen durch Medieneinflüsse

Bachelorarbeit , 2021 , 83 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Bannert (Autor:in)

Psychologie - Medienpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema dieser Arbeit wird sein, in welchem Ausmaß die Medien dazu beitragen können, den Menschen geschlechtlich zu sozialisieren. Die Thematik soll einerseits einen Einblick in das Thema Geschlecht geben und andererseits in das Thema Mediensozialisation. Es wird gezeigt, dass die Menschen in einem System der Zweigeschlechtlichkeit leben und inwiefern man Geschlecht als konstruiert betrachten kann. Durch einen Einblick in die soziologische Theorie „die soziale Konstruktion der Wirklichkeit“ von Berger und Luckmann aus dem Jahre 1966/1969 werden die beiden Themenfelder Medien und Geschlecht miteinander verknüpft und gezeigt, welche Rolle die Medien während der geschlechtlichen Sozialisation einnehmen können. Zudem wird das Thema der Mediensozialisation auf das Jugendalter bezogen, da im Jugendalter der Einfluss der Medien stärker ausgeprägt ist als im Erwachsenenalter. Durch die Identitätsfindung im Jugendalter können Medien zudem die dahingehende Entwicklung prägen. Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Medienformate auf die darin enthaltenen geschlechterstereotypen Darstellungen hin zu analysieren. Dazu werden exemplarisch zwei Disney-Filme analysiert und verglichen. Ebenfalls werden exemplarisch drei Ausgaben der Jugendzeitschrift „Bravo Girl“ analysiert und die Selbstdarstellung von Accounts auf dem sozialen Netzwerk Instagram untersucht. Als Erhebungsmethode wird sich an der Film- und Fernsehanalyse von Peltzer und Keppler orientiert und als Auswertungsmethode an der Grounded-Theory-Methodologie von Strauss und Glaser.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschlecht als soziologische Kategorie

2.1. Alltägliche Basisannahme der Zweigeschlechtlichkeit – biologische und psychologische Differenzierung von Geschlecht

2.2. Das Ordnungsprinzip Geschlecht im 18. Jahrhundert

2.3. Die soziale Konstruktion von Geschlecht – Doing Gender

3. Soziologischer Hintergrund in Bezug auf Medien und Geschlechterstereotypen

3.1. Definition des Begriffs Geschlechterstereotype

3.2. Die soziale Konstruktion von Geschlecht nach Berger/ Luckmann

3.3. Geschlechtliche Sozialisation

3.4. Tradierung von Geschlechterstereotypen: Mediensozialisation

4. Mediensozialisation in der Jugend

4.1. Die Jugendzeitschrift „Bravo Girl“

4.2. Geschlechterstereotype Selbstdarstellung auf Instagram

4.3. Exkurs: Selbstdarstellung auf YouTube

4.4. (Disney-)Filme als Sozialisationsinstanz

5. Methodologisches Vorgehen

5.1. Erhebungsinstrument: soziologische Film- und Fernsehanalyse nach Peltzer und Keppler

5.2. Theoretische Grundlagen und methodologische Verortung

5.3. Auswertungsinstrument: Grounded Theory Methodologie

5.3.1. Theoretisches Kodieren und Sampling

5.3.2. Vergleichen

6. Analyse: Disney-Filme

6.1. Inhaltsangabe: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“

6.2. Inhaltsangabe: „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“

6.3. Samples aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und „Die Eiskönigin“ im Vergleich

6.4. Analyse: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“

6.4.1. Schönheit als Handlungsrahmen

6.4.2. Darstellung von Schneewittchen

6.4.3. Rollenbilder in Schneewittchen

6.5. Analyse: „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“

6.5.1. Geschwisterliche Beziehung als Handlungsrahmen

6.5.2. Darstellung von Elsa

6.5.3. Diskussion: Elsa und Schneewittchen

7. Analyse: Bravo Girl

7.1. Beauty und Mode

7.2. Körper und Attraktivität

7.3. Jungs und Beratung

8. Analyse: Selbstdarstellung auf Instagram

8.1. Körperliche Inszenierung

8.2. Body-Positivity

9. Fazit

Zielsetzung & Forschungsthemen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Medien auf die geschlechtliche Sozialisation von Heranwachsenden, mit einem besonderen Fokus darauf, wie Geschlechterstereotype konstruiert und reproduziert werden.

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht (Doing Gender) nach Berger und Luckmann.
  • Analyse der konstruierten Geschlechterrollen in Disney-Filmen anhand filmwissenschaftlicher Methoden.
  • Untersuchung von Jugendzeitschriften (Bravo Girl) hinsichtlich der Vermittlung von Schönheitsidealen und Rollenbildern.
  • Betrachtung der Selbstdarstellung auf sozialen Medien (Instagram) unter Berücksichtigung von Inszenierung und Body-Positivity.
  • Anwendung der Grounded Theory als methodische Grundlage für die qualitative Inhaltsanalyse.

Auszug aus dem Buch

Die soziale Konstruktion von Geschlecht nach Berger/ Luckmann

Berger und Luckmann benennen Folgendes als Aufgabe der Wissenssoziologie: „Die Wissenssoziologie hat die Aufgabe, die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit zu analysieren.“ (Berger/ Luckmann 2018, S. 3). Durch die Untersuchung dieser Sozialordnung kann die Theorie des Sozialkonstruktivismus dabei helfen, die in den Medien konstruierten Geschlechterstereotypen einzuordnen und dabei helfen, diese zu interpretieren.

Berger und Luckmann unterscheiden drei Faktoren, die Einfluss auf die Sozialisation des Menschen haben. Zunächst wäre dies der Faktor der biologischen Grenzen beziehungsweise der genetischen. Dazu zählen zum Beispiel das Aussehen sowie Behinderungen oder Talente. Des Weiteren benennen Berger und Luckmann die Grenzen der materiellen Umwelt, die den Menschen beeinflussen. Dazu spielen neben den klimatischen Bedingungen die Möglichkeiten zur Ernährung eine Rolle.

Zuletzt benennen die Autoren den Faktor der Sozialisation des Individuums in die Gesellschaft. Berger und Luckmann stellen sich hierzu die Frage: „Wie ist es möglich, daß subjektiv gemeinter Sinn zu objektiver Faktizität wird? Oder, in der Terminologie Webers und Durkheims: Wie ist es möglich, daß menschliches Handeln (Weber) eine Welt von Sachen hervorbringt?“ (Berger/ Luckmann 2018, S. 20).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Relevanz des Themas im Kontext der Sozialisation und führt in die Fragestellung zur Mediennutzung ein.

2. Geschlecht als soziologische Kategorie: Bietet einen Überblick über die historische und soziologische Entwicklung der Geschlechtertheorien.

3. Soziologischer Hintergrund in Bezug auf Medien und Geschlechterstereotypen: Verknüpft die Theorie von Berger und Luckmann mit der Definition von Stereotypen.

4. Mediensozialisation in der Jugend: Beleuchtet die spezifische Rolle der Adoleszenz und die Funktion von Medien als Sozialisationsinstanzen.

5. Methodologisches Vorgehen: Beschreibt die Anwendung der Film- und Fernsehanalyse sowie die Grounded Theory als Auswertungsmethode.

6. Analyse: Disney-Filme: Untersucht anhand von Inhaltsbeispielen, wie Disney-Filme zur Reproduktion oder Überwindung von Geschlechterstereotypen beitragen.

7. Analyse: Bravo Girl: Analysiert, wie die Zeitschrift durch Produktplatzierungen und Tipps ein stereotypisches Mädchenbild konstruiert.

8. Analyse: Selbstdarstellung auf Instagram: Betrachtet die Rolle von Influencerinnen bei der Vermittlung von Schönheitsidealen und Gegenbewegungen wie Body-Positivity.

9. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Medien bei der Internalisierung gesellschaftlicher Geschlechtsbilder.

Schlüsselwörter

Geschlechterstereotype, Mediensozialisation, Sozialkonstruktivismus, Identitätskonstruktion, Disney-Filme, Bravo Girl, Instagram, Geschlechterrollen, Doing Gender, Grounded Theory, Schönheitsideale, Body-Positivity, Jugendkultur, Wissenssoziologie, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Medien zur Sozialisation des Menschen beitragen und wie dabei Geschlechterstereotype konstruiert und verfestigt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Felder sind die soziologische Konstruktion von Geschlecht, die Rolle der Medien in der Adoleszenz und die Analyse spezifischer Medienformate wie Disney-Filme, Jugendzeitschriften und soziale Netzwerke.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Medienformate zum Prozess der Sozialisation beitragen und ob sie die gesellschaftlich dominante Geschlechterordnung reproduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Verwendet wird ein qualitativer Ansatz, bestehend aus einer Film- und Fernsehanalyse nach Peltzer und Keppler sowie der Grounded Theory zur systematischen Auswertung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodische Erläuterungen und eine umfassende Analyse von Disney-Filmen, der Zeitschrift "Bravo Girl" und Instagram-Profilen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sozialisation, Geschlechterstereotype, Konstruktion von Wirklichkeit, Doing Gender und mediale Inszenierung.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Disney-Filme?

Die Analyse verdeutlicht, dass Filme wie "Schneewittchen" eher traditionelle Rollenbilder reproduzieren, während neuere Filme wie "Die Eiskönigin" Ansätze zeigen, diese gesellschaftlichen Muster kritisch zu hinterfragen.

Welche Rolle spielen Influencerinnen auf Instagram laut der Arbeit?

Influencerinnen fungieren oft als Trägerinnen stereotyper Körperbilder, obwohl sich durch Bewegungen wie Body-Positivity auf dieser Plattform auch Ansätze finden, die diese Ideale bewusst hinterfragen oder kritisieren.

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Details

Titel
Die Übernahme von Geschlechterstereotypen durch Medieneinflüsse
Untertitel
Wie wird der Mensch durch die Konstruktion von Geschlechterstereotypen in den Medien sozialisiert?
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
1,0
Autor
Julia Bannert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
83
Katalognummer
V1509756
ISBN (PDF)
9783389077320
ISBN (Buch)
9783389077337
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien Medieneinflüsse geschlecht Geschlechterstereotypen sozialisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Bannert (Autor:in), 2021, Die Übernahme von Geschlechterstereotypen durch Medieneinflüsse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1509756
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Leseprobe aus  83  Seiten
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