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Formatverletzung im deutschen Fernseh-Krimi

Die Krimireihe Tatort als Beispiel

Titel: Formatverletzung im deutschen Fernseh-Krimi

Masterarbeit , 2008 , 114 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Markus Gentner (Autor:in)

Germanistik - Gattungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Krimi ist eigentlich eine alte und schon lange bekannte Geschichte, die in der Variation mehr oder weniger festgelegter Elemente besteht: Verbrechen, Ermittlung und Überführung des Täters. Das Krimigenre, das seit seinen Anfängen im 18. Jahrhundert sein Publikum fasziniert, ist nicht nur eines der jüngsten, sondern zugleich eines der erfolgreichsten Genres überhaupt. In meiner Abhandlung untersuche ich, inwiefern die Krimireihe Tatort in bestimmten Folgen von den Konventionen des Krimigenres abweicht. Die Folgen "Howalds Fall", "Tod im All" und "Scheherazade" stehen im Mittelpunkt meiner Filmanalysen. Warum sich gerade die Krimireihe Tatort für eine solche Untersuchung eignet, wird an Ort und Stelle erläutert. Außerdem gehe ich auf die Entwicklung der modernsten Ausprägung des Krimigenres, den Fernsehkrimi im Allgemeinen, und auf die Ursprünge des Krimigenres und seiner Extremformen „Detektivroman“ und „Thriller“ ein, um die Eigenschaften des Krimigenres zu definieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Krimi in der Literatur

2.1. Kriminalerzählung und Verbrechensdichtung

2.2. Historischer Abriss des Genres

2.3. Die idealtypischen Stränge: Detektivroman und Thriller

2.3.1. Der Detektivroman und seine Elemente

2.3.2. Der Thriller und seine Elemente

2.3.3. Zusammenfassung: Was ist ein Krimi?

2.4. Zwischen den Polenden: Der Polizeikrimi

3. Der Krimi in den modernen Medien

3.1. Fernsehfilm und Kinofilm

3.2. Krimipioniere und serielle Produktionen im Deutschen Fernsehen

3.3. Krimis im Dualen Rundfunksystem

4. Der Tatort und seine Sonderstellung im deutschen Fernsehen

4.1. Das Konzept von Tatort

4.2. Besonderheiten von Tatort

4.2.1. Tatort als Gesellschaftsroman

4.2.2. Die Kommissare

5. Filmanalyse: Formatverletzung im Tatort

5.1. Erwartungen der Zuschauer an Tatort

5.2. Genreverletzungen von unterschiedlicher Qualität

5.3. Begründung der Film-Auswahl

5.4. Howalds Fall

5.4.1. Einleitendes

5.4.2. Ein typischer Krimi?

5.4.3. Kein typischer Krimi!

5.4.4. Der Ermittler als Täter

5.4.5. Howalds Fall und die Kritik

5.5. Tod im All

5.5.1. Einleitendes

5.5.2. Ein mysteriöser Fall

5.5.3. Endlich eine Leiche

5.5.4. Eine Science-Fiction-Inszenierung überführt den Täter

5.5.5. Der anonyme Anrufer

5.5.6. Die Traumsequenz und die Wandlung der Kommissarin

5.5.7. Science-Fiction im Tatort

5.5.8. Tod im All und die Kritik

5.6. Scheherazade

5.6.1. Einleitendes

5.6.2. Verwirrspiel um Lüge und Wahrheit

5.6.3. Die Hauptfiguren und der Zuschauer zwischen den Glaubensfronten

5.6.4. Keine Leiche, kein Mord und ein offenes Ende

5.6.5. Lürsen und der Sicherheitsberater – Eine untypische Liaison

5.6.6. Scheherazade und die Kritik

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die deutsche Fernsehkrimireihe Tatort in spezifischen Episoden von den etablierten Konventionen und Genreschemata abweicht, um zu analysieren, wie solche "Formatverletzungen" die Erwartungshaltung des Publikums sowie die narrative Struktur der Krimis beeinflussen.

  • Entwicklung und historische Genese des Krimigenres
  • Strukturelle Analyse der Krimi-Untergattungen (Detektivroman, Thriller, Polizeikrimi)
  • Besonderheiten und Sonderstellung des Tatorts im deutschen Fernsehen
  • Phänomen der Genre-Inkongruenz und Formatverletzung in der Filmanalyse
  • Untersuchung von ausgewählten Tatort-Episoden (z. B. Howalds Fall, Tod im All, Scheherazade)

Auszug aus dem Buch

2.1. Kriminalerzählung und Verbrechensdichtung

Ein Genre erwächst – wie schon erwähnt – aus einem bestimmten kulturellen System. Das Krimigenre hat sich über die Jahrhunderte zu dem entwickelt, was heute darunter verstanden wird. Um das Genreschema zu verstehen und die Grenzen des Krimigenres zu ziehen, ist ein Blick in die Entstehungszeit der Kriminalliteratur erforderlich, denn in der Weltliteratur finden sich unzählige Beispiele, in denen Verbrechen Mittelpunkt der Handlung sind.

Das Thema Mord, so alt wie die ältesten Dichtungen, die wir kennen, ist aus den Werken der großen Dichter nicht wegzudenken. Und doch fiele es niemandem ein, sie als Wegbereiter des Kriminalromans zu feiern.

In der Bibel beginnt die Menschheitsgeschichte nach der Vertreibung aus dem Garten Eden mit einem Mord: Kain tötet seinen Bruder Abel. Alewyn nennt das "den ältesten und berühmtesten Kriminalfall". Leonhardt weist in ihrer 1990 veröffentlichten Untersuchung zur Geschichte des Kriminalromans darauf hin, dass ein Tötungsdelikt allein noch keinen Krimi macht. Der Bibelmord "birgt kein Geheimnis, das enthüllt werden müßte. Kain ist der Täter, er bekennt sich sofort zu seiner Tat und bereut sie". Das antike Drama König Ödipus wird von der Forschung häufig im Zusammenhang mit der Entstehung von Kriminalliteratur genannt, denn das Werk des griechischen Dichters Sophokles enthält, was dem Brudermord aus der Bibel fehlt: Das verdeckte Vorher und das damit einhergehende Geheimnis. Ödipus, "der unwissende Mörder seines Vaters, der unwissende Mann seiner Mutter, dessen 'Schuld' die Pest nach Theben bringt, ist Jäger und Beute zugleich". Der Einzige, der in Ödipus den Mörder erkennt, ist der Seher Teiresias, dessen Inspiration der rationalen Erklärung durch Ödipus selbst gegenübersteht. Ödipus kommt dem ihm umgebenden Geheimnis mit Fortschreiten der Erzählung immer näher, er deckt die Spuren seiner Vergangenheit auf, entschlüsselt das Rätsel seiner Herkunft und damit das des Täters.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Krimigenres ein, beleuchtet den Stellenwert der Krimireihe Tatort als erfolgreichstes deutsches TV-Format und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich Genrekonventionen.

2. Der Krimi in der Literatur: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung der Kriminalliteratur, differenziert zwischen den idealtypischen Strängen Detektivroman und Thriller und grenzt den Polizeikrimi als wichtige Mischform ab.

3. Der Krimi in den modernen Medien: Hier wird der Transfer des Krimigenres in das Fernsehen betrachtet, inklusive der historischen Etablierung serieller Krimiproduktionen im dualen Rundfunksystem.

4. Der Tatort und seine Sonderstellung im deutschen Fernsehen: Dieses Kapitel analysiert das spezifische Konzept des Tatorts, seine föderale Struktur sowie die Entwicklung des Ermittlertyps als Identifikationsfigur.

5. Filmanalyse: Formatverletzung im Tatort: Dies ist der Hauptteil, in dem durch die Analyse ausgewählter Folgen untersucht wird, wie Genreverletzungen (z.B. Science-Fiction-Elemente oder fehlende Ermittlungsinstanz) die Formatkonventionen des Tatorts herausfordern.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Genre-Inkongruenzen in den untersuchten Folgen eine besondere Qualität aufweisen und die Grenzen des Formats bewusst austesten, ohne den Erfolg der Reihe zu gefährden.

Schlüsselwörter

Tatort, Kriminalgenre, Fernsehkrimi, Genre-Inkongruenz, Formatverletzung, Polizeikrimi, Detektivroman, Thriller, Filmanalyse, Erzählschemata, Gesellschaftskritik, Fernsehserie, Realitätsbezug, Genregrenzen, Ermittlerfiguren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Krimireihe Tatort in ausgewählten Folgen von den klassischen Regeln und Konventionen des Krimigenres abweicht und welche dramaturgischen Folgen diese Genreverletzungen für die Erzählweise haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Krimigenres (Detektivroman, Thriller, Polizeikrimi), die Programmgeschichte des deutschen Fernsehkrimis sowie die Analyse spezifischer Tatort-Episoden hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Abweichungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum der Tatort mit den Erwartungen des Publikums spielt und inwieweit die bewusste Abweichung vom etablierten Genreschema zur Weiterentwicklung oder zum Bruch mit dem Format beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen literatur- und medienwissenschaftlichen Ansatz. Sie stützt sich auf Genretheorien von Standardautoren wie Nusser und Marsch sowie auf die Untersuchung von Genre-Inkongruenz von Jella Hoffmann, um die Filmanalysen theoretisch zu fundieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 5) werden die Episoden Howalds Fall, Tod im All und Scheherazade intensiv filmanalytisch untersucht. Dabei wird dargelegt, wie diese Filme durch ihre Abweichungen vom klassischen "Whodunit"-Schema das Genre herausfordern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tatort, Genre-Inkongruenz, Formatverletzung, Kriminalgenre, Polizeikrimi und Tatort-Konzept charakterisiert.

Warum wurden gerade diese Tatort-Folgen für die Analyse ausgewählt?

Die ausgewählten Folgen (Howalds Fall, Tod im All, Scheherazade) wurden gewählt, weil sie besonders starke Genre-Inkongruenzen aufweisen und daher für eine Untersuchung der Formatgrenzen am ergiebigsten sind.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf das Experimentieren mit Genreregeln?

Das Fazit lautet, dass Abweichungen vom Schema keine Seltenheit sind und durchaus das Interesse steigern können, solange sie im Rahmen des Erträglichen bleiben. Jedoch stellen manche der analysierten Episoden eine Ausnahmeerscheinung von besonderer Qualität dar, die die Grenzen des Krimigenres sprengen.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Formatverletzung im deutschen Fernseh-Krimi
Untertitel
Die Krimireihe Tatort als Beispiel
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Markus Gentner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
114
Katalognummer
V151116
ISBN (eBook)
9783640627493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tatort Krimi Germanistik Serie Filmanalyse Genre Scheherazade Krimireihe Reihe ARD Detektivroman Thriller Polizeiroman Kommissar Lena Odenthal Tod im All Howalds Fall Schimanski Fernsehkrimi Fernsehen Krimigenre Inga Lürsen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Gentner (Autor:in), 2008, Formatverletzung im deutschen Fernseh-Krimi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151116
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  114  Seiten
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