Kennzahlen zur Bilanzanalyse und zur Unternehmensbewertung

Vergleich von drei Biotech-Unternehmen


Studienarbeit, 2010
40 Seiten, Note: 97% (A+)

Leseprobe

INHALT

2 Einleitung

3 Bilanzanalyse
3.1 Allgemein
3.2 Aufbereitung der Bilanz
3.3 Kennzahlen der Bilanzanalyse
3.3.1 Vertikale Bilanzstruktur
3.3.2 Horizontale Bilanzstruktur
3.3.3 Grenzen der Bilanzanalyse
3.4 Weitere Instrumente der Erfolgsanalyse
3.4.1 CASH-FLOW
3.4.2 EBIT und EBITDA

4 Unternehmensbewertung
4.1 Bewertungsverfahren
4.1.1 Einzelbewertungsverfahren
4.1.2 Mischverfahren
4.1.3 Gesamtbewertungsverfahren
4.1.4 Aktienanalyse - Beispiel Gewinn je Aktie, unverwässert
4.2 Bewertung der verschiedenen Methoden

5 Vergleichende Analyse von Geschäftsberichten aus der Biotechbranche
5.1 Ausgangslage und branchenspezifische besonderheiten
5.1.1 Allgemein
5.1.2 Zahlungsströme im Rahmen von Kooperationen
5.1.3 Bilanz: Liquide Mittel und Verbindlichkeiten
5.2 Kurzprofile der Firmen
5.2.1 Medigene AG
5.2.2 Paion AG
5.2.3 Morphosys AG
5.3 Berechnung klassischer Kennzahlen
5.4 Berechnung branchenspezifischer Kennzahlen
5.5 Auswertung

6 Literaturverzeichnis

7 Quellenverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

9 Abkürzungsverzeichnis

10 Anhang

2 EINLEITUNG

Die Verwendung und die Interpretation von Kennzahlen gewinnt im täglichen Wirtschaftsleben immer mehr an Bedeutung. Investoren oder Kreditgeber, aber auch Aktionäre prüfen die Unternehmensentwicklung anhand von wichtigen zentralen Kennzahlen (z.B. EBIT, Working Capital oder Cash Flow) um schnell Investitionsentscheidungen treffen zu können.

Im Rahmen dieser Hausarbeit werden exemplarische Kennzahlen aus der Bilanzanalyse und verschiedene Verfahren zur Unternehmensbewertung skizziert. Anschließend erfolgt ein Vergleich von drei Biotechfirmen (Medigene AG, Martinsried, Morphosys AG, Martinsried und Paion AG, Aachen). Die Medigene AG und die Morphosys AG befinden sich im BioM® Cluster Martinsried bei München. BioM® (75) ist der Gewinner des BMBF1-Spitzencluster-Wettbewerbs 2010. Medigene setzt seine Schwerpunkte in der Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer Medikamente gegen Krebs- und Immunerkrankungen (81), während die Morphosys AG im Segment der Entwicklung von therapeutischen Antikörpern tätig ist und bereits mehrere Kooperationen mit führenden Pharmafirmen geschlossen hat (87).

Die Paion AG hat seinen Firmensitz in Aachen. Der Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen Zentrales Nervensystem (ZNS) und thrombotische Erkrankungen/Herz-Kreislauf (82).

3 BILANZANALYSE

3.1 ALLGEMEIN

Bei der Bilanzanalyse handelt es sich um eine Methode zur Informationsverarbeitung. Dabei werden die Zahlen aus einem oder mehreren Jahresabschlüssen ausgewertet. Die Analyse stützt sich in erster Linie auf die Bilanz des Geschäftsberichtes. Je nachdem welche Ziele mit der Analyse verfolgt werden, werden unterschiedliche Bereiche ausgewertet.

Das zur Verfügung stehende Datenmaterial aus dem Geschäftsbericht wird aufbereitet und gruppiert.

Anschließend werden aus den Geschäftszahlen Kennzahlen erstellt, die dann interpretiert werden können.

Durch das Instrument der Bilanzanalyse gewinnt man einen Einblick in die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens bzw. Konzerns.

3.2 AUFBEREITUNG DER BILANZ

Die Basis für eine Bilanzanalyse bildet die Bilanz an sich. Sie stellt die Aktiva den Passiva des Unternehmens gegenüber.

Eine Bilanz, die nach § 243 des HGB nach den Grundätzen der ordnungsgemäßen Buchführung erstellt wird (1), setzt sich wie folgt zusammen (2):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Bilanz

Auf der Aktivseite werden das Anlage und das Umlaufvermögen erfasst, die in Summe das Vermögen des Unternehmens darstellen. Die Passivseite bietet eine Übersicht zur Kapitalzusammensetzung. Hier werden alle Verpflichtungen eines Unternehmens gegenüber den Eigentümern und Gläubigern gelistet. Es wird zwischen Fremd- und Eigenkapital, je nach Mittelherkunft, unterschieden. Die Reihenfolge der Anordnung erfolgt nach der Fälligkeit.

Die Summen der beiden Seiten sind identisch (Gesamtvermögen = Gesamtkapital). Passiva stellen die Mittelherkunft dar, während Aktiva die Mittelverwendung abbilden.

Damit die Bilanz analysiert werden kann, müssen einzelne Posten zusammengefasst werden, damit aussagekräftige und für die Kennzahlenbildung aussagekräftige Zahlen entstehen. Die Zusammen- stellung dieser Kennzahlen wird als Strukturbilanz definiert, die sich wie folgt zusammensetzt (3):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Strukturbilanz

Die zur Aufstellung dieser Strukturbilanz notwendigen Daten sind entweder in derBilanz (§ 268 HGB), der Gewinn- und Verlustrechnung (§ 275 HGB) direkt oder gemäß § 284 ff. HGB im Anhang des Jahresabschlusses zu finden.

Bei der Erstellung der Strukturbilanz ist zu beachten, dass Dividendenzahlungen aus dem Jahresüberschuss herauszurechnen und zu den kurzfristigen Fremdmitteln zu addieren sind.

In der Strukturbilanz werden die folgenden Positionen dargestellt:

Finanzierung Eigenkapital : Fremdkapital

Aufbau des Vermögens Anlagevermögen : Umlaufvermögen

Anlagendeckung Eigenkapital : Anlagevermögen

Zahlungsfähigkeit des Unternehmens flüssige“ Mittel : kurzfristige Fremdmittel

Das monetäre Umlaufvermögen (4) setzt sich zusammen aus:

- Forderungen
- Wertpapiere
- flüssige Mittel
- aktive Rechnungsabgrenzungsposten

3.3 KENNZAHLEN DER BILANZANALYSE

Im Gegensatz zur Strukturbilanz, die die vorhandenen Daten lediglich umordnet, bieten die Kennzahlen weitere und differenzierte Auswertungsmöglichkeiten über die aktuelle Situation und die mögliche Entwicklung eines Unternehmens. Die Kennzahlen bilden den Kern der Bilanzanalyse (5).

Kennzahlen werden unterschieden, ob sie zur horizontalen oder zur vertikalen Bilanzstruktur zugeordnet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Kennzahlen der Bilanzanalyse

3.3.1 VERTIKALE BILANZSTRUKTUR

Definition:

Bei der Analyse der vertikalen Bilanzstruktur werden die Positionen derselben Seite der Bilanz in Relation zueinander gesetzt und daraus entsprechende Kennzahlen errechnet (6).

3.3.1.1 ANALYSE DER KAPITALSTRUKTUR

Um die finanzielle Lage eines Unternehmens beurteilen zu können, wird die Kapitalstruktur (7) analysiert. Diese Analyse wird auch Finanzierungsanalyse genannt. Hierzu werden ausschließlich die auf der Passivseite der Bilanz ausgewiesenen Kapitalposten beurteilt.

Aufgabe dieser Analyse ist es, Informationen zu den Quellen und zur Zusammensetzung des Kapitals nach Art, Fristigkeit und Sicherheit zu gewinnen. Damit können anschließend Aussagen zum finanziellen Risiko eines Unternehmens gemacht werden.

Eine wichtige Kennzahl in diesem Zusammenhang stellt die Eigenkapitalquote dar.

3.3.1.1.1 EIGENKAPITALQUOTE

Das Eigenkapital steht einem Unternehmen unkündbar und langfristig zur Verfügung.

Die Eigenkapitalquote (8) stellt den Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital eines Unternehmens dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Falls die Eigenkapitalquote hoch ist, bedeutet dies für das Unternehmen finanzielle Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stabilität. In der vertikalen Finanzierungsregel wird als Richtwert eine Eigenkapitalquote von 50% gefordert. Die Höhe der Eigenkapitalquote ist branchenabhängig und liegt durchschnittlich bei 20 bis 30% (8).

Bei börsennotierten Unternehmen kann das Eigenkapital erhöht werden, indem „junge“ Aktien ausgegeben werden. Damit verbessert sich die Eigenkapitalquote und das Risiko einer Überschuldung wird eingedämmt.

3.3.1.1.2 FREMDKAPITALQUOTE

In Anlehnung an die Eigenkapitalquote wird die Fremdkapitalquote berechnet. Die Fremdkapitalquote (9) gibt den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Falls die Fremdkapitalquote zu hoch ist, wird die Eigenständigkeit des Unternehmens eingeschränkt. Bonitätsprüfungen werden negativ beeinflusst, so dass sich potentielle Kreditgeber oder Lieferanten zurückziehen (9).

Allerdings muss unterschieden werden, ob es sich beim Fremdkapital um lang- oder kurzfristige Finanzierungen handelt. Sollte der Anteil der langfristigen Fremdmittel am Fremdkapital hoch und dadurch eine hohe Fremdkapitalquote bedingt sein, kann man trotzdem von einer verhältnismäßig sicheren Finanzierung ausgehen.

3.3.1.1.3 STATISCHER VERSCHULDUNGSGRAD

Eine weitere Kennzahl zur Analyse der Finanzierung ist der statische Verschuldungsgrad (10). Er bildet das Verhältnis vom Fremdkapital zum Eigenkapital ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es lässt sich nicht ganz einfach bestimmen, in welchem Verhältnis das Fremdkapital zum Eigenkapital stehen soll. Wenn analog zur Eigenkapitalquote die vertikale Finanzierungsregel angewandt wird, ergibt sich als Empfehlung ein Verhältnis 1:1. Allerdings sollte aufgrund des Leverage-Effekts (11) eine Hebelwirkung des Fremdkapitals in Betracht gezogen werden.

Die Eigenkapitalquote und der statische Verschuldungsgrad verhalten sich indirekt proportional zueinander. Sinkt die Eigenkapitalquote, so steigen der Verschuldungsgrad und damit auch das Insolvenzrisiko eines Unternehmens (11).

3.3.1.2 ANALYSE DER VERMÖGENSSTRUKTUR

Im Rahmen der Vermögensstrukturanalyse (= Investitionsanalyse) werden die Art und die Zusammensetzung des Vermögens sowie dessen Bindungsdauer betrachtet. Zwischen der Kapital- und Vermögensstruktur besteht ein enger Zusammenhang, weil das Kapital eines Unternehmens in das Vermögen investiert wird.

Die Berechnungen basieren auf den Zahlen der einzelnen Positionen auf der Aktivseite einer Strukturbilanz (12).

3.3.1.2.1 ANLAGEINTENSITÄT

Die Anlageintensität (12) spielt unter den Kennzahlen der Vermögensstrukturanalyse eine wichtige Rolle. Mit der Anlageintensität wird der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen abgebildet. Damit ist die Anlageintensität ein wichtiger Maßstab für die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Konkret bedeutet dies, dass ein Unternehmen umso flexibler sowohl bei positiven als auch negativen

Konjunkturschwankungen reagieren kann, je niedriger der Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen ist. Natürlich müssen bei der Beurteilung der Anlageintensität auch branchenspezifische Faktoren berücksichtigt werden, da einige Brachen sehr anlageintensiv arbeiten müssen, während andere auf teures Anlagevermögen verzichten können.

3.3.1.2.2 UMLAUFINTENSITÄT

Ähnlich wie die Anlageintensität gibt die Umlaufintensität (13). Aufschluss über die Flexibilität eines

Unternehmens. Die Umlaufintensität stellt den Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ist die Umlaufintensität hoch kann ein Unternehmen schnell auf Konjunktur- und Beschäftigungsver- änderungen reagieren. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass eine hohe Umlaufintensität durch überhöhte Forderungen (= zu niedriger Debitorenumschlag) und zu hohe Lagerbestände (= zu geringer Lagerumschlag / zu lange Lagerdauer) bedingt ist. Die Vorrats- und Forderungsquote sind damit Indikatoren für die Absatzlage eines Unternehmens. Zusätzlich müssen auch die Umsatzerlöse betrachtet werden.

3.3.2 HORIZONTALE BILANZSTRUKTUR

Bei der Analyse der horizontalen Bilanzstruktur werden die Zusammenhänge zwischen der Kapitalstruktur und der Vermögensstruktur untersucht. Dabei werden Posten von der Aktivseite und der Passivseite der Bilanz in Beziehung zueinander gesetzt. Daraus können Aussagen über die künftige bilanzielle Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Stabilität eines Unternehmens gemacht werden (= bilanzielle / statische Liquiditätsanalyse) (14).

Der Grundsatz der Fristenkongruenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Er beinhaltet, dass die Vermögensgegenstände eines Unternehmens nur mit den Mitteln finanziert werden sollten, die für den gleichen Zeitraum zur Verfügung stehen, wie das Kapital gebunden ist (15). Daraus resultiert auch die sog.

Goldene Bilanzregel (16), die fordert, dass langfristige Aktivposten ebenso dauerhaft und langfristig finanziert werden müssen.

3.3.2.1 DECKUNGSGRADE

Ob diese genannten Forderungen eingehalten werden, lässt sich anhand der Berechnung der (Anlagen-) Deckungsgrade überprüfen (17).

3.3.2.1.1 DECKUNGSGRAD A

Mit Hilfe des Anlagendeckungsgrades 1 bzw. des Deckungsgrades A kann gezeigt werden in welchem Maß das Anlagevermögen durch Eigenkapital finanziert ist. Dabei gilt, je höher der Deckungsgrad, umso besser. Optimal wäre ein Wert von 100%, aber je nach Unternehmenssituation und Branche können auch noch Werte bis ca. 80% als akzeptabel angesehen werden (20).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese Kennzahl wird häufig als wichtiger Gradmesser der Stabilität der Unternehmensfinanzierung verwendet (18). Der Deckungsgrad A kann durch verschiedene Maßnahmen erhöht werden. Je nach Art des Unterneh- mens kann das Eigenkapital durch eine Kapitalerhöhung oder eine stärkere Gewinnthesaurisierung (19) aufgestockt werden. Es ist aber auch möglich den Wert des Anlagevermögens zu senken, indem der Bedarf für Anlagegüter reduziert wird und nicht für den Betrieb notwendige Anlagegüter verkauft werden. Eine weitere Option stellt die Möglichkeit dar Anlagegüter zu leasen an Stelle sie zu kaufen.

3.3.2.1.2 DECKUNGSGRAD B

Beim Deckungsgrad B (= Anlagendeckungsgrad 2) werden das Eigenkapital und das langfristige Fremdkapital, das eigenkapitalähnlichen Charakter hat, als Summe in Beziehung zum Anlagevermögen gestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Wert des Deckungsgrades B sollte deutlich über 100% liegen, damit einem Unternehmen auch noch langfristig Kapital zur Verfügung steht um langfristig gebundenes Umlaufvermögen zu finanzieren.

Die Anlagendeckung bzw. die Deckungsgrade werden als Maßstab für die Beurteilung der Kapitalausstattung eines Unternehmens verwendet. Das Anlagevermögen und der „eiserne Bestand“ (siehe 3.3.2.2.4. Working Capital) sollten nach Möglichkeit immer durch langfristiges Kapital finanziert werden.

3.3.2.1.3 DECKUNGSGRAD C

Beim Deckungsgrad C (21) wird eine Beziehung zwischen langfristigem Kapital (Fremd- und Eigenkapital) und der Summe aus Anlagevermögen und dem langfristigen Umlaufvermögen hergestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Anlagevermögen + langfristiges Umlaufvermögen)

Der Deckungsgrad C sollte ebenfalls ≥ 1 liegen, d. h. größer als 100% sein, da dies auf ein solide finanziertes Unternehmen hindeutet.

3.3.2.2 LIQUIDITÄTSGRADE

Da die bereits angesprochenen Deckungsgrade nur den langfristigen Bereich der horizontalen

Bilanzstrukturanalyse beurteilen, wird noch ein weiterer Gradmesser zur Beurteilung des kurzfristigen Liquiditätsbereiches benötigt.

Die Liquidität gibt die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens zum Bilanzstichtag wieder (22). In der Praxis finden dabei die folgenden Liquiditätsgrade eine Anwendung:

3.3.2.2.1 LIQUIDITÄT 1. GRADES

Der Liquiditätsgrad 1 (= Barliquidität) (23) macht eine Aussage darüber, ob und inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist seinen kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dabei werden alle Bar- und Bankmittel (= liquide Mittel) mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt (24).

Diese Kennzahl vernachlässigt aber, dass ein Unternehmen jederzeit und nicht nur zum festgelegten Bilanzstichtag liquide sein sollte.

Für die Liquidität 1. Grades gibt es keinen optimalen Wert, da weder eine zu hohe noch eine zu niedrige Liquidität anzustreben ist.Denn das Kapital in liquider Form bringt wenigErträge und die Rentabilität des Unternehmens wird geschmälert (25).

3.3.2.2.2 LIQUIDITÄT 2. UND 3. GRADES

Bei der Berechnung der Liquidität 2. Und 3. Grades werden zusätzlich noch die leicht liquidierbaren Posten des Umlaufvermögens bzw. das gesamte Umlaufvermögen berücksichtigt. Eine Voraussetzung dafür ist, dass Forderungen schneller in flüssige Mittel umgewandelt werden können als die vorhandenen Vorräte.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Beurteilungskriterium für diese Kennzahl ist durch die Goldene Finanzierungsregel bzw. durch die amerikanische Forderung „One-to-One Rate“ festgelegt. Sie soll mindestens einen Wert von 100% haben (26). Das gesamte Umlaufvermögen inklusive der Vorräte wird bei der Berechnung der Liquidität 3. Grades berücksichtigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sie entspricht der mittelfristigen Liquidität, da die Vorräte als mittelfristig liquidierbar anzusetzen sind. Es muss aber auch berücksichtig werden, dass Vorräte nicht in dem Maß liquidiert werden dürfen, als dass dann die laufende Geschäftstätigkeit des Unternehmens gefährdet wird. Eine Liquidierung der Vorräte sollte deshalb nur als Notfallmaßnahme angesehen werden (27).

[...]


1 BMBF = Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin BILANZ

2 Liquide Mittel = monetäres Umlaufvermögen

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Kennzahlen zur Bilanzanalyse und zur Unternehmensbewertung
Untertitel
Vergleich von drei Biotech-Unternehmen
Hochschule
Fachhochschule Technikum Wien  (Münchener Marketing Akadmie)
Veranstaltung
Modul Entscheidungsorientiertes Rechnungswesen
Note
97% (A+)
Autor
Jahr
2010
Seiten
40
Katalognummer
V151131
ISBN (eBook)
9783640624584
ISBN (Buch)
9783640624263
Dateigröße
671 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensbewertung, Bilanzanalyse, Biotechnbranche, Medigene, paion, Morphosys, Unternehmenskennzahlen, Aktienanalyse, EBIT, Geschäftsbericht, Cash-Flow, Bewertungsverfahren
Arbeit zitieren
Brunhilde Fellermeier (Autor), 2010, Kennzahlen zur Bilanzanalyse und zur Unternehmensbewertung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151131

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Kennzahlen zur Bilanzanalyse und zur Unternehmensbewertung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden