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Wirken Atomwaffen in der Region Südasien stabilisierend?

Eine Analyse auf Basis proliferationspessimistischer und proliferationsoptimistischer Erklärungen

Título: Wirken Atomwaffen in der Region Südasien stabilisierend?

Tesis de Máster , 2009 , 43 Páginas , Calificación: 2,5

Autor:in: Michael Kerzel (Autor)

Política - Región: Asia del Sur
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Indien und Pakistan stehen sich seit ihrer Gründung vor über 60 Jahren feindlich gegenüber. Beide Staaten verfügen über Atomwaffen, wodurch der Konflikt dieser Länder große internationale Bedeutung hat. Es geht im Folgenden um die Frage, ob Atomwaffen in der Region Südasien und speziell in Indien und Pakistan eine stabilisierende oder eine destabilisierende Wirkung hatten und haben werden. Um sie zu beantworten wird eine Analyse auf der Basis proliferationsoptimistischer und proliferationspessimistischer Hypothesen durchgeführt. Zunächst wird ein kurzer geschichtlicher Abriss, der von der Entstehung Pakistans und Indiens aus Britisch-Indien 1947 bis zum Bangladeschkrieg 1971 reicht, präsentiert. Anschließend wird die Zeit nach dem Bangladeschkrieg genau untersucht. Auf diesen Abschnitt folgt die Darstellung der Hypothesen der beiden Theorien, auf deren diese Arbeit basiert. Die beiden Theorien bieten sich bei der oben genannten Fragestellung an, da sie genau die Frage nach der Sinnhaftigkeit und den möglichen Gefahren von Atomwaffen behandeln. Vertreter dieser Theorien wie Kenneth Waltz oder Scott Sagan beschäftigen sich damit, ob nukleare Waffen Stabilität fördern oder verringern.
Nach der Darstellung der Theorien wird das eigentliche Thema, der Indien-Pakistan-Konflikt, analysiert. Zunächst werden die pakistanische und die indische Atompolitik erörtert, bevor der Frage nachgegangen wird, ob Atomwaffen in Südasien eine stabilisierende Wirkung haben. Dazu wird ein Datensatz, der alle Konflikte von 1971 bis 2002 auflistet, analysiert und theoretisch unterlegt. Auch die Zeit nach 2002, für die keine Daten vorliegen, wird berücksichtigt.
In einer Fallstudie wird die Zeit vor und nach der Nuklearwerdung verglichen. Die Analyse beginnt nach dem Bangladeschkrieg 1971, da in diesem Krieg die indische Armee das pakistanische Militär sehr deutlich geschlagen hat, und letzteres eingestehen musste, dass es konventionell unterlegen ist. Genauer untersucht werden die Krise von 1990, die Atombombentests, der Kargilkrieg, sowie die daran anschließenden terroristischen Angriffe durch pakistanische Extremisten auf Indien. An diesen Beispielen soll die Rolle von Atombomben in der Region dargestellt werden.
Danach werden weitere potenzielle Gefahren von Atombomben, wie die Unfall-, und die Missbrauchsgefahr, zum Beispiel durch Terroristen, thematisiert. Vor dem abschließenden Fazit wird untersucht, ob das politische System Einfluss auf die Sicherheit von Atomwaffen hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Relevanz des Themas

1.2 Stand der Forschung

1.3 Methodik

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Entstehung Indiens und Pakistans

2.1.1 Zweiter Kaschmirkrieg

2.1.2 Bangladeschkrieg

2.2 Theorien

2.2.1 Proliferationsoptimismus

2.2.2 Proliferationspessimismus

2.3 Indien und Pakistan im nuklearen Zeitalter

2.3.1 Pakistanische Atompolitik

2.3.2 Indische Atompolitik

3 Stabilität durch Atomwaffen?

3.1 Datensatz

3.2 Nicht-nukleare Phase 1971 bis 1989

3.3 Von der de-facto-nuklearen Phase bis heute

3.3.1 Krise von 1990

3.3.2 Atombombentests

3.3.3 Kargilkrieg

3.3.4 Terroranschläge

3.3.5 Cold Start

4 Weitere Gefahren im Zusammenhang mit Atomwaffen

4.1 Unfälle und Missbrauch

4.2 Terrorismus

4.3 Militärisches Verhalten

4.4 Politisches System

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Besitz von Atomwaffen in der Region Südasien – speziell im Konflikt zwischen Indien und Pakistan – eine stabilisierende oder destabilisierende Wirkung entfaltet. Anhand proliferationsoptimistischer und proliferationspessimistischer Theorien wird analysiert, ob nukleare Waffen große Kriege verhindern oder das Risiko durch kleinere Konflikte und Fehlkalkulationen erhöhen.

  • Analyse des Indien-Pakistan-Konflikts im nuklearen Zeitalter
  • Gegenüberstellung von Proliferationsoptimismus und -pessimismus
  • Untersuchung der Eskalationsdynamik durch den "nuklearen Schutzschirm"
  • Bewertung der Stabilität vor und nach der Nuklearisierung der Region
  • Evaluation neuer Militärdoktrinen wie "Cold Start" und deren Risiken

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Krise von 1990

Die Kaschmirregion war auch in dieser Krise der Hauptstreitpunkt der beiden Staaten. Dort formierte sich ein anti-indischer Aufstand, der von pakistanischen Kräften unterstützt wurde (vgl. Ganguly 2008: 51). Er entwickelte sich nach dem Ende des Afghanistankriegs. Viele Mujaheedin waren nach dem Sieg über die sowjetischen Kräfte ohne Aufgabe. Sie kämpften für den islamischen Glauben und setzten so ihren ihrer Meinung nach göttlichen Auftrag gegen die Hinduisten fort. Pakistan kam diese, gegen Indien gerichtete, Aggression gelegen.

Im Verlauf der Aufstands wurde die Tochter eines indischen Ministers von Aufständischen, die aus den pakistanischen Teilen Kaschmirs über die Grenze kamen und regelmäßig Anschläge verübten, entführt. Vorbereitet und unterstützt wurden sie dabei von dem pakistanischen Geheimdienstes ISI. Er trainierte die Angreifer und rüstete sie mit Waffen und Materialen aus. Dadurch, dass Pakistan diese Kämpfer rekrutierte, trainierte und bewaffnete, handelte es sich im Grunde genommen um einen Krieg zwischen Indien und Pakistan. (vgl. Kapur 2007: 99, 103)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung definiert die Fragestellung nach der stabilisierenden oder destabilisierenden Wirkung von Atomwaffen im Indien-Pakistan-Konflikt und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert den geschichtlichen Abriss der indisch-pakistanischen Beziehungen sowie die theoretische Fundierung durch den Proliferationsoptimismus und -pessimismus.

3 Stabilität durch Atomwaffen?: Hier erfolgt eine detaillierte quantitative und qualitative Analyse der Konflikte zwischen 1971 und 2002 unter Berücksichtigung verschiedener Krisen und neuer militärischer Strategien.

4 Weitere Gefahren im Zusammenhang mit Atomwaffen: Dieser Abschnitt thematisiert zusätzliche Risiken wie Unfälle, terroristische Bedrohungen durch nukleares Material und den Einfluss militärischer Verhaltensweisen.

5 Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Resultat, dass die nukleare Bewaffnung in der Region Südasien eher destabilisierend wirkt.

Schlüsselwörter

Indien, Pakistan, Atomwaffen, Südasien, Proliferationsoptimismus, Proliferationspessimismus, Kaschmir, Abschreckung, Stabilität, Eskalation, Terrorismus, Cold Start, Sicherheitsdilemma, Militärdoktrin, Zweitschlagfähigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitische Rolle von Atomwaffen im Konflikt zwischen Indien und Pakistan.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind nukleare Abschreckungstheorien, die Stabilität der Region Südasien und das Eskalationspotenzial zwischen konventionellen und nuklearen Konflikten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob Atomwaffen in der Region stabilisierend wirken oder ob sie Konflikte fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein deduktives Verfahren, bei dem theoretische Annahmen anhand eines empirischen Datensatzes über Krisen und Konflikte zwischen 1971 und 2002 getestet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den historischen Hintergrund, die theoretischen Ansätze, die Atompolitik beider Staaten sowie konkrete Fallbeispiele wie die Krise von 1990, den Kargilkrieg und die Cold-Start-Doktrin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Atomwaffen, Abschreckung, Proliferation, Indien, Pakistan und Kaschmir.

Warum spielt die "Cold Start"-Doktrin eine so große Rolle für die aktuelle Sicherheitslage?

Die Doktrin soll Indien befähigen, schnell und begrenzt anzugreifen, ohne die nukleare Eskalationsschwelle zu überschreiten, was jedoch in Pakistan die Gefahr nuklearer Fehlreaktionen massiv erhöht.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Terroristen auf die nukleare Stabilität?

Der Autor warnt vor dem Risiko, dass terroristische Organisationen durch die Destabilisierung Pakistans Zugriff auf nukleares Material erlangen oder dass der nukleare Schutzschirm terroristische Angriffe gegen Indien begünstigt.

Final del extracto de 43 páginas  - subir

Detalles

Título
Wirken Atomwaffen in der Region Südasien stabilisierend?
Subtítulo
Eine Analyse auf Basis proliferationspessimistischer und proliferationsoptimistischer Erklärungen
Universidad
University of Bremen  (Fachbereich Sozialwissenschaften)
Calificación
2,5
Autor
Michael Kerzel (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
43
No. de catálogo
V152068
ISBN (Ebook)
9783640640027
ISBN (Libro)
9783640640218
Idioma
Alemán
Etiqueta
Indien Pakistan Atomwaffen Atomkonflikt Proliferation Scott Sagan Kenneth Waltz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Michael Kerzel (Autor), 2009, Wirken Atomwaffen in der Region Südasien stabilisierend?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152068
Leer eBook
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