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Die Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt

Titel: Die Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt

Seminararbeit , 2007 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Caroline Dorsch (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wo liegt der Ursprung von Religion? Wie hat sie sich von ihrem Beginn an weiterentwickelt? Auf welche Weise kam es zur Ausbildung unterschiedlicher Religionsformen? Auch wenn die Religionswissenschaft von der Beantwortung dieser Fragen Abstand genommen hat, so beschäftigten sich mit ihnen doch viele Religionswissenschaftler der Vergangenheit.
In dieser Hausarbeit soll die sich diesen Fragen widmende Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt dargestellt werden. Was besagt diese Theorie? Wie versucht Schmidt sie zu untermauern? Weshalb beschäftigt sich Schmidt mit diesem Thema und mit welchem Ziel? Diese Fragen sollen hinsichtlich der Person Pater Wilhelm Schmidt geklärt werden.
Um Schmidts Werk innerhalb der Religionswissenschaft zu verorten, ist es unerlässlich, sich mit ähnlichen vorangegangenen Theorien zu befassen als auch Gegenpositionen mit einzubeziehen. Aufgrund dessen wird schon unter Punkt III. bei der Erläuterung verschiedener zentraler Begriffe ein Überblick über deren Entwicklung und Verwendung gegeben.
Im darauf folgenden Punkt sollen beispielhaft die Positionen der Evolutionisten und der Degenerationsthesenanhänger in der Geschichte nochmals konkret gegenübergestellt und verglichen werden. Hierzu werden die Theorien von Tylor, Frazer, Lang und Schmidt dargestellt.
Im abschließenden Fazit wird zu klären sein, inwieweit Pater Wilhelm Schmidts Interessen und Standpunkte durch seine Mitgliedschaft in einem Missionsorden und seine Position als praktizierender Christ beeinflusst wurden.
Zusammengefasst wird das Ziel dieser Hausarbeit sein, Pater Wilhelm Schmidts Leben und Werk, mit besonderem Augenmerk auf seiner Urmonotheismustheorie, darzustellen, vorangegangene Theorien über den Urzustand von Religion zu schildern, sein Werk in der Zeit seiner Entstehung zu betrachten, sowie es innerhalb der Disziplin der Religionswissenschaft zu verorten und seine Bedeutung zu klären.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zur Person

III. Begriffsklärung

1. Hochgott/Hochgottglauben

2. Urreligion

3. Urmonotheismus

IV. Theorien über den Ursprung und die Entwicklung von Religion

1. evolutionistische Klärungsansätze

a) Edward Burnett Tylors Entwicklungsschema

b) James George Frazers evolutionistisches Modell

2. Erklärungsversuche der Dekadenztheoretiker

a) Andrew Langs Ansatz

b) Wilhelm Schmidts Urmonotheismustheorie

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Leben und Werk von Pater Wilhelm Schmidt zu beleuchten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf seiner Urmonotheismustheorie liegt. Dabei wird untersucht, wie Schmidt seine Theorie innerhalb der Religionswissenschaft begründete, welche wissenschaftlichen und theologischen Einflüsse ihn prägten und wie sich seine Thesen im Kontext zeitgenössischer sowie vorangegangener Theorien über den Urzustand von Religion einordnen lassen.

  • Lebenslauf und akademische Laufbahn von Pater Wilhelm Schmidt
  • Grundlagen und Definitionen zentraler Begriffe wie Hochgottglauben, Urreligion und Urmonotheismus
  • Gegenüberstellung evolutionistischer Ansätze (Tylor, Frazer) und der Dekadenztheorie (Lang, Schmidt)
  • Einfluss der Kulturkreislehre auf Schmidts theoretische Ausrichtung
  • Kritische Würdigung der Methodik und des theologischen Einflusses auf Schmidts Forschungsergebnisse

Auszug aus dem Buch

b) Wilhelm Schmidts Urmonotheismustheorie

Im Anschluss an Lang knüpft Pater Wilhelm Schmidt an die Vorstellung an, die ursprüngliche Religionsform sei monotheistischer Art gewesen. Seine Urmonotheismustheorie impliziert ebenfalls den Degenerationsgedanken. Monotheismus stellt demzufolge den Urzustand des religiösen Bewusstseins dar, während andere Religionsformen durch ein „Abfallen“ vom wahren Gott charakterisiert sind (Lang 1998: 156).

Betrachtet man Schmidts Thesen kommt man nicht umhin, die Kulturkreislehre Friedrich Ratzels zu erwähnen. Sie bildet eine Grundlage der Studien Schmidts.

Der Ausgangspunkt dieser Lehre stellt die Existenz verschiedener Kulturkreise dar, die sich infolge von Diffusion aber gegenseitig beeinflusst haben. Dies liefert die Erklärung dafür, weshalb verschiedene kulturelle Eigenheiten bei diversen Völkern aufzufinden seien (vgl. Hock 2006: 42). Hierin liegt ein gravierender Unterschied zu evolutionistischen Annahmen, die von einer gradlinigen Entwicklung ausgehen.

Die Kulturkreislehre beeinflusste Schmidt insoweit, dass er den Versuch unternahm, Kulturtypen zu klassifizieren und eine mögliche Urkultur zu rekonstruieren. Dadurch kam er zu der Ansicht, dass in dieser Urkultur auch die Urreligion – der Urmonotheismus - bestanden hätte (vgl. Waldenfels 2004: 190).

Schmidt veranschaulicht seine Überlegungen durch zahlreiche Beispiele aus der ganzen Welt, was zeigt, dass ihm daran gelegen war, seine Thesen empirisch belegen zu können. Um zu erklären, woher der als Anfangspunkt angenommene Urmonotheismus stammt, greift Schmidt auf den Gedanken einer Uroffenbarung zurück. Diese Lehre, die in katholisch-theologischem Umfeld entwickelt wurde, geht davon aus, dass Gott sich den Menschen im Urzustand offenbarte (vgl. Ahn 2006: 547).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage nach dem Ursprung von Religion und skizziert das Vorhaben, die Urmonotheismustheorie von Wilhelm Schmidt in den wissenschaftshistorischen Kontext einzubetten.

II. Zur Person: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die akademische Karriere von Pater Wilhelm Schmidt nach, wobei besonders sein Wirken in Wien und die Gründung der Zeitschrift „Anthropos“ hervorgehoben werden.

III. Begriffsklärung: Hier werden die für die Arbeit essenziellen Fachbegriffe „Hochgottglauben“, „Urreligion“ und „Urmonotheismus“ definiert und deren wissenschaftsgeschichtliche Entwicklung kurz erläutert.

IV. Theorien über den Ursprung und die Entwicklung von Religion: Dieser Abschnitt kontrastiert die evolutionistischen Ansätze von Tylor und Frazer mit der Dekadenzlehre von Lang und Schmidt und arbeitet die methodischen Unterschiede heraus.

V. Fazit: Das Fazit bewertet die Bedeutung von Schmidts Thesen in der Geschichte der Religionswissenschaft, erkennt ihren methodischen Anspruch an, ordnet sie jedoch als wissenschaftlich überholt ein.

VI. Literaturverzeichnis: Eine detaillierte Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Pater Wilhelm Schmidt, Urmonotheismus, Religionswissenschaft, Hochgottglauben, Evolutionismus, Dekadenztheorie, Kulturkreislehre, Urreligion, Ethnologie, Uroffenbarung, Anthropos, Religionsgeschichte, Monotheismus, Animismus, Magie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt und deren Platz innerhalb der religionswissenschaftlichen Forschung des frühen 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Debatte über den Urzustand von Religion, die Kontroverse zwischen Evolutionismus und Dekadenztheorie sowie die Einflüsse von Theologie und Ethnologie auf Schmidts Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Schmidts Werk im historischen Kontext zu verorten, seine theoretischen Grundlagen darzustellen und die Motivation hinter seiner Urmonotheismustheorie zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch, die Schmidts Schriften sowie relevante sekundärwissenschaftliche Einordnungen gegenüberstellt und analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der evolutionistischen Theorien (Tylor, Frazer) und der Dekadenztheoretiker (Lang, Schmidt).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Urmonotheismus, Wilhelm Schmidt, Kulturkreislehre, Religionswissenschaft und Dekadenztheorie beschreiben.

Welchen Einfluss hatte Schmidts christliche Prägung auf seine Forschung?

Die Arbeit legt nahe, dass seine Mitgliedschaft im Missionsorden und seine Position als Priester ihn dazu bewegten, in indigenen Kulturen einen ursprünglichen monotheistischen Gottesglauben nachzuweisen, was seine Theorie apologetisch erscheinen lässt.

Wie bewertet die Arbeit die „Lehnstuhlethnologie“ bei Schmidt?

Die Arbeit kritisiert, dass Schmidt keine eigene Feldforschung betrieb, sondern sich auf Berichte von Missionaren stützte, ordnet diese Praxis jedoch zeitgeschichtlich als damals üblich ein.

Was wird unter der Kulturkreislehre in Bezug auf Schmidt verstanden?

Es handelt sich um den theoretischen Rahmen von Friedrich Ratzel, den Schmidt nutzte, um Kulturtypen zu klassifizieren und damit die Rekonstruktion einer religiösen Urkultur zu untermauern.

Warum wird Schmidts Theorie heute als überholt betrachtet?

Die Theorie gilt als wissenschaftlich nicht beweisbar, da sie stark durch theologische Vorannahmen, wie die der Uroffenbarung, beeinflusst wurde und den Versuch einer universellen Religionsgeschichte unternahm, der an methodischen Grenzen scheiterte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Institut für Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Einführung in die Religionswissenschaft
Note
1,3
Autor
Caroline Dorsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V151320
ISBN (eBook)
9783640628230
ISBN (Buch)
9783640628469
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Urmonotheismus Pater Wilhelm Schmidt Theorien über Entstehung von Religion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Dorsch (Autor:in), 2007, Die Urmonotheismustheorie von Pater Wilhelm Schmidt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151320
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Leseprobe aus  16  Seiten
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