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Geschichte und Grundgedanken des Sufismus

Titre: Geschichte und Grundgedanken des Sufismus

Dossier / Travail , 2010 , 12 Pages

Autor:in: Steffen Gansmann (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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In dieser Hausarbeit möchte ich mich der Entwicklungsgeschichte und den Grundgedanken des Sufismus, welche eine der, wenn nicht sogar die bekannteste mystische Auslegung des Islam und des Korans darstellt, widmen.
In der westlichen Welt wird der Sufismus von der Allgemeinheit primär mit dem Phänomen der tanzenden Derwische assoziiert, welche allerdings nur einen äußerst kleinen Teil der sufistischen Lehre ausmachen und teilweise sogar als eine Art Gegenbewegung zu den traditionellen sufistischen Lehren darstellen.
Die Anfänge des Sufismus liegen im 6 und 7. Jahrhundert in Khorassan, dem heutigen Nordostiran, sowie in Teilen Afghanistans und Mittelasiens, aus diesen Regionen stammen zahlreiche bedeutende Mystiker der sufistischen Frühzeit. Der Sufismus breitete sich im Laufe der Zeit gefördert durch die Gründung von Orden im 11. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert auch in großen Teilen Arabiens, Indiens, Zentralasiens und Anatoliens aus.
Bis zu frühen Neuzeit entwickeln sich Orden auch in Afrika, Indonesien, China und Westanatolien, welche alle ihre eigene Auffassung des Sufismus vertreten, nur im Iran ist der Sufismus aufgrund der strengen religiösen Gesetzgebung nur vereinzelt vertreten.
Kontakte von westlichen Gelehrten zum Sufismus gab es schon im Mittelalter. So zeigen die Werke des katalanischen Gelehrten Ramon Lull am Ende des 13. Jahrhunderts sowie auch die späteren Werke Johann Wolfgang von Goethes und Friedrich Rückerts einen enormen sufistischen Einfluss. 1638 wurde zum ersten Mal ein mystisches Werk aus dem Arabischen, ein Gedicht des ägyptischen Mystikers Ibn Al-Farid aus dem frühen 13. Jahrhundert, in deutscher Sprache übersetzt und publiziert.
Im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche grundlegende Werke zur Geschichte und Tradition des Sufismus in seiner Spätzeit erstmals vollständig in Europa publiziert. Auch in der heutigen Zeit sind viele Sufi-Orden in Europa tätig, in Deutschland entstanden in der 1920er Jahren die ersten Orden, welche bis heute existent sind.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Sufismus?

3. Entstehung und Entwicklung des Sufismus

4. Sufismus in der westlichen Welt

5. Sufismus und Mystik

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der systematischen Untersuchung der Entwicklungsgeschichte und der grundlegenden Lehren des Sufismus als mystische Ausprägung des Islams. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Abgrenzung von populärwissenschaftlichen Fehlinterpretationen sowie der Analyse der spirituellen Kernkonzepte.

  • Historische Genese und geografische Ausbreitung sufistischer Lehren
  • Differenzierung zwischen asketischer Randgruppe und spiritueller Mystik
  • Bedeutung der Ordensstrukturen und des Schüler-Lehrer-Verhältnisses
  • Vergleich unterschiedlicher mystischer Strömungen und ihrer Definitionen

Auszug aus dem Buch

Was ist Sufismus?

Der Ausdruck Sufismus bezeichnet bis zum 9. Jh. eine asketische Randgruppe im Islam und wird heute als Sammelbezeichnung für Strömungen im Islam verwendet, die asketische Tendenzen und eine spirituelle Orientierung prägen, also als innere esoterische Auslegung des Korans und innere Dimension des Islams verstanden werden, und leitet sich vom arabischen Wort tasawwuf ab. Die Definitionen dieses Begriffes gehen bis in die älteste Zeit zurück.

Im 11. Jahrhundert wurde die Diskussion durch den islamischen Mystiker Hujwiri folgendermaßen zusammengefasst: „Einige behaupten, dass der Sufi so genannt wird, weil er ein wollenes Gewand, trägt; andere, weil er in der ersten Reihe steht, andere wieder sagen, es sei so, weil die Sufis zu den „Leuten der Veranda“, die sich in Medina um den Propheten scharten, gehören. Und wieder andere erklären, dass der Name von Reinheit, abgeleitet sei". Im Westen wurde oft das griechischen Wort sophos - Weise als Ableitung für Sufi verwendet, aber dies sei philologisch nicht haltbar, wie viele Autoren und Wissenschaftler bestätigt haben. Die Ableitung von dem arabischen Begriff für Wolle wurde von den meisten als Erklärung akzeptiert, da man sich dies so erklärt, erklärt, dass das grobe Wollgewand der Sufiker ihr Erkennungszeichen war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein und beleuchtet die historische Rezeption des Sufismus im Westen sowie dessen Anfänge im heutigen Iran.

2. Was ist Sufismus?: Hier werden die etymologischen Wurzeln und die verschiedenen historischen Definitionen des Sufismus durch bedeutende islamische Mystiker erörtert.

3. Entstehung und Entwicklung des Sufismus: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung vom Koran als spiritueller Grundlage hin zur Entstehung straff organisierter Sufi-Orden.

4. Sufismus in der westlichen Welt: Der Abschnitt analysiert die historische Auseinandersetzung westlicher Gelehrter mit dem Sufismus und die unterschiedlichen Einflüsse, die ihm zugeschrieben wurden.

5. Sufismus und Mystik: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung des Sufismus als Mystik unter Differenzierung zwischen Unendlichkeits- und Persönlichkeitsmystik.

Schlüsselwörter

Sufismus, Islam, Mystik, Tasawwuf, Derwisch, Orden, Koran, Spiritualität, Askese, Unendlichkeitsmystik, Persönlichkeitsmystik, Religionsgeschichte, Dhikr, Innerlichkeit, Islamische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Geschichte und die grundlegenden Gedanken des Sufismus, um ein tieferes Verständnis für diese spirituelle Auslegung des Korans zu schaffen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Entstehung der Strömung, die Rolle von Sufi-Orden, die Bedeutung des Schüler-Lehrer-Verhältnisses und die philosophische Abgrenzung der Mystik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Sufismus über das oft vereinfachte Bild des tanzenden Derwischs hinaus als komplexe religiöse und spirituelle Disziplin darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf klassischen wissenschaftlichen Standardwerken der Islamwissenschaft basiert, um eine fundierte historische und inhaltliche Einordnung vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung, die historische Entwicklung, die westliche Wahrnehmung sowie die Einordnung des Sufismus in den allgemeinen mystischen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Sufismus und Mystik vor allem historische Entwicklungsstufen, spirituelle Praktiken wie der Dhikr und die Unterscheidung verschiedener mystischer Typen.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Unendlichkeits- und Persönlichkeitsmystik?

Die Unendlichkeitsmystik betont die Einheit und das Aufgehen des Individuums im Absoluten, während die Persönlichkeitsmystik die Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf in den Vordergrund stellt.

Welche Rolle spielen die Sufi-Orden heute in Europa?

Der Text stellt fest, dass Sufi-Orden auch in der modernen Zeit in Europa aktiv sind und in Deutschland bereits seit den 1920er Jahren existieren.

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Résumé des informations

Titre
Geschichte und Grundgedanken des Sufismus
Université
University of Marburg
Cours
SE Ethnographie des Mittelmeerraums
Auteur
Steffen Gansmann (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
12
N° de catalogue
V152098
ISBN (ebook)
9783640640904
ISBN (Livre)
9783640640997
Langue
allemand
mots-clé
Geschichte Grundgedanken Sufismus Punkte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Steffen Gansmann (Auteur), 2010, Geschichte und Grundgedanken des Sufismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152098
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Extrait de  12  pages
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