Subtexte in erfolgreichen Spielfilmen - am Beispiel des Films Scarface


Hausarbeit, 2009
23 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen/ Inhaltsangabe des Films/ Exkurs Scarface Universum
2.1 Subtext
2.2 Monomythos
2.3 Der Film Scarface und seine Auswirkungen/Bedeutung für die Popkultur

3. Einführung in den Begriff Subtext
3.1 Das Geheimnis des erfolgreichen Films
3.2 Subtext und Symbolik in der Musik

4. Das filmanalytische Konzept der Heldenreise/Monomyhtos
4.1 Erster Akt: Die Gewohnte Welt
4.2 Erster Akt: Die Berufung / Ruf des Abenteuers
4.3 Erster Akt: Die Weigerung ( der widerstrebende Held)
4.4 Erster Akt: Der Mentor
4.5 Erster Akt: Überschreiten der ersten Schwelle
4.6 Zweiter Akt: Bewährungsproben, Verbündete, Feinde
4.7 Zweiter Akt: Vordringen zur tiefsten Höhle
4.8 Zweiter Akt: Die entscheidende Prüfung
4.9 Zweiter Akt: Die Belohnung
4.10 Dritter Akt: Der Rückweg
4.11 Dritter Akt: Die Auferstehung (Resurrektion)
4.12 Dritter Akt: Die Rückkehr mit dem Elixier

5. Interpretation/ Diskussion des Films "Scarface" am Konzept der Heldenreise
5.1 Vorstellung des Held Tony Montana
5.2 Erster Akt der Heldenreise von Tony Montana
5.3 Zweiter Akt der Heldenreise von Tony Montana
5.4 Dritter Akt der Heldenreise von Tony Montana

6. Fazit

7. Literaturliste

1. Einleitung

"Rule number one: Don´t underestimate other people´s dreams. Rule number two: Don´t get high on your own supply." [1]

"Lektion Nummer eins: Du solltest nie unterschätzen wie gierig dein Partner ist. Lektion Nummer zwei: Werde nie high von deinem eigenen Zeug." Das ist eines der berühmten Filmzitate aus dem in dieser Arbeit analysierten Film "Scarface". Besonders die zweite Lektion ist es, die den Hauptdarsteller Al Pacino als Tony Montana scheitern lässt. Für mich war die Veranstaltung "Das Geheimnis des erfolgreichen Films" persönlich sehr beeindruckend, vor allem wie Filme auf den alten Mythen beruhen - oft auch sogar unbewusst. Da ich selbst ein sehr großer Filmfan bin, kam für mich in dieser Hausarbeit nur einer meiner Lieblingsfilme zur Filmanalyse in Frage. Da ich selbst der Jugendkultur Hip Hop angehöre und dieser Film einen großen Einfluss auf diese Kultur hat, lag es auf der Hand Tony Montana Karriere vom Tellerwäscher zu Millionär im Spielfilm "Scarface" zu analysieren.

In dem ersten Teil dieser Arbeit "Subtexte in erfolgreichen Spielfilmen - am Beispiel des Films Scarface" werde ich die zwei Begriffe Subtext und Monomythos definiert. Zusätzlich werden noch der Film und seine Geschichte kurz zusammengefasst. Anschließend gibt es eine Einführung in den Begriff Subtext. Hier wird der Bezug zwischen Film und der Mythologie aufgezeigt und die Wirkung der Filmmusik zu den Bildern untersucht. Im nächsten Teil dieser Arbeit wird explizit auf das filmanalytische Konzept der Heldenreise Bezug genommen. Es werden die einzelnen Phasen der Heldenreise ausführlich beschrieben. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus den beiden Konzepten von Vogler und Campbell wobei Voglers Version dominiert. Der letzte Teil dieser Arbeit ist die Diskussion anhand des vorgestellten filmanalytischen Konzepts der Heldenreise. Der Film wird in seinen einzelnen Phasen untersucht und an Beispielszenen aus dem Film dargelegt. Es wird untersucht wie sich das Konzept der Heldenreise mit dem Film Scarface deckt und ob dieses Konzept überhaupt bei Scarface angewandt wurde. Diese Arbeit soll nun untersuchen und darlegen, ob der Film "Scarface" eine bunte, brutale Version des amerikanischen Traums auch wie viele andere Filme auf den Konzepten von Vogler und Campbell beruhen.

2. Definitionen

Damit man die Zusammenhänge und Bedeutung der folgenden Begriffe besser erkennen kann. werden hier zwei dominierende Begriffe definiert. Einer dieser Begriffe ist der "Subtext" in dem die Definition aus der filmischen Sicht erläutert wird, und der andere Begriff ist der des Monomyhtos, der Heldenreise in der später in dieser Arbeit darauf Bezug genommen wird. Als dritten Teil wird der zu behandelnde Film "Scarface" kurz zusammengefasst und seine Auswirkungen auf die Popkultur besonders die Jugendkultur Hip-Hop Bezug genommen.

2.1 Subtext

"Mit dem Begriff des Subtextes sind im Grunde alle Zeichenstrukturen gemeint, die ein (nicht analysierender) Zuschauer nicht bewusst wahrnimmt, die ihn aber gleichwohl in seiner Rezeption steuern."[2] Der Subtext ist also das „zwischen den Zeilen lesen“ bei einem Spielfilm. Was will der der Regisseur mit dieser Szene sagen? Welche Symbolik versteckt sich dahinter? Wie beeinflussen uns Filme? Das sind Fragen, die gestellt werden müssen wenn man von einem Subtext eines Spielfilms spricht. In Punkt 3 wird ausreichend auf den Begriff Subtext eingegangen.

2.2 Monomythos

"Die Taten eines Helden in Mythen, Romanen und Filmen ereignen sich auf einer Heldenfahrt oder Heldenreise, manchmal auch Quest genannt, die durch typische Situationsabfolgen und Charaktere gekennzeichnet ist. Diese archetypische Grundstruktur wird, nach einem Begriff von James Joyce, auch als Monomythos bezeichnet."[3] Der US-amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell hat dieses Prinzip der Heldenreise entwickelt. In seinem Buch von 1949 "Der Heros in tausend Gestalten" legt er dar, welche Etappen der Held bei seiner Reise durchlaufen muss um zum Held zu werden. Seine Werke waren beeinflusst von dem Psychoanalytiker Carl Gustav Jung dem Schriftsteller und Dichter Robert Graves, dem Religionswissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Mircea Eliade und dem Indologe Heinrich Zimmer. Aber auch die Werke der Autoren James Joyce und Thomas Mann haben Campbell beeinflusst. Der US-amerikanische Drehbuchautor und Publizist Christopher Vogler entwickelte seine Werk "Die Odyssee des Drehbuchschreibers" auf der Basis von Campbells Werk " Der Heros in tausend Gestalten" und der Archetypenlehre des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung. In seinem Buch beschreibt Vogler die Universalität von Erzählstrukturen.[4]

2.3 Der Film Scarface und seine Auswirkungen auf die Popkultur

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Kinoplakat des Scarface Remakes Abb.2 Kinoplakat des original

von 1983 mit Al Pacino als Tony Montana Scarface-Spielfilm von 1932

Auf diesen zwei Plakaten sehen wir die beiden Motive der Scarface Filme. Bezug nehmen werde ich auf den von 1983. Der Spielfilm von 1983 ist also keine Fortsetzung sondern basiert auf der Geschichte des Scarface Films von 1932. Scarface (1932) ist ein Spielfilm von Regisseur Howard Hanks. In dem Kinofilm spielt Paul Muni die Hauptrolle, das Drehbuch stammt von Ben Hecht und produziert wurde er von dem Regisseur Hanks und Howard Hughes. Muni spielte die Hauptrolle des Tony "Scarface" Camonte, er arbeitete in den 1920er in der Zeit der Prohibition in Chicago für den Mafiaboss Louis Costillo. Durch den Verrat von Tony an seinem Boss löst er einen blutigen Bandenkrieg aus. Tony plant nun zusammen mit seinem Freund Guino Rinaldo, gespielt von George Raft, die Machtübernahme. Tony tötet seinen früheren Boss Lovo nachdem er ein Attentat auf ihn ausüben lies. Sein Freund Guino hat sich währenddessen in Tonys Schwester Cesca verliebt und als Tony davon erfährt erschießt er seinen Freund Guino. Er flüchtet mit Cesca vor der Polizei in ein Haus welches anschließend von der Polizei belagert wird. Tony kapituliert nicht und stellt sich der Horde Polizisten im Kampf und wird erschossen. In einem alternativen Ende wird er verhaftet und anschließend erhängt. Die Geschichte basiert auf dem Aufstieg von Al Capone zum Mafiaboss.[5] Diese kleine Zusammenfassung soll die Parallelen zum Remake von 1983 von Brian de Palma aufzeigen. Er verlegt den Standort von Chicago nach Miami, die Hauptrolle wird von Al Pacino gespielt und heißt Tony Montana. Er spielt einen kubanischen Einwanderer der Aufgrund der Politik von Fidel Castro in die USA gebracht wurde. Im Mai 1980 hat Fidel Castro den Hafen geöffnet um amerikanische und kubanische Familien wieder zusammenzuführen. Unter diesem Deckmantel wurden auch viele Kriminelle und Oppositionelle in die USA gebracht, auch Tony Montana[6]. Da später noch genügend auf den Film eingegangen wird die Zusammenfassung kurz gehalten. "Aufstieg und Fall des Gangsters "Scarface" Tony Montana, der es vom eingewanderten Tellerwäscher zum Chef einer Kokainschmugglerbande in Florida brachte. Düsteres, krudes, gewaltbesessenes Remake des gleichnamigen Hawks-Klassikers (1932), das weder dem Genre noch dem Mythos des Gangsters als tragischem Held eine neue Dimension hinzufügt."[7] Bezüglich der Kettensägeszene gab es eine Indizierung des Filmes, es gibt also eine geschnittene FSK 16 Version und eine FSK 18 Version des Filmes in dem nur die Kettensägeszene geschnitten wurden ist. Der Film wurde 1984 für drei Golden Globe Award nominiert. Eine enorme Auswirkung hat der Film auf die Popkultur insbesondere auf die Jugendkultur Hip-Hop. Es wurden mehrere Computerspiele an den Film "Scarface" angelehnt oder handelten direkt davon z.B. "Grand Theft Auto: Vice City" oder dem Scarface Spiel selbst "Scarface: The World is Yours". In der amerikanischen Fernsehserie Southpark wird in einer Folge Bezug auf den Film genommen. Eric Cartman trägt dort bei einem Talentwettbewerb ein Zitat von Tony Montana vor.[8] Aber den größten Einfluss hat der Film wohl auf die Hip-Hop Szene, dies macht sich auch deutlich auf der DVD-Version des Filmes, in der es eine kleine Reportage im Zusatzmaterial gibt wo bekannte Hip-Hop Künstler ihr Meinung über den Film preisgeben ("Def Jam präsentiert: Die Ursprünge eines Hip-Hop- Klassikers"). Ein bekannter Rapper aus Houston, Texas nennt sich "Scarface" und sein erstes Album heißt "Mr. Scarface is black". Auch viele deutsche Künstler dieser Szene sind von diesem Film geprägt worden, dies zeigt sich in Bildern und Vergleichen in ihren Texten. Zu dem gibt es eine eigene Hip-Hop Kleidermarke mit dem Namen "Scarface-Clothing" die ihr Design an Motive aus dem Film ausrichten. In Los Angeles wurde 2007 das erste "Tony Montana Scarface" Museum eröffnet von Mario Ybarra Jr. In Zürich wurde zu dem eine Vernissage in der Galerie von Bob van Orsouw gehalten.[9] An allen diesen Auswirkungen auf die Popkultur kann man feststellen, dass der Film "Scarface" für die Leute mehr als nur ein einfacher Kinofilm ist der sie unterhalten soll.

[...]


[1] www.filmzentrale.de aufgerufen am 25.07.09 um 10.30 Uhr

[2] Schreckenberg, 1994, S.40

[3] www.wikipedia.de aufgerufen am 25.07.09 um 19.39 Uhr

[4] Vgl. www.wikipedia.de aufgerufen am 25.07.09 um 19.42 Uhr

[5] Vgl. www.wikipedia.de aufgerufen am 25.07.09 um 19.49 Uhr

[6] Vgl. www.wikipedia.de aufgerufen am 25.07.09 um 20.39 Uhr

[7] www.zweitausendeins.de aufgerufen am 26.07.09 um 09.39 Uhr

[8] Vgl. www.wikipedia.de aufgerufen am 26.07.09 um 10.39 Uhr

[9] Vgl. http://scarface1983.wordpress.com/ aufgerufen am 26.07.09 um 11.59 Uhr

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Subtexte in erfolgreichen Spielfilmen - am Beispiel des Films Scarface
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Das Geheimnis des erfolgreichen Films
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V151425
ISBN (eBook)
9783640663590
ISBN (Buch)
9783640663866
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Subtexte, Spielfilmen, Beispiel, Films, Scarface
Arbeit zitieren
Stefan Wilczynski (Autor), 2009, Subtexte in erfolgreichen Spielfilmen - am Beispiel des Films Scarface, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151425

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Subtexte in erfolgreichen Spielfilmen - am Beispiel des Films Scarface


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden