Diese Arbeit untersucht die didaktische Ausrichtung im Philosophieunterricht, insbesondere die Frage, ob Schüler:innen primär etwas über Philosophie oder das Philosophieren lernen sollen. Aufbauend auf Immanuel Kants Auffassung, dass Philosophie nicht als abgeschlossenes System erlernt werden kann, wird der Fokus auf die Entwicklung von Fertigkeiten und die Umsetzung kompetenzorientierter Lernziele gelegt. Ein zentrales didaktisches Prinzip, der Lebensweltbezug, wird dabei näher betrachtet. Im Anschluss wird eine Unterrichtsplanung zum Thema "Kollektive Verantwortung für globale Probleme" entworfen, um die praktische Anwendbarkeit und Eignung des Lebensweltbezugs im Philosophieunterricht zu prüfen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Fachdidaktischer Schwerpunkt
Ausrichtung des Philosophieunterrichts
Didaktische Prinzipien
Das didaktische Prinzip des Lebensweltbezugs
Unterrichtsplanung
Angaben zur Lerngruppe und Begründung des Themas
Planung der Unterrichtsreihe
Kompetenzorientiertes Lernziel
Detailplanung der Unterrichtsstunde
Methodisch-didaktischer Kommentar
Fazit
Anhang
Phase 1
Phase 3
Phase 4
Phase 6
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Anwendung des didaktischen Prinzips des Lebensweltbezugs im Philosophieunterricht, um Lernenden einen Zugang zu komplexen ethischen Fragestellungen zu ermöglichen. Das primäre Ziel besteht darin, eine Unterrichtseinheit zum Thema "Kollektive Verantwortung für globale Probleme" so zu gestalten, dass fachspezifische Kompetenzen gefördert werden und die philosophische Reflexion an der eigenen Lebensrealität anknüpft.
- Didaktik des Philosophieunterrichts nach der Kompetenzorientierung
- Theoretische Fundierung des Lebensweltbezugs nach Husserl
- Praktische Unterrichtsplanung zur Verantwortungsethik
- Förderung von Urteils- und Handlungskompetenz
- Analyse globaler Armut durch Gedankenexperimente
Auszug aus dem Buch
Das didaktische Prinzip des Lebensweltbezugs
Das didaktische Prinzip des Lebensweltbezugs beruht auf dem philosophischen Begriff der Lebenswelt. Um die Motive, Merkmale und Wirkungen dieses didaktischen Prinzips zu verstehen, bedarf es einer kurzen Erläuterung des philosophischen Begriffs. Dieser ist insbesondere für die Phänomenologie, die maßgeblich von Edmund Husserl geprägt wurde, von Bedeutung. In seinem Werk Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie arbeitet Husserl den Begriff der Lebenswelt und seine Bedeutsamkeit systematisch aus. Darin legt er dar, dass die Wissenschaften der Neuzeit isoliert von der Lebenswelt arbeiten und sich daraus grundlegende Sinn- und Anwendungsprobleme ergeben. Im Zentrum der Untersuchung steht das Verhältnis von objektiv-wissenschaftlichen Denken und Anschauung.
Im Streben der Wissenschaftler allgemeine Gültigkeit bzw. Objektivität zu erreichen, wurden die wissenschaftlichen Methoden mathematisiert. Eine Wissenschaft galt dann als objektiv, wenn sie als System apriorischer Wahrheiten funktionierte und sich keiner subjektiv-relativen Modi bediente. Infolge dessen wurden die Wissenschaften nicht mehr auf etwas Konkretes bezogen, sondern dienten dazu allgemeingültige abstrakte Formeln aufzustellen. Indem ihre wissenschaftlichen Leistungen von den Repräsentationen der Welt isoliert wurden, verloren diese ihren realen Sinn. Denn dieser Sinn kam den wissenschaftlichen Leistungen zuvor - da sie alle ursprünglich in der Lebenswelt begründet waren - durch ihre Ausrichtung auf mögliche Dinge in der Lebenswelt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Herausforderungen des kompetenzorientierten Philosophieunterrichts ein und formuliert das Ziel, philosophische Bildung durch Lebensweltbezug zu konkretisieren.
Fachdidaktischer Schwerpunkt: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung der Kompetenzorientierung und definiert das didaktische Prinzip des Lebensweltbezugs als Mittel, um philosophische Inhalte greifbar zu machen.
Unterrichtsplanung: Hier wird der Entwurf für eine Unterrichtseinheit zum Thema kollektiver Verantwortung vorgestellt, inklusive detaillierter Ablaufpläne und methodischer Überlegungen.
Methodisch-didaktischer Kommentar: Das Kapitel reflektiert die gewählten Methoden und Materialien der Unterrichtsplanung unter Bezugnahme auf die pädagogische Wirksamkeit.
Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Lebensweltbezugs für die Motivation und das Verständnis von Schülern in heterogenen Gruppen zusammen.
Anhang: Der Anhang enthält die konkreten Arbeitsmaterialien, Aufgabenstellungen und Textgrundlagen für die verschiedenen Unterrichtsphasen.
Schlüsselwörter
Philosophiedidaktik, Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung, Kollektive Verantwortung, Globale Armut, Fachdidaktik, Phänomenologie, Edmund Husserl, Urteilskompetenz, Handlungskompetenz, Gedankenexperiment, Unterrichtsplanung, Moderne Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die didaktische Gestaltung von Philosophieunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Lebensweltbezugs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Kompetenzorientierung in Lehrplänen, phänomenologische Grundlagen und die Anwendung ethischer Verantwortungstheorien in der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Modell für eine Unterrichtseinheit zu entwickeln, das globale ethische Verantwortung für Schüler unmittelbar relevant und verständlich macht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden fachdidaktische Konzepte sowie die phänomenologische Methode Husserls als theoretischer Rahmen für die praktische Unterrichtsgestaltung genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Lebensweltbegriffs und eine detaillierte, tabellarische Planung einer Unterrichtsreihe inklusive Kommentar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Lebensweltbezug, Kompetenzorientierung, kollektive Verantwortung, fachdidaktische Prinzipien und Urteilskompetenz.
Wie trägt das Prinzip des Lebensweltbezugs zum Lernerfolg bei?
Es reduziert das abstrakte Vorwissen, indem es an die Alltagserfahrungen der Schüler anknüpft und diese für philosophische Reflexionen nutzbar macht.
Warum wird das Thema "Kollektive Verantwortung" für die Unterrichtseinheit gewählt?
Es ermöglicht die Verknüpfung persönlicher Handlungen mit globalen politischen Problemen, was für eine demokratische Bildung essenziell ist.
Wie werden die Schüler in der Unterrichtsplanung aktiviert?
Durch den Einsatz von Plakaten, Gedankenexperimenten und Mindmaps werden die Schüler zur aktiven, diskursiven Teilnahme und zum gegenseitigen Austausch angeregt.
Was ist die spezifische Rolle der Lehrkraft in diesem Unterrichtsmodell?
Die Lehrkraft agiert eher zurückhaltend als Impulsgeber, um den Schülern eigenständige philosophische Urteilsprozesse und die Erarbeitung von Begriffsnetzen zu ermöglichen.
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- Paula Hibben (Author), 2024, Das didaktische Prinzip des Lebensweltbezugs. Kollektive Verantwortung für globale Probleme (11. Klasse Philosophie), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1509917