Gesundheitsförderungsprogramm durch Empowerment bei SchülerInnen zum Thema Übergewicht und Adipositas


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2010
17 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Salutogenese-Konzept

3. Gesundheitsförderungsprogramm durch Empowerment bei SchülerInnen zum Thema Übergewicht und Adipositas
3.1 Fragestellung
3.2 Ziele
3.3 Zielgruppe
3.4 Finanzierung
3.5 Laufzeit
3.6 Maßnahmen
3.6.1 Informationsveranstaltungen
3.6.2 Ernährung
3.6.3 Förderung körperlicher Aktivität
3.6.4 Unterstützung sozialer Kompetenzen
3.7 Evaluation

4 Diskussion

5 FazitSeite

6 LiteraturverzeichnisSeite

1. Problemstellung

Zu den größten gesundheitspolitischen Herausforderungen in Deutschland zählt das Übergewicht. Es beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Lebensqualität vieler Menschen. Untersuchungen während des Schuleingangs zeigen, dass das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen hoch ist, besonders bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einem niedrigem sozialen Status. (BZgA 2008).

Der Risikofaktor Übergewicht ist demnach für 10 bis 13% der Todesfälle verantwortlich. Im internationalen Vergleich befindet sich Deutschland im Mittelfeld (MONICA Studie), Tendenz steigend. Die Prävalenz für Übergewicht der Zwei- bis Fünfjährigen stieg von 5% auf 13,9%, bei den Sechs- bis Elfjährigen stieg sie sogar auf 18,8%. Bei den Zwölf- bis 19 Jährigen immerhin auf 17,4%. Die Ergebnisse aus verschiedenen Schuleingangsuntersuchungen zeigen einen Anteil extrem übergewichtiger (adipöser) Schulkinder von vier bis acht Prozent. Übergewicht und Adipositas werden heute üblicherweise nach dem Body-Mass-Index (BMI) eingeteilt. Hiernach richtet sich dann auch das relative Risiko für weitere Krankheiten und therapeutische Empfehlungen. Als Normalgewicht gilt ein BMI zwischen 19 und 25. Bei einem BMI von 24-30 handelt es sich um Übergewicht. Eine Adipositas liegt vor, wenn der BMI größer als 30 ist. Im Rahmen einer repräsentativen „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ wurden Körperhöhe- und Körpergewichtsdaten für drei- und 17 Jährige Kinder und Jugendliche erhoben. Resultierend daraus sind 15% übergewichtig und bei 6,3% liegt eine Adipositas vor. Unter den drei- bis sechsjährigen Kindern beträgt der Anteil der übergewichtigen 9 Prozent. Eine Adipositas liegt bei 2,9% dieser Altersklasse vor. Über 15% der Sieben- bis Zehnjährigen sind übergewichtig, eine Adipositas unter ihnen haben 6,4%, laut KIGGS-Studie. Bei den 14- bis 17 jährigen sind knapp 17% übergewichtig und 8,5% adipös. Anhand der Daten kann man schlussfolgern, dass auf Basis der Referenzdaten von 1985 bis 1999 festzustellen ist, dass das Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen um 50% gestiegen ist. Die Anzahl adipöser Jugendlicher hat sich sogar verdoppelt (BZgA 2008).

Übergewicht und Adipositas wirken sich nicht nur auf somatische Krankheiten aus, sondern auch auf das psychische Wohlbefinden. Ca. 12% der Mädchen und 18% der Jungen zeigen Hinweise auf emotionale Probleme. Jedes zehnte Kind zeigt Symptome einer Angst, jedes zwanzigste Kind eine depressive Störung. Unter den 17-Jährigen finden sich bei fast jedem dritten Mädchen und etwa jedem achten Jungen Symptome von Essstörungen. Des Weiteren spielt ein ungünstiges Familienklima und ein niedriger sozioökonomischer Status (z.B. Familien mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende) als Risikofaktor eine Rolle. (BZgA 2009) Anhand der Daten ist es ersichtlich, dass das Thema einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsförderung erhält. Eine Strategie der Gesundheitsförderung ist z.B. das Empowerment, das auch den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet. Eine endgültige Definition des Empowermentbegriffs gibt es nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt Empowerment als wichtige Strategie der Gesundheitsförderung und definiert Empowerment: "Im Verständnis von Gesundheitsförderung ist Empowerment ein Prozess, durch den Menschen eine größere Kontrolle über Entscheidungen und Handlungen erlangen, die ihre Gesundheit beeinflussen" (BMGuF 2003). Die Gesundheitsförderung durch Empowerment nimmt eine herausragende Rolle ein. Basis für das heutige Verständnis von Gesundheitsförderung ist das Salutogenesekonzept. Zur Analyse des Übergewichtproblems bei Kindern wurde folgende Fragestellung formuliert:

Welche Empowermentmaßnahmen können bei Kindern in der Schule eingesetzt werden, um Übergewicht und Adipositas zu verhindern?

Nach ausführlicher Darstellung der Problemlage, wird im zweiten Kapitel die Idee des Modells der Salutogenese kurz erläutert und damit der Zusammenhang zwischen dem Salutogenese-Modell und der Gesundheitsförderung hergestellt. Um der Fragestellung auf den Grund zu gehen, wird im Weiteren Verlauf (Kapitel 3) dieser Hausarbeit ein Empowermentprogramm zum Thema Übergewicht erstellt. Hier sollen Maßnahmen vorgestellt werden, die den Schülern helfen sollen, ein Verständnis für diese Problemlage aufzuzeigen. Im anschließenden Kapitel (Kapitel 4) wird die Evaluationsmaßnahme zum Programm dargestellt. Die Hausarbeit endet mit einer Diskussion und einem Fazit.

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird nur die männlich Form geschrieben, welche zugleich die weibliche Form beinhaltet.

2 Salutogenese-Konzept

Das Konzept der Salutogenese wurde von Aaron Antonovsky (1970) geprägt. Der Gesundheits- und Krankheitsbegriff der modernen Sozial- und Gesundheitswissenschaften orientiert sich häufig an dem Konzept. Danach bilden Gesundheit und Krankheit nicht zwei voneinander abgegrenzte Zustände, sondern zwei Pole auf einem Kontinuum. Den Gesundheitszustand eines Menschen beschreibt das individuelle Kohärenzgefühl sense of coherence (SOC). Der SOC gibt an wie gut jemand in der Lage ist, vorhandene Ressourcen zum Erhalt seiner Gesundheit zu nutzen. Je gesünder eine Person ist bzw. schneller gesund wird, desto ausgeprägter ist der SOC. Der SOC besteht aus drei Komponenten: Verstehbarkeit ( Ereignisse des Lebens sind strukturiert und verstehbar), Handhabbarkeit (e s gibt Ressourcen, um den Anforderungen des Lebens zu begegnen) und Sinnhaftigkeit ( Anforderungen werden als Herausforderungen verstanden, in die Energie zu investieren sinnvoll und lohnenswert ist). Der SOC entwickelt sich durch die Verfügbarkeit der generalisierten Widerstandsressourcen (Potenzial von Menschen mit Belastungen und Spannungen zurechtzukommen). Im Laufe der Kindheit und Jugend entwickelt sich der SOC. Ab dem 30. Lebensalter bleibt der jedoch stabil. Gesundheitsprobleme gehen von Stressoren aus. Ein Beispiel hierfür zeigt die Kauai-Studie bei der 698 Kinder der Hawaii-Insel Kauai in ihrer Entwicklung begleitet wurden. Erfasst waren Kinder die mindestens vier Risikofaktoren (z.B. chronische Armut, niedriger mütterlicher Ausbildungsstand, instabile familiäre Situation) ausgesetzt waren, ein überraschendes Ergebnis zeigte, dass ein Drittel der ‚Risikokinder’ im Alter von zehn und 18 Jahren sich zu erfolgreichen Jugendlichen entwickelt haben. Obwohl Kinder unterschiedlichem Stress ausgesetzt waren, gelang es einigen Kindern die belastende Lebenswelt zu meistern. Dies führt zu der Annahme protektiver Faktoren in der Person bzw. in der Umwelt, welche die Wirkung von Risikofaktoren vermindern können und die negativen Stressoren senken. Die Gesundheitsförderung soll einen positiven Umgang mit Stressoren bzw. mit der negativen gegebenen Umgebung stärken (Kolip P 2002). Nach dem Konzept der Salutogenese richtet sich die Gesundheitsförderung, also nicht die Krankheit steht im Vordergrund, sondern die Gesundheit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsförderungsprogramm durch Empowerment bei SchülerInnen zum Thema Übergewicht und Adipositas
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Theorien und Modelle in Prävention und Gesundheitsförderung
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V151606
ISBN (eBook)
9783640632442
ISBN (Buch)
9783640632510
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsförderung, Prävention, Empowerment, Übergewicht und Adipositas
Arbeit zitieren
Helene Warkentin (Autor), 2010, Gesundheitsförderungsprogramm durch Empowerment bei SchülerInnen zum Thema Übergewicht und Adipositas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151606

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