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Nietzsches Wahrheitsbegriff. Einordnung der Wahrheit als pure Illusion oder eine Neubestimmung der Wahrheit?

Title: Nietzsches Wahrheitsbegriff. Einordnung der Wahrheit als pure Illusion oder eine Neubestimmung der Wahrheit?

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 19th Century
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In der Arbeit soll untersucht werden, ob Nietzsche, ausgehend von seinen sprachkritischen Aussagen in "Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne", die Wahrheit als pure Illusion einordnet oder ob er an eine Neubestimmung der Wahrheit appelliert. Dafür wird zunächst die Entstehung des Wahrheitsbegriffs untersucht werden um diesen daraufhin zu definieren und zu charakterisieren. Anschließend wird Nietzsches Sprachkritik analysiert werden. Dabei werde ich beantworten, ob Sprache als adäquater Realitätsausdruck dient und inwieweit Konvention der Ursprung von Sprache ist. Daraufhin folgt Nietzsches Konzept des menschlichen Triebes zur Wahrheit und dessen Lebensnotwendigkeit für das Individuum. Abschließend werde ich Nietzsches Idee einer Neubestimmung der Wahrheit ausführen um schlussendlich zu meiner Konklusion und der klaren Beantwortung der Problemfrage überzuleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nietzsches Wahrheitsbegriff

3. Nietzsches Sprachkritik

3.1. Sprache als adäquater Realitätsausdruck

3.2. Sprache als Konvention

4. Der Trieb zur Wahrheit

5. Nietzsches Neubestimmung der Wahrheit

6. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Nietzsches Essay „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“, um zu klären, ob er den Wahrheitsbegriff als reine Illusion verwirft oder eine Neubestimmung der Wahrheit anstrebt.

  • Analyse der sprachkritischen Grundlagen Nietzsches
  • Untersuchung des menschlichen Triebes zur Wahrheit
  • Einordnung des Nihilismus-Vorwurfs
  • Verständnis von Sprache als Konvention
  • Herausarbeitung eines positiven Ansatzes zur Sinnstiftung

Auszug aus dem Buch

3.1 Sprache als adäquater Realitätsausdruck

Um dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit näher zu kommen, versucht Nietzsche zunächst die Entstehung unserer Wortlaute zu erklären: Wir spüren einen Nervenreiz, dann kommt ein Bild, dann ein Laut. Wie ich oben schon erwähnt habe: Sprache ist „die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten“ (Nietzsche 1999: 878). Nietzsche meint, dass die Menschen vergeblich versuchen würden, den fehlenden Zusammenhang zwischen dem Laut und der Realität mittels Metaphern zu überbrücken.

„Er bezeichnet nur die Relation der Dinge zu den Menschen und nimmt zu deren Ausdrucke die kühnsten Metaphern zu Hülfe. Ein Nervenreiz zuerst übertragen in ein Bild! erste Metapher. Das Bild wieder nachgeformt in einem Laut! Zweite Metapher.“ (Nietzsche 1999: 879)

Die Menschen kennen keine objektive Wahrheit, wir kennen nicht die Ursachen der Dinge. Wie also können wir mit Worten ausdrücken, was den „ursprünglichen Wesenheiten“ (Nietzsche 1999: 879) ganz entsprechen? Nietzsches Antwort darauf lautet: Können wir nicht.

Wir glauben etwas von den Dingen selbst zu wissen, [...] und besitzen doch nichts als Metaphern der Dinge, die den ursprünglichen Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen.“ (Nietzsche 1999: 879)

Es existiert also eine große Distanz zwischen dem Wesen der Dinge und den Worten, die wir benutzen um diese auszudrücken. Wir können nicht greifen und sagen, was genau dem Wesen der Dinge entspricht. Ein Grund dafür ist die Begriffsbildung. Der Mensch besitzt ein begriffliches Denken, setzt Ähnliches gleich und vergisst die Ungleichheiten. Zwar kennen wir viele individuelle Dinge, doch wir vergleichen diese nur mit anderen Sachen. Die Menschen finden Bezeichnungen für Dinge, von denen wir nichts weiter kennen als bestimmte Merkmale und Abgrenzungen von anderen Sachen. „Jeder Begriff entsteht durch Gleichsetzen des Nicht-Gleichen“ (Nietzsche 1999: 880) – nicht mehr und nicht weniger. Wie also kann Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten sein, wenn wir Dinge nur unterscheiden in dem wir sie vergleichen, sie zerstückeln und versuchen diese in Schubladen zu stecken?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Nietzsches Essay und die zentrale Fragestellung, ob Wahrheit lediglich eine Illusion ist oder neu bestimmt werden kann.

2. Nietzsches Wahrheitsbegriff: Untersuchung der Entstehung der Wahrheit und die Rolle des menschlichen Intellekts als Mittel zum Selbstschutz.

3. Nietzsches Sprachkritik: Analyse der Annahme, dass Wahrheiten auf sprachlichen Metaphern basieren und keine objektive Realität abbilden.

3.1. Sprache als adäquater Realitätsausdruck: Erörterung der Distanz zwischen Dingen und Worten sowie der Unmöglichkeit, das Wesen der Dinge sprachlich zu erfassen.

3.2. Sprache als Konvention: Betrachtung der Sprache als soziales Konstrukt und Lügensystem, das der Friedenssicherung dient.

4. Der Trieb zur Wahrheit: Analyse der psychologischen Notwendigkeit des Wahrheitstriebs als Schutzschild vor der Existenzkrise.

5. Nietzsches Neubestimmung der Wahrheit: Kritische Reflexion über den Nihilismusvorwurf gegenüber Nietzsche und die Annahme einer positiven Umwertung.

6. Konklusion: Zusammenfassendes Fazit, dass Nietzsche zur Neubestimmung und zur Suche nach Sinn trotz der sprachlichen Grenzen aufruft.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Über Wahrheit und Lüge, Sprachkritik, Nihilismus, Erkenntnistheorie, Metapher, Wahrheitstrieb, Illusion, Konvention, Intellekt, Selbstschutz, Neubestimmung, Übermensch, Realitätsausdruck, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Friedrich Nietzsches Essay „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“ und seine darin geäußerte radikale Kritik am Wahrheitsbegriff.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Philosophie der Sprache, das Verhältnis von Erkenntnis und Wirklichkeit, den menschlichen Wahrheitstrieb sowie die Rolle des Nihilismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Nietzsche Wahrheit lediglich als Illusion verneint oder ob er einen Appell zur bewussten Neubestimmung von Wahrheit und Werten formuliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Werkinterpretation und Analyse von Nietzsches Primärtext unter Einbeziehung von Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Wahrheitsbegriffs, die sprachphilosophischen Argumente Nietzsches sowie seine Sicht auf den Wahrheitstrieb als lebensnotwendigen Irrtum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sprachkritik, Metapher, Wahrheitstrieb, Illusion, Konvention und Selbstschutz.

Inwiefern ist Sprache für Nietzsche eine „Lüge“?

Da Sprache nur willkürliche Übertragungen und Metaphern sind, die den Kern der Dinge nicht treffen, ist der Glaube an ihre Wahrhaftigkeit für Nietzsche eine Illusion, die wir vergessen haben.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Nihilismus und einer Neubestimmung?

Der Autor argumentiert, dass Nietzsches scheinbar nihilistische Wortwahl lediglich auf die notwendige Entlarvung bisheriger falscher Wahrheitsvorstellungen abzielt, um den Weg zu einer höheren Selbstbesinnung freizumachen.

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Details

Title
Nietzsches Wahrheitsbegriff. Einordnung der Wahrheit als pure Illusion oder eine Neubestimmung der Wahrheit?
College
Free University of Berlin  (Institut für Philosophie)
Course
Schriftliche Kompetenz im Philosophieren
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V1515270
ISBN (PDF)
9783389086704
ISBN (Book)
9783389086711
Language
German
Tags
Nietzsche Wahrheit Illusion Philosophie Über Wahrheit und Lüge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2019, Nietzsches Wahrheitsbegriff. Einordnung der Wahrheit als pure Illusion oder eine Neubestimmung der Wahrheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1515270
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