Wir befinden uns gegenwärtig in der Übergangsphase von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft, in dem die Bedeutung von Arbeit und Kapital sinkt und das kulturelle Kapital, Wissen, zusehends wichtiger wird. Hier dient die Globalisierung als Motor zur Produktion von Wissen, nur durch Wissen kann Deutschland auf den Weltmärkten wettbewerbsfähig bleiben. In diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse der Vergleichsstudien von PISA u.w. umso problematischer, jene zeigten erhebliche Defizite in der Konkurrenzfähigkeit des Bildungssystems, u.a. in Deutschland, auf. Nun wird seitens der Wirtschafts- und Bildungspolitik eine Reformierung des Bildungssystems gefordert, die die Qualität von Bildung verbessere und bereits deutlich früher als bislang ansetzen sollte. Diesbezüglich ist die ungleiche Bildungsteilhabe in Deutschland ein schwerwiegendes Problem, das unbedingt gelöst werden muss. Ebenda versucht derzeitig die Sozialpolitik, durch AGENDA 2010, den Problematiken des Landes entgegen zu wirken.
Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die zuvor geschilderte Problematik. Sie geht der Frage nach, wie die ungleiche (Bildungs-) Teilhabe seitens Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftspolitik erfasst und gelöst werden könnte. Es stellen sich Frage wie: Was bedeutet soziale Ungleichheit und was beinhaltet die ungleiche Bildungsteilhabe? Welche Perspektiven bzw. Bestrebungen verfolgen Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftspolitik? Konnte bereits die ungleiche (Bildungs-) Teilhabe verbessert werden?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Ungleiche (Bildungs-) Teilhabe in Deutschland Bestrebungen seitens Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik
2.1 Die Soziale Ungleichheit
2.2 Die Ungleiche Bildungsteilhabe
3. Perspektiven
3.1 Bildungsökonomie
3.2 Sozialpolitik
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der ungleichen Bildungsteilhabe in Deutschland im Kontext des Übergangs zur Wissensgesellschaft und analysiert, wie Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik diese Problematik durch Reformbestrebungen adressieren.
- Soziale Ungleichheit als definitorische Grundlage
- Die Kopplung von Sozialstatus und Bildungserfolg
- Ökonomische Perspektiven auf frühkindliche Bildung
- Die Auswirkungen der Agenda 2010 auf soziale Teilhabe
- Integrationsherausforderungen von Menschen mit Migrationshintergrund
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Soziale Ungleichheit
Stefan Hradil, Professor der Soziologie, beschreibt die definitorische Festlegung wie folgt. Soziale Ungleichheit bezieht sich erstens auf bestimmte Güter, jene gelten im Rahmen einer Gesellschaft als Wertvoll. Lebensbedingungen einzelner gelten als günstiger je mehr sie von jenen Gütern besitzen. Als besser- bzw. höhergestellt gelten diejenigen die über wertvolle Güter verfügen, gegenteiliges gilt für diejenigen die über weniger Güter verfügen. Um als sozialungleich zu gelten, müssen zweitens die wertvollen Güter ungleich verteilt sein. Es wird unter absoluter und relativer Ungleichheit unterschieden. Absolute Ungleichheit zeigt sich, wenn ein Gesellschaftsmitglied mehr wertvolle Güter als ein anderes erhält. Ungleichheit tritt relativ auf, wenn bestimmte Personen mehr verdienen als das sie laut spezifischer Verteilungskriterien (Leistung, Bedürfnisse, Alter und Dienstalter) verdienen sollten. Und schließlich drittens, sei soziale Ungleichheit dann präsent, wenn die Stellung von Menschen in gesellschaftlichen Beziehungsgefügen auf regelmäßige bzw. absolute Weise ungleich verteilt wird. Sozial ungleiche Erscheinungsformen seien nur jene, die in gesellschaftlich strukturierter und verallgemeinbarer Form zur Verteilung kommen (Vgl. Hradil (2001): 28-29).
Verschiebt man den Blickwinkel hin zur gesellschaftlichen Teilhabe, zeigt GROß im positiven Sinne auf, dass der Wohlfahrtsstaat durch `Sozialhilfe` das Recht auf minimale Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum garantiert (Vgl. Groß (2008): 91). Jedoch durch die neuen Bestrebungen, die aus der AGENDA 2010 resultierten ist jenes nur kritisch zu betrachten. Auch die Bildungsteilhabe in Deutschland ist von Ungleichheit betroffen, welche im folgenden Thematisiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verortet Deutschland in der Übergangsphase zur Wissensgesellschaft und identifiziert die ungleiche Bildungsteilhabe als zentrales, lösungsbedürftiges Problem.
2 Die Ungleiche (Bildungs-) Teilhabe in Deutschland Bestrebungen seitens Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialpolitik: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen sozialer Ungleichheit und analysiert die spezifischen Bildungsbenachteiligungen von Kindern mit Migrationshintergrund.
3. Perspektiven: Hier werden die Lösungsansätze der Bildungsökonomie sowie die sozialpolitischen Maßnahmen der Agenda 2010 kritisch beleuchtet.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer gemeinsamen Strategie von Bildungs-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zur Steigerung der gesellschaftlichen Teilhabe.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Bildungsteilhabe, Wissensgesellschaft, Agenda 2010, Bildungsökonomie, Sozialpolitik, Migration, Chancenungerechtigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Hartz IV, Frühkindliche Bildung, Humankapital, Bildungsbenachteiligung, Teilhabe, Reform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Problematik der ungleichen Bildungsteilhabe in Deutschland und untersucht die politischen Maßnahmen, die darauf abzielen, diese Ungleichheiten abzubauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen soziale Ungleichheit, die Auswirkungen des Bildungs- und Sozialstatus auf den Schulerfolg, die Rolle der Bildungsökonomie sowie die Reformen der Agenda 2010.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die ungleiche Teilhabe von Bevölkerungsgruppen, insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund, aufzuzeigen und die Lösungsansätze verschiedener Politikbereiche zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen und analytischen Auswertung von Fachliteratur, PISA-Studien, Daten des Mikrozensus und Ergebnissen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden soziologische Definitionen von Ungleichheit erörtert, das Ausmaß der Bildungsbenachteiligung von Migranten dargelegt und die Perspektiven von Wirtschafts- und Sozialpolitik zur Reform der Teilhabe beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsgerechtigkeit, soziale Teilhabe, Agenda 2010, Migrationshintergrund und arbeitsmarktpolitische Reformen definiert.
Inwiefern beeinflusst der Sozialstatus den Bildungserfolg?
Die Arbeit stellt fest, dass der Schulerfolg in Deutschland weiterhin eng mit dem Sozialstatus der Eltern verknüpft ist, was zu einer systemischen Chancenungerechtigkeit führt.
Welche Rolle spielen 1-Euro-Jobs im Kontext der Arbeit?
1-Euro-Jobs werden als Instrument der Sozialpolitik analysiert, die einerseits Transferleistungen ergänzen und andererseits die Beschäftigungsfähigkeit sowie soziale Integration der Betroffenen fördern sollen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Kindergartens?
Der Kindergarten wird als zentrale Bildungseinrichtung identifiziert, deren Qualität und frühe Zugänglichkeit entscheidend für die künftige Chancengleichheit und den Bildungserfolg der Kinder ist.
Welche Auswirkungen haben kommunale Sparmaßnahmen laut der Arbeit?
Kommunale Sparmaßnahmen werden als hinderlich für die Teilhabe beschrieben, da sie durch fehlende Sozialtarife den Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten für sozial benachteiligte Familien einschränken.
- Quote paper
- Bachelor Annika Schelle (Author), 2009, Die Ungleiche (Bildungs-) Teilhabe in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151697