Probleme des demographischen Wandels - Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?


Seminararbeit, 2010
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2 Demographischer Wandel in Deutschland
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Demographischer Wandel - Einführung
2.3 Gründe für eine alternde Gesellschaft
2.3.1 Sterblichkeit - Lebenserwartung
2.3.2 Geburtenniveau 7
2.3.3 Wanderung
2.4 Probleme der alternden Gesellschaft
2.5 Zukunft und Möglichkeiten zur Problemlösungen

3. Kinderlosigkeit – Kinderwunsch
3.1 Bevölkerungs- und Familienpolitik heute
3.2 Kinderwunsch 15
3.3 Internationaler Vergleich

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anlagen: Internetquellen:

1. Einleitung

,,Es werden immer weniger Kinder geboren, die Bevölkerung altert, Familienstrukturen ändern sich, Menschen wandern ein, Landstriche dünnen aus, unsere Gesellschaft verändert sich tiefgreifend. Neue Entwürfe für Biographien, für das Zusammenleben, für den Arbeitsmarkt, für die sozialen Sicherungssysteme oder für die Regional- und Stadtplanung sind gefragt.“

Das zeigt die Aktualität meiner Facharbeit über das Thema ,,Probleme des demographischen Wandels – Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?“. Mit meinem Facharbeitsthema bin ich im Nachhinein mehr als zufrieden, denn unabhängig vom Alter sollte sich jeder mit diesem immer wichtiger werdenden Thema auseinandersetzten, da die Probleme des demographischen Wandels uns in naher Zukunft alle betreffen werden. Der kommende Bevölkerungsrückgang ist der breiten Masse der Bevölkerung und der Öffentlichkeit kaum bewusst , ausgenommen einigen Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten, die schon heute über die Probleme des demographischen Alterns kontrovers in den Medien diskutieren. Das Interesse der Bevölkerung nimmt aber beständig zu und steigert die Popularität des Themas. Vermutlich wird das Ausmaß des demographischen Wandels schon in den kommenden zwei Jahrzehnten sichtbar und folglich Aufsehen erregen. Der seit ca. fünf Jahren stattfindende Bevölkerungsrückgang gilt für viele Experten als unaufhaltsam. Die Bevölkerung von derzeit rund 82 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland soll Berechnungen des statistischen Bundesamtes zufolge, im Extremfall auf 65 Millionen Einwohner im Jahr 2050 fallen. „Die Probleme, die aus dem demographischen Wandel entstehen, sind jedoch absehbar und bieten der Politik die Chance, frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten, die allerdings auch zwingend notwendig sind.“

In meiner folgenden Facharbeit werde ich genauer auf die Entwicklung des demographischen Wandels, die damit verbundenen Probleme und Chancen eingehen und den Eingriff des Staates durch Familienpolitik erläutern, sowie Wege aus der möglichen Krise aufzeigen. Dabei nimmt der Gedanke: ,,Kinder sind Zukunft“ eine ganz besondere Rolle ein.

2 Demographischer Wandel in Deutschland

2.1 Begriffsdefinition

Demographie: (Bevölkerungswissenschaft)

(auch Demografie, ist griechisch und kommt von démos – Volk und grafé – Schrift, Beschreibung)

,,Demographie bezeichnet die wissenschaftliche Erforschung des Zustandes der Bevölkerung und ihrer zahlenmäßigen Veränderungen (Geburtenrate, Zu- und Abwanderungen, Altersaufbau etc.).“

Demographischer Wandel:

,,Mit dem Begriff ,,demographischer Wandel“ wird die Veränderung der Zusammensetzung der Altersstruktur einer Gesellschaft bezeichnet.

Der Begriff ist zunächst weder positiv noch negativ behaftet und kann sowohl eine Bevölkerungszunahme, als auch eine Bevölkerungsabnahme bezeichnen. Die demographische Entwicklung wird dabei von folgenden drei Faktoren beeinflusst:

-die Geburtenrate ,,Fertilität“
-der Lebenserwartung ,,Mortalität“
-und dem Wanderungssaldo ,,Migration“

Die Entwicklung der Bevölkerungszahl ergibt sich also aus der Summe des Wanderungssaldo und des Geburten- oder Sterbeüberschusses.“

2.2 Demographischer Wandel - Einführung

Die Weltbevölkerung stieg in den letzten 50 Jahren rasant von 2,5 Millionen auf 6,9 Milliarden Menschen. Bis zum Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung sogar auf 9 Milliarden Menschen steigen . Diese starke Bevölkerungszunahme liegt hauptsächlich an den Entwicklungsländern, die eine hohe Geburtenrate und eine hohe, jedoch stark rückläufige Sterberate durch z.B. verbesserte medizinische Versorgung aufweisen. Das führt häufig zu einem unkontrollierten Bevölkerungswachstum mit starker Verjüngung der Altersstruktur. Die Bevölkerung wächst aber nicht überall; in Europa und in Industrieländern wie z.B. Spanien, Italien und Deutschland findet ein lang anhaltender, aber schleichender Bevölkerungsrückgang statt.

Das passiert dadurch, dass junge, arbeitsfähige Menschen den Kinderwunsch immer weiter heraus schieben, da sie glauben, dass man Beruf und Karriere mit Familie und Kindern nur schwer miteinander vereinen kann. Außerdem wollen sie den Einstieg ins Berufsleben, in die Ausbildung oder ins Studium ohne Komplikationen, wie z.B einer Schwangerschaft schaffen oder halten sich zurück, in dem sie sagen, dass Kinder Geld kosten. Das Durchschnittsalter lag im Deutschen Reich, aufgrund der Geburtenpolitik des NS-Regimes bei 24 Jahren , heute liegt es bei ca. 43 Jahren und soll Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2050 auf ca. 52 Jahre ansteigen. Die Zahl der alten (ab 60 Jahren) und der sehr alten Menschen, auch Hochbetagte (ab 80 Jahren) genannt, wächst stetig, ihnen steht eine immer weiter sinkende Zahl an jungen Menschen gegenüber.

2050 soll es erstmalig in der Geschichte der Menschheit mehr alte als junge Menschen auf der Erde geben. Reformen der Politik sind, wie oben angedeutet, dringend notwendig.

2.3 Gründe für eine alternde Gesellschaft

2.3.1 Sterblichkeit - Lebenserwartung

Die Sterblichkeit (Mortalität) ist die relative Häufigkeit von Sterbefällen in einer Bevölkerung in einem gegeben Zeitraum. Sie wird in der sogenannten Sterbeziffer angegeben. 1900 lag die Sterbeziffer bei 22 Menschen pro 1000 Einwohnern heute nur noch bei 10 . Nur in den beiden Weltkriegen war ein Anstieg der Mortalität zu beobachten. Die Hauptursache für den Rückgang der Sterbeziffer liegt in der Bekämpfung und Ausrottung der klassischen Infektionskrankheiten wie z.B. Lungenpest, Cholera und Pocken. Weitere Fortschritte in der Medizin sowie der Ausbau und die Verbesserung des Gesundheitssystem, veränderte Lebensbedingungen (z.B. Wohnverhältnisse) und veränderte Lebensstile (z.B. Ernährungsgewohnheiten) sind ebenfalls entscheidende Voraussetzungen für die niedrige Sterbeziffer und den Anstieg der Lebenserwartung, die auch zur Senkung der Säuglingssterblichkeit führt. Sie sank von ca. 20% Anfang des 20. Jahrhunderts auf unter 0,5% Neugeborene heute.

Die Verringerung der Sterblichkeit führt zu einem steten Anstieg der Lebenserwartung. Neugeborene können eine Lebenserwartung von 76,9 Jahren bei Jungen und 82,3 Jahren bei Mädchen erwarten. 1910 waren es im Schnitt 48 Jahre bei Mädchen und 45 Jahre bei Jungen. Das zeigt, dass Mädchen bzw. Frauen stärker vom demographischen Altern und von den demographischen Problemen betroffen sind, auch weil die Differenz der unterschiedlichen Lebenserwartung von Frauen und Männern weiter auseinander wächst.

Da die Kinder- und Säuglingssterblichkeit sehr gering im weltweiten Vergleich ist, nimmt die fernere Lebenserwartung eine immer größer werdende Rolle ein. Fernere Lebenserwartung bedeutet die Anzahl der Lebensjahre, die ein Mensch ab einen bestimmten Alter im Schnitt noch erwarten kann. Eine 60-jährige Frau konnte 1901 im Durchschnitt erwarten, dass sie noch 14,2 Jahre und ein 60-jähriger Mann immer noch 13,1 Jahre lebt. 2006 stieg die fernere Lebenserwartung einer 60-jährigen Frau auf 24,5 Jahre und eines 60-jährigen Mannes auf 20,6 Jahre. Diese Entwicklung soll sich weiter fortsetzen. Bis 2050 soll die fernere Lebenserwartung bei 60-jährigen Frauen auf 28,3 Jahren und bei 60-jährigen Männern auf 23,7 Jahren steigen.

2.3.2 Geburtenniveau

Eine alternde Gesellschaft ist nicht nur durch die wachsende Zahl alter und sehr alter Menschen infolge einer wachsenden Lebenserwartung gekennzeichnet, sondern auch durch einen stetigen Altenanteil. Rückläufige Bevölkerungszahlen junger Menschen sind der Grund, wofür die Entwicklung des Geburtenniveaus der entscheidende Faktor ist. Das Geburtenniveau wird mit der Geburtenziffer angegeben sie setzt sich aus der Anzahl der Frauen zusammen, die im gebärfähigen Alter sind, also zwischen 15 und 50 Jahren. Seit 1975 bringt jede Frau in Deutschland im Durchschnitt 1,4 Kinder zur Welt. Die Geburtenziffer sank von 4,6 Kindern im Jahr 1880 auf 2,9 Kinder im Jahr 1915. Zur Zeit der beiden Weltkriegen und der Weltwirtschaftskrise gab es Geburtentiefs, die zwischen 1,5 und 2 Kindern pro Frau lagen. 1964 im ,,Golden Age of Marriage“, wo Familien einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft hatten, gab es das letzte Geburtenhoch mit 2,5 Kindern pro Frau. Insgesamt wurden 1,36 Millionen Kinder geboren. Ab 1975 setzt der Pillenknick ein. Die Geburtenziffer fiel auf nur 1,4 Kinder. Das Geburtenniveau liegt seit nun mehr als drei Jahrzehnten bei durchschnittlich 1,4 Kindern. Das führt in Deutschland, da seit ca. 35 Jahren mehr Menschen sterben als geboren werden , zu einem langfristigen Bevölkerungsrückgang. Mit dem Rückgang der Sterblichkeit ist auch die Generationenenersatz erforderliche Kinderzahl gesunken. So lag es um 1900 bei 3,2 Kindern, das Geburtenniveau aber bei 4,6 Kindern und somit weit über dem Bestandserhaltungsniveau der damaligen Zeit.

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Probleme des demographischen Wandels - Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V151687
ISBN (eBook)
9783640808311
ISBN (Buch)
9783640810598
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demographie Demographischer Wandel Kinderwunsch
Arbeit zitieren
Lorenz Schulz (Autor), 2010, Probleme des demographischen Wandels - Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151687

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