„Gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen (als Stichworte seien genannt: Internationalisierung von Wirtschaftsbeziehungen, Globalisierung, Sprengen von Raum und Zeit durch Technik, neue Medien) haben die Möglichkeiten des Zugriffs auf Informationen und des Aufbaus von Wissen für den einzelnen grundlegend verändert“ [...]. Die Geschichtsdidaktik hat diese Entwicklung insofern umgesetzt, dass das eigenständige Lernen in den letzten Jahren enorm an Bedeutung gewonnen hat. Das „Produzieren“ und Anwenden von eigenem Wissen hat sich somit mehr und mehr in den Unterrichtsräumen etabliert.
In meiner Hausarbeit werde ich mich auf eine Methode beziehen, die mit Hilfe des Internets ein eigenständiges Lernen fördert: die WebQuests. Dabei werde ich zunächst erläutern was WebQuests sind, ihren Aufbau vorstellen, ihre Vor- und Nachteile nennen und anhand eines WebQuests zeigen, ob und inwiefern sie für den Geschichtsunterricht überhaupt nützlich sein können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind WebQuests?
3. Die verschiedenen Typen von WebQuests
3.1 Nach Dodge
3.2 Nach Moser
4. Der Aufbau von WebQuests
5. Die Vor- und Nachteile von WebQuests
6. „Die brennende Bibliothek des antiken Alexandria“ Ein WebQuest für den Geschichtsunterricht
6.1 Worum geht es? Wie ist der Aufbau? Was ist das Ziel?
6.2 Das didaktische Potential
6.3 Der Einsatz im Klassenraum
7. Fazit
8. Literatur und Links
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von WebQuests als innovative Lehrmethode im Geschichtsunterricht, um eigenständiges Lernen zu fördern und die Medienkompetenz der Lernenden zu stärken. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie WebQuests didaktisch strukturiert sind und inwieweit sie die Qualität des historischen Lernens bereichern können.
- Didaktische Grundlagen und Struktur von WebQuests
- Vergleichende Analyse verschiedener WebQuest-Typen (Dodge vs. Moser)
- Vor- und Nachteile der Methode im schulischen Kontext
- Analyse eines konkreten Fallbeispiels ("Die brennende Bibliothek des antiken Alexandria")
- Methoden zur praktischen Umsetzung und Adaption für den Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.2 Nach Moser
Heinz Moser unterscheidet im Gegensatz zu Dodge drei Grundformen von WebQuests. In der ersten Form geht es ihm darum „Informationen zusammenzutragen, zu strukturieren und ´Wissens- und Erfahrungwelten´ zu schaffen“ (Moser 2000: 72). Bei dieser Entwicklung von Wissens- und Erfahrungswelten sollen die Schüler und Schülerinnen den Sachverhalt aus mehreren Perspektiven betrachten. Sie sollen dabei lernen Quellen kritisch zu betrachten und mit der Informationsflut umzugehen. „Die meisten der bisher dargestellten Beispiele für WebQuests entstammen diesem Bereich. Man könnte sagen: Dies ist die klassische Form des WebQuests“ (ebd.).
Der zweite Typ von WebQuests soll die Schüler und Schülerinnen dazu verhelfen, „Wissen auf Probleme und Rätsel anzuwenden, um diese zu lösen“ (ebd.). Bei dieser Grundform der WebQuests wird ein relativ großes Wissen vorausgesetzt, um diese zu „bewältigen“. Die Aufgabe der Lernenden ist es hierbei zu recherchieren und ihre gefundenen Ergebnisse zu vergleichen und anzuwenden. Diese Art von WebQuests ist um einiges umfassender als die erste: „Hier wird jene Stufe des Wissens, welche beim Erarbeiten von Wissenswelten das Ziel der eigenen Aktivitäten ist, bereits vorausgesetzt, um diese für problemlösende Aufgaben anzuwenden“ (Moser 2000: 76).
Die dritte Grundform nach Moser verfolgt das Ziel „über die Klassengrenzen hinaus zusammenzuarbeiten und ´global´ zu lernen“ (Moser 2000: 72). Dabei kommunizieren beispielsweise mehrere Klassen mit Hilfe des World Wide Web über die Grenzen des Klassenzimmer hinaus. Auf dieser interaktiven Basis sieht Moser ein großes Potential für Projektarbeiten, die mit Hilfe von WebQuests zu einem globalen Lernen ausgeweitet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die veränderten Bedingungen des Wissenserwerbs durch neue Medien ein und stellt das WebQuest als Methode zur Förderung eigenständigen Lernens vor.
2. Was sind WebQuests?: Hier wird der Ursprung und die Definition des WebQuests als entdeckungsorientiertes Lehr- und Lernarrangement erläutert.
3. Die verschiedenen Typen von WebQuests: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Klassifizierungen von WebQuests durch Bernie Dodge und Heinz Moser gegenüber.
4. Der Aufbau von WebQuests: Das Kapitel beschreibt die notwendigen strukturellen Elemente eines WebQuests, von der Einführung über die Erarbeitungsphase bis hin zur Präsentation.
5. Die Vor- und Nachteile von WebQuests: Hier wird der methodische Mehrwert bezüglich Medienkompetenz und selbstständigem Arbeiten den praktischen Herausforderungen wie zeitlichem Aufwand gegenübergestellt.
6. „Die brennende Bibliothek des antiken Alexandria“ Ein WebQuest für den Geschichtsunterricht: In diesem praktischen Teil wird ein konkretes WebQuest analysiert und dessen Eignung sowie didaktische Anpassbarkeit für den Schulunterricht diskutiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht das ungenutzte Potenzial von WebQuests für den modernen Geschichtsunterricht.
8. Literatur und Links: Dieses Kapitel listet die für die Hausarbeit verwendeten Quellen und Internetressourcen auf.
Schlüsselwörter
WebQuest, Geschichtsunterricht, selbstständiges Lernen, Medienkompetenz, Internet, Didaktik, Quellenarbeit, kooperatives Lernen, Handlungsorientierung, Multiperspektivität, Wissensmanagement, Lernparadigma.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Methode der WebQuests und deren pädagogischen Nutzen als moderne Lernform innerhalb des Geschichtsunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Fundierung von WebQuests, deren methodische Struktur, die Vor- und Nachteile sowie die praktische Anwendbarkeit anhand eines konkreten Beispiels.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie WebQuests das eigenständige Lernen fördern und wie ein für Hochschulzwecke konzipiertes WebQuest für den Schulunterricht adaptiert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse kombiniert mit einer praxisorientierten Fallanalyse eines bestehenden WebQuests („Die brennende Bibliothek des antiken Alexandria“).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition und Typisierung von WebQuests, deren strukturellen Aufbau, eine Abwägung der Vor- und Nachteile sowie die pädagogische Evaluation eines spezifischen Geschichts-WebQuests.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind WebQuest, Geschichtsdidaktik, eigenständiges Lernen, Medienkompetenz und Handlungsorientierung.
Warum wird das Beispiel „Die brennende Bibliothek des antiken Alexandria“ gewählt?
Das Beispiel dient dazu, ein didaktisch anspruchsvolles, für Studierende entwickeltes Konzept auf seine Alltagstauglichkeit in der Schule zu prüfen.
Welche konkreten Empfehlungen gibt der Autor für den Einsatz im Unterricht?
Der Autor schlägt vor, die Quellenmenge für Schüler zu kürzen und die Bewertungsskalen an das übliche Schulnotensystem anzupassen, um die Transparenz und Durchführbarkeit zu erhöhen.
- Quote paper
- Martin Stark (Author), 2009, WebQuests als Lernmöglichkeiten im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151314