,,Es werden immer weniger Kinder geboren, die Bevölkerung altert, Familienstrukturen ändern sich, Menschen wandern ein, Landstriche dünnen aus, unsere Gesellschaft verändert sich tiefgreifend. Neue Entwürfe für Biographien, für das Zusammenleben, für den Arbeitsmarkt, für die sozialen Sicherungssysteme oder für die Regional- und Stadtplanung sind gefragt.“
[Bundesministerium des Inneren]
Das zeigt die Aktualität meiner Facharbeit über das Thema ,,Probleme des demographischen Wandels – Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?“. Mit meinem Facharbeitsthema bin ich im Nachhinein mehr als zufrieden, denn unabhängig vom Alter sollte sich jeder mit diesem immer wichtiger werdenden Thema auseinandersetzten, da die Probleme des demographischen Wandels uns in naher Zukunft alle betreffen werden. Der kommende Bevölkerungsrückgang ist der breiten Masse der Bevölkerung und der Öffentlichkeit kaum bewusst, ausgenommen einigen Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten, die schon heute über die Probleme des demographischen Alterns kontrovers in den Medien diskutieren. Das Interesse der Bevölkerung nimmt aber beständig zu und steigert die Popularität des Themas. Vermutlich wird das Ausmaß des demographischen Wandels schon in den kommenden zwei Jahrzehnten sichtbar und folglich Aufsehen erregen. Der seit ca. fünf Jahren stattfindende Bevölkerungsrückgang gilt für viele Experten als unaufhaltsam. Die Bevölkerung von derzeit rund 82 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland soll Berechnungen des statistischen Bundesamtes zufolge, im Extremfall auf 65 Millionen Einwohner im Jahr 2050 fallen.
In meiner folgenden Facharbeit werde ich genauer auf die Entwicklung des demographischen Wandels, die damit verbundenen Probleme und Chancen eingehen und den Eingriff des Staates durch Familienpolitik erläutern, sowie Wege aus der möglichen Krise aufzeigen. Dabei nimmt der Gedanke: ,,Kinder sind Zukunft“ eine ganz besondere Rolle ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2 Demographischer Wandel in Deutschland
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Demographischer Wandel - Einführung
2.3 Gründe für eine alternde Gesellschaft
2.3.1 Sterblichkeit - Lebenserwartung
2.3.2 Geburtenniveau
2.3.3 Wanderung
2.4 Probleme der alternden Gesellschaft
2.5 Zukunft und Möglichkeiten zur Problemlösungen
3. Kinderlosigkeit – Kinderwunsch
3.1 Bevölkerungs- und Familienpolitik heute
3.2 Kinderwunsch
3.3 Internationaler Vergleich
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht den demographischen Wandel in Deutschland und analysiert kritisch, inwieweit staatliche Maßnahmen der Familienpolitik geeignet sind, den Kinderwunsch zu fördern und dem Bevölkerungsrückgang entgegenzuwirken.
- Entwicklung und Ursachen des demographischen Wandels
- Sozioökonomische Folgen der alternden Gesellschaft
- Analyse aktueller familienpolitischer Förderinstrumente
- Internationaler Vergleich erfolgreicher Familienpolitikmodelle
- Potentiale und Grenzen staatlicher Geburtensteuerung
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Sterblichkeit - Lebenserwartung
Die Sterblichkeit (Mortalität) ist die relative Häufigkeit von Sterbefällen in einer Bevölkerung in einem gegeben Zeitraum. Sie wird in der sogenannten Sterbeziffer angegeben. 1900 lag die Sterbeziffer bei 22 Menschen pro 1000 Einwohnern heute nur noch bei 10. Nur in den beiden Weltkriegen war ein Anstieg der Mortalität zu beobachten. Die Hauptursache für den Rückgang der Sterbeziffer liegt in der Bekämpfung und Ausrottung der klassischen Infektionskrankheiten wie z.B. Lungenpest, Cholera und Pocken. Weitere Fortschritte in der Medizin sowie der Ausbau und die Verbesserung des Gesundheitssystem, veränderte Lebensbedingungen (z.B. Wohnverhältnisse) und veränderte Lebensstile (z.B. Ernährungsgewohnheiten) sind ebenfalls entscheidende Voraussetzungen für die niedrige Sterbeziffer und den Anstieg der Lebenserwartung, die auch zur Senkung der Säuglingssterblichkeit führt. Sie sank von ca. 20% Anfang des 20. Jahrhunderts auf unter 0,5% Neugeborene heute.
Die Verringerung der Sterblichkeit führt zu einem steten Anstieg der Lebenserwartung. Neugeborene können eine Lebenserwartung von 76,9 Jahren bei Jungen und 82,3 Jahren bei Mädchen erwarten. 1910 waren es im Schnitt 48 Jahre bei Mädchen und 45 Jahre bei Jungen. Das zeigt, dass Mädchen bzw. Frauen stärker vom demographischen Altern und von den demographischen Problemen betroffen sind, auch weil die Differenz der unterschiedlichen Lebenserwartung von Frauen und Männern weiter auseinander wächst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des demographischen Wandels und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit hinsichtlich staatlicher Steuerungsmöglichkeiten.
2 Demographischer Wandel in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den demographischen Wandel und analysiert die zentralen Faktoren Sterblichkeit, Geburtenniveau und Wanderung sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.
3. Kinderlosigkeit – Kinderwunsch: Hier werden aktuelle familienpolitische Maßnahmen in Deutschland untersucht, der individuelle Kinderwunsch hinterfragt und mit internationalen Beispielen verglichen.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die Wirksamkeit bisheriger familienpolitischer Instrumente und empfiehlt eine stärkere Ausrichtung auf kostenfreie Betreuungseinrichtungen nach französischem Vorbild.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Bevölkerungspolitik, Familienpolitik, Fertilität, Lebenserwartung, Kinderwunsch, Geburtenrate, Alternde Gesellschaft, Bevölkerungsrückgang, Migration, Soziale Sicherungssysteme, Erwerbspersonenpotential, Kinderbetreuung, Arbeitskräftemangel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des demographischen Wandels in Deutschland und der Frage, ob der Staat aktiv in den Kinderwunsch eingreifen sollte.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Ursachen der Bevölkerungsalterung, die Belastungen der sozialen Sicherungssysteme und die Analyse familienpolitischer Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob staatliche Familienpolitik den Trend der niedrigen Geburtenraten wirksam umkehren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachliche Analyse auf Basis statistischer Daten, aktueller Studien und eines internationalen Vergleichs.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die demographischen Grundlagen und die Untersuchung politischer Instrumente zur Geburtenförderung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Demographischer Wandel, Familienpolitik, Fertilität, Generationenvertrag und Bevölkerungsrückgang.
Welche Rolle spielt die Migration im demographischen Wandel?
Migration wird als kurzfristiger Puffer für den Bevölkerungsrückgang beschrieben, der das langfristige Alterungsproblem jedoch nicht lösen kann.
Warum wird Frankreich als Vorbild angeführt?
Frankreich wird aufgrund seiner erfolgreichen Familienpolitik, insbesondere des Betreuungsnetzwerks und der hohen Geburtenrate, als Referenz für Deutschland genutzt.
Wie bewertet der Autor die bisherige deutsche Familienpolitik?
Der Autor schätzt sie als nur in Ansätzen erfolgreich ein und kritisiert eine zu starke Fixierung auf finanzielle Anreize wie das Kindergeld.
- Quote paper
- Lorenz Schulz (Author), 2010, Probleme des demographischen Wandels - Muss der Staat den Kinderwunsch mehr steuern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151687